Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Wer kann mir einen MC68705P5S porgrammieren?


von Wolfgang S. (Firma: Sonation GmbH) (sonation)


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Hallo,
ich bin derzeit hauptsächlich bei Flipperautomaten aktiv,
habe aber auch noch ein paar alte Arcade-Boards rumliegen.

Jetzt möchte ich ein Arkanoid Board reaktivieren und da fehlt ein 
MC68705P5S.
Den Chip im Keramikgehäuse habe ich hier und auch das Programmierfile.
Mir fehlt leider eine Programmiermöglichkeit.
Ich weiß, dass im Datenblatt ein einfaches Programmiergerät beschreiben 
ist, aber das für nur einen Chip zu bauen, lohnt nicht wirklich.

Kann mir hier jemand den Chip gegen Aufwandentschädigung programmieren?

Gruß,
Wolfgang

von Teo D. (teoderix)


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"Programmieren" ist hier eher ein abschreckender begriff!
Denn Programmiert ist er ja schon, das hex File...
Du willst dein Baustein "gebrannt" haben!
Wenn sich hier kaum o. gar keiner meldet evtl. den Betreff ändern auf 
zB: "Wer brennt mir...".

von Helmut -. (dc3yc)


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Teo D. schrieb:
> Du willst dein Baustein "gebrannt" haben!
> Wenn sich hier kaum o. gar keiner meldet evtl. den Betreff ändern auf
> zB: "Wer brennt mir...".

Zum "Brennen" würde ich ihn in ein Feuer werfen. Aber Keramik und Metall 
brennen leider nicht. Also doch "Programmieren"?

Beitrag #7979584 wurde vom Autor gelöscht.
von Soul E. (soul_eye)


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Ich habe die device list meines Data I/O Sprint Expert konsultiert. Im 
Prinzip ja, aber mit Adapter S470, und den habe ich nicht :-( Da ist 
wahrscheinlich ein Quarz drauf und ein paar Brücken, damit die SW ihn 
erkennt.

Wenn Du jemanden findest, der Dir ein EPROM programmiert, dann kannst Du 
auch die im Datenblatt 
https://bitsavers.trailing-edge.com/components/motorola/6805/68705P5_Nov83.pdf 
auf Seite 18 beschriebene Programmierschaltung aufbauen. Der Controller 
fährt in einem Testmode hoch und kopiert sich die Daten aus dem EPROM.

von Guido K. (Firma: Code Mercenaries GmbH) (thebug)


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Bei mir steht noch ein Dataman48, der hat den MC68705P5 als unterstützt 
gelistet.

Das Ding wollte ich ohnehin demnächst mal entstauben, könnte über die 
Weihnachtstage klappen.

Beitrag #7979760 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Cartman E. (cartmaneric)


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Wolfgang S. schrieb:

> Ich weiß, dass im Datenblatt ein einfaches Programmiergerät beschreiben
> ist, aber das für nur einen Chip zu bauen, lohnt nicht wirklich.

Eine mir hier vorliegende Schaltung für einen PC-Parallelport
Programmierer, für den 68HC705K1, besteht im wesentlichen aus
einer DB-25 Buchse, einem IC-Sockel, und einem TL497 um die
"Programmierspannung" zu erzeugen. Die schafft ein MAX-232 mit
seinen Ladungspumpen aber auch, wie ich aus eigener Erfahrung weiss.
Ein Schwingquarz für den Takt fehlt erstaunlicherweise.
Das liegt wohl am "parallelen" Programmieralgorithmus.

Für die Programmierung selbst, gibt es dann ein kleines Progrämmchen,
dass an den passenden Bits wackelt.

Das sieht aufwandsmässig alles recht überschaubar aus.

von Harald K. (kirnbichler)


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Cartman E. schrieb:
> Eine mir hier vorliegende Schaltung für einen PC-Parallelport
> Programmierer, für den 68HC705K1, besteht im wesentlichen aus
> einer DB-25 Buchse, einem IC-Sockel, und einem TL497 um die
> "Programmierspannung" zu erzeugen.

Hast Du mal auf den Kalender geguckt?

Und trotzdem hast Du "PC-Parallelport" geschrieben.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Harald K. schrieb:
> Und trotzdem hast Du "PC-Parallelport" geschrieben.

Ich bin gerade im Begriff, einen alten Thinkpad + Dockingstation in den 
E-Schrott zu geben.  Ist irgendein Linux drauf, bootet noch, und das 
Teil hat einen Parallelport. ;-)

Nur, falls jemand sowas vielleicht doch noch braucht …

von Soul E. (soul_eye)


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Cartman E. schrieb:
> (...) Die schafft ein MAX-232 mit
> seinen Ladungspumpen aber auch, wie ich aus eigener Erfahrung weiss.

