Forum: Platinen Wie befestigt man einzelne 18650 Akkus?


von Bauform B. (bauformb)


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hallo?

Was fangen Mediamarkt-Kunden mit solchen Akkus an? Litzen anlöten? 
Lötfahnen abbrechen und in die Taschenlampe prokeln? Warum sind diese 
U-Lötfahnen so verbreitet?

https://www.mediamarkt.de/de/product/_a123-a123-apr18650m-a1-1100mah-32v-33v-lifepo4-akku-lifepo4-lithium-eisenphosphat-solar-akku-1100-mah-136762154.html

Jetzt im Ernst, könnte man die in durchkontaktierte Langlöcher löten? 
Darf man die Fahnen überhaupt gerade biegen? Ich möchte vier 18650 oder 
26650 für eine 12 Volt-USV auf eine Platine bauen. Natürlich geht's mit 
Zellen ohne Lötfahnen und einem Batteriehalter, z.B. Keystone 1109, aber 
die Kontakte sehen ziemlich windig aus. Und man kann die optimal 
verpolen. Gibt es etwas besseres oder wie macht man das?

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Bauform B. schrieb:
> Jetzt im Ernst, könnte man die in durchkontaktierte Langlöcher löten?'
Wer könnte es einem verbieten?

> wie macht man das?
In kommerziellen Akkupacks werden die Zellen einfach hintereinander 
punktgeschweißt.

Aber ich würde die Anschlussfahnen passend nach aussen abwinkeln und 
dann auf hinreichend große SMD-Pads löten. Drumrum ein Kabelbinder zur 
mechanischen Fixierung des Ganzen und fertig.

von H. H. (hhinz)


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Lothar M. schrieb:
> Bauform B. schrieb:
>> Jetzt im Ernst, könnte man die in durchkontaktierte Langlöcher löten?'
> Wer könnte es einem verbieten?

Naja, JLCPCB will die Slots mindestens 0,5mm breit machen, und die 
Hiluminbänder sind ja doch eher deutlich dünner.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Bauform B. schrieb:
> Was fangen Mediamarkt-Kunden mit solchen Akkus an?

Es ist ein Marktplatz. MediaMarkt stellt nur die Plattform zur 
Verfügung, für die angebotenen Artikel ist in diesem Falle "AkkuShop 
Deutschland" zuständig. Es handelt sich also nicht um einen Artikel, den 
man so auch in einem Ladengeschäft von MediaMarkt vorfinden würde.

Bauform B. schrieb:
> Jetzt im Ernst, könnte man die in durchkontaktierte Langlöcher löten?

Go for it!

Bauform B. schrieb:
> Darf man die Fahnen überhaupt gerade biegen?

Mir fällt gerade kein Gesetz ein, das es dir verbieten würde.

Bauform B. schrieb:
> Gibt es etwas besseres oder wie macht man das?

Es gibt Zellen mit Lötpins anstatt der Fahnen für THT-Montage. Nicht 
gebogene Fahnen in PTH-Slots sind mir auch schon begegnet. Man könnte 
auch die Leiterplatte zwischen Akku und gebogener Fahne stecken mit 
einem Pad auf der Unterseite.

Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

H. H. schrieb:
> Naja, JLCPCB will die Slots mindestens 0,5mm breit machen, und die
> Hiluminbänder sind ja doch eher deutlich dünner.

Das stellt ja nun in der Praxis auch kein Problem dar. Lötzinn kostet 
nicht viel Geld.

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Sebastian R. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Naja, JLCPCB will die Slots mindestens 0,5mm breit machen, und die
>> Hiluminbänder sind ja doch eher deutlich dünner.
>
> Das stellt ja nun in der Praxis auch kein Problem dar. Lötzinn kostet
> nicht viel Geld.

Und schwerelos löten ist ja ganz einfach.

von Frank K. (fchk)


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Bauform B. schrieb:

> 26650 für eine 12 Volt-USV auf eine Platine bauen. Natürlich geht's mit
> Zellen ohne Lötfahnen und einem Batteriehalter, z.B. Keystone 1109, aber
> die Kontakte sehen ziemlich windig aus. Und man kann die optimal
> verpolen. Gibt es etwas besseres oder wie macht man das?

Schau Dir Keystone 1043 und 1043P an. Die P-Version ist polarisiert, 
d.h. der Pluspol ist etwas zurückgesetzt, so dass ein flacher Minuspol 
den Kontakt nicht erreicht. Also idiotensicher.  Sieht man beim 1049P 
für zwei Zellen noch besser. Aber: es gibt Zellen mit Pinökel an 
Pluspol, und es gibt Zellen ohne Pinökel. Letztere kannst Du dann in 
einem polarisierten Halter nicht verwenden.

Die Einzelzellen für Halter haben meist eine Schutzschaltung eingebaut. 
Die Zellen mit Lötfahnen sind komplett ungeschützt - hier bist Du selber 
dafür verantwortlich, dass das nicht abfackelt.

fchk

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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H. H. schrieb:
> Und schwerelos löten ist ja ganz einfach.

Schwerelos löten? Ich würde die Akkus auf der Erde verlöten, das macht 
es etwas einfacher.

