Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Ölfeuerungsautomat - präventiv Kondensatoren tauschen ?


von Carsten B. (carsten_schrauber)


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Moin,

Mir ist bei einer ca. 40 Jahre alten Bauheizung, die nur läuft, wenn ich 
anwesend bin, der Feuerungsautomat abgebrannt. Anscheinend ist ein 
Entstörkondensator ? hochgegangen, und hat sein Elektrolyt überall hin 
versprüht, das hat sich dann entzündet. Es stinkt unfassbar, und es kam 
bräunliche ölige Brühe raus (ich gehe davon aus, das das giftig ist, und 
behandle das entsprechend). Die Heizung läuft noch mit dem Teil, 
schaltet sich aber sehr schnell wieder aus. Irgendein Sensor wird also 
doch nicht mehr korrekt ausgewertet, es gab also Folgeschaden auf der 
Platine. Aufgrund der Brühe überall da drin hab ich jegliche 
Rettungsversuche unterlassen.

Nun konnte ich einen identischen Automaten besorgen, der sehr gut 
aussieht, und der auch noch funktionieren soll. Den wollte ich jetzt 
testen, und ihn dann einbauen.

Da ich nicht weiß, ob ich in XX Jahren das Problem mit den Kondensatoren 
wieder haben werde, und ob ich dann nochmal so einen in gutem Zustand 
finde, überlege ich, die Kondensatoren bei dem guten Teil vorab 
präventiv zu tauschen.

Sollte ich das machen ? Wenn ja, welche wären die Kandidaten, die man 
tauschen sollte ?

Danke !

Viele Grüße,

Carsten

von Rainer W. (rawi)


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Carsten B. schrieb:
> Wenn ja, welche wären die Kandidaten, die man tauschen sollte ?

Welcher hat bei deiner alten Steuerung denn den Geist aufgegeben?
Auf den Bildern kann man im entscheidenden Bereich fast nichts erkennen.

Die neue Steuerung ist schon deutlich anders aufgebaut. Vielleicht 
zeigst du einmal ein Photo, wo man die Beschriftung der Elkos lesen 
kann.
Und mach die Photos bei vernünftiger Beleuchtung, damit sie nicht so 
verrauscht sind.

von Michael B. (laberkopp)


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Carsten B. schrieb:
> welche wären die Kandidaten, die man tauschen sollte ?

Der 0,47uF gegen einen modernen X2 Kondensator.

Die stehend montierten Elektrolyten gegen moderne mit 105 GradC.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Rainer W. schrieb:
> Welcher hat bei deiner alten Steuerung denn den Geist aufgegeben?
> Auf den Bildern kann man im entscheidenden Bereich fast nichts erkennen.
Den Folienkondensator hats zerrissen. Auf den Bildern 130 und 131 gut zu 
erkennen.

Carsten B. schrieb:
> und es kam bräunliche ölige Brühe raus
Der "Qualm" ist hygroskopisch und zieht die Luftfeuchtigkeit an. Das ist 
dann auch der Grund, warum die Elektronik nicht mehr funktioniert.

> Sollte ich das machen ?
Nur, wenn du Erfahrung mit dem Tausch elektronischer Komponenten hast. 
Also: eher nein.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Michael B. schrieb:
> Der 0,47uF gegen einen modernen X2 Kondensator.

Besser sogar gleich einen für 275V~ oder 305V~ einsetzen. Mit den 240V~ 
die wir heute im Netz haben sind 250V~ schon recht knapp.
Das die Kondensatoren mit diesem transparenten Überzug hochgehen, ist 
schon fast normal.

von Carsten B. (carsten_schrauber)


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Moin,

Kritik akzeptiert, ich hab bessere Bilder gemacht. Anbei.

An dem alten Teil mach ich wohl besser nix mehr. Die Brühe ist überall, 
und bestimmt auch unter den Bauteilen. Und ich müsste vermutlich auch 
den Abschalt- Fehler nach dem Brand noch finden.

Bleibt - welche von der neuen Platine tauschen ?
- den großen grünen gegen… ?
- den silbrigen links daneben ? Der wäre mir ja aufgrund der Ähnlichkeit 
zum Sprengsatz auf der alten Platine schon sehr verdächtig
- die drei senkrechten ?

Bild 138-142 ist das alte Ding. Die anderen Bilder sind die vom neueren 
Automaten.
Danke !

Viele Grüße,

Carsten

: Bearbeitet durch User
von Achim H. (pluto25)


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Carsten B. schrieb:
> Bleibt - welche von der neuen Platine tauschen ?

Am Besten keinen. Die Alten leben 40Jahre, bei Neuen sind 10 schon 
Glück.

von Wastl (hartundweichware)


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Carsten B. schrieb:
> Kritik akzeptiert, ich hab bessere Bilder gemacht.