26 V aus einem MAX-232? Hängst Du da eine Kaskade als Verdreifacher 
dran?

Die Vpp-Pulse brauchen 20-30 mA für 50 ms. Ein bisschen puffern muss man 
daher auch.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Soul E. schrieb:
> Cartman E. schrieb:
>> (...) Die schafft ein MAX-232 mit
>> seinen Ladungspumpen aber auch, wie ich aus eigener Erfahrung weiss.
>
> 26 V aus einem MAX-232? Hängst Du da eine Kaskade als Verdreifacher
> dran?

Wie kommst du auf 26 V?
Die "Programmierspannung" schaltet nur den Testmodus ein.
Dafür reichen regelmässig ca. 10 V.
Der Schaltungsausschnitt ist von einem MC68HC705B32 Board.
Mit dem dazugehörigem Debugger, kann ich dessen internes
EPROM/EEPROM auch über den seriellen Port programmieren.


Die Dockingstation von einem alten FuSi-Notebook (i5), hat neben
einem Parallelport auch noch einen echten seriellen Port.

: Bearbeitet durch User
von Soul E. (soul_eye)


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Cartman E. schrieb:
> Wie kommst du auf 26 V?

Eigentlich sind es 21 +/-1 V. Die im Datenblatt angegebene Schaltung 
wird aber mit 26 V versorgt und erzeugt daraus die Vpp

> Die "Programmierspannung" schaltet nur den Testmodus ein.
> Dafür reichen regelmässig ca. 10 V.

Die hot-electron injection braucht Leistung. Lt Datenblatt bis zu 30 mA 
für eine Dauer von 50 ms. 10 V reicht nicht aus, um die Ladungsträger 
sicher ins floting gate zu befördern. Spätere Generationen der 
EPROM-Technologie mit feinerer Strukturbreite kamen tatsächlich mit Vpp 
= 12 V aus, aber davon sind wir noch weit weg.


Der MC68705P5S hat keinen seriellen Bootloader. Der hat nichtmal eine 
UART, nur einen Timer.

: Bearbeitet durch User
von Helmut -. (dc3yc)


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Also mein alter BeeProg+ kann den Chip programmieren, nur nicht 
zurücklesen. Allerdings steht in der Liste nur der 68705P5 ohne S 
drinnen. Hat das was zu sagen? Ansonsten: für "Brenn"-Aufträge gerne 
Kontakt per PN!

von Soul E. (soul_eye)


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Helmut -. schrieb:
> Also mein alter BeeProg+ kann den Chip programmieren, nur nicht
> zurücklesen. Allerdings steht in der Liste nur der 68705P5 ohne S
> drinnen. Hat das was zu sagen?

S bedeutet Keramik mit Glasfenster, L bedeutet schwarzes 
Kunststoffgehäuse. Zum brennen macht das keinen Unterschied, zum Löschen 
schon.



Cartman E. schrieb:
> Eine mir hier vorliegende Schaltung für einen PC-Parallelport
> Programmierer, für den 68HC705K1, (...)

HC05 ist eine ganz andere Generation. Viel kleine Strukturen, niedrigere 
Vpp, leistungsfähigerer Bootloader.

von Wolfgang S. (Firma: Sonation GmbH) (sonation)


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Hallo,
danke für die vielen Antworten und sorry für den Buchstabendreher im 
Titel.

Thermit fand ich auch schon immer cool. Mein Chemielehrer hat das damals 
im Unterricht vorgeführt aber leider eine Kleinigkeit (Sand) vergessen. 
Das Ergebnis ließ sich noch jahrelang im Labortisch bewundern.

Ob der Chip nun programmiert oder gebrannt wird ist mir eigentlich egal, 
das Ergebnis zählt!

Das Problem ist tatsächlich eher der passende Adapter. Viele 
Programmiergeräte - darunter auch mein Hilo All07 - brauchen dafür einen 
speziellen Adapter, den natürlich kaum jemand hat.

Mit dem Beeprog könnte es aber tatsächlich gehen.
Also PN an Helmut.

von Helmut -. (dc3yc)


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Eine Spezialverdrahtung ist beim Beeprog auch nötig. Es ist eine Brücke 
von einem Pin des Programmiersockels zum Pin 3 des ICs nötig.

von Dieter W. (dds5)


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Soul E. schrieb:
> S bedeutet Keramik mit Glasfenster, L bedeutet schwarzes
> Kunststoffgehäuse. Zum brennen macht das keinen Unterschied, zum Löschen
> schon.

Nicht ganz - ein Fenster zum Löschen haben beide Gehäuse.
S ist das weit verbreitete aus dunkelgrauer Keramik und L ist das aus 
weißer oder violetter Keramik mit Fenster in einer aufgesetzten 
Metallplatte.

