Moin, so, Überspannungsschaden geht weiter. Bißchen Erfahrung hab ich schon gesammelt. Beim Gefrierschrank ist der LNK304GN explodiert, die Drossel sieht nicht mehr gut aus und der 3W Widerstand ist tot. Die Teile sind bestellt, ich hoffe, daß er dann wieder geht. Bei der Gefriertruhe ist ein Kondensator tot und ein 5W 100 Ohm Widerstand. Mal gucken, ob die dann wieder lebt. Bei der Spülmaschine wird es nun schwieriger. Auf der Rückseite der Platine ist eine Leiterbahn verdampft. Die geht an den Varistor, der hat Kurzschluss. Das macht mir noch keine Bauchschmerzen. Aber der eine Chip ist explodiert und die Reste sind nicht auffindbar. Sieht von der Bauform ja auch aus wie ein LNK304GN, aber da gibt es ja auch 305 und 306... Inwiefern es die SMD Bauteile unter dem LNK??? überlebt haben ist natürlich auch fraglich.
Hier nochmal ein besseres Foto. Wie ich gelesen habe, könnte man wohl einfach einen LNK306GN nehmen, da sich die Bauteile nur durch die mögliche Leistung unterscheiden. Aber was mit den SMD-Bauteilen unter dem LNK ist, da ist ja nichts mehr zu erkennen, was das mal war. Mal abgesehen von anderen nicht sichtbaren möglichen Schäden. Frage ist, ob man es versucht oder sich eine Ersatzplatine holt...
Martin schrieb: > Sieht von der Bauform ja auch aus wie ein LNK304GN, aber da gibt es ja > auch 305 und 306... Und einige andere. Hat die Spülmaschine denn ein Typenschild?
Es handelt sich um eine Siemens SN87YX01CE iQ700. Die Elektronik hat die Nummer 9001 375 318 Man findet bei aliexpress Bilder von der nackten Platine, leider nicht so hochauflösend, daß man die Bauteilbezeichnungen erkennen kann.
Martin schrieb: > Es handelt sich um eine Siemens SN87YX01CE iQ700. > > Die Elektronik hat die Nummer 9001 375 318 Stammt von Bitron, da kann ich leider nicht helfen.
Martin schrieb: > Wie ich gelesen habe, könnte man wohl einfach einen LNK306GN nehmen, da > sich die Bauteile nur durch die mögliche Leistung unterscheiden Nein, weil der Trafo dafür nicht ausgelegt ist. Du musst schon bei der Leistung bleiben. Einfach jeweils eine (gebrauchte) Platine fur die Geräte neu kaufen (wie es auch der Firmenmonteur machen wurde) idt im Budget nicht drin ?
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Michael B. schrieb: > Martin schrieb: >> Wie ich gelesen habe, könnte man wohl einfach einen LNK306GN nehmen, da >> sich die Bauteile nur durch die mögliche Leistung unterscheiden > > Nein, weil der Trafo dafür nicht ausgelegt ist. > Du musst schon bei der Leistung bleiben. Die Elektronik der Maschine bleibt aber doch bei der Leistungsaufnahme für die sie ursprünglich gebaut wurde. Dass der Transistor in dem Wandler jetzt mehr könnte, spielt für den Trafo keine Rolle wenn nicht mehr Energie abgerufen wird.
Ja klar kann ich für ca. 200 EUR ne neue Platine kaufen. Die Versicherung hat ja auch gezahlt. Aber man kann es ja versuchen, ob es auch anders geht. Wenn meine Diagnosen an Gefrierschrank und -truhe richtig sind, dann kostet die Reparatur am Ende je 10 EUR statt 150... Man kann natürlich die Hardcore-Variante nehmen, Ersatzteil bestellen, angucken, altes Teil reparieren und Ersatzteil zurückgeben. Da bin ich aber nicht so ein Freund von.
Martin schrieb: > Man kann natürlich die Hardcore-Variante nehmen, Ersatzteil bestellen, > angucken, altes Teil reparieren und Ersatzteil zurückgeben. Da bin ich > aber nicht so ein Freund von. Der klassische Fall ist selber dran rumfummeln, dann Ersatzteil kaufen und einbauen, dann feststellen, daß noch mehr kaputt ist, und dann neues Gerät kaufen. Oliver
Die Gefahr besteht natürlich. Das ist eine Wette, womit man am besten fährt...
