Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Gleichstrom Generator - Leistung regeln


von Daniel (wattimmeergleichkurz)


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Hallo zusammen,

ich möchte gerne einen Gleichstrom Motor als Generator verwenden und die 
entnommene Leistung an die optimale Rotorgeschwindigkeit anpassen. Hatte 
einige Beiträge gelesen, aber kann mir meine Frage noch nicht 
abschließend selbst beantworten.

(Nur mal 'theoretisch', es geht nicht um das Beispiel, es geht nur um 
das Wirkprinzip):
Angenommen ich habe ein Fließgewässer, ein Welle mit Schaufelrad und 
einen Gleichstrommotor als Generator. Das Gewässer treibt das 
Schaufelrad mit 600 RPM an, der Generator benötigt 300 RPM für den 
optimalen Betrieb (z.B. 10V / 10A). Würde ich nun eine Last mit 10V und 
bis zu 20A anschließen, schafft das Drehmoment des Schaufelrads nur noch 
eine Drehgeschwindigkeit von 100 RPM. Mein Ziel wäre es nun also, die 
entnommene Leistung am Generator so zu steuern, dass dieser immer mit 
300 RPM arbeitet. Die RPM würden über einen Hall-Sensor ermittelt.

Ich weiß, dass ohne eine Last kein Wiederstand im Generator besteht und 
der Rotor 'quasi' mit 600 RPM drehen sollte.

Nun zur Frage: Sollte es möglich sein, die Last am Motor/Generator über 
einen PNP-Transistor  Mosfet  IGBT mit PWM Signal eines mC zu regeln, 
sodass die 300 RPM beibehalten werden?

von H. H. (hhinz)


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Schau ins Datenblatt des Motors, dort sollte es eine Kennlinie geben.

Ansonsten nennt man das Verfahren MPPT.

von Wolf17 (wolf17)


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Meiner Meinung nach liefert das Schaufelrad nur ein bestimmtes 
Drehmoment, abhängig von der Schüttung. Das wird nicht mehr, wenn es 
langsamer dreht. Höchstens in Grenzen bei unterschlächtigen 
Wasserrädern, wenn der Oberwasserspiegel durch Rückstau steigt.
Wird das lieferbare Drehmoment überschritten, bleibt es stehen.
Ziel muss also sein, die Last so zu steuern, dass sich passend zur 
Schüttung die Drehzahl für maximale Leistung einstellt.
Bei einer Widerstandslast (Heizung?) wird das mit PWM funktionieren. Zum 
Akkuladen wird man ein stromregelbares Schaltnetzteil brauchen.

Oder man nimmt einen Generator, den man über eine Erregerwicklung 
steuern kann.

: Bearbeitet durch User
von Daniel (daniel3)


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Hallo Daniel,

magst du einfach posten, was du genau machen willst?

Daniel schrieb:
> ich möchte gerne einen Gleichstrom Motor als Generator verwenden

Vermutlich benötigt er dann eine ziemliche hohe Drehzahl.
Mit deutlich niedrigeren Drehzahlen kommt da ein Schrittmotor aus.

Ansonsten fressen Übertragungen Leistung.


Möchtest du eine konstante Last treiben oder ändert die Last jenachdem 
ihren Widerstand?

von Thomas B. (thombde)


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Da wäre ein Fremderregter DC-Motor wohl besser geeignet.
Das Schaufelrad abzubremsen finde ich keine gute Idee.
Irgendwie wie die Erregerspannung zu ändern wäre besser.
Beim Windgenerator ist das einfacher.
Ich denke mal da wird ein Akku geladen?

Irgendwo gibt es was im Netz.
Weis nicht ob das MPPT war.
Seite finde ich gerade nicht.

Mache mal ein Foto von dem Typenschild oder einen Link von
dem Motor.

: Bearbeitet durch User
von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Was soll denn eigentlich geregelt werden, MPP oder
eine konstante Spannung? Hat der Motor Dauermagneterregung
oder eine Erregerspule?

von Thomas B. (thombde)


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Daniel schrieb:
> Das Gewässer treibt das
> Schaufelrad mit 600 RPM an, der Generator benötigt 300 RPM für den
> optimalen Betrieb (z.B. 10V / 10A). Würde ich nun eine Last mit 10V und
> bis zu 20A anschließen, schafft das Drehmoment des Schaufelrads nur noch
> eine Drehgeschwindigkeit von 100 RPM.

Wie hast Du das berechnet?
Je mehr Drehzahl der DC-Motor (Generator) hat je mehr Leistung gibt er 
ab.
Zumindest bei einem permanent erregtem Gleichstrommotor
(Generator).

