Forum: Platinen 230v Kann man das so machen?


von Benno B. (bernd_h710)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo. Ich versuche gerade eine kleine Platine für einen ESP32 zu 
machen.
Es soll mit 230V Betrieben werden. Ich hab noch nie eine 230V Platine 
gemacht, bräuchte deswegen Hilfe.

Ich hab zur Stromversorgung ein Hi-Link HLK-PM01 5V 3W Netzteil auf die 
Platine gepackt damit das im Dauerbetrieb laufen kann.

Was ich mich Frage: Passt das so mit dem "Langloch" das ich gemacht habe 
um die 230V Seite von den 5V / 3.3V zu trennen?

Links unten kommt das Stromkabel rein. Rechts unten ist das Netzteil.
Die Platine ist eigentlich recht simpel. Es sind nur 2 Buttons und eine 
RJ11 Buchse außer dem ESP.
Platztechnisch musste ich es so platzieren wie es aussieht ;-)

Also nochmals: Kann man das so machen / reicht der Gap so aus, oder kann 
man ihn sogar weglassen?

Ach ja. Die Platine ist ca 80 x 65. Das Langloch hat ca. 2.5mm breite

Danke für die Hilfe

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Die Fräsung kannst du dir sparen, die würde die Platine nur instabil 
machen. Die Kriechstrecken sind bei deiner Platine locker mehr als 4mm.

von Klaus F. (klaus27f)


Lesenswert?

LASS DAS BLEIBEN.

Steckernetzteile sind bereits erfunden.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> mehr als 4mm.

Sorry, mehr als 8mm.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Klaus F. schrieb:
> LASS DAS BLEIBEN.
>
> Steckernetzteile sind bereits erfunden.

Nicht übertreiben!

von Nemopuk (nemopuk)


Lesenswert?

So ganz ohne Schutz vor Spannungsspitzen wird das Netzteil nicht lange 
halten.

Ich würde eine Sicherung mit ein paar zig Ohm und einen Varistor 
verwenden.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Nemopuk schrieb:
> Ich würde eine Sicherung mit ein paar zig Ohm und einen Varistor
> verwenden.

Steht sogar so im Datenblatt. Dort wird auch noch eine 
Temperatursicherung empfohlen.

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Benno B. schrieb:
> Kann man das so machen /

Nein.

Die Platine bricht dir durch den langen Schlitz weg.

Zudem stort der PM01 die direkt daneben liegende Antenne.

Und jede kleine Netzstörung zerstört den PM01 da du keinen weiteren 
Schutz vorgesehen hast.
:

Meanwell IRM-05-5 (5V 1A etc.) brauchbar wohl für 230V für extra Schutz 
vor Überspannung, EMV, Einschaltstromstoss und Sicherung denn im 
Datenblatt stehen eingehaltene Normen ohne Zusatzbeschaltung

Recom RAC03E erfüllt ohne Zusatzschaltung die Anfordengen an 230V~ 
Anschluss weil Sicherungswiderstand und Netzfilter eingebaut

HiLink HLK-PM01 5V/0.6A HLK-PM03 3.3V HLK-PM09 9V HLK-PM12 12V HLK-PM24 
24V https://www.hlktech.net/index.php?id=105 aber auch gefälschte über 
eBay 
http://lygte-info.dk/review/Power%20Mains%20to%205V%200.6A%20Hi-Link%20HLK-PM01%20UK.html 
(sollte mit Feinsicherung und VDR angesichert werden)

Mornsun LD03-23BxxR2 
https://www.mikrocontroller.net/attachment/496679/LD03-23BxxR2.pdf 
(erfordert merkwürdigen Vorwiderstand zur üblichen Sicherung und VDR und 
Elkos am Ausgang)
Typical Application Circuit benötigt Eingangsschutz, Eingangsfilter und 
extra Ausgangselko.
1
                                   +--------+
2
  o---Sicherung---+-----+---+   +--|~       |--+--- +
3
                  |     |   SSSSS  |        |  |
4
230V~          VDR300V~ C   :::::  |HLK-PM01|  C   5V/0.6A
5
                  |     |   SSSSS  |        |  |
6
  o--TempSich98C--+-----+---+   +--|~       |--+--- -
7
                                   +--------+
https://www.conrad.de/de/recom-rac03-05scr277-netzteilmodul-401800.html 
(1.3 Mio Stunden MTBF)

von Benno B. (bernd_h710)


Lesenswert?

