Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Simatic PG685 Netzteil Defekt


von Paul (97paul)


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Hallo zusammen und ein gesundes neues Jahr.

Bei meinen Simatic PG685 (S5 Programmiergerät) war das Netzteil defekt. 
Auf der Steuerungsplatine war ein 3,3uF/16V Tantalkondensator 
abgebrannt, wahrscheinlich durch Kurzschluss.

Die Steuerungsplatine, kann man hier sehen.

https://www.mx300i.de/view_board.cfm?5EF287A1ABC3E4D9A0ED28C2FABDC40109494258D2D384

Nach dem ersetzen des besagten Bauteils liegen bei mir folgende 
Spannungen an. Ein Foto von der Pinbelegung habe ich angehängt.

+5V= 4,0V
+12V= 4,3V
-12V= -3,7V
24V= 7,6V
30V= 9,8V

Die Spannungen sind alle zu niedrig, sollten sich aber bei Anschluss an 
die Hauptplatine einpegeln.

Mir ist aufgefallen das R7 und R8 (10KOhm) heiß werden (ca. 100grad).

Hier ein handgezeichneter Schaltplan (siehe Seite 1)
https://forum.classic-computing.de/index.php?file-download/241369/

Die besagten Widerstände kann man hier sehen (Unten links 10K 
Aufschrift)
https://www.mx300i.de/view_board.cfm?5EF287A1ABC3E4D9A0ED28C2FABDC401054A4258D2D2D8

Ist es normal das die Widerstände so heiß werden (kommt mir irgendwie 
komisch vor)? Auf der Platinenunterseite sieht man schon 
bräunungsspuren.

Die Dioden habe ich soweit alle geprüft. Ich konnte sonst kein weiteres 
defektes Teil feststellen. Die Anlaufschaltung mit dem Relais arbeitet 
korrekt.

von H. H. (hhinz)


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Paul schrieb:
> Hier ein handgezeichneter Schaltplan (siehe Seite 1)
> https://forum.classic-computing.de/index.php?file-download/241369/

Keine Lust mich da auch noch anzumelden.

von Wolf17 (wolf17)


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Paul schrieb:
> Die Spannungen sind alle zu niedrig, sollten sich aber bei Anschluss an
> die Hauptplatine einpegeln.
Dann wäre es sinnvoll, das Netzteil zum Messen mit Widerständen etwas zu 
belasten.

von Paul (97paul)


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H. H. schrieb:
> Keine Lust mich da auch noch anzumelden.

Hier als PDF.

Habe die 5V mit einer 12V 20W Halogenlampe belastet.
Die Spannungen müssten passen wenn ich das Netzteil in die Hauptplatine 
stecke (Spannungsreglung).

: Bearbeitet durch User
von Nevs (noname_user)


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Und jetzt sollen wir für dich die Fehlerfindung aus der Ferne 
durchführen, weil dir dazu sämtliche Fähigkeiten fehlen?
Was liegt denn hinter dem Grätz-GR auf Bild 1 oben so an Spannungsform 
an, weil die beiden R´s ja nur für die Relaisspule sind, welche nun die 
ganze Zeit aktiv bestromt wird oder eher nicht? Arbeitet K1 korrekt oder 
vllt. gar nicht mehr, und wo kommt der Kontakt x3.6 her oder geht der 
hin?
Und auf sowas einfaches kommst du nicht selber?
Wenn man schon kariertes Papier hat, warum nimmt man die Karos und 
Linien nicht als Vorlagen und zeichnet die Bauteile sauber nach einem 
Muster daran?

: Bearbeitet durch User
von Paul (97paul)


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Der Schaltplan stammt nicht von mir. K1 arbeitet korrekt, wie ich 
bereits oben schrieb. Spannungsform? Gleichspannung natürlich (320V)

X3.6 (siehe Seite 2 Links).

Das Relais wird die ganze Zeit bestromt was auch normal ist 
(Anlaufschaltung). Ist es normal oder zulässig das die beiden 
Widerstände so heiß werden?

