Vielleicht als Anregung- ab und zu lesen und schreiben ja Bastelfreunde, die noch an Detektor und Audion basteln. Aus reiner Neugier habe ich einen Empfänger nachgebaut, den ein Funkpionier, Dr. Nesper, Berlin, 1925 im "Jahrbuch der drahtlosen Telegraphie und Telephonie" beschrieb. ' Eine etwas andere Schaltung, entwickelt schon 1918: EIN Schwingkreis, folgend 3 aperiodische HF- Stufen, dann eine vierte Stufe, die als stellbare Rückkoppelstufe arbeitet, parallel zu dieser eine Audionstufe ohne Rückkopplung. Dann 2 gewöhnliche Niederfrequenzstufen. Vermutung: Nur 1 Schwingkreis, aber durch die Folgestufen sicher recht lose gekoppelt, daß es den Schwingkreis nicht zu stark belastet. Könnte eine brauchbare Idee gewesen sein. Und dann... fand ich noch einen Zeitschriftenartikel, daß genau dieses Gerät... ...die ersten Rundfunk- Versuchssendungen von Königswusterhausen, 1919, begleitet hat ! Und die Kiste macht optisch was her- sieht aus wie ein Stationsempfänger, würde gut in manches Shack (Amateur- Funkbude) passen. Also ran an den Nachbau. Möglichst dicht am Original (schaltungsmäßig). Die Röhren sind meine Nachbauten, sie enthalten Miniatur- Batterieröhren, als Trioden geschaltet, wie original. Zum Jubiläum der Veröffentlichung sollte das Gerät bis Jahresende fertig sein. Das klappte zum 16.12. Und zu Weihnachten sendet der Maschinensender Grimeton, Schweden (Rufzeichen SAQ). Der "Nesper" empfängt bis etwa 12 kHz, also habe ich ihn angeworfen. Die Bedingungen für SAQ- Empfang sind bei mir immer schlecht, aber in einem kleinen Zeitfend´ster kam Grimeton dann doch mal stärker. Hier das Video. Sorry für die Rumpelgeräusche beim Bewegen meines Stuhls und des Kamara- Stativs. Aber SAQ ist gut hörbar. http://edi.bplaced.net/userfiles/media/2025-12-24_SAQ-Empfang_mit_Nesper/DSCI0063_x264_SAQ-Empfang.mp4 Der "Nesper" ist nicht der Überflieger, aber... er bringt's. Und das eben mit der Technik von 1925. Das gesamte Projekt hier: http://edi.bplaced.net/?2025_-_Edi%26%23039%3Bs_letzte_Projekte___2025-_Edi%27s_letzte_Projekte-_Von_einem_Funkpionier_vor_100_Jahren_entwickeltes_Laengst-_und_Langwellen-_Radio_%28Fertig%29 Auf den Fotos noch 2 andere Geräte- ein riesiger Detektorempfänger in der Größe eines Großsupers (60 cm x 37 cm x 30 cm), ein Nachbau des Navy- Empfängers "SE-143", zivil "IP-500", etwa 1918, der SE wird entweder als Detektor oder mit einem Nachsetz- Audion betrieben. Sowie ein weiteres Gerät, welches von "Experten" als unbrauchbar bezeichnet wird, dessen Funktionsweise aber m. E. nur nicht verstanden wurde. Diese beiden Geräte sind noch in Arbeit. Alle Geräte ohne Spezialmaschinen gebaut, nur Hand- Maschinen: Flex, Akkuschrauber, Hand- Kreissäge und ein Eigenbau- Schleifbock von Anno Zopf. Material Abfälle, Baureste aus dem Wohnungsbau, Elektronik- Altteile und... Schrott. Nur die Schrauben, fast alle Messing, sind alle neu. Es gibt keine deutschen LW- und MW- Sender mehr, aber in der Nacht ist der Rest des Planeten auf den Skalen zu empfangen- auch mit einfachster und weniger einfacher Technik von früher. Vielleicht hat ja doch mal jemand Lust, wieder Audion und Detektor zu bauen. Ich wünsche "Frohe Weihnacht !!!" Edi
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Edi M. schrieb: > Es gibt keine deutschen LW- und MW- Sender mehr, aber in der Nacht "Gruß an Bord" heute auf KW zu empfangen wie jedes Jahr? https://www.ndr.de/nachrichten/info/Gruss-an-Bord-So-empfangen-Sie-die-Sendung-2024,grussanbord910.html
Edi M. schrieb: > Es gibt keine deutschen LW- und MW- Sender mehr, … Wem gehört dann der Zeitsender bei Frankfurt? Auch wenn jetzt wieder viele auf „-“ drücken, aber Du meinst bestimmt deutschsprachigen Sender.
