Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Ringkerntrafo für Massagesessel gesucht


von Martin (eumeltier)


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Moin,

ein wandernder Sternpunkt hat mir Überspannungen erzeugt und einige 
Geräte in die Jagdgründe geschickt.

Nachdem die Sache mit der Hausrat nun endlich durch ist, schaue ich, was 
man so selbst machen kann.

Punkt eins ist der Massagesessel. Laut "Hersteller" - das Ding kommt aus 
China und der deutsche Vertrieb druckt da sein Logo drauf - gibt es 
weder Reparaturservice noch Ersatzteile.

Die Hausrat hat mir deshalb freundlicherweise auch den Neupreis 
erstattet.

Nun hab ich das Ding mal zerlegt. Die gesamte Elektronik ist tot, da die 
Primärwicklung des Trafos keinen Durchgang mehr hat und demzufolge 
sekundärseitig nichts mehr raus kommt... nicht wirklich das, was ich 
erwartet hätte, aber wie auch immer. Die Gerätesicherung hat nicht 
ausgelöst.

Also wäre der erste Versuch, einen neuen Trafo zu besorgen. Allerdings 
sind die Spannungen etwas ungewöhnlich. Siehe Bild.

Ich habe im Netz nichts gefunden. Die Firma findet man zwar, aber die 
sitzt in China und den passenden Trafo finde ich da auch nicht auf der 
Webseite.

Jemand einen Tipp?

Gruß,
Martin

von Teo D. (teoderix)


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Schau mal, ob das Ding ne Thermosicherung verbaut haben könnte.

von Lu (oszi45)


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Martin schrieb:
> da die Primärwicklung des Trafos keinen Durchgang mehr hat

Thermosicherung gefunden?
Notfalls Spannungen mit mehreren Trafos als Ersatz lösen (wenn die 
restliche Schaltung noch gesund sein sollte). Da der Sessel aber leicht 
brennbar ist, würde ich auf vorhandene Thermosicherungen achten.

von Gerald B. (gerald_b)


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Beim Preis so eines Sessels könnte es Sinn machen, den Trafo als 
Einzelstück wickeln zu lassen.
Erzähle mal, wieviel Platz du hast. Wenn der reichlich vorhanden ist, 
könnte man durchaus die vorgeschlagene Lösung mit 2 bis 3 Einzeltrafos 
in Betracht ziehen. Frage 2, was wird mit den Spannungen der einzelnen 
Wicklungen überhaupt angestellt? 20,5V deutet auf 24V Gleichspannung für 
Motoren hin. Die könnte man auch durch ein wesenlich kleineres 
Schaltnetzteil erzeugen. Nur wofür werden die 80V gebraucht?

von Michael B. (laberkopp)


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Martin schrieb:
> Ich habe im Netz nichts gefunden

Das Zeil wurde halt fur den Dessel hergestellt.

Du kannst dir auch einen herstellen lassen.

https://www.hodde-transformatoren.de/leistungen-technik/sonderfertigung/
http://www.audioelektronik-shop.de/netztrafos.html (auch privat 
Einzelstücke)
http://www.mueller-rondo.com/ (auch privat Einzelstücke)
http://www.strobelt-trafo.de/produkte (auch Einzelstücke)
https://www.hogenkamp-trafo.de/ (auch Einzelstücke)
https://www.wickeltechnik-langer.de/ (auch Einzelstücke)
https://www.kukcoils.ch/ (auch Einzelstücke, aber vor allem 
vollautomatische Herstellung z.B. von Ventilen)
https://sklep.toroidy.pl/ (auch Einzelstücke)
https://www.kleintges.de/
https://www.riedel-trafobau.de/ (auch Einzelstücke an privat)
http://www.strobelt-trafo.de/ (auch Einzelstücke an privat

oder du nimmst 3 getrennte Trafos, Platz wird dafur ja sein.

