Forum: HF, Funk und Felder Elecraft KX3 - Empfangsempfindlichkeit


von Giovanni D. (damicogi)


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Guten Abend
Ich bin gerade dabei, einen Elecraft KX3 wiederzubeleben, der mir vor 
einiger Zeit abgegeben wurde.
Das Gerät zeigte keine Lebenszeichen. Nach einer sorgfältigen Analyse 
stellte ich fest, dass ein IC auf dem Sendepfad einen Kurzschluss 
verursachte.
Nachdem ich ihn isoliert hatte, ließ sich das Gerät wieder einschalten. 
Der Empfänger blieb jedoch taub. Nachdem ich ein halbes Dutzend 
SMD-Bauteile
auf dem RF Board (U14, Q2, U66 und U15) ausgetauscht hatte, begann das 
Gerät zu empfangen, blieb jedoch weiterhin ziemlich unempfindlich. Für 
Signale unterhalb -80 dBm mit eingeschaltetem PRE ist nichts mehr zu 
empfangen.
Aus den technischen Daten des Geräts geht hervor, dass der SINAD-Wert 
für 12 dB bei etwa -120 dB liegen sollte. Es fehlen also etwa 40 dB!
Nach verschiedenen Messungen konnte ich feststellen, dass der 
Bandpassfilter das Signal um mehr als 15 dB dämpft.
Das ist meiner Meinung nach nicht akzeptabel. Wenn man den 
Bandpassfilter jedoch beiseite lässt, würden weitere 25 dB fehlen,
um die richtige Empfangsempfindlichkeit zu erreichen. Nach der Mischung 
auf 12 kHz wird die Demodulation des Signals von einem DSP übernommen.
Um die Reparatur gezielt durchführen zu können, wäre es sehr hilfreich, 
über ein Diagramm zu verfügen, das die Signalpegel in jeder Stufe 
angibt.
Und hier meine Frage an die Gruppe: Hat jemand Erfahrung mit der 
Reparatur eines solchen Geräts oder verfügt über technische 
Informationen
zu den Signalpegeln auf dem Empfangspfad des Transceivers? Ich freue 
mich über jede Rückmeldung zu diesem Thema.
Ich füge einen Teil der Schaltung mit Kommentaren bei, um das Problem zu 
veranschaulichen.

Wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr
73, Giovanni, HB9EKH

von Markus W. (dl8mby)


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Hallo Giovanni,

kann leider zum KX3 keine Details beitragen,
Dir aber die Links auf die beiden u.g. Foren
nennen, falls Du hier keine Antworten bekommst.

https://www.qrpforum.de/forum/
https://www.amateurfunk-sulingen.de/forum/

sowie auch in groups.io unter
https://elecraft-kx.groups.io/g/main/topics
https://groups.io/g/elecraft/topics
https://groups.io/g/KX3/topics

Viel Erfolg bei der Reparatur.

vy73
Markus

von Sven L. (svenl)


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Könnte es vielleicht sein, dass das optionale NF-"Roofing"-Filter 
vielleicht aktiviert ist, aber nicht (mehr) installiert ist?

Das würde die 40 db Dämpfung bei Empfang erklären.

Weitere Vermutung: Bandpass- und Tiefpassfilter durch hohe 
Dauerstrichleistung überlastet, wenn es nur bestimmte Frequenzbereiche 
betrifft. Der KX3 hat noch eine Sicherheitsfunktion: Beim Übersteuern 
des ADC werden die Bandfilter freigeschaltet, was ungefähr 60 db 
Dämpfung entspricht. Hatte ich an meinem alten QTH 2 km Luftlinie von 
DA0HQ entfernt sehr oft, wenn die auf Sendung waren. AFAIK sind die 
einzigen Geräte, die mit diesen Feldstärken klar kamen meine zwei Ten 
Tec Kisten: Corsair 2 und Omni VI Plus, beide mit hochwertigen 
Inrad-Filtern auf beiden ZFs bestückt. Alle anderen Geräte zeigten 
deutliche Kompressionserscheinungen oder Übersteuerung und 
Intermodulation beim Empfang. Breitbandkonzepte/SDR sind in so einer 
Situation unbrauchbar.

Die Miniaturrelais der Band- und Tiefpassfilter könnten da Kandidaten 
sein

Funktioniert der Preamp mit seinen Stufen 10, 20 und 30 db?

Die Grenzempfindlichkeit meines KX3 ist besser als -120 dbm, das gilt 
aber nur bei aktiviertem Preamp (20 db).

vy 73!

Sven, DJ2AT

von Sven L. (svenl)


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Empfindlichkeit auf den HF-Bändern sollte bei -138 dbm (MDS) sein, bei 
eingeschaltetem 20 db Preamp.

Ich hatte das irgendwann mal mit meinem Fluke 6060AN nachgemessen, der 
bis -140 dbm kalibriert ist und unkalibriert bis -147 dbm kann.

vy 73!

Sven

von Al (almond)


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Da das Grundrauschen von der Bandbreite abhängig ist, ist die Angabe 
einer Empfindlichkeit als MDS ohne gleichzeitige Angabe der 
Filterbandbreite, bei der dieses MDS vermittelt wurde, vollkommen 
wertlos.

von Horst S. (Firma: Chaos Ltd) (hst)


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Stimmt, ohne Angabe der Bandbreite ist das witzlos.

Laut Datenblatt des KX3 bezieht sich das MDS auf 500Hz Bandbreite. Die 
500Hz haben sich offensichtlich im Lauf der Jahre als Quasi-Standard für 
die verkürzte Angabe des MDS etabliert. Für SSB (2,5kHz BBr) ist das MDS 
eben um 7db schlechter.
Hab mal was drangehängt. Sprengt ein bisschen den Rahmen, tut aber 
sicher nicht weh.

von Al (almond)


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Horst S. schrieb:
> Die
> 500Hz haben sich offensichtlich im Lauf der Jahre als Quasi-Standard für
> die verkürzte Angabe des MDS etabliert.

Das schöne an einheitlichen Quasi-Standards ist, dass es so viele davon 
gibt :-)

Viel sinnvoller ist es das MDS bzw. die Grenzempfindlichkeit auf 1 Hz 
Bandbreite zu normieren. Dann wäre die Angabe eindeutig vergleichbar und 
man würde nicht wie oben demonstriert, Äpfel mit Birnen vergleichen.

Dann kann man über das Verhältnis 10log(Bandbreite/Hz) den 
Korrekturfaktor in dB für jede beliebige Bandbreite ermitteln und für 
Vergleiche benutzen.

Noch besser wäre die Angabe der Rauschzahl, die ist 
Bandbreitenunabhängig und das MDS lässt sich daraus eindeutig berechnen.

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