OK, Danke für die vielen Kommentare und Infos.
Den Schlitz werde ich entfernen und auch mal in das Datenblatt des 
HLK-PM01 reinschauen. (Gebe zu das noch nicht gemacht zu haben; grober 
Fehler..)

(Ich habe die alle Bauteile bereits vorliegen, will daher nicht ein 
anderes Netzteil verwenden)

Melde mich wieder wenn ich die Änderungen gemacht habe.

Beitrag #7985328 wurde vom Autor gelöscht.
von Benno B. (bernd_h710)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Ich habe nun die Ratschläge aus dem Datasheet ungesetzt.

Sicherung 1A 250V
Varistor 10D561K    (Warum auch immer 560V)
0.1uF 275V AC Safety Capacitance

EMI Spule mit 15mH

Was meint ihr dazu? Vom Platz her ist es recht eng, aber ich kann/will 
die Größe der Platine nicht verändern

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Benno B. schrieb:
> Ich habe nun die Ratschläge aus dem Datasheet ungesetzt.
>
> Sicherung 1A 250V
> Varistor 10D561K    (Warum auch immer 560V)
> 0.1uF 275V AC Safety Capacitance
>
> EMI Spule mit 15mH
>
> Was meint ihr dazu? Vom Platz her ist es recht eng, aber ich kann/will
> die Größe der Platine nicht verändern


Moin,


Überschlägig betrachtet, sieht das Layout sicherheitstechnisch definitiv 
verwendbar aus. Ob es 100% alle Anforderungen in kommerzieller Hinsicht 
betrifft kann ich aus kanadischer Sicht und Gepflogenheiten nicht 
beurteilen.  Was die Eingangsschutz Komponenten betrifft, habe ich 
allerdings nichts überprüft. Ich nehme an, Deine Baugruppe kriegt ein 
Gehäuse verpasst, was Berührungsschutz ermöglicht.

Ein Bekannter von mir baute übrigens ein sehr ähnliches Modul.

Übrigens rate ich Dir die Pfosten Pins nicht mit U1/U2 zu benennen, weil 
es unüblich ist. Oft findet man "JP, CN, J, oder auch X". Was mich 
betrifft, hätte ich sie wahrscheinlich mit JP benannt, also JP1/2.

Zum Schutz der ESP32 IO-Pins würde ich minimalen Schutz einbauen, wie 
z.B. Serienwiderstände zur Strombegrenzung und möglicherweise 
zusätzlichen ESD Schutz. Eingangs Pins mindestens 10K und TVS; auch ein 
C auf der ESP Seite als RC Filter. Ausgangs-Pins mit wenigstens 220 Ohm 
oder mehr versehen.


Gerhard

von Bauform B. (bauformb)


Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> Ich nehme an, Deine Baugruppe kriegt ein
> Gehäuse verpasst, was Berührungsschutz ermöglicht...

...wenn es ein Kunststoffgehäuse wird. Auf jeden Fall sollte man die 
Abstände zu den Befestigungsschrauben überprüfen.

Den ganzen Stress spart man sich mit einem Steckernetzteil. Bonus: viel 
Platz auf der Platine. Und billiger wird's auch noch und wenn das kaputt 
geht, nimmt man einfach ein anderes.

von Keks F. (keksliebhaber)


Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> Zum Schutz der ESP32 IO-Pins würde ich minimalen Schutz einbauen, wie
> z.B. Serienwiderstände zur Strombegrenzung und möglicherweise
> zusätzlichen ESD Schutz. Eingangs Pins mindestens 10K und TVS; auch ein
> C auf der ESP Seite als RC Filter. Ausgangs-Pins mit wenigstens 220 Ohm
> oder mehr versehen.

Eine Zwischenfrage. Ist das allgemein betrachtet, oder wegen der Nähe 
zum Netzstrom?

Ich habe bemerkt, dass viele Platinen in der Nähe von auch kleinen DC 
Motoren Serienwiderstände an den Ausgängen haben.

Wann benutze ich Serienwiderstände? Und wie stark? Und wann TVS Dioden?

Gibt es im Wiki passende Artikel dazu?

von Benno B. (bernd_h710)


Lesenswert?

Danke für die beiden Antworten.

Ja, das Board bekommt ein Gehäuse.
Die U1/2 Pins die an den ESP gehen sind nur von einem Touch-Button 
(https://de.aliexpress.com/item/1005006246380749.html) hoffe/denke nicht 
dass man da Strombegrenzung braucht. Werde die Pfosten Pins umbenennen 
in T1/T2.