> Aber man kann es ja versuchen, ob es auch anders geht. Wenn meine > Diagnosen an Gefrierschrank und -truhe richtig sind, dann kostet die > Reparatur am Ende je 10 EUR statt 150... Kann man machen bei einfachen Platinen mit wenigen Bauteilen. Aber bei einer Platine mit Microcontroller und zahllosen anderen (empfindlichen) ICs und sonstigen Halbleitern brauchst du schon eine gewaltige Portion Glück, um die wieder zum Laufen zu bringen.
Tja die Frage ist halt, wie weit die Überspannung gekommen ist. Wenn es relativ weit vorne PUFF gemacht hat und dann war es erledigt, dann besteht natürlich die Hoffnung, daß der Rest noch lebt. Aber klar, man weiß es nicht. Einen WLAN-Repeater hab ich schon repariert, da war nur ein Elko aufgebläht, getauscht, läuft.
Wie sieht es mit Gebrauchtteilen bei eBay oder Kleinanzeigen aus? Oder ist da nichts zu bekommen? Ist manchmal der pragmatischere Weg, den ich bei einem Recht üppigen Schaltnetzeil für einen Fernseher auch schon mal gegangen nachdem der Tausch des VipEr Hilfsnetzteils weitere Fehler aufplopoen ließ. Die Ausschlachtfirmen für Haushaltsgeräteteile haben zwar teils happige Preise, bei denen ein Neupreisvergleich angebracht ist. Aber man bekommt teils die seltsamen Teile.
Also als wirklich reines Hobby oder auch Wette ja in Ordnung. Aber die Maschine würde ich nicht mehr produktiv nutzen. Wer weiß... Zumal die Versicherung ja bezahlt hat. Die Maschine gehört jetzt übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit auch denen.
Gerd E. schrieb: > Die Elektronik der Maschine bleibt aber doch bei der Leistungsaufnahme > für die sie ursprünglich gebaut wurde. Nein. Im Einschaltmoment ist der Elko am Ausgang entladen und der Regler versucht ihn mit vollem Strom aufzuladen. Das ist bei einem Regler für höhere Leistung aber mehr als die Spule für ausgelegt ist. Die geht in Sättigung, der Strom steigt pro Impuls schneller an als der Regler abschalten kann.
Michael B. schrieb: > Das ist bei einem Regler für höhere Leistung aber mehr als die Spule für > ausgelegt ist. Die geht in Sättigung, der Strom steigt pro Impuls > schneller an als der Regler abschalten kann. Das kenne ich anders. Schon so alte Möhrchen wie der UC3842 hatten Cycle-by-Cycle Current Limiting, neuere Modelle erst recht. Wenn da der Trafo in die Sättigung geht, dann schalten die sofort, innerhalb des Pulszyklus, ab. Meinetwegen passiert das ein paar Zyklen über, dann ist der Ausgangskondensator aufgeladen und der Regler läuft normal weiter. Natürlich gibts da ne Grenze. Wenn die Ausgangskondensatoren zu groß sind, schlägt die Kurzschlusserkennung zu bevor der Kondensator geladen ist. Der Regler macht dann vielleicht ne halbe Sekunde Pause oder so zum Schutz vor Überhitzung und in der Zeit ist der Ausgangskondensator durch die Last wieder so weit entladen dass das Spiel wieder von vorne beginnt. Deswegen haben fertige Wandlermodule von besseren Herstellern auch meist einen Wert für die maximale Kapazität am Ausgang im Datenblatt.
Schwierig schrieb: > Zumal die Versicherung ja bezahlt hat. Die Maschine gehört jetzt > übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit auch denen. Nein. Die Versicherung hat eine Reparatur bezahlt. Also Tausch der Hauptplatine.
Gerd E. schrieb: > Das kenne ich anders. Schon so alte Möhrchen wie der UC3842 hatten > Cycle-by-Cycle Current Limiting, neuere Modelle erst recht. Wenn da der > Trafo in die Sättigung geht, dann schalten die sofort Ja, so arbeiten die auch, aber was beim 384x noch durch einen externen Widerstand einstellbar ist, ist bei den moderneren fest intern vorgegeben. Dein 'sofort' ist eben nicht sofort. Der Chip geht davon aus, dass der weitere Stromanstieg durch die Induktivität der Spule gebremst ist, so dass einige Mikrosekunden Verzögerung zwischen Überstromerkennung und Abschaltung kein Drama sind. Eine Spule in Sättigung hat aber keine Induktivität mehr, der Strom steigt ungebremst an, in Mikrosekunden weit über alles für das der Chip gebaut ist.