Aber ob danach die Elektronik funktioniert, steht in den Sternen.

von Martin (eumeltier)


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Das mit der Thermosicherung ist ne Idee, danach hab ich noch nicht 
geschaut.

Wozu die Spannungen da sind habe ich noch nicht genau verfolgt. Zwei 
Spannungen gehen auf Gleichrichter auf der Hauptplatine, ich vermute mal 
die 10,5 und 20,5 Volt. Wo die 80 Volt hingehen könnte ich mal 
verfolgen, leider sind die Kabel zu fetten Bündeln zusammengestrapst und 
nicht leicht übersehbar.

Ob der Sessel mit einem neuen Trafo wieder gehen würde ist natürlich 
unklar, aber bei meinen anderen defekten Geräten (da kommen vielleicht 
noch ein paar Threads von mir) waren sehr deutlich defekte Bauteile auf 
den Platinen sichtbar. Auf der Platine vom Sessel hab ich nichts 
gefunden.

Mir ist sowieso nicht ganz klar, was dem Sessel geschadet hat, am selben 
Stromkreis hing Fernseher, Musikanlage und Beamer, die haben alle 
überlebt.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Martin schrieb:

> Ob der Sessel mit einem neuen Trafo wieder gehen würde ist natürlich
> unklar, aber bei meinen anderen defekten Geräten (da kommen vielleicht
> noch ein paar Threads von mir) waren sehr deutlich defekte Bauteile auf
> den Platinen sichtbar. Auf der Platine vom Sessel hab ich nichts
> gefunden.

Eben deshalb würde ich mit einem Bastelaufbau aus mehreren Trafos 
erstmal ausprobieren, ob die Elektronik überhaupt noch geht. Auf die 80 
V kann man dabei wahrscheinlich verzichten, weil die irgendeine 
Sonderlocke macht (Overdrive für den Analstimulator oder so.)


> Mir ist sowieso nicht ganz klar, was dem Sessel geschadet hat, am selben
> Stromkreis hing Fernseher, Musikanlage und Beamer, die haben alle
> überlebt.

Vermutlich alles Schaltnetzteile, da kann der Elko schon was 
wegschlucken, wenn der Impuls kurz genug ist.

Dafür hat sich der Ringkerntrafo geopfert und die Energie aufgenommen. 
Entweder es gibt eine Thermosicherung, die auch bei Überstrom zügig 
verdampft, oder von der dünnen Primärwicklung hat sich ein Stück 
freiliegender Draht in Kupferperlen verwandelt. Genau das habe ich mal 
bei einem 110V-CD-Wechsler von Sony gesehen, der 230V abbekommen hatte. 
Auf der Primärseite des Trafos waren beide freiliegenden Drahtabschnitte 
von den Lötstützpunkten in den Wickel verschwunden. Mit der Lupe sah 
man, daß die Enden kugelig aufgeschmolzen waren und das Mittelstück 
feinstverteilt in der Gegend herumlag.

Etwas unpraktisch beim Ringkerntrafo ist, daß die Primärwicklung innen 
liegt.

Ach, da fällt mir mein Gedankengang von neulich ein: Es würde reichen, 
z.B. die 20V-Wicklung mit passender Wechselspannung zu bestromen. An den 
anderen Wicklungen stellen sich dann die nötigen Spannungen selbst ein. 
Allerdings auch auf der Primärseite >230V Leerlaufspannung, die anders 
als die 1, 2V vom Multimeter eine vorhandene Unterbrechung überspringen 
könnte.

: Bearbeitet durch User
von Silvester (Gast)


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Martin schrieb:
> Das mit der Thermosicherung ist ne Idee, danach hab ich noch nicht
> geschaut.

oft schwarz, ca 1 cm², fest an der Wicklung befestigt

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Martin schrieb:
> Mir ist sowieso nicht ganz klar, was dem Sessel geschadet hat,...

