Forum: PC Hard- und Software Starlink Dish über PoE Injektor


von Rene K. (xdraconix)


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Da es bei uns extrem mau mit Internet aussieht, wir ausschließlich 
16MBit DSL, keinerlei Mobilfunk Abdeckung und der Glasfaserausbau auf 
unbestimmte Zeit verschoben wurde (Die Leerrohre liegen schon seit 2 
Jahren im Boden -.-) haben wir uns entschlossen Starlink eine Chance zu 
geben.

Seit zwei Tagen haben wir es nun aktiv. Was soll ich sagen: Grandios! 
Mitten im tiefsten Wald, in einer Schlucht vor einer Talspeere bei Nebel 
- es funktioniert absolut tadellos mit immer umme 300Mbit.

Nun brauche ich das ganze Router Geraffel von Starlink nicht. Der Dish 
(die Antenne) steht auf dem Dach - davon geht ein Netzwerkkabel zum 
Starlink-Router welcher auf Bypass Mode steht, davon geht ein Kabel in 
meinen Server (OPNsense über Proxmox), der DSL Anschluss läuft aktuell 
noch über FailOver als zweites Gateway.

Meine Frage: So wie ich das verstehe funktioniert der Starlink-Router 
aktuell, da im Bypass Modus, momentan als PoE Injektor für die Antenne. 
Die Antenne zieht ca. 30W - kann aber wohl, wenn man das 
Schneeschmelzprogramm startet, bis zu 100W ziehen. Da ich absolut keinen 
Plan von PoE habe:

- Kann man die Antenne einfach über einen PoE Injektor betreiben?
- Kann dieser PoE Injektor meinem Netzwerk welches nicht auf PoE 
ausgelegt ist, gefährlich werden (Switch, Server)?
- Welches PoE Modul kann man da nehmen?

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Rene K. schrieb:
> - Kann dieser PoE Injektor meinem Netzwerk welches nicht auf PoE
> ausgelegt ist, gefährlich werden (Switch, Server)?

Ja das kann es. Daher gibt es auch dafür PoE-Splitter um dahinter ein 
PoE-freies Unternetz zu betreiben.

: Bearbeitet durch User
von Ob S. (Firma: 1984now) (observer)


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Rene K. schrieb:

> Nun brauche ich das ganze Router Geraffel von Starlink nicht.

Hast du ja auch nicht mehr, weil...

> Starlink-Router welcher auf Bypass Mode steht

... das damit kein Router mehr ist, sondern nur noch ein "Modem".

> Meine Frage: So wie ich das verstehe funktioniert der Starlink-Router
> aktuell, da im Bypass Modus, momentan als PoE Injektor für die Antenne.

Auch. Macht aber noch einiges mehr. Inbesondere auch die 
Authentifizierung gegenüber dem Netz des Providers.

> - Kann man die Antenne einfach über einen PoE Injektor betreiben?

Nein.

von Rene K. (xdraconix)


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Nein, das ist bei Starlink anders. Die Authentifizierung läuft nicht 
über den Router sondern über die Antenne selbst. Das "Modem" steckt 
quasi nicht im Router sondern direkt in der Antenne, sowie auch die Auth 
für Starlink. (Die ID der Antenne wird mit dem Konto verknüpft - es gibt 
keine "Anmeldedaten").

Der Router ist wirklich nur Router.

von Gerd E. (robberknight)


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Rene K. schrieb:
> - Kann dieser PoE Injektor meinem Netzwerk welches nicht auf PoE
> ausgelegt ist, gefährlich werden (Switch, Server)?

Es gibt 2 Arten von PoE: richtig und pfusch

Das richtige PoE handelt über ein standardisiertes Protokoll die 
Anforderungen aus und schaltet erst dann die (passende) Spannung frei. 
Das Pfusch-PoE, manchmal auch beschönigend "passiv" genannt, liefert 
immer Spannung.

Das Pfusch-PoE kann Ärger machen. Vor allem beim Einstecken, Ausstecken 
oder wenn der Kontakt nicht 100% sauber ist (z.B. Kondenswasser an der 
Antenne käme mir da in den Sinn). Wenn also jemand kommt und sagt "bei 
mir macht das seit Jahren keine Probleme" dann heißt das nicht viel.

Das richtige PoE ist sauber entwickelt und macht Deinem Switch und 
Server nix.

> - Welches PoE Modul kann man da nehmen?

Für einen einzelnen Port wie bei Dir würde ich diesen Injektor 
empfehlen:
https://www.raspberrypi.com/products/poe-plus-injector/

Du musst aber schauen ob der genug Leistung für Deine Antenne bringen 
kann.