: Bearbeitet durch User
von Nevs (noname_user)


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Ist man denn nicht in der Lage das auszurechnen, wenn der Plan korrekt 
ist mit den 11 mA? Da werden ca 1,2 Watt an jedem R in Wärme umgesetzt, 
du kannst ja mal nachmessen welche U über jedem der beiden R abfällt, 
und diese auf ihren realen Wert ausmessen?
Welche Leistung hat denn jeder von den R's, da sieht doch schon nach 
mind. 2 Watt aus. Und das Relais ist in echt vollständig aktiv 
angezogen, und das eigentliche Problem hängt nicht vllt. damit zusammen?

: Bearbeitet durch User
von Paul (97paul)


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Das stimmt mit den 11mA. 2x 10KOhm und 1x 7KOhm (Relaisspule). Ich messe 
das morgen mal. Bei den Netzteilen kommt es wohl auch häufiger vor, das 
die Relaisspule durchbrennt.

: Bearbeitet durch User
von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


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Du könntest u.U: das Relais durch eines mit 230 V (oder mehr-falls es 
die gibt?) Spule ersetzen.
Aber Vorsicht daraus werden auch die positiven Speisespannungen für die 
OPV und Optokoppler abgeleitet, dafür dient dann die Z-Diode im 
Fußpunkt.

Der Spulenwiderstand und die Werte der (dann neuen kleineren und weniger 
heiß werdenden) R7/8 müssen dann so sein, dass Du ungefähr auf den 
vorigen Widerstandswert der Reihenschaltung aus Spulenwiderstand+R7+R8 
kommst.
Ich würde sogar einen 10% höheren Wert bevorzugen, weil das Netzteil 
sieht deutlich nach 220V Zeiten aus und langsam nähern wir uns den 240V.
(Bei mir zu Hause z.B. fast immer 237...238V)

Dann auch die Schutzdiode über dem Relais durch z.B. eine BA 157 
ersetzen. Die muss ja dann wesentlich mehr Sperrspannung aushalten.

von Peter K. (chips)


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ich würde gar nichts machen - da läuft ja ein Lüfter im Gerät dauernd, 
der sorgt schon für Kühlung...
btw. interessant, dass die Geräte noch leben nach >40 Jahren - kann mich 
noch gut erinnern - hatte damals in der Entwicklungsabteilung 
angefangen;
ist das schon das Gerät mit HDD? oder sogar V3 mit der Kombiplatine 
CPU+RAM+Vollgrafik statt 3 Platinen?

von Paul (97paul)


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Peter K. schrieb:
> da läuft ja ein Lüfter im Gerät dauernd,
> der sorgt schon für Kühlung

Stimmt, da hast du Recht.

Das Gerät hat gesamt 4 Steckkarten. Ich mach dann mal ein paar Fotos. 
Der hat ein Festplattenlaufwerk und 2 Diskettenlaufwerke.

Der ist bestimmt schon seit über 10 Jahren nicht mehr gelaufen. Ich 
hoffe das die Festplatte noch funktioniert. Man musste die Festplatte 
vor dem ausschalten oder vor dem transportieren immer parken. Das ist 
hier bestimmt nicht geschehen.

Wenn die Pufferbatterien leer sind, braucht man laut Anleitung eine Test 
Diskette, sonst fährt er wohl das Betriebssystem von der Platte nicht 
hoch.

Werde dann hier bestimmt noch mal fragen, ob hier einer so nett ist und 
mir ein paar Disketten beschreibt. Ich habe leider die hard und Software 
dafür nicht mehr da.

von Philipp K. (philipp_k59)


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Peter K. schrieb:
> ich würde gar nichts machen - da läuft ja ein Lüfter im Gerät dauernd,
> der sorgt schon für Kühlung...
> btw. interessant, dass die Geräte noch leben nach >40 Jahren

Hier ist auch erst das Netzteil des PG685 aufgeraucht, kurz nach dem 
letzten Backup das wir zur außer Betrieb Setzung gezogen haben, Magic 
Smoke.