Die Pins vom RJ 11 sind TTL Level RX/TX

Ja, ich weiß das externe Wandwarzen einfacher sind, aber ich hasse die 
Dinger...

von Lu (oszi45)


Lesenswert?

Benno B. schrieb:
> Ja, ich weiß das externe Wandwarzen einfacher sind, aber ich hasse die
> Dinger...

Nach der ersten Netzteilstörung z.B. wegen Überspannung, wirst Du 
feststellen, dass eine geprüfte Wandwarze schneller durch jede Putzfrau 
blitzschnell gewechselt werden kann im Gegensatz zu eingelöteten 
Transistoren usw. Das nennt man servicefreundlich.

von Manfred P. (pruckelfred)


Lesenswert?

Lu schrieb:
> Nach der ersten Netzteilstörung z.B. wegen Überspannung, wirst Du
> feststellen, dass eine geprüfte Wandwarze schneller durch jede Putzfrau
> blitzschnell gewechselt werden kann.

Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass sein integriertes Netzteil 
übermäßig empfindlich ist.

> Das nennt man servicefreundlich.

Ich nenne es Dummlall.

Benno B. schrieb:
> Ja, ich weiß das externe Wandwarzen einfacher sind, aber ich hasse die
> Dinger...

von Lu (oszi45)


Lesenswert?

Manfred P. schrieb:
>> Das nennt man servicefreundlich.
> Ich nenne es Dummlall.

Wer mit einem Finger auf Andere zeigt, zeigt auch mit 3 Fingern auf 
sich.
Wer schon mal zahlreiche Geräte wegen Netzproblemen getauscht hat, wird 
sich nicht Deiner Meinung anschließen und die restliche gesunde 
Schaltung mit wegwerfen.

von Marci W. (marci_w)


Lesenswert?

Hallo,

wie bauformb bereits schrieb, würde ich den unteren Anschluss von RV1 
ein wenig weiter vom Befestigungsloch entfernen.
Rein optisch hätte ich die oberen Anschlüsse von  R1, C1 und L1 auf eine 
Linie gebracht. Und dann den rechten Anschluss von Fuse direkt senkrecht 
runter. Auch die unter Leiterbahn zwischen Stecker, C1, L1 könnte man 
noch a bissle schöner machen. Die zwei GND-Leiterbahnen vom Netzteil weg 
sehe sch... aus. Man braucht da nicht unbedingt sternförmige 
Verdrahtung. Und ich würde auf jeden Fall noch einen C an die Anschlüsse 
des ESP-Moduls kleben.

ciao

Marci

von Joachim B. (jar)


Lesenswert?

und warum keine Stütz / Abblock -kondensatoren?
Die VCC und GND Leitungen könnten auch dicker sein.

von Helmut -. (dc3yc)


Lesenswert?

Joachim B. schrieb:
> und warum keine Stütz / Abblock -kondensatoren?

Weil die schon auf dem ESP-Board sind!

von Joachim B. (jar)


Lesenswert?

Helmut -. schrieb:
> Weil die schon auf dem ESP-Board sind!

würde mir nicht reichen, aber wie du meinst

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Keks F. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Zum Schutz der ESP32 IO-Pins würde ich minimalen Schutz einbauen, wie
>> z.B. Serienwiderstände zur Strombegrenzung und möglicherweise
>> zusätzlichen ESD Schutz. Eingangs Pins mindestens 10K und TVS; auch ein
>> C auf der ESP Seite als RC Filter. Ausgangs-Pins mit wenigstens 220 Ohm
>> oder mehr versehen.
>
> Eine Zwischenfrage. Ist das allgemein betrachtet, oder wegen der Nähe
> zum Netzstrom?
Das erstere. Es ist nicht gut Io-Pins die "Welt" erleben zu lassen, weil 
externe Zuleitungen meist als Antennen für herumgeisterndeS EMP und 
andere Störsignale wirken. Das kann dann zu unerwarteten Reaktionen und 
Fehlerbildern führen. Deshalb ist es besser Eingänge nach Möglichkeit 
mir RC und und anderen Schutzmassnahmen zu versehen, um externe 
Störungen in ihrer Energie zu vermindern. Natürlich muß man bei 
High-Speed anders vorgehen und unnötige exponierte Verbindungen in 
geschütztem Umfeld zu belassen.
>
> Ich habe bemerkt, dass viele Platinen in der Nähe von auch kleinen DC
> Motoren Serienwiderstände an den Ausgängen haben.
Das ist möglich. Generell ist es auch bei Ausgängen vorteilhaft 
Serienwiderstände zu verwenden. Das hat einige subtile Vorteile: erstens 
begrenzen sie Fehlerstrom bei Kurzschluss nach Masse oder Vcc.
Zweitens werden eingeleitete Störsignale auf Grund der niedrigen Pin 
Impedanz und Serienwiderstand im Serienwiderstand größtenteils 
absorbiert. Ferner helfen korrekt bemessene Serienwiderstände Signal 
Reflexionen bei schnellen Signalen  (z.B. SPI) aufzufangen und verhelfen 
zu besserer Störsicherheit.

