Mit dem Ende des Jahres naht das Ende der Lebensdauer von Windows CE 7. Der Aktienkurs von ARM fällt, während Softwareupdates das Leben des Embedded-Entwicklers erleichtern. Was es sonst Neues gibt, verraten wir wie immer hier.
STMicroelectonics ST67W611M1 – P-Version mit Antenna Diversity
STMicroelectronics ist auf seine in Zusammenarbeit mit Qualcomm gefertigten Funkmodule durchaus stolz, ermöglichen diese doch einen Angriff auf Espressif. Nun wurde - mit vergleichsweise wenig Tamtam - eine neue Variante des Funkmoduls angekündigt, die dank RX Diversity in schwierigen Betriebsumgebungen bessere Ergebnisse erzielen soll.
In der als Bildquelle angegebenen URL finden sich dann auch die folgenden Informationen, die die „Fähigkeiten und Besonderheiten“ der neuen Variante en Detail beschreiben:
GigaDevice GD32VW553-UNIFI – ESP32-artiges Modul mit GigaDevice
Um GigaDevice und die sanktionssicheren Mikrocontroller aus demselben Hause wurde es seit der Eröffnung des Büros in San Francisco ruhig – man hörte so gut wie gar nichts mehr. Nur ist allerdings - rechtzeitig vor Weihnachten - auf AliExpress eine Verkaufsseite aufgetaucht, die ein ESP32-artiges Modul auf Basis von GigaDevices an sich bekanntem Funk-Mikrocontroller zur Verfügung stellt.
Wer auf dieser Seite nach unten scrollt, findet einen Teil eines offiziellen GigaDevice-Datenblatts. Insbesondere für größere Bestellungen interessant ist die hier gezeigte SKU-Liste, die auf das Verfügbar-sein von Versionen mit per Steckverbinder anschließbarer Antenne hinweist.
Im Bereich der Entwicklungswerkzeuge setzt GigaDevice nach wie vor vollständig auf Segger. Informationen zum Evaluationsboard, das allerdings eine etwas andere Darbietungsform des Moduls anbietet, finden sich unter der URL https://kb.segger.com/GigaDevice_GD32VW553K-START.
Arduino App Lab 0.3.2. mit Fehlerbereinigungen und besserem Dependency Management
Wer eine blockbasierte Entwicklungsumgebung anbietet, möchte die Einstiegshürden so gering wie möglich gestalten - aus der Logik folgt, dass Fehler diesem Begehr kontraproduktiv sind.
Die im Rahmen der Ankündigung des Arduino Uno Q lancierte App Lab-Arbeitsumgebung bekam nun ein Update spendiert, das neben diversen Fehlerbereinigung neue Worked Examples zur Verfügung stellt.
Hervorzuheben ist außerdem, dass App Lab fehlende Sketch-Bibliotheken erkennt, und diese nach Möglichkeit sowohl nachlädt als auch parametriert. In einigen der ML-Modell-Blöcken gibt es fortan die Möglichkeit, verschiedene Modellvarianten zur Erledigung der Gefechtsaufgabe heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Änderungen finden sich - wie immer - in der als Bildquelle genannten URL.
Windows 11 für Radxa Dragon Q6A mit I2C-, SPI- und GPIO-Unterstützung
Microsoft bot einst eine Windows 10-Version für den IoT-Einsatz an, um diese kurze Zeit danach wieder abzukündigen. Für .net-Entwickler war dies eine unerfreuliche Fortsetzung eines bekannten Trends - wer die .net-eigenen APIs zum Hardwarezugriff verwendet hatte, stand „abermals“ wie der berühmte Ochse vor dem Scheunentor.
Im Radxa-Forum fand sich vor einigen Tagen eine Ankündigung, die auf die Verfügbarkeit eines offiziellen Windows-Images für den Prozessrechner hinwies.
Wirklich interessant wurde diese Meldung indes erst durch das gestrige Aufscheinen der in der zweiten Abbildung gezeigten „Statusmeldung“. Ein Radxa-Mitarbeiter informiert die P. T. Entwicklerschaft darüber, dass der Hardwarezugriff aus verschiedensten .net-Umgebungen vom vorliegenden Image unterstützt wird.