Der Vorteil vom Fehlen der "Ortssender" ist doch, dass weiter entfernte Sender nicht gestört bzw übertönt werden, denke ich.
Edi M. schrieb: > Vielleicht als Anregung- ab und zu lesen und schreiben ja Bastelfreunde, > die noch an Detektor und Audion basteln. Ist ein schönes Gerät geworden. Werde auch mal einen Detektor Empfänger bauen, bis auf Germanium Dioden sollte ich alles dafür haben. Gruß und schöne Weihnachten. bastler2022
Hobby B. schrieb: > Werde auch mal einen Detektor Empfänger bauen, bis auf Germanium Dioden > sollte ich alles dafür haben. > Gruß und schöne Weihnachten. > bastler2022 Wenn Sie Anregungen für die Bauweise möchten- ich habe sehr viel Material. Sehr gute Bauteile bekommen Sie z. B. bei Jan Wüsten, ich habe vor Jahren Mehrfach- Drehkos bestellt, und Neuteile bekommen. Und für den Bau ggf. Hinweise- heute kann man ja so viel mehr machen, was man früher mangels Werkzeugen und Material kaum konnte. Ge- Dioden kann ich ggf. abgeben. Interessant sind aber auch echte Kristall- Detektoren (nur er Kristall oder das Bauelement mit diesem). Immer mal wieder bei Ebay zu ergattern.
Bei Reichelt gibt es noch die AA143. Aber nur von DSI. Wie die Qualität ist weis ich nicht. Hatte ich vor ein par Jahren mal gekauft. https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/germaniumdiode_25_v_0_06_a_do-7-3751
Beitrag #7984756 wurde vom Autor gelöscht.
Wenn man keine Germanium Diode hat, kann man zur Not der Diode auch eine Vorspannung von etwa 0,6V geben. Vielleicht mit einen Trimmer einstellbar, so daß die Spannung im Knick ist, wo die Diode gerade anfängt zu leiten.
DCF-77 sendet weder auf LW noch auf MW und ist logischerweise mit normalen AM-Radios nicht zu empfangen.
Günter L. schrieb: > Wenn man keine Germanium Diode hat, kann man zur Not > der Diode auch eine Vorspannung von etwa 0,6V geben. Sollte nicht ne Schottky die bessere Wahl sein? Keine Ahnung, hab´s nie probiert. Wenn es nur an der Vorwärtsspannung liegt sollte es besser als Germanium funktionieren. Vielleicht übersehe ich aber auch was.
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Mark S. schrieb: > DCF-77 sendet weder auf LW noch auf MW und ist logischerweise mit > normalen AM-Radios nicht zu empfangen. Mit beiden Behauptungen liegst du daneben. Mit Langwelle wird laut ITU Radio Regulations ( in Deutsch: VO-Funk) der Frequenzbereich zwischen 1000 und 10.000m Wellenlänge, entsprechend Frequenzen zwischen 30 kHz und 300 kHz klassifiziert. Folglich liegen 77,5 kHZ definitiv im Langwellenbereich. https://books.google.de/books?id=zYLXU4fkD34C&pg=RA15-PA18&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false Und logischerweise kann man DCF77 mit einem AM Radio empfangen. Zwar nicht mit einem Überlagerungs-Ton, aber die 1 Sekunden Tastung ist deutlich zu hören. Die offizielle Modulationsart ist auch AM, ein Träger mit Tastung der Amplitude auf einen Restträger von 15 %. https://www.ptb.de/cms/ptb/fachabteilungen/abt4/fb-44/ag-442/verbreitung-der-gesetzlichen-zeit/dcf77/amplitudenmodulation.html
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Al schrieb: > Und logischerweise kann man DCF77 mit einem AM Radio empfangen. Zwar > nicht mit einem Überlagerungs-Ton, aber die 1 Sekunden Tastung ist > deutlich zu hören. Die offizielle Modulationsart ist auch AM, ein Träger > mit Tastung der Amplitude auf einen Restträger von 15 %. In meiner Jugend habe ich etliche Röhrenradios in den Händen gehabt, darunter auch den Volksempfänger und noch ältere Exemplare. Keines davon hatte einen Langwellenbereich der 77kHz umfaßte. Ein AM-Radio ist für mich definiert innerhalb der LWK-Rundfunkbänder, und die beginnen nun mal seit Urzeiten bei 150kHz. Ich habe in den 80-ern auch DCF-77-Empfänger gebaut und weiß von daher dass die Signale aus Mainflingen ziemlich schwach sind in weiten Teilen Deutschlands, da wird man mit einem Detektorempfänger wenig Chancen haben das im Sekundentakt modulierte TrägerSignal zu hören.