Die Leiterplatte kann man von oben auf die auf einer ebenen Fläche 
liegenden Akkus drücken, damit diese bündig aufliegen. Und die Spalte 
ist klein genug, als dass die Oberflächenspannung des Zinns alles sauber 
benetzt. Ich erkenne gerade keine möglichen Komplikationen.

von Frank K. (fchk)


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Nochwas: Wenn Du die Zellen lötest, dann musst Du peinlichst darauf 
achten, dass die Zellen wirklich keinerlei Hitze vom Lötvorgang 
abbekommen, weil das die Zellen nachhaltig schädigen würde. Deswegen ja 
das Punktschweißen. Das ist so kurz, dass der Wärmeeintrag lokal 
begrenzt bleibt.

fchk

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Bauform B.,

Bauform B. schrieb:
> Natürlich geht's mit
> Zellen ohne Lötfahnen und einem Batteriehalter, z.B. Keystone 1109, aber
> die Kontakte sehen ziemlich windig aus. Und man kann die optimal

Der Halter Keystone 1109 ist für 26650 und nicht für 18650 gedacht.

Die Kontaktierung ist wunderbar!

Windig sind die Konstruktionen mit genieteten dünnen Drahtfedern, hier 
ein Musterbeispiel in Größe Mignon:

https://www.reichelt.de/de/de/shop/kategorie/batteriehalter_fuer_mignon-4255

von Rainer W. (rawi)


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Frank K. schrieb:
> Das ist so kurz, dass der Wärmeeintrag lokal begrenzt bleibt.

Der Wärmeeintrag findet auch beim Löten nur an der Kontaktfläche 
zwischen Lötspitze und Blech statt, also durchaus auch sehr lokal. Es 
wird wohl keiner auf die Idee kommen, einen Akku mit Heißluft oder per 
Reflow-Ofen zu löten.

von H. H. (hhinz)


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Sebastian R. schrieb:
> Und die Spalte
> ist klein genug, als dass die Oberflächenspannung des Zinns alles sauber
> benetzt.

Das gibt dann Dauer-GRUNDIG...



> Ich erkenne gerade keine möglichen Komplikationen.

Tja.

von Bauform B. (bauformb)


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Lothar M. schrieb:
> In kommerziellen Akkupacks werden die Zellen einfach hintereinander
> punktgeschweißt.

dafür sind diese U-Fahnen auch nicht zu gebrauchen


Sebastian R. schrieb:
> MediaMarkt stellt nur die Plattform zur Verfügung, für die angebotenen
> Artikel ist in diesem Falle "AkkuShop Deutschland" zuständig.

OK, das Kleingedruckte, sehr aufmerksam beobachtet

> H. H. schrieb:
>> Naja, JLCPCB will die Slots mindestens 0,5mm breit machen, und die
>> Hiluminbänder sind ja doch eher deutlich dünner.
>
> Das stellt ja nun in der Praxis auch kein Problem dar. Lötzinn kostet
> nicht viel Geld.

0.5mm gibt ungefähr 0.2mm ringsrum, das ist doch gerade angenehm. Die 
0.7mm von Aisler könnte man wohl auch noch löten, aber das wird mir 
alles zu warm. Auf der Platine geht's ja auch nicht gerade mit 6mil 
Bahnen weiter. Egal, Batteriehalter muss sein.


Frank K. schrieb:
> Schau Dir Keystone 1043 und 1043P an. Die P-Version ist polarisiert,
> es gibt Zellen mit Pinökel an Pluspol

die Auswahl ist aber sehr dürftig, in 26650 hab' ich noch keine 
gefunden. Da kommt ein Schild dran "nur für geschultes Personal" ;) Oder 
eine fette Anti-Parallel-Diode, eine Sicherung braucht man ja sowieso. 
Mit 1 oder 2 verpolten Zellen gibt's auch noch eine saubere 
Fehlermeldung.

> Die Einzelzellen für Halter haben meist eine Schutzschaltung eingebaut.
> Die Zellen mit Lötfahnen sind komplett ungeschützt - hier bist Du selber
> dafür verantwortlich, dass das nicht abfackelt.

Deswegen LiFePO4 und ein 15V Netzteil; (15 - Diode)/4 halten die 
ziemlich lange aus. Tiefentladung ist natürlich ärgerlich, u.a. deshalb 
werden die nicht eingelötet. Auch, wenn es keinen perfekten 
Batteriehalter gibt, aber immerhin:

Peter M. schrieb:
> Die Kontaktierung ist wunderbar!
> Windig sind die Konstruktionen mit genieteten dünnen Drahtfedern

OK, überzeugt.

> Der Halter Keystone 1109 ist für 26650 und nicht für 18650 gedacht.