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Naja wenn sich Dein Fließgewässer in Deutschland befindet, dann solltest 
Du Dich evtl. mal über Wassernutzungsrechte und deren Beantragung 
informieren. Danach hast Du keine Lust mehr auf ein paar Watt 
Wasserkraft.

von Peter R. (pnu)


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Da gibts kaum eine Regelungsmöglichkeit. "Wasserstrom" muss man so 
nehmen wie es kommt. Wie bei Wind und Solar.

Wasserturbinen müssen verstellbare Schaufeln in Stator und Rotor haben, 
deren Stellung genau auf die ankommende Wasserleistung (Menge und Höhe) 
passt.
Wenn die Einstellung nicht mit der abgenommen Leistung übereinstimmt 
spritzt es an der Turbine vorbei oder der nicht passende Wasseranteil 
staut sich und bremst die Turbine. Bei zu wenig Last an der Turbine kann 
die sogar "durchgehen", auf die doppelte Drehzahl.

Man kann bei kleinen Anlagen Speicher (Akkus) verwenden, um 
auszugleichen, bei größeren muss halt das Netz herhalten.

den Grünen gesagt:

Massenakkuspeicher- Wasserstauanlagen und ein weit ausgespanntes 
Stromnetz können/müssen mit Dampf- Gas- Kraftwerken oder Staukraftwerken 
das Netz stabilisieren umm das naturgegebene Wind- Solar- Wasser- 
Dilemma

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Das hört sich alles so an, als wäre eine KFZ-Lichtmaschine die beste 
Option.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Anlagen wie Wasserkraft-Turbinen oder Wasserräder haben eine 
Leistungskennlinie (das Produkt aus Drehzahl und Drehmoment). Bei einem 
Drehmoment von Null wird die Drehzahl maximal sein, aber ohne Drehmoment 
keine Leistung. Genauso wird bei einer Drehzahl von Null keine Leistung 
erzeugt. Wird eine Wasserkraft-Turbine oder ein Wasserrad durch einen 
Generator mechanisch belastet, steigt das abgegebene Drehmoment und 
sinkt die Drehzahl. Das heißt, daß es irgendwo auf der Leistungskurve 
ein Maximum gibt, an dem man die Anlage betreiben muss, um das Maximum 
an Leistung aus dem Generator zu bekommen. Dieser Punkt verschiebt sich 
mit dem Druck und der Geschwindigkeit des zufließenden Wassers.

Kleine Anlagen vor allem mit Wasserrädern oder ineffizienten 
Schaufelrädern lassen sich so auslegen, daß die Drehzahl bei einem 
plötzlichen Lastabwurf nicht so weit ansteigen kann bis Teile zerstört 
werden. Wenn dafür die Gefahr besteht, dann muss man die Wasserzufuhr im 
Fehlerfall ausreichend schnell unterbrechen (evtl. plus mechanische 
Bremse), bevor die Anlage eine gefährlich hohe Drehzahl erreichen kann.

Edit:
> Das hört sich alles so an, als wäre eine KFZ-Lichtmaschine
> die beste Option.
Die dafür verwendeten Klauenpolgeneratoren haben einen schlechten 
Wirkungsgrad und brauchen schon eine recht hohe Drehzahl.

Ich weiß jetzt nicht, welche Leistung der TE erwartet, aber ich würde 
eher in Richtung BLDC bzw. permanent erregter Generator gehen, bei sehr 
wenig Leistung als reine Technik-Demo evtl. zu einem Schrittmotor. Die 
erzeugen bei wenig Drehzahl schon nutzbare Spannungen, erreichen aber 
auch keinen hohen Wirkungsgrad.

: Bearbeitet durch User
von Giovanni (sqrt_minus_eins)


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in manchen Fällen ist es nützlich der Anfrage ein paar Zahlen oder 
vielleicht gar eine Skizze hinzuzufügen.
Hat sich im letzten Jahr gut bewährt.

Die einzige Information die es hier gibt, sind 2 Angaben zur Drehzahl 
600/300rpm. Für Fließgewässer doch etwas hoch.

* Welcher Typ Wasserrad? siehe  https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserrad 
. Oder vielleicht gar so etwas: 
https://en.wikipedia.org/wiki/Tidal_stream_generator
* Was soll mir der erzeugten Leistung passieren?
* Fallhöhe? - falls vorhanden
* Strömungsgeschwindigkeit?
* Wassermenge l/s; m³/s; ...

Daniel schrieb:
> (Nur mal 'theoretisch', es geht nicht um das Beispiel, es geht nur um
> das Wirkprinzip):
> Angenommen ich habe ein Fließgewässer, ein Welle mit Schaufelrad und
> einen Gleichstrommotor als Generator.

Also nicht real sondern nur im Kopf. Trotzdem sind die Angaben recht 
dürftig.

von Nick (b620ys)


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Ben B. schrieb:
> Die dafür verwendeten Klauenpolgeneratoren haben einen schlechten
> Wirkungsgrad und brauchen schon eine recht hohe Drehzahl.