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Al schrieb: > Mark S. schrieb: >> DCF-77 sendet weder auf LW noch auf MW und ist logischerweise mit >> normalen AM-Radios nicht zu empfangen. > > Mit beiden Behauptungen liegst du daneben. > > Mit Langwelle wird laut ITU Radio Regulations ( in Deutsch: VO-Funk) der > Frequenzbereich zwischen 1000 und 10.000m Wellenlänge, entsprechend > Frequenzen zwischen 30 kHz und 300 kHz klassifiziert. Folglich liegen > 77,5 kHZ definitiv im Langwellenbereich. Richtig, laut Definition, der gesamte Langwellenbereich. > Und logischerweise kann man DCF77 mit einem AM Radio empfangen. Normale Radios haben den RUNDFUNK- Langwellenbereich, 150- 300 kHz, kriegen DCF77 mit seinen 77 kHz also nicht- ich habe über 100 "Normalradios" von der Anfangszeit bis heute, mit Röhren und Transis- keins davon kann das. Und im Längst- bis Anfang des Langwellenbereich ist eben kein Rundfunk, wäre mangels Hörmöglichkeit ja auch sinnlos, da gibt's nur Zeitzeichensender, Navigationsbaken und anderes Zeug. Das war zu der Zeit zweier im Eröffnungsbeitrag gezeigter Geräte noch anders. Auch die ersten Rundfunk- Versuchssendungen 1919- 1922 wurden auf den Bereichen unter 150 kHJz durchgeführt (Königs Wusterhausen bei Berlin, "Welle 2700 m", um 111 kHz). Das Vorbild des Nachbau- Geräts oben ("Nesper") war bei den ersten Aussendungen dabei, sollte darum natürlich Sprache und Musik wiedergeben können, darum ist der Nachbau mit der Möglichkeit, LW und MW zu empfangen, erweitert.
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Mark S. schrieb: > In meiner Jugend habe ich etliche Röhrenradios in den Händen gehabt, > darunter auch den Volksempfänger und noch ältere Exemplare. Keines davon > hatte einen Langwellenbereich der 77kHz umfaßte. Ein AM-Radio ist für > mich definiert innerhalb der LWK-Rundfunkbänder, und die beginnen nun > mal seit Urzeiten bei 150kHz. Langwelle umfasst mehr als nur den Langwellen Rundfunkbereich. Und zwar seit Urzeiten, so hat es die ITU definiert. Genauso ist die Kuzwelle mehr als die Kurzwellenrundfunkbänder. Man kann sich natürlich wie Pipi Langstrumpf die Welt so machen, wie sie gefällt, richtiger wird das dadurch nicht.
H.Joachim S. schrieb: > Günter L. schrieb: >> Wenn man keine Germanium Diode hat, kann man zur Not >> der Diode auch eine Vorspannung von etwa 0,6V geben. > > Sollte nicht ne Schottky die bessere Wahl sein? Keine Ahnung, hab´s nie > probiert. Hallo zusammen, bin gerade dabei mir verschiedene Dioden zu besorgen. Werden das dann natürlich auch mit anderen, nicht Ge Dioden dann testen. Auch das mit dem Vorspannen, der Diode. Gibt ne Menge Interessanter Detektor Schaltungen. Schönen 2. Feiertag noch. Gruß bastler2022
Al schrieb: > Langwelle umfasst mehr als nur den Langwellen Rundfunkbereich. Und zwar > seit Urzeiten, so hat es die ITU definiert. Genauso ist die Kuzwelle > mehr als die Kurzwellenrundfunkbänder. Man kann sich natürlich wie Pipi > Langstrumpf die Welt so machen, wie sie gefällt, richtiger wird das > dadurch nicht. (Normal-) Radios empfingen/ empfangen nach den zu ihrer Zeit gültigen Wellenplänen. http://www.wabweb.net/radio/frames/qrgf.htm
Al schrieb: > Langwelle umfasst mehr als nur den Langwellen Rundfunkbereich. Und zwar > seit Urzeiten, so hat es die ITU definiert. Genauso ist die Kuzwelle > mehr als die Kurzwellenrundfunkbänder. Man kann sich natürlich wie Pipi > Langstrumpf die Welt so machen, wie sie gefällt, richtiger wird das > dadurch nicht. Richtig, ist aber am Thema vorbei. Es geht um Rundfunkempfang, und zwar hörbaren. Da ist DCF-77 nun mal ein gaaanz schlechtes Beispiel.