So, ich hab im Internet ein Bild von einer praktisch baugleichen Platine gefunden. Dort ist ein TNY274GN drauf...
Martin schrieb: > So, ich hab im Internet ein Bild von einer praktisch baugleichen Platine > gefunden. Link?
https://ae-pic-a1.aliexpress-media.com/kf/S2ef07cbd2d7f436d9684b2f329fca6b2U.jpg Mit Vergrößern und Augen zusammenkneifen zu erahnen. Mit dessen Hilfe und der Google-Bildersuche kommt man dann auch zu anderen Threads: https://forum.teamhack.de/thread/74462-siemens-sn56p580eu-geschirrsp%C3%BCler-kein-display-keine-funktion/ oder https://forum.teamhack.de/thread/67627-geschirrsp%C3%BCler-siemens-sx66p151eu-b3-keine-funktion/ Die Platine ist zwar nicht 100pro ident, aber doch sehr ähnlich. Würd ich jetzt sagen, die Vermutung daß auf meiner auch ein TNY274GN sitzt liegt nahe.
Martin schrieb: > Die Platine ist zwar nicht 100pro ident, aber doch sehr ähnlich. Würd > ich jetzt sagen, die Vermutung daß auf meiner auch ein TNY274GN sitzt > liegt nahe. Naja, bei Schaltnetzteilen reicht halt ähnlich nicht unbedingt. Aber ich würde es auch probieren, die Pinbelegung scheint zu passen. Bevor du einen bestellst prüfe aber ob die Primärwicklung des Trafos noch in Ordnung ist.
Gerd E. schrieb: > Die Elektronik der Maschine bleibt aber doch bei der Leistungsaufnahme > für die sie ursprünglich gebaut wurde. Dass der Transistor in dem > Wandler jetzt mehr könnte, spielt für den Trafo keine Rolle wenn nicht > mehr Energie abgerufen wird. Das ist leider falsch. Diese Art von Netzteilen ist bis auf den letzten Cent Herstellungskosten ausgereitzt. Ersetzt man den Schaltwander-IC durch den nächst stärkeren ist damit zu rechnen, dass die, entsprechend höher dimensionierte Strombegrenzung, nicht mehr verhindern kann dass der knapp bemessene Übertrager irgendwann in die Sättigung geht. Und dann macht es "Puff" und alle Bäume und Kühe fallen um. Laberkopp hat es schon richtig erklärt. Was natürlich gewisse ForenDeppen nicht davon abhält ihn down zu voten.
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Mark S. schrieb: > Gerd E. schrieb: >> Die Elektronik der Maschine bleibt aber doch bei der Leistungsaufnahme >> für die sie ursprünglich gebaut wurde. Dass der Transistor in dem >> Wandler jetzt mehr könnte, spielt für den Trafo keine Rolle wenn nicht >> mehr Energie abgerufen wird. > > Das ist leider falsch. Diese Art von Netzteilen ist bis auf den letzten > Cent Herstellungskosten ausgereitzt. Ersetzt man den Schaltwander-IC > durch den nächst stärkeren ist damit zu rechnen, dass die, entsprechend > höher dimensionierte Strombegrenzung, nicht mehr verhindern kann dass > der knapp bemessene Übertrager irgendwann in die Sättigung geht. ACK! > Und dann macht es "Puff" und alle Bäume und Kühe fallen um. Naja, Rom brennt deshalb nicht ab.
>> Und dann macht es "Puff" und alle Bäume und Kühe fallen um. > > Naja, Rom brennt deshalb nicht ab. Ich vergaß dies als Zitat [loriot] zu kennzeichen.
Mark S. schrieb: >>> Und dann macht es "Puff" und alle Bäume und Kühe fallen um. >> >> Naja, Rom brennt deshalb nicht ab. > > Ich vergaß dies als Zitat [loriot] zu kennzeichen. Pirol!
Oliver S. schrieb: > Der klassische Fall ist selber dran rumfummeln, dann Ersatzteil kaufen > und einbauen, dann feststellen, daß noch mehr kaputt ist, und dann neues > Gerät kaufen. > > Oliver Plan B eine gebrauchte 1:1 gleiche Maschine kaufen und die Defekte als Teilespender vorhalten!