Zusätzlich vermindern Serienwiderstände zusammen mit Aufbaukapazitäten 
der Schaltung unnötige schnelle Schaltflankenenergie was der EMC zugute 
kommt. (In diesen Zusammenhang sei erwähnt, daß einige moderne uC 
Registereinstellungsmöglichkeiten für IO-Pin Schaltflankensteilheit 
aufweisen und man tunlichst immer versucht die langsamste notwendige 
Flankengeschwindigkeit (Rise/fall time) einzustellen. Damit reduziert 
man von vornherein unnötige mögliche EMC Probleme bei vernünftigem 
Gesamtaufbau der Schaltung und LP.

Man sieht, daß diese Massnahmen prophylaktische Wirkung haben und 
zusammen positiven Einfluss auf die Gesamtleistung des Aufbaus haben 
können.
>
> Wann benutze ich Serienwiderstände? Und wie stark? Und wann TVS Dioden?
Das hängt von der Anwendung ab. Mindestens 100 Ohm bei generellen 
Ausgängen. 33 Ohm bei Takt und Datenverbindungen (SPI) um Reflexionen zu 
abzuschwächen.
TVS Dioden müssen auch der Anwendung gemäss gewählt werden und sind ein 
eigenes großes Thema in sich selber. Es macht einen Unterschied ob man 
generelle Zuführungsleitungen hat oder z.B. USB o.ä. Datenleitungen wo 
Kapazität gegen Masse kritisch ist. Man muß da gezielt vorgehen.
>
> Gibt es im Wiki passende Artikel dazu?
Weiß ich ohne Nachzuschauen nicht

: Bearbeitet durch User
von Klaus F. (klaus27f)


Lesenswert?

Joachim B. schrieb:
> Helmut -. schrieb:
>> Weil die schon auf dem ESP-Board sind!
>
> würde mir nicht reichen, aber wie du meinst

Bauteile mit dem Attribut "nicht bestückt" sind (ebenfalls) bereits 
erfunden, sogar in unterschiedlichen Rastermaßen doppelt.

von Schmeckt nicht gut (bruellwurstkaefer)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Vielleicht helfen Dir ein paar Bildchen ...

von Roland E. (roland0815)


Lesenswert?

Benno B. schrieb:
> ...
> Ja, ich weiß das externe Wandwarzen einfacher sind, aber ich hasse die
> Dinger...

Nicht zu unrecht, denn mit einem externen Netzteil handelt man sich neue 
Probleme ein. Vor allem wenn handelsübliche Hohlstecker im Spiel sind.

von Th S. (osszilierer)


Lesenswert?

warum werden viele Geräte mit externen Netzteilen betrieben? Man spart 
Kosten für Prüfungen von VDE und GS Zeichen

von Nemopuk (nemopuk)


Lesenswert?

Th S. schrieb:
> warum werden viele Geräte mit externen Netzteilen betrieben? Man spart
> Kosten für Prüfungen von VDE und GS Zeichen

Es ist auch nachhaltiger, denn so kann der Verbraucher dieses 
Verschleißteil austauschen. Richtig gute Netzteile halten "ewig", aber 
im unteren Preissegment ist das nicht gegeben.

: Bearbeitet durch User
von Hans (ths23)


Lesenswert?

Lu schrieb:
> Nach der ersten Netzteilstörung z.B. wegen Überspannung, wirst Du
> feststellen, dass eine geprüfte Wandwarze schneller durch jede Putzfrau
> blitzschnell gewechselt werden kann im Gegensatz zu eingelöteten
> Transistoren usw. Das nennt man servicefreundlich.

Komisch alle meine Geräte mit eingebautem Netzteil halten jahre- bzw. 
jahrzehntelang.