Statt Streit un unwichtige Sachen noch einige Anregungen:
Detektorempfänger: Primär/ Sekundär/ Tertiär- Empfänger (1 bis 3
abgestimmte Kreise), es soll sogar einen ("Quartiär"-)vierkreisigen
Empfänge gegeben haben, konnter ich aber nicht finden.
- Militärische und kommerzielle Detektorempfänger mit diesen
Mehrkreiskonstruktionen von Telefunken und
USA- Militärgeräte, "IP"- und "SE"- Geräte
- Detektorempfänger mit Überlagerer (für tonlose Telegraphie)
- Detektorempfänger selbstschwingend (keine Röhre oder Transi) =
"Crystodyne", im Prinzip ein Audion
Audion, da gibt es irre viel:
Audion nach
- Armstrong,
- Leithäuser,
- Kopprasch,
- Haynes
- Nesper
"Octamonic"- Audion (Frequenzverdoppelung, kein Superhet- Prinzip)
"Cockaday Four Circuit Tuner"- Audion
Und das sind längst nicht alle.
Und- viele könnten nötigenfalls mit heutigen Bauteilen gebaut werden.
Schorsch M. schrieb: > Hobby B. schrieb: >> Auch das mit dem Vorspannen, der Diode. > > ...ist absoluter Blödsinn! Nein.Das gab es schon bei einigen Arten Kristalldetektoren, einige Dioden, meist Si- Dioden, können als Detektordiode im Bereich niedrigster Spannungen (Millivolt- Bereich und darunter) nur mit Vorspannung funktionieren, bei Ge- Dioden kann die Vorspannung die Ausbeute verbessern.
Schorsch M. schrieb: > ...ist absoluter Blödsinn! würde ich nicht sagen - einfach ausprobieren, funktioniert dann sogar mit den obskuren Ge-Dioden aus der fernen Vergangenheit! In der Beispielschaltung bei 50mVss und 30% Modulation bekommt man die in der Tabelle ersichtliche NF-Spannung abhängig von der Vorspannung.
Als Ersatz für Ge-Dioden werden kleine Schottky-Dioden (BAT43 usw) vorgeschlagen. Ausprobiert habe ich das nie, die Detektorbastelphase liegt bei mir >5 Jahrzehnte zurück.
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Thomas B. schrieb: > Bei Reichelt gibt es noch die AA143. > Aber nur von DSI. Das ist eine Fehlinterpretation. Das bei Reichelt verlinkte Datenblatt ist von DSI, aber in den Produktinformationen steht unter Hersteller "FREI". Das bedeutet, du bekommst eine Diode von irgendeinem beliebigen unbekannten Hersteller geliefert.
Der eigentliche Witz (und Reiz) bei einem Detektorempfänger ist ja gerade, daß er ohne eine Stromquelle wie Batterie oder Netzteil auskommt und nur mit der vom Sender empfangenen Energie funktioniert. Das wird natürlich konterkariert, wenn man eine Batterie zum Vorspannen der Demodulatordiode braucht. Ich hatte mir vor 20 Jahren mal einen Detektorempfänger mit 'ner kleinen Schottkydiode gebaut, der mit einem Schwingkreis aus Ferritstabantenne und Drehkondensator in direkter Nähe des Mittelwellensenders Cremlingen (DLF) Lautsprecherempfang machte. Ohne jede Batterie...
Thorsten S. schrieb: > Der eigentliche Witz (und Reiz) bei einem Detektorempfänger ist ja > gerade, daß er ohne eine Stromquelle wie Batterie oder Netzteil auskommt > und nur mit der vom Sender empfangenen Energie funktioniert. > Das wird natürlich konterkariert, wenn man eine Batterie zum Vorspannen > der Demodulatordiode braucht. > > Ich hatte mir vor 20 Jahren mal einen Detektorempfänger mit 'ner kleinen > Schottkydiode gebaut, der mit einem Schwingkreis aus Ferritstabantenne > und Drehkondensator in direkter Nähe des Mittelwellensenders Cremlingen > (DLF) Lautsprecherempfang machte. Ohne jede Batterie... Abbenrode. Den kenne ich wohl. Der hat in der Zeit des kalten Krieges mit 1MW gefunkt. Es kursieren heute noch Geschichten von Leuten die im Umfeld Radio auf ihren Zahnplomben gehört haben usw. Als Halbwüchsige bauten wir Detektorempfänger mit Ferritantenne, Ge-Diode und Kristallohrhörer, damit konnte man den auch noch in SZ-Lebenstedt empfangen.