Zu beachten ist, dass diese Ankündigung erhebliches Interesse am Prozessrechner ausgelöst hat - eine „direkte“ Suche per AliExpress liefert vom Wohnort des Autors (Ungarn) nur Reseller, die Aufschläge von bis zu € 60 verrechnen. Unter der URL https://www.aliexpress.com/item/1005010224206962.html findet sich der offizielle AliExpress-Shop, in dem die 8 GB-Variante derzeit mit Versand rund € 110 kostet.
STMicroelectronics: Aktualisierungen von Cube und dem Visual Studio Code-Plugin.
Im Hause STMicroelectronics gibt es Aktualisierungen im Bereich der Entwicklungswerkzeuge. Erstens findet sich unter der URL https://community.st.com/t5/developer-news/new-updates-of-stm32cube-embedded-software/ba-p/864041 eine neue Version von Cube, die Fehlerbehebungen und Sicherheitsverbesserungen mitbringt - eine Aktualisierung ist für Nutzer von STM32-Technologien auf jeden Fall empfehlenswert.
BMW DE102024115950 - mit Gebrauchsmusterrecht gegen Schrauber
Der Kampf zwischen Schrauben und den Anbietern von Schraubenziehern ist alt: In der Praxis gilt, dass für die meisten „schwer zu öffnenden“ Schrauben über kurz oder lang ein Bit erscheint, dass diese „knackt“.
Im Hause BMW möchte man dieses Problem nun insofern von der Rückseite angehen, als man eine auch über Gebrauchsmuster und Geschmacksmuster schützbare Schraube entwickelt. Die „Essenz der Konferenz“ erschließt sich dann einen Blick auf das Bild - unter der Bildquelle findet sich die vollständige Patentschrift, die zum Zeitpunkt der Abfassung dieser News-Meldung auf Google Patents und Co. noch nicht zu finden ist.
Windows CE ist - unter anderem als Kernbetriebssystem des PocketPC - unvergessen. Leider gilt, dass alles schöne irgendwann ein Ende hat - Arrow informiert wie in der Abbildung gezeigt nun darüber, dass Windows CE 7 langsam aber sicher das Ende der Supportlebensdauer erreicht. Wer weitere Informationen zur Thematik braucht, soll das unter der Bildquelle angegebene Video konsultieren.
NVIDIA: Experimente mit „hauseigenem“ sicherem Linux-Kernel.
Kritische Infrastruktur bzw. die damit einhergehenden Zertifikationsanforderungen und schnelle Aktualisierungen passen so gut zusammen wie Gewefze und weihnachtliche Ruhe.
Mit Projekten wie dem Civil Infrastructure Project versucht die Linux-Community seit längerer Zeit, diesem Trend „entgegenzuwirken“. NVIDIA wirft nun ebenfalls eine Karte auf den Spieltisch. Phoronix berichtet unter der URL https://www.phoronix.com/news/NVIDIA-ASIL-B-Linux-Kernel folgendermaßen, und bietet ebenda auch ein PDF des Vortrags und ein Video der Präsentation des NVIDIA-Mitarbeiters an:
1
"Unlike the typical path chosen for attempting to use Linux in safety applications, the approach developed by NVIDIA strives to avoid placing any burden on upstream maintainers and developers.
2
3
Upstream maintainers should not have to become safety experts, nor the linux kernel should become encumbered by verbose descriptions of what the code does, for it to achieve safety.
In eigener Sache: Alles Gute für die Festtage.
Der Newsautor bedankt sich für ein weiteres ereignisreiches Jahr bei der Leserschaft: Danke für die Aufmerksamkeit, die Kommentare und die manchmal kontroversiell geführten Diskussionen. Es war mir eine große Ehre, die ucnet-Gemeinde auch dieses Jahr zu begleiten.
Wie immer wünsche ich allen gute Gesundheit. Allen die feiern, wünsche ich eine gelungene Party, keine Missgeschicke beim Getränkemixen und keine Probleme mit dem Zigarrenabbrand. All jenen, die Ruhe wünschen, wünsche ich Stille und eine stressfreie Zeit zur Regeneration. All jenen, die unter weihnachtlichem Gewefze leiden, wünsche ich eine kalte Hand, Kraft und Zähigkeit.
Die BMW-Schraube wird wohl ein einträgliches Geschäft.
Wenn man passendes Werkzeug unterm Ladentisch für den 10-fachen Preis
verkauft.
Dennoch, als Markenzeichen eine witzige Idee.
