Hallo, nach einer längeren Abstinenz bin ich in der Mikrocontrollerwelt zurück und frage mich nun, ob die PICs von Microchip, mit denen ich damals gestartet bin, überhaupt noch angesagt sind, wo doch Arduino, AVR & Co den Markt offenbar dominieren - nicht ohne Gründe. Wie ist eure Meinung, werden PICs noch in der Berufswelt benutzt, wenn ja bei welcher Projektgröße, nur noch für Nischen, kleine Stückzahlen ...? Wer hat Erfahrung aus der Arbeitswelt damit und weiss, wie die Lage um die PICs ist? Danke euch und ein gutes Jahr 2026 Bernd
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Ist wohl verzerrte Wahrnehmung. Auf 100 verkaufte PICs kommt ein AVR, Arduino und andere. Nicht umsonst hat Micochip in den letzten Jahren viele andere Hersteller aufgekauft, unter anderem AVR, Micrel und viele andere. MfG Michael
Das lässt sich nicht ohne Weiteres beantworten, weil da viele Aspekte mitspielen. PICs are modern, aber so sind auch alle anderen. Wenn nicht gerade PIC spezifische Peripherie wichtig ist und es elektrisch keine wichtige Faktoren gibt und der Preis und Bezugszuverlässigkeit stimmt, dann steht dem PIC nicht viel im Wege. Ausserdem kommt Entwicklungserfahrung mit ins Spiel. Was mich betrifft, finde ich die Frage eigentlich nicht sehr zielführend.
Microchip bietet eine nahezu absure Anzahl von µC an. 2264 verschiedene. Da ist für fast jeden Unsinn was dabei das optimal passt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Und tw. sogar noch im PDIP-Gehäuse für die komplett Zurückgebliebenen. ;-) Such dir was aus: https://www.microchip.com/maps/microcontroller.aspx
Ich sehe aus Berufssicht (Fertigung in D, Mengen im unteren 4-stelligen/a) eher 40% STM32, 35% PIC und 20% AVR, Kleckermengen auch LPC. Asiatische PCBs (Mengen- und Zukaufprodukte unserer Kunden) sind dagegen fast ausschließlich mit GD32, Rest RiscV. Das im Hobbybereich AVRs so weit verbreitet sind, liegt m.E. ausschließlich am Arduino und dessen Bootloader. PICs sind m.E. technisch fortschrittlicher, aber eben nur mit einem Programmiergerät zugänglich, auch wenn das "nix" kostet: bei Arduino reicht ein USB-Kabel, und die IDE ist wenn auch sinnlos aufgeblasen wesentlich umgänglicher als die von Microchip.
Bernd Laura schrieb: > ob die PICs von Microchip, mit denen ich damals > gestartet bin, Liegt ein wenig an der Definition von "Damals". Die alten hatten keinen Platz für einen ordentlichen Stack. So eigentlich nur ASM möglich. Ich erwarte von einem modernen µC, dass man ihn in C++, wenigstens mit C Programmieren kann. Bernd Laura schrieb: > werden PICs noch in der Berufswelt benutzt, Ein klares Ja!
Bernd Laura schrieb: > mit denen ich damals > gestartet bin Ea wäre sinnvoll das Modell / die Modelle zu nennen, so oder so. Auch wenn sich nun herausstellt dass PICs augenscheinlich mehr genutzt werden...
Jens M. schrieb: > Das im Hobbybereich AVRs so weit verbreitet sind, liegt m.E. > ausschließlich am Arduino und dessen Bootloader. Glaub ich nicht. In frühen Zeiten gab es mehr Leute die ASM geschrieben haben und da war der AVR deutlich freundlicher als der PIC mit seinen Segmentierungen.
Michael O. schrieb: > Ist wohl verzerrte Wahrnehmung. Auf 100 verkaufte PICs kommt ein AVR, > Arduino und andere Also Microchip alleine verkauft 100× so viele MCUs wie der gesamte Rest der Branche, inklusive der absurden Anzahl an Cortex-M's, RISC-V's, und chinesischen No-Name-Controllern die in jedem Spielzeug sind?