Benno B. schrieb:
> aber ich hasse die
> Dinger...
Ja das geht mir ähnlich, obwohl ich sie bei bestimmten trotzdem nutze. 
Mit den Dingern handelt man sich aber eben andere Nachteile ein. Manche 
der dort verwendeten Hohlstecker machen manchmal Probleme. Ebenso kommt 
es oft nicht gut, wenn man mal versehentlich die falsche Warze 
einsteckt, umindest dann wenn man beim Überspannungsschutz gespart hat. 
Bei Geräten die ausschließlich für Netzbetrieb gedacht sind, finde ich 
ein eingebautes Netzteil besser. Das ist aber Ansichtskarte und das kann 
jeder halten wie er mag.

von Hans (ths23)


Lesenswert?

Nemopuk schrieb:
> dieses
> Verschleißteil austauschen.
Was verschleißt denn an so einem Netzteil? Oder besser was verschleißt 
dort schneller als beim Rest der Schaltung?
Bei mir hält so ein Netzteil ewig, egal ob Wandwarze oder fest 
eingebaut. Bei den Wandwarzen hat sich bei mir mittlerweile eine 
erquickliche Anzahl angesammelt, weil es die dazugehörigen Gerät schon 
lange nicht mehr gibt, die haben den Geist meist viel eher als so ein 
Netzteil aufgegeben. Da stellt sich dann die Frage was nun das 
Verschleißteil ist.

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Hans schrieb:
> Was verschleißt denn an so einem Netzteil

Moderne Schaltnetzteile zerploppen gern beim ersten Uberspannungsimpuls 
und haben ein begrenztes Leben dank überstrapazierter Elkos.

Hans schrieb:
> Komisch alle meine Geräte mit eingebautem Netzteil halten jahre- bzw.
> jahrzehntelang.

Jahre ist jetzt Gewährleistung,

jahrzehnte ist nicht die Regel, nur alte Trafonetzteile waren so robust.

von Gerald B. (gerald_b)


Lesenswert?

https://www.mikrocontroller.net/attachment/686264/3D.png
Welche Art von Sicherung willst du verwenden? Glasrohrsicherung, mit 
Metallkappen und wenn ja, zum einlöten, oder im Halter?
Bei der Version zum einlöten würde ich die berührungssicher in 
Schrumpfschlauch einschrumpfen, einem Sicherungshalter würde ich so eine 
Abdeckkappe aus Silikon oder PVC spendieren.
Ich weiß, wovon ich rede, denn mein Kollege hat genau weil es so eine 
Abdeckkappe nicht gab, an einem Einschub eine gefeuert bekommen, weil er 
sich an der Nachbarkarte zu schaffen gemacht hat. Die unter Spannung 
stehende Karte war ein Gaswarner, der trotz abgeschaltetem Hauptschalter 
aus Sicherheitsgründen weiter versorgt wurde.
Die Sicherung an die untere Boardkante zu verlegen, macht die Platine 
außerdem reparaturfreundlicher ;-)

von Helmut -. (dc3yc)


Lesenswert?

Gerald B. schrieb:
> an einem Einschub eine gefeuert bekommen, weil er
> sich an der Nachbarkarte zu schaffen gemacht hat.

Selber schuld, da hat er die Regeln der Elektrotechnik nicht beachtet! 
Netz freischalten und auch die Freischaltung überprüfen. Aka: Stecker 
des Gerätes ziehen.

Aber der TO hat ja ein eigenes Gehäuse für seine Elektronik. Also ist 
m.M. eine extra Abdeckung oder Einschrumpfung der Sicherung so nötig wie 
ein Kropf.

von Marci W. (marci_w)


Lesenswert?

Hallo Benno,

was mir persönlich noch wichtig wäre: die Netzspannung führenden 
Bereiche sowohl auf top als auch auf bottom deutlich zu 
kennzeichnen/einzurahmen. Und entsprechende Gefahrsymbole anzubringen.

ciao

Marci

von Hans (ths23)


Lesenswert?

Helmut -. schrieb:
> eine extra Abdeckung oder Einschrumpfung der Sicherung so nötig wie
> ein Kropf
Wozu sollte eine Extraabdeckung auch gut sein. Bei den meisten Geräten 
wird dies nicht gemacht. Wer ein solches Gerät öffnet sollte wissen was 
er tut, zudem prangt auf den meisten Gehäusen der Hinweis, die Geräte 
vor dem Öffnen vom Netz zu trennen.