Vermutlich war während des wandernden Sternpunktes dieser mit einem 
DC-Offset behaftet. Dabei verlieren erst mal die nichtlinearen 
Inuktivitäten, also alles im mit Kernen, die in die Sättigung gehen.

Anbei noch die neugierige Frage, was war die Ursache oder Quelle des 
wandernden Sternpunktes?
Ein Kontaktproblem des N-Leiters am Hausanschluss?

von Martin (eumeltier)


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Nach 30 Jahren Planung ist tatsächlich die Freileitung durch Erdkabel 
ersetzt worden.

Eigentlich sollte das bei mir gar nicht geschehen (Einzellage außerhalb 
des Dorfes 450m, zu teuer), aber wurde dann doch gemacht. Habe jetzt 
eine eigene Stichleitung mit 4x240 mm² Alu. Kann also vielleicht noch 
etwas Industrie hier ansiedeln ;-)

Beim Umverdrahten des Anschlusses im Haus vom HAK unter dem Dach auf dem 
HAK im Keller hat der Azubi (ich war dabei) die Schrauben vom N 
anscheinend nicht richtig festgezogen. Ob der andere Kollege die 
Schraube nochmal kontrolliert hat, daran kann ich mich nicht mehr 
erinnern.
Das ganze ging 2 Monate gut, dann kam es zum wandelnden Sternpunkt. Ich 
hab dann alles abgestellt und einen Mitarbeiter vom Netzbetreiber 
geholt, der konnte nichts messen, da war wieder Kontakt da, er konnte 
aber die Schrauben noch deutlich nachziehen. Seitdem keine Probleme 
mehr.

Meine Hausrat hat zum Glück einen Hochleistungstarif, der nicht nur 
Überspannung durch Blitzschlag abdeckt.

Die Abwicklung war - und ist - allerdings eine Katastrophe.

Am 09.09.25 war der Schaden. Die Versicherung wollte dann, daß ich für 
alle Geräte (auch diverse Kleingeräte) selber die Reparaturmöglichkeiten 
prüfen lasse und für jedes Gerät ein Gutachten erstellen lasse.
Da hab ich mich erstmal beschwert und gesagt, das ist ja wohl Unsinn, 
eine Reparatur für alles unter 50,- EUR oder so ist ja wohl nicht 
wirtschaftlich machbar.
Ok, dann haben sie am 7.11. einen Gutachter geschickt, der sich (auf 
deren Auftrag) die fünf teuersten Geräte angeschaut hat. Überspannung 
war eindeutig zu erkennen.

Am 23.12. bekam ich die Nachricht, daß jetzt der Schaden reguliert wird 
- allerdings nur für die fünf begutachteten Geräte. Was mit den anderen 
ist, kein Wort davon.
Hätte der Gutachter sich ja anschauen können, die liegen hier noch 
rum...

Immerhin, das Geld ist jetzt da. Aber es fehlen noch 550 EUR für den 
Kleinkram. Ich habe denen jetzt geschrieben, ich erwarte eine zügige 
Begleichung oder ich muß mir einen Anwalt und eine neue Versicherung 
suchen.

Ich meine, man hat die Geräte ja auch nicht zum Spaß. Auf den 
Massagesessel kann man auch mal verzichten, aber beim Kochfeld wird es 
dann schon schwieriger.

von Martin (eumeltier)


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So ich hab den Trafo um die Anschlüsse der Primärwicklung mal 
entblättert, konnte aber keine Thermosicherung finden. Entweder gibt es 
keine oder die steckt irgendwo tiefer unter den Sekundärwicklungen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Beim Ringkerntrafo sind in der Regel die obersten Wicklungen die 
Sekundärwicklungen mit Deinen 10...80V. Darunter liegt die 
Primärwicklungen für 230V.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Meine Vermutung für den 80V ist folgende:

Der gleiche Sessel wurde auch in Länder mit 110/120V geliefert. Deren 
ACDC-Wandler auf der Platine arbeiten in der Regel auch zuverlässig mit 
80V. Statt die Platine zu ändern, bekam der Trafo diese zusätzliche 
Wicklung als Lösung.

von Klaus R. (klausro)


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Dieter D. schrieb:
> Meine Vermutung für den 80V ist folgende [...]