Ich habe aber mit Starlink keine Erfahrung, nur mit PoE allgemein.

: Bearbeitet durch User
von Nevs (noname_user)


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https://en.wikipedia.org/wiki/Power_over_Ethernet
https://www.elektronik-kompendium.de/sites/net/0807021.htm

Rene K. schrieb:
> So wie ich das verstehe funktioniert der Starlink-Router
> aktuell, da im Bypass Modus, momentan als PoE Injektor für die Antenne.
> Die Antenne zieht ca. 30W - .....

Also versorgt der Router die aktive Technik in der Antenne (Schüssel), 
egal in welchem Modus der läuft, und warum willst du das ändern, so wie 
es läuft passt doch alles? Gibt es zu dem Gerät keine techn. 
Beschreibung wo das drin steht wie die PoE ausgelegt ist, aber weil du 
das ja schon sagtest mit den max. 100 W wird das wohl nur einfach 
erklärt sein, ohne Normen? Die beiden Links da oben sind halt schon 
umfangreiche Themen. Einfach einen Injektor reinschleifen wird wohl 
nicht ganz passen, wenn es über den Router ein zusätzl. PowerManagement 
gibt.

Bei euch geht nur max. 16 MBit und mehr nicht, und das über Telekom, 
haben die euch vergessen im Ausbau die letzten Jahre?

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Nevs schrieb:
> und das über Telekom, haben die euch vergessen im Ausbau die letzten Jahre?

Tja, und hier gehst Du davon aus die Telekom wäre weiterhin verpflichtet 
für die Grundversorgung mit Telefon und Internet. Das wäre immer so, 
wenn ein anderer Anbieter nicht dazu bereit wäre.

Also, erst mal recherchieren, wer hier von der BNetzA den Ausbau machen 
sollte und dann den nennen, der es nicht macht. Nicht immer den gleichen 
Anbieter zur Buhperson machen. ;-)

von Heinz R. (heijz)


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Gerd E. schrieb:
> Das richtige PoE ist sauber entwickelt und macht Deinem Switch und
> Server nix.

naja, wir hatten mal massivst Probleme mit Olimex POE ESP32 - das 
"richtige" POE braucht eine Mindestlast - die dann ggfs in Widerständen 
verheizt werden muss

So toll ist das richtige POE auch nicht

von Manfred P. (pruckelfred)


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Heinz R. schrieb:
> das
> "richtige" POE braucht eine Mindestlast - die dann ggfs in Widerständen
> verheizt werden muss

Du hast PoE nicht verstanden, wie auch viele andere Dinge nicht. Es gibt 
keinen Grund, bei IEEE 802.3a* eine Mindestlast zu fordern. Zwingend ist 
die Anforderung per Daten, ohne gibt das keine Speisung.

Er wird wohl keinen Switch mit PoE gemäß IEEE 802.3a_irgendwas finden, 
der die im Winter notwendigen 100 Watt liefern kann.

Vor allem weiß niemand, was die Starlink-Antenne macht. Da sie nur im 
Paket verkauft wird, gibt es keinen Grund, irgendwelche Standards zu 
implementieren.

Heinz R. schrieb:
> So toll ist das richtige POE auch nicht.

Es funktioniert, aber ist nichts für Elektroniker auf 
Kindergartenniveau.

von Wolf17 (wolf17)


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Dieter D. schrieb:
> Rene K. schrieb:
>> - Kann dieser PoE Injektor meinem Netzwerk welches nicht auf PoE
>> ausgelegt ist, gefährlich werden (Switch, Server)?
> Ja das kann es.
Wie soll eine PoE Einspeisung nach IEEE802.3 einem Netzwerkgerät 
gefährlich werden?
Ethernet hat überall Eingangsübertrager, die <60V werden bei PoE 
symmetrisch eingespeist und stören dort nicht, die Isolationsspannung 
ist viel höher.

von Nevs (noname_user)


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Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234) 22.12.2025 22:43
Du gehst einem mit deinem Bullshit nur auf die Nerven, schau dir deine 
Bewertungen im 1. Beitrag von dir an.
Das von mir war eine Frage und keine Feststellung, falls du das nicht 
kapierst! In der Frage kam es nicht auf den NB an, wenn dir langweilig 
ist such dir jemand anderen zum Ko-Kommentieren!

Beitrag #7983720 wurde vom Autor gelöscht.
von Heinz R. (heijz)


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Manfred P. schrieb:
> Du hast PoE nicht verstanden, wie auch viele andere Dinge nicht. Es gibt
> keinen Grund, bei IEEE 802.3a* eine Mindestlast zu fordern. Zwingend ist
> die Anforderung per Daten, ohne gibt das keine Speisung.

schau mal hier; das mit den 300ms

Beitrag "Ollimex ESP32-POE - zu heiß im POE-Betrieb"

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Wolf17 schrieb:
> Wie soll eine PoE Einspeisung nach IEEE802.3 einem Netzwerkgerät
> gefährlich werden?