Hmmm ... also ich hab eher den Eindruck, dass moderne Lichtmaschinen 
durchaus auf den Wirkungsgrad achten (müssen). Die machen eher den 
Eindruck fremderregter BLDCs. Hab aber schon lange kein Auto mehr von 
innen gesehen.

Ich bin nur drüber gestolpert, weil einer den Generator eines Toyota zum 
Antrieb eines e-Rollers verwendet hat. Und das war definitiv ein 
BLDC-Regler. Noch dazu vom Format her ein Scheibenläufer. Und das hat 
mich letztendlich getriggert, weil ich das als potentiellen Servomotor 
für eher niedrige Drehzahlen identifiziert habe.

Ich kann aber auch komplett danaben liegen.

von Werner H. (werner45)


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Bei allen Wasserrädern oder Turbinen wird das Wasser am Rad geführt, daß 
es nicht seitlich ausweichen kann. Setzt man ein Wasserrad von oben in 
einen Bach, so bleibt es bei Belastung schnell stehen, weil das Wasser 
lieber vorbeifließt. Nur versenkte Achsialturbinen wurden schon mal 
realisiert. Und nur dann macht man sich über die Regelung Gedanken.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Es gibt da inzwischen bei diesen MILD-Hybridfahrzeugen 
Startergeneratoren, also Drehstrom-Asynchronmaschinen mit weiß nicht 
5..10kW, die mit 48V und über den Rippenriemen laufen (anstelle des 
sonst üblichen Generators). Würde ich aber nicht kaufen, vor allem bei 
Audi reißen die verbauten IGBT-Module oft schon nach sehr kurzer 
Laufzeit den Arsch hoch und dann muss man diesen Startergenerator als 
Klumpen wechseln, die IGBTs zu ersetzen ist nicht ohne größeren Aufwand 
möglich.

Sowas für ein Wasserkraftwerk einsetzen... bestimmt möglich, erfordern 
aber eine recht hohe Drehzahl und für 5..10kW braucht man schon ein 
größeres "richtiges" Wasserrad.

von Daniel (wattimmeergleichkurz)


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Nochmal hallo an alle...hatte gestern noch mitgelesen, bin aber nicht 
dazu gekommen zu antworten.

Wie geschrieben und von Giovanni richtig erfasst, geht es noch nicht um 
ein konkretes Projekt sondern die Konzeptionierung und den Aufbau von 
Verständnis für Generatorleistung bzw. die mögliche automatische 
Kalibrierung / Ansteuerung.

Daniel schrieb:
> magst du einfach posten, was du genau machen willst?

Derzeit nur das Verständnis bilden.

Praktisch kann man das Beispiel ja auch auf die Rekuperation in E-Autos 
(meinet wegen bei der Talfahrt) übertragen. In unserem, wie wohl in fast 
allen, kann man die Rekuperation für One-Pedal-Drive vorgeben bzw. mit 
dem Tritt aufs Bremspedal punktgenau einstellen. Also die Bremswirkung 
des Generators bzw. die Menge an entnommener Energie.
Als "hinterhängende" Last könnte z.B. auch ein Kondensator + Akku 
geschaltet sein. Der müsste ja lediglich die mittels PWM -> PNP 
Transistor  Fet  IGBT zerhackte Leistung glätten.

Soweit ich es einschätzen kann wird ein Schrittmotor / Fremderregter DC 
als Generator geringere Wirkungsgrade als ein normaler permanent 
erregter DC-Motor oder BLDC erreichen. Der Generator soll quasi mit 
einer automatischen Rekuperation arbeiten.

Daher kamen meine Überlegungen zur Umsetzung.

von Uwe (neuexxer)


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Wenn eine "klsssische" Gleichstrom-Nebenschlussmaschine

(ob auf dem Typenschild nun 'Motor' oder 'Generator' steht,
ist egal, die anderen Daten sind relevant)

zur Anwendung kommt, wird die
(sog. 'ideelle', d.h. die Lagerreibung ausser Acht lassende)
Leerlaufdrehzahl durch den Erregerstrom
(und der Magnetisierungskennlinie)
bestimmt.

Die sich dann einstellende wirkliche Drehzahl hängt dann
vom gegebenen Lastpunkt (motorisch-generatorisch) ab.

Das dürfte aber, wie hier
bei einem Fliessgewässer mit Schaufelrad, ziemlich nachrangig sein.
---
Ist die Maschine permanent erregt, ist die Motorspannung (ziemlich)
proportional zur Drehzahl bzw. umgekehrt;
bei einer Reihenschlussmaschine wird's komplizierter.

von Nils B. (hbquax)


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Du hast immer noch gesagt, was das Ziel der Regelung sein soll.
Maximale Leistung?
Eine bestimmte Drehzahl, Leistung, Spannung?
Wie definierst du "optinale Rotorgeschwindigkeit"?

: Bearbeitet durch User
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