Dafür sind sie jetzt mega-gross.
Vermutlich ohne jegliche Komprimierung, aber auf jeden Fall viel
zu viele Pixel.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Achim H. schrieb:
> Die Alten leben 40Jahre, bei Neuen sind 10 schon Glück.
Das sieht man schon am "neuen" Kontaktsatz: der ist schon mehr 
heruntergerammelt als der Alte...

von Gerald B. (gerald_b)


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Damals war ROHS noch ein Fremdwort, da waren in den Kontaktnieten noch 
so gute Sachen, wie Cadmium enthalten, in Form von Silber-Cadmiumoxid 
:-)

von Carsten B. (carsten_schrauber)


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Lothar M. schrieb:
> Achim H. schrieb:
>> Die Alten leben 40Jahre, bei Neuen sind 10 schon Glück.
> Das sieht man schon am "neuen" Kontaktsatz: der ist schon mehr
> heruntergerammelt als der Alte...

Naja, der alte Automat ist seit 1992 nur gelaufen, wenn ich mal ne 
Stunde oder 2 in der Halle war. Betriebszeit also eher minimal. Der 
andere könnte einen größeren Teil dieser Zeit aktiv in einem 
Mehrparteienhaus geknechtet haben.

Beide Automaten dürften sich vom Baujahr her kaum unterscheiden, der 
alte ist ein Danfoss BHO11.1, der heile ein BHO 11.

Heißt, ich sollte dieses Bauteil auslöten und aufheben ?

Viele Grüße,

Carsten

: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Achim H. schrieb:
>> Bleibt - welche von der neuen Platine tauschen ?
> Am Besten keinen. Die Alten leben 40Jahre, bei Neuen sind 10 schon
> Glück.

Sehe ich ähnlich, aber wurde neulich eines Besseren belehrt: Ich hatte 
silberfarbene, axiale Rodederstein in der Schublade, gleich denen auf 
seinem Bild und vergleichbar alt. Einer konnte als Ersatz in ein älteres 
Gerät, drei andere mangels Kapazität in den Müll.

Wastl schrieb:
> Carsten B. schrieb:
>> Kritik akzeptiert, ich hab bessere Bilder gemacht.
> Dafür sind sie jetzt mega-gross.

Sinnvolle Datenmengen sind für Generation Blödphone unbekannt. 
Hauptsache, Flatrate und breitbandige Netzanbindung.

Carsten B. schrieb:
> Heißt, ich sollte dieses Bauteil auslöten und aufheben ?

Welches Bauteil? Egal, wenn schon, hebt man das komplette Gerät auf, so 
gigantisch groß ist es ja nicht.

von Mani W. (e-doc)


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Carsten B. schrieb:
> ca. 40 Jahre alten Bauheizung

Würde ich auf jeden Fall die Elkos tauschen...

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Manfred P. schrieb:
> Carsten B. schrieb:
>> Heißt, ich sollte dieses Bauteil auslöten und aufheben ?
> Welches Bauteil? Egal, wenn schon, hebt man das komplette Gerät auf
Vorher aber mit Alkohol (Isopronanol/Ethanol) anständig reinigen. Denn 
das schwarze Zeug ist nicht nur hygroskopisch, sondern es wird zusammen 
mit dem angezogenen Wasser gerne auch chemisch aktiv...

von Wastl (hartundweichware)


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Lothar M. schrieb:
> Kontaktsatz_alt.PNG

Auch hier gibt es mit einfachen Mitteln Verbesserungsmöglichkeiten
um dem geneigten Leser ein besseres Seh-Erlebnis zu geben.

von H. H. (hhinz)


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Carsten B. schrieb:
> Beide Automaten dürften sich vom Baujahr her kaum unterscheiden,

1975 vs 1980.

von Carsten B. (carsten_schrauber)


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Moin,

Zwischenstand- mit dem neueren unverbrannten Regler läuft sie wieder.

Also: welche Kondensatoren tauschen ?

Viele Grüße,

Carsten

von Gerald B. (gerald_b)


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Carsten B. schrieb:
> Also: welche Kondensatoren tauschen ?

Zu allererst den geplatzen X2, 470nF 275VAC und dann eventuell noch den 
Becherelko. 22µ 63V

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Die silbernen Elkos drücken gerne mal ihren Gummideckel aus dem Gehäuse. 
Also ruhig austauachen. Den 0,47µF haben wir ja mittlerweile oft genug 
genannt.

: Bearbeitet durch User
von Michael W. (miks)


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Und auf jeden Fall 105ºC-Elkos verwenden...

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Gerald B. schrieb:
> Carsten B. schrieb:
>> Also: welche Kondensatoren tauschen ?
> Zu allererst den geplatzen X2
Carsten B. will wissen, welchen Kondensator er vorsorglich auf der 
funktionierenden Steuerung tauschen soll.