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Hans schrieb:
> Helmut -. schrieb:
>> eine extra Abdeckung oder Einschrumpfung der Sicherung so nötig wie
>> ein Kropf
> Wozu sollte eine Extraabdeckung auch gut sein. Bei den meisten Geräten
> wird dies nicht gemacht. Wer ein solches Gerät öffnet sollte wissen was
> er tut, zudem prangt auf den meisten Gehäusen der Hinweis, die Geräte
> vor dem Öffnen vom Netz zu trennen.

Moin,

Ich war vor vielen Jahren auch mal jung und mußte mir im Labor erst die 
Hörner abstossen:

Da ergab es sich, daß ich in der Firma (1980er) ein intern gebrauchtes 
Messgerät mit relativ großen Instrumentengehäuse und großer Einzel LP 
mit allem drum und drauf entwickelte. Mit Printrafo NT. Der Rest der 
Schaltung, voll mit 4000er CMOS und OPVs. Der NT Bereich war 
Primärseitig nicht berührungstechnisch abgedeckt. Wer braucht denn das 
schon, man weiß ja was man tut und ist immer schön vorsichtig - oder 
nicht? Aber ein gewisser gutbekannter, wachsamer Murphy ist ein guter 
Beobachter und treuer Freund des Technikers...

Naja, wie es dann so kommen hat müssen. Während der ersten 
Inbetriebnahme und Justierung, Fehlersuche hingen auch einige 
Krokoklemmen herum. Murphy, berühmt wie er ist, hatte sogleich einen 
Ansatzpunkt für sich in Form der Krokos erkannt.

Ihr wisst schon was nächst passieren musste: so eine ganz unschuldig auf 
der hochkant gestellten LP hängende Kroklemme fiel ab und fand unten 
ausgerechnet die heisse NT Phase (L) und groß gebumst hatte es, 
spontaner Rauch und Gestank, ich aufgesprungen und fast vom Stuhl 
gestürzt. Der Laborleiter meinte trocken, beim Gerhard gehts wieder mal 
laut zu. Als ich mich wieder gesammelt hatte, um mit hochrotem Gesicht 
daranging das Fazit zu machen, war, wie man sich vorstellen kann, der 
kollaterale Schaden beträchtig. Es hat fast alles aus Silizium erwischt.

Die Moral von der Gschicht? Ich habe davon gelernt und führe 
Netzverdrahtung seitdem nach Möglichkeit berührungssicher(er) aus. Es 
ist nicht cool darauf aus Bequemlichkeit zu verzichten. Oder man nimmt 
externe NT. Aber damals waren die nicht so häufig und das Gerät brauchte 
verschiedene positive und negative Versorgungen. Auch bei 120V ist es 
nicht ungefährlich, wie die Geschichte zeigt.

Gerhard

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> Auch bei 120V ist es
> nicht ungefährlich, wie die Geschichte zeigt.

Umstellen auf 2x60V...

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Auch bei 120V ist es
>> nicht ungefährlich, wie die Geschichte zeigt.
>
> Umstellen auf 2x60V...

Witzbold;-)

Ich meinte eigentlich 120VAC/60Hz von der Steckdose.

: Bearbeitet durch User
von Keks F. (keksliebhaber)


Lesenswert?

Bei Netzteilen, die einem hinterhergeworfen werden, ebenso wie PD 
Controllern, sehe ich zumindest für mich nicht mehr den Anreiz da zu 
fummeln. USB Netzteil kostet bei Ikea 4€?

von Manfred P. (pruckelfred)


Lesenswert?

Keks F. schrieb:
> USB Netzteil kostet bei Ikea 4€

Dann verbrate Deine überflüssige Zeit bei Ikea anstatt hier 
herumzuspammen.
Benno möchte ein internes Netzteil, akezptiere das einfach.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Gerhard O. schrieb:
>>> Auch bei 120V ist es
>>> nicht ungefährlich, wie die Geschichte zeigt.
>>
>> Umstellen auf 2x60V...
>
> Witzbold;-)
>
> Ich meinte eigentlich 120VAC/60Hz von der Steckdose.

Ich auch.

von Marci W. (marci_w)


Lesenswert?

Marci W. schrieb:
> deutlich zu
> kennzeichnen/einzurahmen. Und entsprechende Gefahrsymbole anzubringen.

-3, wow, muss ja höllisch gefährlich sein, diese Ratschläge 
umzusetzen...

von Marci W. (marci_w)


Lesenswert?