Die Idee hinter der BMW-Markenschraube erinnert mich den "Schutz" des
Nintendo Gameboy: Der Boy prüft beim Start ob auf der Kassette
gespeicherte Nintendo Logo pixelrichtig ist, wenn nicht lief die
Kassette nicht. Dadurch war jede lauffähige Kassette ohne Nintendo
Lizenz automatisch eine Markenrechtsverletzung und konnte verklagt
werden.
Andreas R. schrieb:> Der Boy prüft beim Start ob auf der Kassette> gespeicherte Nintendo Logo pixelrichtig ist, wenn nicht lief die> Kassette nicht.
Das hör ich ja zum ersten mal.
Der Proz und die Konsole hatte keinen eigenen Speicher (nur ein bissel
RAM), die Software lief rein aus der Cartridge, und es gab garantiert
unlizensierte Selbstbaucartridges die anstandslos liefen, z.B. mit
Oszilloskop drin.
Die Schraube ist ein Witz, ALiexpress hat da schneller Bits für als die
Autos beim Schrotti landen.
Zudem sollten da Bastelbits mit zwei Pins passen.
Jens M. schrieb:> Andreas R. schrieb:>> Der Boy prüft beim Start ob auf der Kassette>> gespeicherte Nintendo Logo pixelrichtig ist, wenn nicht lief die>> Kassette nicht.>> Das hör ich ja zum ersten mal.> Der Proz und die Konsole hatte keinen eigenen Speicher (nur ein bissel> RAM), die Software lief rein aus der Cartridge, und es gab garantiert> unlizensierte Selbstbaucartridges die anstandslos liefen, z.B. mit> Oszilloskop drin.
Das ist aber schon breiter bekannt (was natürlich nicht heißt, dass
jeder dies kennt ;-), aber auch Möglichkeiten, dies zu umgehen:
https://www.reddit.com/r/todayilearned/comments/1115j5y/til_that_the_game_boys_antipiracy_protection_is/?tl=de
Ah Moment, du meinst den Gameboy Color, nicht den Gameboy.
Das mag sein, aber das sind zwei verschiedene Geräte...
Allerdings bin ich für Reddit zu doof, Links auf Quellen zu finden, aber
ich sehe den Begriff GBC und das sagt mir das es der Color sein wird.
> Ah Moment, du meinst den Gameboy Color, nicht den Gameboy.
Nein, das war auch bei dem ersten Gameboy so. Und wenn man das ignoriert
hat gab es einen dicken Brief von Nintendos Anwaelten. .-)
Vanye
Abdul K. schrieb:> Der 1. April ist aber noch hin...
Och du, der Firma, die ein Abo für die Sitzheizung verkaufen will tru
ich das zu.
VW hat auch Sonderschrauben und macht ein Abo auf die Motorleistung.
In der Hinsicht also: Frei Bahn für Reiche und uns: Willkommen in der
Zukunft.
Ich glaub nicht, dass die Schraube dafür entwickelt wurde, den
entsprechenden Schraubendreher zu verhindern - der wird sowieso kommen,
sondern eher um Ersatzteile vom Markt nehmen zu können, die diese
Schraube unrechtmäßig verwenden, um original zu wirken.
Benedikt M. schrieb:> sondern eher um Ersatzteile vom Markt nehmen zu können, die diese> Schraube unrechtmäßig verwenden, um original zu wirken.
Ich vermute eher, dass das aus rein ästethischen Gründen gemacht wurde.
Irgendwo im Innenbereich an exponierter Stelle.*) Ansonsten ist der Kopf
kein echter Fortschritt. Und wenn irgendein Blechwinkel im Motorraum
unter der 15. Lage von Plastikgedöns original BMW oder DIN ist, ist
völlig belanglos. Notfalls nehm ich halt die alte Schraube wieder her.
*) Dumm nur, dass dann beim Festziehen nicht mehr das Drehmoment
entscheidend ist, sondern dass der Propeller richtig steht. Also bis zu
1/2 Umdrehung mehr. "Nach fest kommt ab".
Nick schrieb:> Ich vermute eher, dass das aus rein ästethischen Gründen gemacht wurde.
Eher um Garantien ablehnen zu können und um Fremdwerkstätten das Leben
zu erschweren.
Auch an das China Werkzeug mag ich nicht recht glauben wollen. Ich sach
nur Pleuelschraube, Zylinderkopfschraube oder Achsen. Erhebliche
Drehmomente! Und gerade für viel Drehmoment scheint mir die Kopfform
Suboptimal. Wenn das Werkzeug nicht 100% darauf angepasst ist, ist fix
das Werkzeug kaputt und die Schraube verhunzt. Garantie weg.