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Tom schrieb: > In der Beispielschaltung bei 50mVss und 30% Modulation bekommt man die > in der Tabelle ersichtliche NF-Spannung abhängig von der Vorspannung. Interessant und Danke für die Info.
Hier kann man was detektorisches kaufen: https://www.ak-modul-bus.de/stat/detektorempfaenger1_crystal_radio_set1.html Hier was beim Inka: https://www.elektronik-labor.de/HF/HetzDipol.html Hatte vor Jahren auch mal Detektoren aufgebaut. Also bei mir war's lauter wenn die Kathode oben war.
Thorsten S. schrieb: > Der eigentliche Witz (und Reiz) bei einem Detektorempfänger ist ja > gerade, daß er ohne eine Stromquelle wie Batterie oder Netzteil auskommt > und nur mit der vom Sender empfangenen Energie funktioniert. > Das wird natürlich konterkariert, wenn man eine Batterie zum Vorspannen > der Demodulatordiode braucht. Das wäre so, wenn man eine Verstärkung erreichen will... dann ist es eigentlich kein Detektorempfänger mehr, etwa beim "Crystodyne", der mittels des Kristalldetektors entdämpft (heute nähme man praktischerweise eine Tunneldiode). Im Prinzip ist das ein Rückkopplungs- Audion. So ist es nur eine Hilfsspannung. Theoretisch ohne nennenswerten Verbrauch, praktisch nahm man einen einstellbaren Spannungsteiler, der dannj doch einen Verbrauch bedeutete. Und wie geschrieben- Detektor mit Batterie- Vorspannung gab es schon zur Zeit der ersten Detektorempfänger- um Kristalle verwenden zu können, die das ohne nicht bringen, etwa Silizium- das gab es damals auch schon in Kristallform. Interessant ist bei den Detektorempfängern aber auch, wie man in der Anfangszeit Möglichkeiten schuf, um Fernempfang zu erreichen- dazu baute man riesige Spulen, die jedoch durch bestimmte Bauformen kapazitätsarm/ verlustarm waren, sowie die Verwendung von Kristalldetektoren in unzähligen Ausführungen und Materialkombinationen. Selbst mit heutigen Mitteln sind die Ergebnisse von damals nicht so einfach zu erreichen. Im Jahrbuch der drahtlosen Telegrafie und Telefonie von 1922 ist erwähnt, daß Militärfunker im 1. Weltkrieg in der Lage waren, durch die Wahl des Kontaktpunktes auf dem Kristall Sender zu trennen, wo die Kreisabstimmungen das schon nicht mehr hergaben ! Siehe auch https://www.radiomuseum.org/forum/die_trenneigenschaften_des_empfangsgleichrichters.html?language_id=1 Dazu muß man wissen, daß der Kristalldetektor nicht als Diode arbeitete, wie man sie z. B. in der Demodulatorschaltung im Superhet kennt, sondern im Bereich geringster Spannungen/ Ströme, und zwar als sehr schlechter Gleichrichter, in einer Richtung einigermaßen hoher Widerstand und in der anderen Richtung als noch höherer Widerstand. Und der "Gewinn"... war die -äußerst geringe- geringe Differenz dazwischen ! Und je höher der Widerstand des Detektors war, desto besser funktionierte er (innerhalb gewisser Grenzen, klar), weil er den Schwingkreis weniger belastete. Weniger Last -> Resonanzüberhöhung größer -> größere Ausbeute. Da sollte der Kopfhörer, welcher dem Detektor folgt, aber auch so hochohmig wie möglich sein. http://edi.bplaced.net/?2025_-_Edi%26%23039%3Bs_letzte_Projekte___2025_Forschungsprojekt-_Vor_100_Jahren_-_Detektor%2C_Rueckkopplungs-_Audion%2C_Mitnahmeeffekt%2C_Homodyne%2C_Autodyne___Kristalldetektor%2C_Diode Wenn man Detektorempfängerschaltungen der 60er und 70er Jahre sieht- da ist die Diode oft an einer Anzapfung der Schwingkreisspule, weil deren viel geringerer Innenwiderstand den Schwingkreis belastet. So hochohmige Kopfhörer gibt es kaum noch. Die alten Detektoren haben zwar oft unzählige Anapfungen- aber damit wählte man das L/C- Verhältnis- idealerweise konnte man einen Sender mit hohem C und niedriger L empfangen, und umgekehrt, z. B. der Telefunken E170C und die amerikanischen Navy- Geräte haben das. Dazu noch ein interessantes Detail: Unbenutzte Wicklungsabschnitte wurden in einigen Geräten... abgeschaltet ! Die wurden also nicht kurzgeschlossen, was Verluste verursacht, sondern für die Spule komplett wirkungslos gemacht, als