Die Kiste haben wir 2-5 mal im Jahr gebraucht.

von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


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Peter K. schrieb:
> ich würde gar nichts machen - da läuft ja ein Lüfter im Gerät dauernd,
> der sorgt schon für Kühlung...
> btw. interessant, dass die Geräte noch leben nach >40 Jahren - kann mich
> noch gut erinnern - hatte damals in der Entwicklungsabteilung
> angefangen;

Und da bist Du wirklich stolz darauf?

Wer unnötig Leistung erzeugt und dann noch mit einen Lüfter diese 
unnötig erzeugte Leistung aus einer Baugruppe rausbringen muss:
- erzeugt damit  Mehrkosten (Lüfter kostet Geld, plus Montagekosten)

- erzeugt mehr Volumen

- erzeugt mehr Geräusche (Lüfterlärm)

- beeinflußt die Zuverlässigkeit dadurch doppelt negativ
(Veringerte BE-Lebensdauer durch die erhöhte Temperatur, plus die 
Ausfallwahrscheinlichkeit des Lüfters)

- werden die Transportkosten durch mehr Gewicht und Volumen höher

Der sollte mal wirklich in sich gehen und ansonsten die Füße ganz still 
halten. Und schon gar nicht auf so etwas stolz sein. Das ist ein dummer 
Stolz der Deutschland täglich dem Abgrund näher bringt.

Ein 230 V Relais ist einfach die bessere Lösung als dieser Leistung 
verbratende Unsinn. Bei Siemens musste man anscheinend nicht so 
nachdenken. Ist ja quasi fast Beamtenmentalität. Wirds eben heiß, gehts 
früher kaputt, wir verdienen mehr, fein.

Grüße
von anscheinend einen besseren Entwicklungsingenieur

: Bearbeitet durch User
von Paul (97paul)


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Philipp K. schrieb:
> Hier ist auch erst das Netzteil des PG685 aufgeraucht, kurz nach dem
> letzten Backup das wir zur außer Betrieb Setzung gezogen haben, Magic
> Smoke.

Garantiert auch der 3,3uF Kondensator. Kommt wohl öfters vor.

von Paul (97paul)


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Lothar schrieb:
> Ein 230 V Relais ist einfach die bessere Lösung als dieser Leistung
> verbratende Unsinn. Bei Siemens musste man anscheinend nicht so
> nachdenken. Ist ja quasi fast Beamtenmentalität. Wirds eben heiß, gehts
> früher kaputt, wir verdienen mehr, fein.

Gerade intelligent konstruiert ist das ganze tatsächlich wirklich nicht. 
Hätte da von Siemens was anderes erwartet.

von Peter K. (chips)


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ziemlich überheblich, was du (Lothar) da von dir lässt...

: Bearbeitet durch User
von Paul (97paul)



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Hier wie versprochen die Fotos der Steckkarten.

von Paul (97paul)


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Die Kiste läuft wieder. Es wird jetzt nach einer Testdisc verlangt, die 
ich leider nicht besitze.

von Peter K. (chips)


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ja ok, das ist noch die erste Version mit extra RAM-Platine;
wahrscheinlich mit 20MB NEC-HDD...
die 2.Version siehe z.B. hier: 
https://www.youtube.com/watch?v=Ut_0_ev1jXA
da ist CPU, RAM, Grafik und WiFlo auf einem Board; das andere ist die 
ProgAs (Programmier-Anschaltung)

: Bearbeitet durch User
von Nevs (noname_user)


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So eine alte Kiste, das Netzteil sah aber nach einem Schaltnetzteil aus, 
auch der sichtbaren Schaltung nach?

von H. H. (hhinz)


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Nevs schrieb:
> So eine alte Kiste, das Netzteil sah aber nach einem
> Schaltnetzteil aus,
> auch der sichtbaren Schaltung nach?

Schaltnetzteile gibts eben nicht erst seit gestern.

von Nevs (noname_user)


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H. H. schrieb:
> Keine Lust mich da auch noch anzumelden.

H. H. schrieb:
> Schaltnetzteile gibts eben nicht erst seit gestern.

He he he, da wäre ich ohne dich echt nie drauf gekommen, du bist ja 
sowas von einem Fuchs. ;-)

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