Niklas G. schrieb: > Michael O. schrieb: >> Ist wohl verzerrte Wahrnehmung. Auf 100 verkaufte PICs kommt ein AVR, >> Arduino und andere > > Also Microchip alleine verkauft 100× so viele MCUs wie der gesamte Rest > der Branche, inklusive der absurden Anzahl an Cortex-M's, RISC-V's, und > chinesischen No-Name-Controllern die in jedem Spielzeug sind? Hat er so nicht gesagt. Er sagt das Microchip für sich auf einen AVR 100 PICs verkauft. Es gibt keinen Bezug zum Rest der Welt. Wobei ich 100:1 dennoch nicht so recht glauben kann. Das würde die immer neuen AVR Modelle nicht erklären. Die Konkurrenz macht nur Cortex MCUs in Größenordnungen.
Wir verwendeten PICs in unserer Firma seit 1999 jahrelang in unseren früheren Produkten. Hauptsächlich 16F und 18F, später kamen auch DSPIC dazu. Wir arbeiteten durchwegs mit dem CCS Compiler in C. ASM wurde fast nie gebraucht. Auch der 16F877A war in C für kleinere Sachen recht brauchbar. Die DSPIC waren natürlich schon ein ganz anderes Kaliber und bewährten sich auch sehr gut. Aber später stiegen wir wegen der höheren Anforderungen und LAN/WIFI hauptsächlich auf STM32er um. In Analog Sachen verwenden wir übrigens immer noch DSPICs. Mein persönlicher Liebling fürs Hobby war für lange Zeit der 16F877A, 18F4620/40 und 18F(6)8720/2. Damit konnte ich so ziemlich alles abstrecken was mich interessierte. Heutzutage ist es nervig, wegen der großen Auswahl neue PICs auszuwählen. Das war damals noch nicht so schlimm. Vom Debug Standpunkt aus her, ist für mich der STM32 der klare Sieger.
Veit D. schrieb: > Hat er so nicht gesagt "Und andere" klingt für mich nach "alle anderen Controller"
Niklas G. schrieb: > Veit D. schrieb: >> Hat er so nicht gesagt > > "Und andere" klingt für mich nach "alle anderen Controller" Verstehe ich so, dass mit andere alle gemeint sind die AVR verbauen. Wie z.Bsp. Arduino. Die 100:1 Aussage bezieht sich klar nur auf PIC zu AVR. Betrifft allein Microchip. Ansonsten würde die 100:1 Aussage für mich überhaupt keinen Sinn machen, weil um Größenordnungen viel mehr Cortex statt PICs und AVR zusammen verkauft werden. Demzufolge kann es sich nur um eine interne Microchip Verteilung handeln. Nur wie gesagt, auch das kann ich nicht so recht glauben in dem Verhältnis.
Arduino F. schrieb: > Die alten hatten keinen Platz für einen ordentlichen Stack. > So eigentlich nur ASM möglich. > > Ich erwarte von einem modernen µC, dass man ihn in C++, wenigstens mit C > Programmieren kann. Die meisten haben keinen Stack. Aber Ram. Den Rest regelt der C-Compiler, der ein paar Restriktionen bei Funktionspointern hat und rekursive Funktionen nicht zulässt.
> seit 29.12.2025 13:55 > Beiträge 3 Alles klar!? Bernd Laura schrieb: > Hallo, > nach einer längeren Abstinenz bin ich in der Mikrocontrollerwelt zurück > und frage mich nun, ob die PICs von Microchip, mit denen ich damals > gestartet bin, überhaupt noch angesagt sind, wo doch Arduino, AVR & Co > den Markt offenbar dominieren - nicht ohne Gründe. Doch nur den Hobbybastelmurxermarkt. Wenn Angesagt überhaupt ein relevantes Thema für dich ist, dann bleib mal besser abstinent. Abseits davon gibt es immer einen Markt, für einen intelligenten 555-Ersatz. Michael O. schrieb: > ... Auf 100 verkaufte PICs kommt ein AVR Das werden wohl eher 1000 oder 10000 sein. Kein vernünftiger Entwickler würde z.B. einen ATTINY85 einsetzen. Gerhard O. schrieb: > Heutzutage ist es nervig, wegen der großen Auswahl neue PICs > auszuwählen. Einfach nur MPLAB 8.92 installieren. Wenn sich da dann kein passender findet, wäre ein PIC12/16 ohnehin ungeeignet. PIC18 und DSPIC sind heute sowieso raus. Für ersteren gibt es reichlich leistungsfähigeren Ersatz, und letzterer war und ist, ein übler Energieverheizer. Frohes Neues Jahr!
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