ob sie nicht vorhanden wären. Dazu waren Schalter mit mehreren Ebenen erforderlich. http://edi.bplaced.net/?2025_-_Edi%26%23039%3Bs_letzte_Projekte___2025-_Edi%26%23039%3Bs_letzte_Projekte%3A_Eine_deutsche_Version_eines_Detektorempfaenger_der_US-_Navy_von_1918___Edi-SE_-_Die_Schaltung-_Analyse http://edi.bplaced.net/?2025_-_Edi%26%23039%3Bs_letzte_Projekte___2025-_Edi%26%23039%3Bs_letzte_Projekte%3A_Eine_deutsche_Version_eines_Detektorempfaenger_der_US-_Navy_von_1918___Edi-SE_-_Die_Spulensaetze Und der Aufwand für Spulen war teils enorm, sehr große Spulenkörper- 10- 20 cm Durchmesser, Rohr oder Flachkörper, die Wicklung der Zylinderspulen gelegentlich kompliziert, Stichwort "Telefunken- Wicklung", amerikanisch "Bank winding", heute "Stufenwicklung", die aber seit damals nicht mehr verwendet wird. Einer Beschreibung nach 50% mehr Ausbeute als mit der bekannten Kreuzwickelspule ! Mit heutigen Mitteln nicht unmöglich, aber schwer machbar. http://edi.bplaced.net/?2025_-_Edi%26%23039%3Bs_letzte_Projekte___2025_Forschungsprojekt_historische_Spulenwickeltechniken_Luftspulen Selbst das Material von Chassis, Frontplatte, Spulen und Dielektrika in Drehkos usw. wurde sorgfältig gewählt. Da geht nicht jedes Zeug ! Holz wurde wachsimprägniert, Frontplatten mußten hochisolierend sein, Schrauben, vor allem an Schwingkreisteilen, aus nichtmagnetischem Material !!! Die Navy- Detektorempfängr mußten 1,5 m Abstand zu Metall- Schiffswänden haben ! Ich denke, man kann schon sagen, daß die Detektorempfänger der Anfangszeit alles andere als primitiv waren. Das mit modernen Bauelementen zu realisieren, ist eine Herausforderung.
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Günter L. schrieb: > Vorspannungserzeugung mit LED Diese Schaltung mit der LED, kannte ich auch noch nicht. Danke
Günter L. schrieb: > Vorspannungserzeugung mit LED Wie wäre es mit Vorspannungserzeugung mit Solarzelle?
Hobby B. schrieb: > Interessant und Danke für die Info. Korrektur (Eigentlich dem Schaltbild zu entnehmen): mittlere Amplitude 50mV, also 100mVss, schwankt zwischen 70mVss und 130mVss, d.h. die NF wäre nach verlustloser Gleichrichtung (positive Einhüllende) die Hälfte der Differenz, also 30mVss.
Günter L. schrieb: > Hier ein Beispiel, Vorspannungserzeugung mit LED. Hier Vergleich zur einer genau 100 Jahre alten Variante, Schneider Baubuch Nr. 9, 1925: Zweikreisiger Detektorempfänger. Keine Anzapfung sekundär, weil Kristalldetektoren sehr hochohmig sind, und primär ist die Spule als Teil eines zusätzlichen Kreises geschaltet. Karbo = Karborund = Carborundum = Moissanit, chemisch Siliziumkarbid Weitere Kristalle: Bleiglanz = Galenit = Galena = Bleiglanz, chemisch (Blei (2)-Sulfid Pyrit = Schwefelkies =Eisenkies, weil es wie Gold aussieht, auch "Katzengold", "Narrengold" oder "Idiotengold", chemisch Eisen(2)- disulfid Zinkit = Rotzinkerz, chemisch Zinkoxid Diese 3 Kristallsorten benötigen keine Vorspannung und sind hervorragend ! Weniger bekannt: Altait Anatase Bouronit Cassiterit Jamesonit Nagyagit Pyrolusit Tellur Weitere Kristalle, die mit Vorspannung betrieben werden müssen: Chalkopyrit Chalkosin = Kupferglanz = Kupferglas, chemisch Kupfer(I)-sulfid Kupferpyrit (Kupferkies) Magnetit Molybdanit Silizium Titanit Psilomelan = Schwarzer Glaskopf, chemisch Hartmanganerz, Mischung verschiedener Manganoxide Siehe auch hier: http://edi.bplaced.net/?Edi%60s_Specials___Special%3A_Detektorempfaenger_und_ihre_Schaltungstechnik-_Schaltungssammlung___Kristalle-_das_Detektor-_Material
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Kurze Zwischenfrage: Wie bekommt man das Netzbrummen weg. Bei meinen Versuchen hatte ich dort ständig Netzbrummen am Kopfhörerausgang. Insbesondere, wenn dann vom Detektor auf Tonband aufgenommen werden sollte. ciao gustav
Edi M. schrieb: > Hier das Video. Sorry für die Rumpelgeräusche beim Bewegen meines Stuhls > und des Kamara- Stativs. Aber SAQ ist gut hörbar. Gut ist reltiv ;-) Ein Durchgang konnte man einigermaßen entziffern :-) Trotzdem eine schöne Arbeit!