Hans schrieb:
> der Hinweis, die Geräte
> vor dem Öffnen vom Netz zu trennen.

oder "no serviceable parts inside"

ciao

Marci

von Hans (ths23)


Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> Die Moral von der Gschicht? Ich habe davon gelernt und führe
> Netzverdrahtung seitdem nach Möglichkeit berührungssicher(er) aus. Es
> ist nicht cool darauf aus Bequemlichkeit zu verzichten. Oder man nimmt
> externe NT. Aber damals waren die nicht so häufig und das Gerät brauchte
> verschiedene positive und negative Versorgungen. Auch bei 120V ist es
> nicht ungefährlich, wie die Geschichte zeigt.
Es ist ja prinzipiell nicht falsch das berührungssicher zu machen, um 
eben so etwas wie von Dir beschrieben zu vermeiden.
Andererseits 100% Sicherheit wird es niemals geben. Ich hatte während 
meines Berufslebens immer mit Großgeräten zu tun. Die Elektronik war 
meist in größeren Schaltschränken und da gab es immer Stellen wo man mit 
hohen Spannungen bzw. Netzspannung in Berührung kommen konnte. 
Klassisches Beispiel unser HBO Einschub. Der wurde mit (damals) 3x380V 
gespeist, erzeugte eine potente Gleichspannung mit 150V/max. 6,5A und 
dazu eine Hochspannung von etwas über 1kV zum Zünden der Lampe. Da mußte 
man schon aufpassen, wenn man da an den Innereien hantiert hat. Auch 
ansonsten gab es in den Schaltschränken jede Menge Stellen mit 
Netzspannung die nicht unbedingt berührungssicher waren.
Schau Dir mal die Geräte der Unterhaltungselektronik von innen an. Da 
ist so eine Sicherung oftmals gar nicht oder nur mit einer lapprigen 
Plastik abgedeckt, die man ohne Mühe zu Seite biegen kann. Wenn man an 
der Unterseite der LP hantiert, dann ist da i.d.R auch nichts abgedeckt. 
Wenn der Hersteller gut ist dann steht dort maximal der Hinweis, daß mit 
Netzspannung zu rechnen ist. Der Berührungsschutz ist ist oftmals nur 
dann recht gut umgesetzt, wenn fertige Netzteile zum Einsatz kommen die 
ihrerseits komplett gekapselt sind.

von Harald K. (kirnbichler)


Lesenswert?

Roland E. schrieb:
> Nicht zu unrecht, denn mit einem externen Netzteil handelt man sich neue
> Probleme ein.

Es gibt hervorragende USB-Netzteile, auch welche, denen man mehr als 5V 
entlocken kann. Hohlstecker muss man nicht verwenden.

Von Ikea beispielsweise (und ich meine diese Bezugsquelle durchaus 
ernst) gibt es die Sjöss-Reihe.

Hier dürfte das kleinste Modell ausreichen, ein 20-Watt-Netzteil für 5 
Euro, das die festen Spannungen 5, 9, 12 und 15 V liefern kann (ein 
entsprechendes "USB PD Decoy" vorausgesetzt).

Leerlaufleistungsaufnahme ("Standby-Verbrauch") sind 0.02 Watt (also 
etwas unter 0.2 kWh/Jahr)

Wirkungsgrad typisch 84 %, bei 10 % Last noch 80 %

https://www.ikea.com/de/de/p/sjoess-ladegeraet-mit-1-usb-ausgang-20-w-60609740/

Wer mehr Leistung braucht, findet in der Reihe auch ein 65-Watt-Netzteil 
für 13 Euro.

Diese Netzteile sind deutlich besser aufgebaut als der No-Name-Krempel, 
den man in dieser Preisklasse bei Amazon & Co. bekommt.

Und nette USB-C-Kabel gibts bei Ikea auch.

: Bearbeitet durch User
von Erik Z. (Firma: Technischer Bereich) (zimmermann)


Lesenswert?

Mich würde interessieren, ob der TO das Board in Serie einsetzen will 
oder nur als Einzelstück. Für ein Einzelprojekt sind Kompromisse eher 
akzeptabel, bei mehreren Geräten würde ich deutlich konservativer 
planen.
Auch die Frage nach Zulassung und Einsatzumgebung spielt dann plötzlich 
eine Rolle. Ohne das zu wissen, ist eine endgültige Bewertung schwierig.

von Hans (ths23)


Lesenswert?