Mark S. schrieb: > Gerd E. schrieb: >> Die Elektronik der Maschine bleibt aber doch bei der Leistungsaufnahme >> für die sie ursprünglich gebaut wurde. Dass der Transistor in dem >> Wandler jetzt mehr könnte, spielt für den Trafo keine Rolle wenn nicht >> mehr Energie abgerufen wird. > > Das ist leider falsch. Diese Art von Netzteilen ist bis auf den letzten > Cent Herstellungskosten ausgereitzt. Ersetzt man den Schaltwander-IC > durch den nächst stärkeren ist damit zu rechnen, dass die, entsprechend > höher dimensionierte Strombegrenzung, nicht mehr verhindern kann dass > der knapp bemessene Übertrager irgendwann in die Sättigung geht. > Und dann macht es "Puff" und alle Bäume und Kühe fallen um. Diese Single-Chip Wandler für kleinere Leistungen haben meist gar keine klassische Regelung mit gleichmäßig angepassten Steuergrößen. Also nicht wie beispielsweise bei Spitzenstromregelung mit Stromgrenze proportional zu Leistungsanforderung. Statt dessen läuft das eher so: Ist die Ausgangsspannung zu klein, dann wird ein Schaltpuls gestartet. Wenn eine feste Abschaltschwelle des Stroms durch die Induktivität erreicht ist, wird der Puls abgeschaltet. Ist die Ausgangsspannung groß genug, wird überhaupt kein Puls generiert. Damit spart man sich die Auslegung einer Regelschleife. Die Ausgangsspannung ist damit natürlich nicht fein geregelt und der Eingangsstrom mit allerlei niedrig-/mittelfrequenten Anteilen versehen. Die erwähnte Abschaltschwelle ist unterschiedlich je nach Subtyp TNY274/TNY275/etc. Der stärkere Typ wird also andauernd die Induktivität stärker belasten, als der ursprünglich eingesetzte Chip. Und wie Laberkopp erklärt hat kommt dann dazu, dass die Chips bei Erreichen der Schwelle nicht beliebig schnell abschalten, der Strom also im Fall der Sättigung noch wesentlich weiter ansteigen kann. Im Datenblatt der TNY274/275/... ist sogar ein Graph angegeben, wie sich die effektive Schaltschwelle je nach Stromanstiegsgeschwindigkeit ändert. (Diese Typen sind sogar schon recht fortschrittlich, die Stromschwelle wird bei Schwachlast/Teillast abgesenkt in festen Schritten. Aber halt nicht gleitend o.ä.) Langer Rede, kurzer Sinn: Bei solchen Wandlern ist der "stärkere Chip" der Familie nicht einfach nur für größere Ströme geeignet, er verlangt auch immer eine stromtragfähigere Induktivität.
So, ich hab hier einen NTC, über den ist ziemlich viel Leistung geflossen, die Leiterbahn (vermutlich eine Sicherungs-Leiterbahn) ist verdampft. Was sagt mir nun die Beschriftung auf dem NTC? Google ist da irgendwie widersprüchlich. 2,2 Ohm bei 25 Grad? Ist das nicht etwas wenig? Und die 2036 stehen für den Verlauf über der Temperatur? Wenn 2,2 Ohm richtig ist, dann scheint der sogar noch ok zu sein.
Martin schrieb: > 2,2 Ohm bei 25 Grad? Ja. > Ist das nicht etwas wenig? Möglich. > Und die 2036 stehen für > den Verlauf über der Temperatur? Hergestellt KW36 in 2020.
So, ich hab einen neuen TNY eingesetzt, nicht meine schönste Arbeit, aber sollte gehen. Eine verdampfte Sicherungsleiterbahn hab ich auch überbrückt. 325 V liegen über S und D am TNY an, am BP stellen sich 5,8V ein, soweit also gut. Wenn ich richtig sehe, sollten sich am EN/UV 1,2V einstellen? Das funktioniert nicht, da liegen eher so 0,12V... Sollten sich da die 1,2V auch einstellen, wenn der Pin in der Luft hängt? Dann könnte ich ihn mal abtrennen um das zu überprüfen.
Tja, es gibt hier gefühlt mehr als 100 dringende Baustellen, da muß man sehen, was am lautesten schreit...
Den Transistor am EN/UV Pin hat es wohl erwischt, der hat Kurzschluss. Dann kann sich da natürlich auch keine Spannung aufbauen. Darauf steht 1GW 9d. 1G scheint für BC847C zu stehen. Hatr das W und das 9d noch was zu sagen?
Vielen Dank, ist bestellt. Wenn der EN/UV-Pin in der Luft hängt, stellen sich da 1,6V ein. Mal gucken, ob ich die Platine wiederbelebe. Ich habe ja noch so meine Zweifel. Aber ich seh es sportlich.
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