Einen gebrauchten 68705P3S hätte ich da. Worin genau der Unterschied 
zwischen P5 und P3 besteht habe ich nicht herausgefunden.

Die Brücke auf Pin 3 beim beeprog ist VCC. Der Treiber an diesem 
Anschluss kann den benötigten Strom nicht liefern und deshalb muss der 
von einem geeigneten Pin "importiert" werden.

von Harald K. (kirnbichler)


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Dieter W. schrieb:
> S ist das weit verbreitete aus dunkelgrauer Keramik und L ist das aus
> weißer oder violetter Keramik mit Fenster in einer aufgesetzten
> Metallplatte.

Die erste Variante wird "Cerdip" genannt, die andere "side-brazed 
ceramic" - und die ist deutlich schöner anzusehen.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Dieter W. schrieb:
> Nicht ganz - ein Fenster zum Löschen haben beide Gehäuse.
> S ist das weit verbreitete aus dunkelgrauer Keramik und L ist das aus
> weißer oder violetter Keramik mit Fenster in einer aufgesetzten
> Metallplatte.

Leider ist keine Beschriftung vorhanden, das wird ein 68HC705B16 
Entwicklungsmuster sein. In der Serie hatten wir die dann ohne Fenster. 
Ein weißer mit aufgesetzt goldener Platte müsste auch noch da sein, aber 
versteckt sich vor mir.

Ich habe auch einiges mit der EEPROM-Variante 68HC805B6 gemacht und 
sogar noch ICs und fertige Platinen im Regal. Ein 386er samt 
Eigenbau-Programmierhardware verstaubt hier seit Jahren. Irgendwie 
schade, aber andererseits fehlt mir die Motivation, damit quasi neu 
anzufangen, ich habe so ziemlich alles davon vergessen.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Manfred P. schrieb:

> Leider ist keine Beschriftung vorhanden, das wird ein 68HC705B16
> Entwicklungsmuster sein.

Sehr schick. ☺

> Eigenbau-Programmierhardware verstaubt hier seit Jahren. Irgendwie
> schade, aber andererseits fehlt mir die Motivation, damit quasi neu
> anzufangen, ich habe so ziemlich alles davon vergessen.

Die Instruktionsliste, ist wie die Peripherie sehr übersichtlich.
Erwähnenswert ist die 8 bit x 8 bit Multiplikation.
Dafür kann der Stack nur den PC (program counter) bedienen.
Fast alles geht mit einem 68HC08, oder noch moderner, viel einfacher.

Für den B16/B32 habe ich hier zwei passende Monitorprogramme
für DOS/Win16. Falls du also "refreshen" willst... ☺
Der braucht an "spezieller" Hardware, eigentlich nur einen 5 Volt
MAX232 (bzw. kompatible) für die Kommunikation mit dem Hostmonitor
und die Erzeugung der Schaltspannung für den Testmodus.

von Torsten B. (butterbrotstern)


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> Einen gebrauchten 68705P3S hätte ich da. Worin genau der Unter-
> schied zwischen P5 und P3 besteht habe ich nicht herausgefunden.
Der P5 hat bei den Hardware Features einen Punkt mehr:
 - EPROM Security Features (Hardware and Software)
siehe Seite 7, 10 und 17:
bit b3 im MOR (Mask Option Register $784): SNM (Secure / Nonsecure Mode)

Wenn dieses Bit auf 0 programmiert ist, kann man den 
Bootstrap-Program-Modus nicht mehr nutzen.
Das oben genannte Bitsaver-PDF ist durchsuchbar.

Hier finde ich noch folgendes:
To enter the secure mode, bit 3 of the mask option register
must be programmed to a logic one and memory locations $782
and $783 must be programmed with $20 and $FE respective.

Ist das eine Security-Lücke?
20 FE bedeutet BRA Branch Always to ifself.
Damit soll verhindert werden, dass man vom User-Eprom in den 115 Bytes 
langen Bootloader (der in $785 beginnt) springt.

Der Unterschied zum P4: dieser hat ein Standby-RAM, das mit Pin 6 
versorgt wird:
> 4. The Vpp line (pin 6) in the MC68705P5 must be tied to
> VCC for normal operation. In the MC6805P2, pin 6 is
> the NUM pin and is grounded in normal operation.
> The MC6805P4 uses pin 6 for VSB which is normally tied
> to Vcc, as with the MC68705P5.
> 6. The MC6805P4 provides a standby RAM feature which
> is not available on the MC68705P5.
Beim 68705P2 ist das Pin6 NUM.
Mein genereller Wunsch an die Dokumentation: nicht nur die Features 
auflisten, sondern klar die Unterschiede zwischen ähnlichen Produkten 
herausstellen.

: Bearbeitet durch User
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