Auf der sekundär Seite? Mit ganzen 32 VAC? Da hat ja die 20 V Wicklung 
schon 80 VAC...

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Klaus R. schrieb:
> Mit ganzen 32 VAC?

5-10W wären für die Elektronik. Es gäbe auch noch Sessel, die haben 
Piezoaktuatoren verbaut. Die bräuchten die 80V-Wicklung. Dafür wäre die 
Leistung ausreichend.

Die anderen Wicklungen wären für die Versorgung der Leistungsmotoren.

von Ralf X. (ralf0815)


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Dieter D. schrieb:
> 5-10W wären für die Elektronik. Es gäbe auch noch Sessel, die haben
> Piezoaktuatoren verbaut. Die bräuchten die 80V-Wicklung. Dafür wäre die
> Leistung ausreichend.

"Piezoelektrische Aktoren bieten Sub-Nanometer-Auflösung und kürzeste 
Ansprechzeiten und sind damit ideal für nanometergenaue Positionierung."

Also genau das, was man bei so einem Sessel unbedingt benötigt.
Kenn ich auch aus der Braunkohlebaggerszene.

von Lu (oszi45)


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Martin schrieb:
> Massagesessel kann man auch mal verzichten, aber beim Kochfeld wird es
> dann schon schwieriger.
Ähnliche Versicherungs-Probleme hatte ich nach einem Blitzeinschlag im 
Haus. Manche Sachen fielen erst Tage später auf. Allgemein waren bei mir 
die Geräte mit Trafo meist ohne Schaden und zahlreiche Schaltnetzteile 
betroffen. Seitdem haben bei mir wertvolle Geräte einen 
Überspannungsschutz-Adapter bekommen, den man nach einer Störung 
schneller austauschen kann als einen speziellen Transistor im 
eingebauten Netzteil. Wenn ich die Elektroanlage erneuern lasse, werde 
ich auch weitere Sachen von Dehn einbauen.
1. Bevor ich obigen Spezialtrafo ersetzen würde, wäre zu prüfen, ob die 
Elektronik noch gesund ist. Evtl. Labornetzteil zu Test?
2. Ist vor dem Trafo irgendwo noch eine Feinsicherung gewesen? Bei 
günstiger Sicherungswahl hätte die evtl. bei Überlast früher ausgelöst 
als die versteckte Thermosicherung im Trafo.

von Martin (eumeltier)


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Lu schrieb:
> Wenn ich die Elektroanlage erneuern lasse, werde
> ich auch weitere Sachen von Dehn einbauen.

Ein Problem dabei ist, daß die meisten Schutzeinrichtungen gegen 
kurzfristige Pulse sind, die deutlich höhere Spannungen haben (wie beim 
Blitzeinschlag). Bei einem wandelnden Sternpunkt, wo die Spannung bis 
400V gehen kann, würden die normalen Überspannungsschutzeinrichtungen 
überhaupt noch nicht ansprechen.

> 1. Bevor ich obigen Spezialtrafo ersetzen würde, wäre zu prüfen, ob die
> Elektronik noch gesund ist. Evtl. Labornetzteil zu Test?

Ja da denk ich gerade drüber nach. Labornetzteile hab ich genug, aber 
die haben alle Gleichspannung. Je nachdem ob die Spannung direkt auf 
einen Gleichrichter geht, sollte das ja eventuell egal sein.

Oder wie hier im Thread vorgeschlagen auf eine Sekundärwicklung gehen. 
Ich hab einen Stelltrafo, den könnte ich auf 80V drehen und an die 
entsprechende Sekundärwicklung klemmen.