Karl B. schrieb: > Kurze Zwischenfrage: > Wie bekommt man das Netzbrummen weg. > Bei meinen Versuchen hatte ich dort ständig Netzbrummen am > Kopfhörerausgang. Insbesondere, wenn dann vom Detektor auf Tonband > aufgenommen werden sollte. > gustav ALLES innerhalb und an der Hausnetz- Anlage kann Brumm einstreuen. Der Detektorempfänger- Ausgang ist hochohmig, ein Übertrager könnte Abhilfe schaffen... ...der aber streut seinerseits ebenfalls Brumm ein- mangnetische Felder. Dann benötigt der Trafo eine Schirmung gegen Magnetfelder, etwa aus Weicheisen oder "Mümetall". Und das... sollte geschlossen und nicht zu dünn sein ! Früher gab es dafür Mümetall- Boxen, etliche Millimeter dick. Brummfreiheit ist schon eine Herausforderung. Am besten wäre nur netzgetrennte Erdung am Detektormpfänger, keinesfalls an den Netz- PE = Schuko- Kontakt, und einen möglichst netzgetrennten Verstärker, etwa der TA- Eingang eines Batterie- Kofferradios. Ein normaler Verstärker geht auch,m dann ebenn die Tiefen wegdrehen. Aufnahme ggf. dann über Mikrophon, mache ich nur so, Mikrophon an Laptop oder meine Fotokamera, die hat ein gutes Mikro drinnnen. Joe G. schrieb: > Edi M. schrieb: >> Hier das Video. Sorry für die Rumpelgeräusche beim Bewegen meines Stuhls >> und des Kamara- Stativs. Aber SAQ ist gut hörbar. > > Gut ist reltiv ;-) Ein Durchgang konnte man einigermaßen entziffern :-) > Trotzdem eine schöne Arbeit! Danke- ich geb' mir Mühe. :-)
Noch mehr Detektoren? Also wenn ich mein Smartphone auf den Walk- oder Discman lege und einschalte höre ich Geräusche im Kopfhörer die nicht von der Musik kommen.
Tom schrieb: > Der Vorteil vom Fehlen der "Ortssender" ist doch, dass weiter entfernte > Sender nicht gestört bzw übertönt werden, denke ich. Als es noch den DLF-Sender gab, war das der einzige Sender, den ich mit einem Diodenempfänger reinbekommen habe. Vielleicht sollte ich das jetzt nochmal probieren?
von Peter N. schrieb: >Als es noch den DLF-Sender gab, war das der einzige Sender, den ich mit >einem Diodenempfänger reinbekommen habe. Den habe ich damals mit einen Detektorempfänger auch am lautesten empfangen. Der war auf 756kHz und der Standort war Cremlingen am Autobahnkreuz Königslutter, nicht weit weg von mir. https://www.youtube.com/watch?v=8K-hoLJ5i8E Auf Mittelwelle empfängt man heute mit einen Detektorempfänger nichts mehr, aber auf Kurzwelle. Ein Schwingkreis für 9670kHz bauen und Sonntags mal horchen. Nicht besonders laut, aber es geht.
Mark S. schrieb: > Ein AM-Radio ist für mich definiert innerhalb der LWK-Rundfunkbänder, Und für mich ist es anders definiert, und nun? Sag das mal dem Flugfunk, die senden doch tatsächlich im VHF Bereich ihr AM Signal.