Auf der Netzwerkkarte sitzt ein Transformator, der nur Wechselstrom 
überträgt. Gleichströme werden geblockt.

Es gibt Geräte, die die 60V nicht sehr lange am blockenden Kondensator 
oder den Ableitwiderständen verkraften, oder die nichtlinearen Verläufe 
von Kerkos stören (Kapazitätsabnahme) bereits die Übertragung. Zumindest 
hat PoE vor kurzem den USB-C zu LAN Adapter eines Admins gekillt.

Wenn alle Geräte am LAN nicht bekannt sind, liegt man mit dem "Ja" auf 
der sicheren Seite.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Daher sollte der TO nach PoE gemäß 802.3af, also mit dem Resistive Power 
Discovery Verfahren schauen.

von Harald A. (embedded)


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Vier Dinge kann ich aus eigener Erfahrung beisteuern:
1. Den WiFi-Umsetzer (Router) braucht man nicht - wie auch schon 
teilweise gesagt wurde. Es funktioniert mit der Antenne direkt.

2. POE: Einen für Starlink passenden Einspeiseadapter kaufen. Achtung, 
es gibt je nach Modell und Generation verschiedene Leistungsbedarfe. 
Netzteil tatsächlich nach Nennbedarf auslegen, bitte nicht meinen oder 
schätzen. Ratschläge bzgl. POE-Normen sind nicht hilfreich, es ist 
schlicht nicht konform. Einfach einen GEEIGNETEN kaufen (Yaosheng ist 
empfehlenswert, hochwertig)

3. Das Originalkabel verwenden oder eines, das speziell für Starlink 
hergestellt wurde. Die Adern im Original sind schon vergleichsweise 
massiv ausgelegt, Stecker sind ebenfalls gefordert.

4. Die Heizung wird nicht (oder nicht nur) über die Temperatur 
gesteuert. Wir haben die Beobachtung mit einer Starlink-Mobilversion 
gemacht, dass die Heizung immer dann angesteuert wird, wenn der Empfang 
schlechter wird (z.B. Fahrzeug fährt in eine Halle oder Abschattung 
durch Bäume). Offensichtlich geht man nicht nur von Schnee und Eis aus 
sondern auch von Betauung (wofür es keinen Sensor gibt).

: Bearbeitet durch User
von Rene K. (xdraconix)


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Harald A. schrieb:
> Vier Dinge kann ich aus eigener Erfahrung beisteuern:...

Vielen Dank für dein Post, die erste wirklich nützliche und 
weiterführende Info hier im Thread.

Das Originalkabel wird ohnehin verwendet. Qualitativ empfinde ich das 
auch als sehr hochwertig, auch die Feuchte- / Staubgummierung am 
Anschluss hat ja seine Daseinsberechtigung.

Harald A. schrieb:
> Achtung,
> es gibt je nach Modell und Generation verschiedene Leistungsbedarfe.

Ich habe den Gen3 V4 - der ist überall mit Maximal 100W angegeben.

Harald A. schrieb:
> Die Heizung wird nicht (oder nicht nur) über die Temperatur
> gesteuert.

Das ist wirklich interessant zu wissen, ich dachte immer ich muss den 
Dish manuell in den Abtaumodus bringen (über die App).

Ich werde mir den Yaosheng mal ansehen.

von Harald A. (embedded)


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Und bemesse das Netzteil in deinem Fall dann ruhig mit 150W 
Nennleistung, denn selbst höherwertigere Netzteile wie Meanwell sollten 
meiner Meinung nach nicht längerfristig an ihrer Leistungsgrenze 
betrieben werden.
Bei Amazon gibt es einige Sets mit Einspeiseadapter und Netzteil. Gerade 
in Sachen Netzteil sind diese Sets oft nicht gut weil sie minderwertige 
oder grenzwertig dimensionierte Netzteile enthalten.
Besser getrennt kaufen.

BTW: Ist übrigens wirklich eine Schande, dass Starlink das Kästlein nur 
mit WiFi ausgestattet hat, eine zusätzliche RJ45 hätte nicht die Welt 
gekostet. Durch diesen Umstand müssen viele User zusätzlich investieren 
und basteln. Ist ja auch nicht so, dass Starlink dadurch zusätzlichen 
Umsatz hätte, die bieten das (für die Consumerversion) garnicht an.

: Bearbeitet durch User
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