> 2. Ist vor dem Trafo irgendwo noch eine Feinsicherung gewesen? Bei
> günstiger Sicherungswahl hätte die evtl. bei Überlast früher ausgelöst
> als die versteckte Thermosicherung im Trafo.

Ja da ist eine Sicherung. Die hat aber nicht ausgelöst.

von Lu (oszi45)


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Martin schrieb:
> auf eine Sekundärwicklung gehen

In Trafo Sekundärwicklung ~ einspeisen zum Test wäre auch möglich, nur 
würde ich mir eine kräftige Wicklung aussuchen. Vorteil bei Variante 
Labornetzteil wäre, dass man Ströme vorher begrenzen kann und ablesen 
kann, ob da noch ein Kurzschluss vorliegt. Einschaltreihenfolge wäre 
auch noch zu beachten.

von Ron-Hardy G. (ron-hardy)


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Ein Foto der Elektronik würde tausende Worte sparen.

von Ralf X. (ralf0815)


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Martin schrieb:
> Oder wie hier im Thread vorgeschlagen auf eine Sekundärwicklung gehen.
> Ich hab einen Stelltrafo, den könnte ich auf 80V drehen und an die
> entsprechende Sekundärwicklung klemmen.

Wenn Du genügend LNG da hast, nutze diese für DC-Speisung nach der 
Brückengleichrichtung der 20,5 und 10,5 VAC.
Und den Regeltrenntrafo für die 80 VAC, nachdem klar ist, wozu die 
überhaupt gebraucht werden.
Wobei ich dabei zumindest die entsprechende Wicklung des Originalstrafos 
(einseitig?) abklemmen würde.

von Martin (eumeltier)


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So mal quick and dirty, paar Orientierungspunkte eingemalt.

In den Anschlußkabeln der 10.5V und 20.5V Sekundärwicklung ist im 
übrigen jeweils noch eine Feinsicherung verbaut, die beide nicht 
ausgelöst haben.

Die 10,5V und 20,5V scheinen ja direkt auf die Gleichrichter zu gehen. 
Der Kompressor wird anscheinend noch direkt durch 230V versorgt. Da der 
im Moment der Überspannung nicht aktiv war und er anscheinend durch das 
schwarze Relais angesteuert wird, sollte da ja nichts passiert sein.

Die 80.0V mäandern bis in die Platinenecke. Dort ist ein Stecker, der in 
den Tiefen des Sessels verschwindet. Soweit ich das Kabel richtig 
verfolgt habe, verschwindet das im Fußteil (da ist noch so ne 
Fußzonenmassage und Waden-Einquetsch-Maschine drin).
Spontan hätte ich jetzt gedacht, das ist vielleicht die optional 
aktivierbare Rückenheizung. Aber scheint nicht so zu sein. Oder ich hab 
im Kabelbaum die Orientierung verloren.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Ralf X. schrieb:
> nanometergenaue Positionierung

Genau! Als Verkaeufer von solchen High-Tech-Sesseln wuerde ich Dich 
sofort einstellen die Werbung dafuer zu perfektionieren und die 
Verkaeufer zu drillen.

Aber ich dachte bei den Aktuatoren an Piezos der Ventile. Andere Ventile 
machen da zuviel Krach.

von Εrnst B. (ernst)


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Lu schrieb:
> Wenn ich die Elektroanlage erneuern lasse, werde
> ich auch weitere Sachen von Dehn einbauen.

Martin schrieb:
> Bei einem wandelnden Sternpunkt, wo die Spannung bis
> 400V gehen kann, würden die normalen Überspannungsschutzeinrichtungen
> überhaupt noch nicht ansprechen.

Bestimmt hochgradig illegal, aber einfach auch außerhalb des 
Sicherungskastens in einem Schuko-Stecker in einer ungenutzten Steckdose 
unterzubringen:
25V-Varistor mit Vorwiderstand zwischen N und PE.
Triggert bei wanderndem Sternpunkt den RCD/FI.