Zum Beispiel in den USA und sonst auch fast weltweit gelten die Abkürzungen AM = Mittelwelle HF = Kurzwelle FM = UKW unsw. usf. ciao gustav
Ich habe mir auch einen sehr einfachen Detektor gebaut, Spule; Dreko; Ge-Diode, lediglich der alte Wehrmachtskopfhörer war nicht mehr auffindbar. Läuft aber auch mit Piezo aus einem Rauchmelder und/oder mit einem nachgeschalteten Verstärker. Senderempfang gibt es Tagsüber gelegentlich mit Morsezeichen, ansonsten kommen abends mehrere Sender rein. Der kräftigste ist "Radio Romania International", der sendet in diversen Sprachen. Es war sogar mal eine deutschsprachige Sendung zu empfangen. Auf einer anderen Frequenz laufen bis zu drei Sender gleichzeitig, die konnte ich aber nicht identifizieren. Hat Spass gemacht, war wie eine kleine Zeitreise in die Anfangszeit der Elektronikbastellei.
Frank D. schrieb: > Ich habe mir auch einen sehr einfachen Detektor gebaut, Spule; Dreko; > Ge-Diode, l Nachdem Spule und Drehko wegen dem DLF (ich wohne NO von BS) keine Wirkung hatten, habe ich den Empfänger weiter vereinfacht: Zum Schluß war es nur noch eine Ge-Diode zwischen Antenne und Erde, Kopfhörer parallel zur Diode...
Eine Geschichte für sich langweilende Rentner, so wie Medizinbälle schubsen im Altersheim. Ich bin zwar selbst Rentner im gehobenen Alter, aber ich hoffe, nie auf diese Ebene zurückzufallen. Vorbei ist vorbei, aber bitte, manche brauchen es als Therapie.
Schorsch M. schrieb: > Ich bin zwar selbst Rentner im gehobenen Alter, aber ich hoffe, nie auf > diese Ebene zurückzufallen. "Oh Herr, ich danke Dir dass ich nicht bin wie dieser da" Na dann wünsch ich Dir mal das Allerbeste!
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Mark S. schrieb: > Na dann wünsch ich Dir mal das Allerbeste! Danke! Natürlich erinnert man sich gerne an alte Zeiten, jedoch reicht die Erinnerung. So alte Techniken nochmal aufleben lassen zu wollen, scheitert schon an den mittlerweile fehlenden Ressourcen; macht auch gar keinen Sinn, außer, jemand möchte gerne in Nostalgie schwelgen. Kein Thema für ein Forum wie dieses.
Mark S. schrieb: > "Oh Herr, ich danke Dir dass ich nicht bin wie dieser da" Was du hier nachgeschoben hast, lässt dich in einem anderen Licht erscheinen! Deine Arroganz wird dir noch vergehen, spätestens wenn du dich selbst im Rentenalter befindest.
Schorsch M. schrieb: > O.m.g. geht das schon wieder los... Schorsch M. schrieb: > Eine Geschichte für sich langweilende Rentner, so wie Medizinbälle > schubsen im Altersheim. > Ich bin zwar selbst Rentner im gehobenen Alter, aber ich hoffe, nie auf > diese Ebene zurückzufallen. > Vorbei ist vorbei, aber bitte, manche brauchen es als Therapie. Schorsch M. schrieb: > Kein Thema für ein Forum wie dieses. Schorsch M. schrieb: > Was du hier nachgeschoben hast, lässt dich in einem anderen Licht > erscheinen! > Deine Arroganz wird dir noch vergehen, spätestens wenn du dich selbst im > Rentenalter befindest. Aufmüpfiger Querulant.
Hallo zusammen, habe dann heute auch mal einen kurzen Test gemacht, mit einem alten Tefi TD3. Als Behelfsantenne 7 Meter Draht ca.4 Meter über den Boden. Mehr ging hier jetzt auf die Schnelle nicht. Als Erde habe ich den Blitzschutz genutzt, mit 5 Meter Zuleitung zum TD3. Nach etwas experimentieren und umstecken der Anschlüsse, konnte man ihm sogar sehr sehr leise Polnische Musik entlocken über Kopfhörer. Also es geht tatsächlich noch was, mit einem Detektor.
Heinrich K. schrieb: > Aufmüpfiger Querulant. Sagt ausgerechnet der Heinrich...der größte Hetzer dieses Forums. Zeigt sich insbesondere in den Threads des alten Knackers. Unterste Schublade.
Hobby B. schrieb: > Nach etwas experimentieren und umstecken der Anschlüsse, konnte man ihm > sogar sehr sehr leise Polnische Musik entlocken über Kopfhörer. Das war sehr wahrscheinlich Polskie Radio auf Langwelle 225 kHz. Die senden tagsüber mit 1000 KW und nachts mit 700 KW. Die Sendeanlage steht nahe der Stadt Bydgoszcz (ehemals Bromberg).
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