Ja, das ist noch offen. Die 26650 haben einen schön kleinen 
Innenwiderstand und die 18650 sind schön klein und es gibt viel mehr 
Auswahl. Und ob beim Kurzschluss 100 oder 200A fließen, ist doch 
praktisch egal.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Die Fahnen der Zellen lassen sich löten. Damit die Wärmeleitung dabei 
die Akkuenden nicht zu stark erwärmt, kann an den Enden der Zelle ein 
Kühlkörper angedrückt werden, der einen Teil der abgeleiteten Wärme der 
Fahnen abbnimmt. Die Kopf und Bodenfläche wird dann nur halb so warm 
werden.

von Bauform B. (bauformb)


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Dieter D. schrieb:
> Die Fahnen der Zellen lassen sich löten.

Das hat sich erledigt. Ich will die einzelnen Spannungen nur überwachen, 
keinen Balancer einbauen. Deshalb könnte ein Batteriehalter sehr 
praktisch sein.

von H. H. (hhinz)


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Dieter D. schrieb:
> Die Fahnen der Zellen lassen sich löten. Damit die Wärmeleitung dabei
> die Akkuenden nicht zu stark erwärmt, kann an den Enden der Zelle ein
> Kühlkörper angedrückt werden, der einen Teil der abgeleiteten Wärme der
> Fahnen abbnimmt. Die Kopf und Bodenfläche wird dann nur halb so warm
> werden.

SO kennt man den Spinner.

Die Hiluminbänder sind nicht aus Kupfer, die leiten Wärme nicht 
besonders.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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H. H. schrieb:
> SO kennt man den Spinner.

In dem Falle bist das eindeutig wieder Du, weil Du immer 
fälschlicherweise von Dir auf andere schließt, die eben nicht wie Du 
schon viel Übung beim Löten mit den Fahnen haben.

H. H. schrieb:
> Die Hiluminbänder sind nicht aus Kupfer, die leiten Wärme nicht
> besonders.

Wer nicht viel Übung hat, nicht dafür auch gut zu verwendendes 
Lötflussmittel, Lötzinn, Lötkolben und Lötspitze haben sollte, kann 
schaffen die Akkuenden zu sehr aufzuheizen.

von Ralf X. (ralf0815)


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Dieter D. schrieb:
> Wer nicht viel Übung hat, nicht dafür auch gut zu verwendendes
> Lötflussmittel, Lötzinn, Lötkolben und Lötspitze haben sollte, kann
> schaffen die Akkuenden zu sehr aufzuheizen.

Leute ohne Ahnung können beim Anpressen der Kühlkörper auch leicht 
20550er aus den 18650ern machen.
Saugefährlich.

von H. H. (hhinz)


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Dieter D. schrieb:
> Wer nicht viel Übung hat, nicht dafür auch gut zu verwendendes
> Lötflussmittel, Lötzinn, Lötkolben und Lötspitze haben sollte, kann
> schaffen die Akkuenden zu sehr aufzuheizen.

SO kennt man den Spinner.

von Manfred P. (pruckelfred)


Angehängte Dateien:

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Frank K. schrieb:
> Die Einzelzellen für Halter haben meist eine Schutzschaltung eingebaut.

Nein, ich habe etliche ohne. Das, was als 18650 mit Schutzschaltung 
angeboten wird, bekäme ich in meine Akkuhalter nicht rein, weil sie 
länger als 65mm sind und eigentlich 18700 heißen müssten.

Peter M. schrieb:
> Windig sind die Konstruktionen mit genieteten dünnen Drahtfedern,

Ja, deshalb nimmt man die mit Blattfedern, im Anhang Chinaware, 
funktioniert problemlos. Der Schönheitsfehler ist, dass sie nicht gegen 
Verpolung gesichert sind und man die Zellen schlecht heraus bekommt.

von Ralf X. (ralf0815)


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Manfred P. schrieb:
> deshalb nimmt man die mit Blattfedern, im Anhang Chinaware,
> funktioniert problemlos. Der Schönheitsfehler ist, dass sie nicht gegen
> Verpolung gesichert sind und man die Zellen schlecht heraus bekommt.

Manchmal bekommt man ein Aushebelwerkzeug mitgeliefert, das immerhin die 
Zellen nicht so leicht schädigt.
Ich verwende aber lieber stabile Textilstreifen, die ich einseitig mit 
in die Halter einbringe.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Für die etwas längeren Akkus gäbe es noch die Lösung mit Holz ein 
Akkumodell in die Fassung zu stecken, dann mit Heißluft die Fassung 
weich zu machen und etwas in die Länge zu ziehen. Gut sah das nicht aus, 
wo ich das gesehen haben.

Besser fand ich durchgesägt und mit kleinen 2mm-Schrauben & Muttern 
(zwei bis vier je Hälfte) auf eine Pertinax-Platte verschraubt.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Rainer W.

Rainer W. schrieb:

> wird wohl keiner auf die Idee kommen, einen Akku mit Heißluft oder per
> Reflow-Ofen zu löten.

Doch, auf die Idee wird mit Sicherheit jemand kommen. Was ich schon 
alles habe nach einem Reflow Durchgang eingeschmolzen auf der Platine 
gesehen habe, obwohl es eigentlich nach der Reflow lötung von Hand hätte 
verlötet werden sollen....

Wobei Relais, Stecker und irgendwelche Halterungen den Vorteil haben, 
nur zu Schmelzen und nicht auch noch zu Platzen.

Mit freundlichem Gruß:
Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

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