Arduino F. schrieb:> Nick schrieb:>> Ich vermute eher, dass das aus rein ästethischen Gründen gemacht wurde.>> Eher um Garantien ablehnen zu können und um Fremdwerkstätten das Leben> zu erschweren.
So ähnlich ist es auch in Patenschrift beschrieben:
"....Nachteilig ist hierbei, dass derartige
Antriebsstrukturen derart häufig auftreten, dass mit
entsprechenden Schrauben erzeugte Schraubver-
bindung durch Personen auf einfache Weise gelöst
oder festgezogen werden können. Es gibt jedoch
Anwendungsfälle von Schraubverbindungen, bei
welchen es nur einer eingeschränkten Personen-
gruppe ermöglicht werden soll, die Schraubverbin-
dung zu manipulieren bzw. eine Schraubverbindung
zu lösen oder herzustellen."
https://register.dpma.de/DPMAregister/pat/PatSchrifteneinsicht?docId=DE102024115950A1&page=2&lang=de&reqToken=WLLgzGSz836aOm0IAEJICXg7FFpTAkKmLZpW4c2RfgN_YozQQtbR9rkB-C5vq5j2
Ob der Link so aufrufbar ist, einfach testen.
Ohne den Token geht es bei mir nicht.
Ansonsten hier das Dokument aufrufen und dort auf Seite 2, 0002:
https://register.dpma.de/DPMAregister/pat/register?AKZ=1020241159502> Auch an das China Werkzeug mag ich nicht recht glauben wollen. Ich sach> nur Pleuelschraube, Zylinderkopfschraube oder Achsen. Erhebliche> Drehmomente! Und gerade für viel Drehmoment scheint mir die Kopfform> Suboptimal. Wenn das Werkzeug nicht 100% darauf angepasst ist, ist fix> das Werkzeug kaputt und die Schraube verhunzt.
Im langen Textteil sind überwiegend "andere" Dinge benannt, die damit zu
befestigen sind.
Mittelkonsole, Armaturenbrett, Sitze, usw.
Die Zeichnung ist auch nur "beispielhaft", die Schriftform lässt jede
Menge Gestaltungsspielraum.
Prinzipiell ist hier mehr Drehmomentübertragung als bei Inbus, Torx,
etc. möglich, und da gibt es sehr gute Ware aus China...
> Garantie weg.
Im Fall des Falles immer eine Einzelfallentscheidung.
Ralf X. schrieb:> Prinzipiell ist hier mehr Drehmomentübertragung als bei Inbus, Torx,> etc. möglich,
Ja, ganz bestimmt so! Das Ding ist ungefähr so wirkungsvoll wie eine
Schlitzschraube. Hat genau die gleich große Wirkfläche.
Da ist eine Torx ja ganz was Schlechtes dagegen.
Haben sie das Werkzeug dazu auch geschützt? Ich les das Gebrauchsmuster
(KEIN Patent!) nicht durch. Aber wenn das Werkzeug da drin fehlt ist es
eben nur für die Schraube. So wertvoll wie das Gebrauchsmuster für die
Flasche von 4711.
Nick schrieb:> Ralf X. schrieb:>> Prinzipiell ist hier mehr Drehmomentübertragung als bei Inbus, Torx,>> etc. möglich,>> Ja, ganz bestimmt so! Das Ding ist ungefähr so wirkungsvoll wie eine> Schlitzschraube. Hat genau die gleich große Wirkfläche.
Mit der Wirkfläche hast Du recht.
> Da ist eine Torx ja ganz was Schlechtes dagegen.
Blödsinn.
> Haben sie das Werkzeug dazu auch geschützt? Ich les das Gebrauchsmuster> (KEIN Patent!) nicht durch. Aber wenn das Werkzeug da drin fehlt ist es> eben nur für die Schraube. So wertvoll wie das Gebrauchsmuster für die> Flasche von 4711.
Das hier genannte Patent (lt. DPMA) ist am 07.06.2024 eingereicht
worden und am 11.12.2025 offengelegt.
Fertig ist das Verfahren damit nicht.
Und ob ein passendes Werkzeug eingereicht ist und welchen
Verfahrensstand das unterliegt versuche bitte selber herauszufinden.