Nur richtig herum einstecken sollte man den.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Εrnst B. schrieb:
> zwischen N und PE.

Bei PEN nutzt das nur etwas, wenn der Fehler nach der Verbindung von PE 
und N auftritt. Ansonsten "wandert" der PE mit.

von Lu (oszi45)


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OT Ernst, man kennt den konkreten Fall zu wenig, wo die lockere Schraube 
war. Solange PE=PN ist, wird keine Differenzspannung einen FI auslösen. 
Siehe Skizze wiki. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Fehlerstrom-Schutzschalter#/media/Datei:FISkizze.svg

Am Sessel würde ich jetzt erst kurz testweise eine kleine Spannung 
anlegen, um einen Kurzschluss der Sessel-Elektronik auszuschließen. Die 
Spannungspitze aus dem Netz muß ja irgendwo auf eine Last gestoßen sein. 
Entweder hat die Elektronik fast die doppelte Spannung vertragen oder es 
gibt noch ein paar kranke Transistoren nach deren Si-Schmelze der 
Trafo erst überlastet wurde?

von Ralf X. (ralf0815)


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Lu schrieb:
> Am Sessel würde ich jetzt erst kurz testweise eine kleine Spannung
> anlegen, um einen Kurzschluss der Sessel-Elektronik auszuschließen.

Bei den beiden "Leistungskreisen" sollte man per LNG die plausible 
Nennspannungen anlegen, aber natürlich mit einer niedrig eingestellten 
Strombegrenzung.

von Martin (eumeltier)


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Lu schrieb:
> Die
> Spannungspitze aus dem Netz muß ja irgendwo auf eine Last gestoßen sein.

Ja ich finde das Fehlerbild sowieso seltsam.

Feinsicherung netzseitig hat nicht ausgelöst. Feinsicherungen 
Sekundärseite 20,5V und 10,5V haben nicht ausgelöst. Wie kann denn da 
dann so viel Strom geflossen sein, daß die Primärwicklung durch ist?

Und das ist auch kein Klingeldraht. Ok, keine Ahnung wie dick die 
Isolierung ist und ich bin sowieso schlecht beim Schätzen, aber die 
Anschlußleitung scheint mir ein 2,5 mm² zu sein. Sagt natürlich nichts 
über die Dicke der Wicklung aus, aber dennoch.

von Ralf X. (ralf0815)


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Martin schrieb:
> Lu schrieb:
>> Die
>> Spannungspitze aus dem Netz muß ja irgendwo auf eine Last gestoßen sein.
>
> Ja ich finde das Fehlerbild sowieso seltsam.
>
> Feinsicherung netzseitig hat nicht ausgelöst. Feinsicherungen
> Sekundärseite 20,5V und 10,5V haben nicht ausgelöst. Wie kann denn da
> dann so viel Strom geflossen sein, daß die Primärwicklung durch ist?

Martin schrieb:
> Labornetzteile hab ich genug,

Ich hätte da so eine Idee...

von Lu (oszi45)


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Martin schrieb:
> Feinsicherung netzseitig hat nicht ausgelöst. Feinsicherungen
> Sekundärseite 20,5V und 10,5V haben nicht ausgelöst. Wie kann denn da
> dann so viel Strom geflossen sein, daß die Primärwicklung durch ist?

Wenn Du schon mal einen Trafo gewickelt hast, dann ist die 230V-Wicklung 
recht dünner Draht. Oft geht nur die Thermosicherung durch Überhitzung 
kaputt. Da jedoch vorgeschaltete Schmelzsicherungen recht träge sein 
können, müssen die nicht in jedem Fall früher auslösen. Bei Jogi sind 
ein paar historische Grundlagen zur Trafoberechnung und 
Drahtquerschnitt. https://www.jogis-roehrenbude.de/Transformator.htm

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Martin schrieb:

> Immerhin, das Geld ist jetzt da. Aber es fehlen noch 550 EUR für den
> Kleinkram. Ich habe denen jetzt geschrieben, ich erwarte eine zügige
> Begleichung oder ich muß mir einen Anwalt und eine neue Versicherung
> suchen.