Carsten B. schrieb:
> mit dem neueren unverbrannten Regler läuft sie wieder.
> Also: welche Kondensatoren tauschen ?
Keinen. Du kannst die Kondensatoren immer noch tauschen, wenn es 
tatsächlich nötig ist.

von Carsten B. (carsten_schrauber)


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Moin,

Naja nach der Erfahrung, das die alten Dinger jetzt nach nur fast 50 
Jahren schon hochbrennen und evtl. die Platine mitnehmen, muss ich mir 
überlegen, was ich mit der Heizung mache, wenn das wieder passiert. Ich 
kann nicht sicherstellen, das ich dann das Glück haben werde, noch so‘n 
Automaten zu bekommen. Zumal der, den ich jetzt habe, auch schon diese 
Lebenszeit hinter sich hat, und - siehe Schaltkontakte- auch eher mehr 
als weniger gelaufen sein dürfte.

Daher dachte ich halt, was tausch ich vorbeugend aus… Damit ich da mehr 
Sicherheit habe.

Danke !

Viele Grüße,

Carsten

: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


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Der Rest der Heizung wird auch nicht ewig halten.

von Carsten B. (carsten_schrauber)


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Moin,

Das wäre zu diskutieren. Philosophisch, was wäre „ewig“ ?

Real betrachtet: doch, wenn wir ewig als „noch 25 Jahre oder so“ 
definieren. Das reicht mir aus.

Der Rest ist Metall, und die folgenden Teile wird man noch sehr sehr 
lange bekommen, eben mindestens noch so lange, wie meine persönliche 
Restlaufzeit: eine kleine Ölpumpe, eine Rohrleitung, etwas Schlauch, nen 
Optosensor, nen Thermoschalter, einen Ventilator und eine Düse. Und ein 
Tank, der bei Durchrostung evtl. nachzubauen oder per Hartlot zu fixen 
wäre.

Das komplizierteste Teil in dieser Heizung ist der Automat. Der Rest ist 
vergleichsweise easy.

Also muss ich gucken, das ich den Automat am Laufen halte….

Viele Grüße,

Carsten

: Bearbeitet durch User
von Gerald B. (gerald_b)


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Carsten B. schrieb:
> Der Rest ist Metall...

Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist eine Badewannenkurve. Den steilen 
Abfall durch Frühausfälle, sowie den sanften Boden hast du hinter dir. 
Deine heizung ist wieder auf dem aufsteigenden Ast, allerdings im 
negativen Sinne. Es wird irgendwann alle naselang was anderes kommen.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Carsten B. schrieb:
> Also muss ich gucken, das ich den Automat am Laufen halte…
Aber das ist es ja: der läuft schon. Ich würde von dem Ding ein paar 
Fotos machen und mir dann Gedanken ums "am Laufen halten" machen, wenn 
er es nicht mehr tut.

Carsten B. schrieb:
> Daher dachte ich halt, was tausch ich vorbeugend aus…
> Damit ich da mehr Sicherheit habe.
Das ist, wie wenn du eine Versicherung auf diese Kondensatoren 
abschließt. Und wenns drauf ankommt, geht sowieso was anderes kaputt.

Mein Plan wäre also wie bereits gesagt: die defekte Steuerung ordentlich 
reinigen und als "Ersatzteillager" aufbewahren. Und die neue Steuerung 
unverändert ins Gerät und arbeiten lassen.

von Carsten B. (carsten_schrauber)


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Moin,

Ok. Ich mach die alte Steuerung mal sauber, tausch den Brandkondi, und 
gucke ob sie läuft… wenn ja, Reservebank, sonst schaue ich mal, ob ich 
rausgemessen kriege, was sie hat. Vielleicht kann man das gut sehen.

Viele Grüße,

Carsten

von Carsten B. (carsten_schrauber)


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Moin,

Ich konnte sie jetzt reinigen und dabei den explodierten Kondensator 
ausbauen. Puh, so en detail, dem hat es fett zerhauen.

Leider ist ein weiteres Bauteil mit kaputt gegangen. Ich halte es für 
einen Widerstand. Leider keine Ringe bis auf silber ganz rechts wirklich 
erkennbar.

Auf dem neueren Automaten ist der Widerstand an derselben Stelle auch 
da. Ringe sind gelb, lila, schwarz, silber.

Ich besorg den jetzt mal neu, und löte den ein, mal gucken, ob er dann 
wieder tut.

Viele Grüße,

Carsten

P.S. - leider hat mein iPad beim Hochladen das Bild mehrfach genommen- 
ich weiß nicht, wie ich das editieren kann. Sorry.

: Bearbeitet durch User
von Martin L. (makersting)


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Genau so ist es richtig.

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