Ralf X. schrieb:> Das hier genannte Patent (lt. DPMA) ist am 07.06.2024 eingereicht
Ich hab mich da auf die Überschrift verlassen:
"BMW DE102024115950 - mit Gebrauchsmusterrecht gegen Schrauber"
Das ist tatsächlich ein Patent. Ich seh aber keine Erfindungstiefe. Das
taugt nur für ein Gebrauchsmuster.
Ralf X. schrieb:>> Da ist eine Torx ja ganz was Schlechtes dagegen.>> Blödsinn.
Hast Du richtig erkannt. Vom übertragbaren Drehmoment her ist die
Schraube Blödsinn. Noch blöder sind die Varianten mit der kegelförmigen
Vertiefung. Von Festigkeitslehre her ein absolutes Versagen. Genauso wie
die Variante mit dem erhabenen Profil. Je größer das Drehmoment, umso
kleiner die Kontaktfläche.
Als Zierschraube find ich sie dennoch immer noch witzig.
Nick schrieb:> Ralf X. schrieb:>> Das hier genannte Patent (lt. DPMA) ist am 07.06.2024 eingereicht>> Ich hab mich da auf die Überschrift verlassen:> "BMW DE102024115950 - mit Gebrauchsmusterrecht gegen Schrauber"> Das ist tatsächlich ein Patent. Ich seh aber keine Erfindungstiefe. Das> taugt nur für ein Gebrauchsmuster.
Das sehe ich ebenso, bzw. in dem auch nicht kpl. gelesenen Umfang nicht
mal das.
Da gab es doch auch schon mal die runden Ecken vom Apfel..
> Ralf X. schrieb:>>> Da ist eine Torx ja ganz was Schlechtes dagegen.>>>> Blödsinn.>> Hast Du richtig erkannt. Vom übertragbaren Drehmoment her ist die> Schraube Blödsinn. Noch blöder sind die Varianten mit der kegelförmigen> Vertiefung. Von Festigkeitslehre her ein absolutes Versagen. Genauso wie> die Variante mit dem erhabenen Profil. Je größer das Drehmoment, umso> kleiner die Kontaktfläche.
Ich glaube nicht, dass Du bei Festigkeitslehre mitreden solltest.
Ralf X. schrieb:> Ich glaube nicht, dass Du bei Festigkeitslehre mitreden solltest.
Glauben heißt nicht wissen.
Aber sicherlich kannst Du darlegen, wie durch das BMW-Profil die
Flächenpressung reduziert wird. Insbesondere im Vergleich zum Torx, oder
noch besser zum Torx+
Nick schrieb:> Ralf X. schrieb:>> Ich glaube nicht, dass Du bei Festigkeitslehre mitreden solltest.>> Glauben heißt nicht wissen.> Aber sicherlich kannst Du darlegen, wie durch das BMW-Profil die> Flächenpressung reduziert wird. Insbesondere im Vergleich zum Torx, oder> noch besser zum Torx+
Was interessiert da die Flächenpressung, solange es um übertragbares
Drehmoment geht, was Dir ja so wichtig erscheint?
Insb. solltest Du auch auf die jeweilige beabsichtigte Verwendung
achten, was in dem jeweiligen Produkt steckt.
Bei jedem Vielzahn ist es von Vorteil, dass leicht eine Verbindung bei
Winkelunterschieden herzustellen ist, wenn die Verzahnungstiefe gering
ist, möglichts noch mit konischer Hilfe.
Von Schlitz oder Kreuz sollten wir gar nicht anfangen, aber wer damit
(Inbus, Torx) wirklich arbeitet, wird es kennen, dass ein Bit in einem
Schraubenkopf durchdreht oder kurz davor ist, wenn er das passende
Gefühl hat.
Glaubst Du, dass es so ein Geschehen bei einem Vierkant gibt?
Und nein, zu einer Material- und Festigskeitslehre fühle ich mich nicht
berufen.
Ralf X. schrieb:> Und nein, zu einer Material- und Festigskeitslehre fühle ich mich nicht> berufen.
Das kann ich dir sogar bestätigen!
Ralf X. schrieb:> Was interessiert da die Flächenpressung, solange es um übertragbares> Drehmoment geht, was Dir ja so wichtig erscheint?
M = F * a
Drehmoment = Kraft * Abstand (vom Drehpunkt).
Je näher man am Drehpunkt ist, um so größer wird die benötigte Kraft um
ein gegebenes Moment übertragen zu können. Einfach.
Je größer die Kraft um so größer ist die Gefahr der plastischen
Verformung an der Kontaktstelle. = Kaputt.