Wir brauchen endlich Strafschadensersatz, damit die kriminellen 
Versicherungen in solchen glasklaren Fällen je nach Laune des Richters 
z.B. die drei- oder fünffache Schadenssumme als Strafe für ihren 
Betrugsversuch an das Opfer zahlen müssen. Zum einen erhält der 
Geschädigte dadurch eine gewisse Genugtuung, zum anderen verschiebt sich 
der Erwartungswert solcher Betrügereien für die Versicherung dadurch ins 
Negative, was deren Häufigkeit nachhaltig senken dürfte.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Εrnst B. schrieb:

>
> Bestimmt hochgradig illegal, aber einfach auch außerhalb des
> Sicherungskastens in einem Schuko-Stecker in einer ungenutzten Steckdose
> unterzubringen:
> 25V-Varistor mit Vorwiderstand zwischen N und PE.
> Triggert bei wanderndem Sternpunkt den RCD/FI.

Spätestens am Zähler sind der PE und N doch wohl zusammengeklemmt, und 
die Fehler dürften davor aufgetreten sein (Umstellung auf Erdkabel.)

Was dagegen helfen könnte, wäre ein echtes Phasenüberwachungsrelais, das 
dann, weil man die Wohnung nicht an ein fettes Schütz klemmen will, mit 
einer geeigneten Bastelei hilfsweise den oder die FIs schmeißt.

: Bearbeitet durch User
von Εrnst B. (ernst)


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Wollvieh W. schrieb:
> Spätestens am Zähler sind der PE und N doch wohl zusammengeklemmt, und
> die Fehler dürften davor aufgetreten sein (Umstellung auf Erdkabel.)

Ich wohn in einem älteren Stadtviertel, und hier gibt's tatsächlich noch 
ein TT-Netz. PE ist nur im Haus geerdet. N ist nicht damit verbunden.

Bei einem TN-System würde der Varistor N-PE nur gegen Fehler in der 
eigenen Elektrik nach dem Zähler helfen, das ist richtig.

Martin hatte vorher Versorgung über Freileitung, das war ziemlich sicher 
auch ein TT-System, ob das im Zuge der Erdkabelverlegung auf TN 
umgestellt wurde?

von Martin (eumeltier)


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Εrnst B. schrieb:
> Martin hatte vorher Versorgung über Freileitung, das war ziemlich sicher
> auch ein TT-System, ob das im Zuge der Erdkabelverlegung auf TN
> umgestellt wurde?

Ich wurde tatsächlich nicht über Freileitung sondern über Luftkabel 
versorgt. Das haben die mal umgestellt, da sie die Bäume nicht mehr 
schneiden wollten und zu mir in Einzellage kommt die Leitung eh nicht 
unter die Erde...

Nun, kam sie dann doch.

Ob es vorher eigentlich ein TT-Netz war? Keine Ahnung, die uralte 
hingepfuschte Verteilung hat es als TN-Netz behandelt. Der Kram fliegt 
eh demnächst raus.

Jetzt ist es definitiv ein TN-Netz, ich hab auf der anderen Straßenseite 
wo das 4x240mm²-Kabel endet noch einen extra Erdungspunkt spendiert 
bekommen, da das - wie gesagt - eine 450 Meter Stichleitung ist.

von Lu (oszi45)


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Martin schrieb:
> extra Erdungspunkt spendiert

Das heiß aber nicht, dass er jeden beliebig großen Strom ableiten kann, 
wenn er nur im trockenen Sand verbuddelt wurde. Nullpunktverschiebung?
Das hat schon einige Netzteile durch Überspannung gekillt.

: Bearbeitet durch User
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