Harald K. schrieb:
> Und nette USB-C-Kabel gibts bei Ikea auch.
Was sind denn nette USB-Kabel? Sagen die guten Tag? ;-)

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Hans schrieb:
> Harald K. schrieb:
>> Und nette USB-C-Kabel gibts bei Ikea auch.
> Was sind denn nette USB-Kabel? Sagen die guten Tag? ;-)

https://www.bitburger-braugruppe.de/fileadmin/_processed_/a/8/csm_Nette_Edel_Pils_2024_1920x722px_bbaca0a09c.jpg

von Harald K. (kirnbichler)


Lesenswert?

Hans schrieb:
> Sagen die guten Tag?

Natürlich nicht.

Hej, jag är en jättefin USB-kabel och vill hjälpa dig med dina 
anslutningsproblem.

von Hans (ths23)


Lesenswert?

Harald K. schrieb:
> Natürlich nicht.

Na da kann ich die auch woanders kaufen und mir die 40km zum nächsten 
IKEA sparen.

von Harald K. (kirnbichler)


Lesenswert?

Hans schrieb:
> Na da kann ich die auch woanders kaufen

Natürlich. Jedes beliebige USB-Netzteil sollte hier ausreichen; manche 
sind halt von eher fragwürdiger Natur (insbesondere das, was man via 
Amazon oder aliexpress bekommen kann), und andere einfach nur teurer.

Aber wenn eh' schon eins rumliegt ...

von Benno B. (bernd_h710)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Nach dem (teilweilse vielen) offtopic talk melde ich mich jetzt nochmal 
zu Wort um einige Fragen zu beantworten.

1. Es ist eine Platine für mich privat
2. Ich plane nicht sie zu vermarkten, obwohl ich schon mal drüber 
nachgedacht hatte, da aber alle Anforderungen zu groß sind... 
(Vielleicht als "Wandwarzen-Edition")
3. Ich werde sie mir zwei mal bauen
4. ich hab jetzt mal großzügig 4€ Investiert um 5 Platinen von JLCPCB zu 
bekommen...
5. Ja, da ganze bekommt ein (gedrucktes) Gehäuse.


Das Ganze ist eher softwareseitig Aufwendiger. Es ist ein LoRa basierter 
SML Stromleser, der größere Stecken überbrücken können soll. ( In meinem 
Fall 5 Stockwerke, hoffentlich)
HomeAssistant Integration und Mqtt ist fertig.
Ein Gerät ist der LoRa Sender, das andere der LoRa Empfänger der mit 
WLan ins Netzwerk eingebunden ist.
An den RJ11 Kommt der SML Lesekopf. Das ist theoretisch der einzige I/O 
den ich brauche.
Das Display lässt sich über die beiden Touch-Taster An/Aus bzw. Nächste 
Seite steuern. Die "Tasten" werden unsichtbar von innen in den Deckel 
des Gehäuses geklebt.

Verschwinden wird das ganze - wer errät es? - im / auf dem 
Stromzählerschrank im Keller.
Der Receiver wird auf jeden Fall mit 230V betrieben werden, der Sender 
könnte theoretisch auch mit einer Powerbank betrieben werden, da aber 
laut meinen Überschlägigen Berechnungen trotz Deep-Sleep nur ~ 5 Wochen 
mit 3000 mAh rausspringen bin ich von dem Akku-Plan abgekommen und hoffe 
mein Energieversorger baut mir eine Steckdose ein.. Evtl. passe ich die 
Platine an und mache eine USB-C ? Buchse zur Stromversorgung hin.
Die Platine ist (jetzt) eigentlich (schon) overkill für das Projekt, 
aber ich habs gerne ordentlich, auch wenn man es nicht mehr sieht.

Testen kann ich es leider erst in ein paar Wochen, aber mit Simulierten 
Strom-Daten sieht es schonmal ganz gut aus.

Wenn das Ganze funktioniert werde ich ggf. mein Github Projekt 
veröffentlichen.

Es gibt noch einiges zu klären/tun bis ich weiter machen kann. Wünscht 
mir Glück, dass es keine Empfangs-störenden Netz-Störungen gibt und das 
Haus nicht Abbrennt - LOL

Fazit: Ich versuche es einfach mal ==> Versuch macht Klug...

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

"Fazit: Ich versuche es einfach mal ==> Versuch macht Klug..."

Lass Dich nicht beirren! Du machst alles richtig.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Sieht doch prima aus.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.