Je kleiner die Kontaktfläche die das Moment übertragen muss, umso mehr
Last muss die Stelle aufnehmen. Banal.
Und irgendwann, wenn die Flächenpressung zu groß wird, gibt das Material
plastisch nach.
Die Kontaktfläche ist zunächst immer ein Punkt oder eine Linie (das ist
jetzt grob vereinfacht für Dich). Aufgrund der elastischen Verformung
wird eine Fläche daraus.
Der Herr Hertz hat das alles schön hergeleitet. -> Hertzsch Pressung.
So sollte klar werden, dass die BMW-Schraube mit dem Rundkopf maximal
blöd ist. Die mögliche Kontaktfläche wird kleiner je besser sie dafür
geeignet wäre Kraft OHNE Verformung übertragen zu können.
Die normale "Innenpropellerschraube" hat nur zwei Flächen die im
Eingriff Kraft übertragen. Somit auf dem Niveau einer Schlitzschraube.
Das scheint so toll zu sein, dass es ein Patent darauf gibt.
Nochmal:
Ich find den Schraubenkopf witzig (anerkennend) und würde sofort ein
Gebrauchsmuster vergeben. Dass es für, rein technisch betrachtet,
Rückschritte ein Patent gibt, ist mehr als befremdlich.
Nick schrieb:> So sollte klar werden, dass die BMW-Schraube mit dem Rundkopf maximal> blöd ist. Die mögliche Kontaktfläche wird kleiner je besser sie dafür> geeignet wäre Kraft OHNE Verformung übertragen zu können.> Die normale "Innenpropellerschraube" hat nur zwei Flächen die im> Eingriff Kraft übertragen. Somit auf dem Niveau einer Schlitzschraube.> Das scheint so toll zu sein, dass es ein Patent darauf gibt.
Dazu kommt, daß die BMW-Schrauben kaum Einzug in die Serienproduktion
erhalten dürften. Im Gegensatz zu Vielzahn oder Torx läßt sich der
Schraubenkopf nur von 2 Positionen aus in den Schrauber einfädeln, was
beinahe die Rückkehr zur Schlitzschraube gleichkommt. Viel zu aufwändig
für eine Massenproduktion (Fertigungszeit ist mit das teuerste Gut in
der Automobilproduktion).
Von daher ein netter Gag sein Firmenlogo in Form eines
Schraubenkopfprofiles zu verewigen, mehr aber auch nicht. Das solche
Aktionen ausreichen, um Leute wie Louis Rossmann zu triggern, gehört
dazu - er lebt schließlich davon.
Hans F. schrieb:> Von daher ein netter Gag sein Firmenlogo in Form eines> Schraubenkopfprofiles zu verewigen, mehr aber auch nicht.
Gibts ja vom Daimler schon länger.
Porsche scheint da recht unpraktisch...
Also was mich wundert ist, das man für Schrauben so viel Energie
aufbringen kann, wenn man doch eigentlich ganz andere Probleme hat oder
?
Ich habe 12 Jahre lang an Jaguar V12 geschraubt und fand die zölligen
Schrauben mit dem feinen Gewinde (UNF) für Stahl und das grobe Gewinde
(UNC) für Alu viel besser als unser metrisches Standardgewinde. Von Torx
habe ich da leider nur träumen können. Das traurige ist, wir müssen das
Rad immer neu erfinden und sämtliche Fehler werden wiederholt. Bei der
BMW Schraube habe ich köstlich lachen müssen.
Viel Spaß damit, vor allem wenn die Bits durch den Gebrauch (Abnützung)
altern.
Diese Leute sind vermutlich zu wenig in der Praxis, deshalb kommt man
ganz schnell auf solche Ideen.
Sascha P. schrieb:> Diese Leute sind vermutlich zu wenig in der Praxis, deshalb kommt man> ganz schnell auf solche Ideen.
Nein, nein - hier ist mal wieder die nie endende Geldgier des
BMW-Konzerns (und auch anderer) die Triebfeder. Es soll verhindert
werden, daß 'jeder Hobbyschrauber und freie Werkstätten' mangels
'passendem Werkzeug' Hand anlegen können und somit dem Konzern per
Vertragswerkstätten Geld entgeht, welches man liebend gern selbst
abgreifen möchte.
Irgendwie müssen ja die horrenden Boni der Vorstände schließlich auch
erwirtschaftet werden...
Just my 2 Cent...