Forum: PC Hard- und Software seltsames Debian - Stress mit Auflösung


von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Ich möchte auf einem älteren Mini-PC (Dell FX160) ein Debian 10 mit LXDE 
installieren (4GB RAM, 64GB SSD). ISO geladen und mittels Rufus unter 
Windows auf einen USB-Stick geschrieben. Klappt alles, aber ...

- der grafische Installer läuft problemlos in FullHD
- der Boot-Screen mit GRUB, der nach 8s von selbst weg geht, läuft in 
FullHD
- der sch... Desktop bietet mir allen Ernstes nur 640x480 an und lässt 
sich nicht ändern

Ok, dachte ich, ist nicht soo schlimm, will den Rechner ja ohnehin nur 
per RDP bedienen (experimenteller Server), also XRDP installiert.

Das funktioniert auch, aber nun ist die Auflösung im RDP-Client so irre 
hoch (4k) und gleichzeitig (!) herunterskaliert (in der Windows-App auf 
meinem 27er iMac), dass man auch wieder fast nichts erkennen kann. 
Während bei jedem anderen RDP-Server die Auflösung änderbar ist, hier 
enthält das zugehörige Pulldown natürlich nur einen einzigen Wert ...

Ich habe dann halb blind in den Einstellung zur Desktop-Darstellung die 
Schrift und Icons vergößert, was auch prinzipiell funktioniert, aber ... 
natürlich nicht in den Desktop-Menüs und der Menüleiste, nö, nur im 
Terminal und anderen Apps, wie der Paketverwaltung ... echt irre.

Wie komme ich aus diesem Dilemma?

Ich weiss, dass es primär vermutlich an der veralteten Onboard-Grafik 
liegt, deshalb ja auch Debian 10. Aber dass RDP so verrück spielt finde 
ich  echt strange.

Nachtrag: Auf dem PC lief früher mal ein spezielles RDP-Client-Linux 
"2CX-OS", und das sogar mit zwei Bildschirmen in FullHD (einer am DVI, 
einer am VGA). An den Möglichkeiten der Hardware kann es also nicht 
liegen.

: Bearbeitet durch User
von Rbx (rcx)


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Frank E. schrieb:
> Wie komme ich aus diesem Dilemma?

Kannst du das nicht an der Hardware selbst einstellen, bzw. was meint 
der Treiber für die Onboard-Grafik?
Ansonsten ginge noch eine andere Möglichkeit der Installation, 
vielleicht läuft es mit der besser. (https://www.debian.org/CD/netinst/)

von Bauform B. (bauformb)


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VNC statt RDP funktioniert zumindest anders... Hier gibt's mit x11vnc 
auf einem Mini-PC keine Klagen. Die Auflösung habe ich mit einer Datei 
in /etc/X11/xorg.conf.d/ festgenagelt:
1
# Mit dieser Datei ist per VNC immer ein Bild mit 1024x768 zu sehen,
2
# auch dann, wenn zum Testen ein anderer Monitor angeschlossen ist
3
# oder auch garkeiner.
4
5
Section "Device"
6
    Identifier    "Configured Video Device"
7
EndSection
8
9
Section "Monitor"
10
    Identifier    "Configured Monitor"
11
    HorizSync       30.0-62.0
12
    VertRefresh     50.0-70.0
13
EndSection
14
15
Section "Screen"
16
    Identifier    "Default Screen"
17
    Monitor       "Configured Monitor"
18
    Device        "Configured Video Device"
19
    DefaultDepth    24
20
    SubSection "Display"
21
        Depth    24
22
        Modes     "1024x768"
23
    EndSubSection
24
EndSection
Warum eigentlich Debian 10? Wir sind inzwischen bei 13?

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Bauform B. schrieb:

> Warum eigentlich Debian 10? Wir sind inzwischen bei 13?

Es bestand die Hoffnung, dass es noch Treiber für den SiS671-Grafikchip 
enthält, war wohl eine Fehlinformation. Ausserdem ist anzunehmen, dass 
ältere Linuxe nicht so Ressourcenhungrig sind, ist schliesslich nur ein 
Intel Atom mit 4GB.

von Harald K. (kirnbichler)


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Frank E. schrieb:
> Während bei jedem anderen RDP-Server die Auflösung änderbar ist, hier
> enthält das zugehörige Pulldown natürlich nur einen einzigen Wert ...

Der FreeRDP-Client kann per Kommandozeilenoption jede gewünschte 
Auflösung verwenden:
1
wfreerdp.exe /v:ip-adresse /size:1024x768 +dynamic-resolution

Hier wird zunächst eine Fenstergröße von 1024x768 verwendet, aber man 
kann das Fenster nachträglich mit der Maus auf jede gewünschte Größe 
anpassen.

Und das Argument für /size: ist wirklich eine numerische Angabe; 
2000x2000 funktioniert genauso (vorausgesetzt, daß Dein Monitor die 
entsprechende Auflösung unterstützt).

Download hier:
https://ci.freerdp.com/job/freerdp-nightly-windows/arch=win64,label=vs2017/1892/artifact/install/bin/wfreerdp.exe

von Rolf M. (rmagnus)


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Bauform B. schrieb:
> VNC statt RDP funktioniert zumindest anders... Hier gibt's mit x11vnc
> auf einem Mini-PC keine Klagen.

x11vnc dupliziert aber einfach eine lokale Session über VNC. Wenn der 
Rechner lokal nur 640x480 hinbekommt, kommt bei x11vnc auch nicht mehr 
raus.

Frank E. schrieb:
> Es bestand die Hoffnung, dass es noch Treiber für den SiS671-Grafikchip
> enthält, war wohl eine Fehlinformation.

Ich hab auf die Schnelle gefunden, dass bei Ubuntu der Treiber nur bis 
12.04 dabei ist. Debian 10 ist erheblich neuer als das, also würde ich 
davon ausgehen, dass der Treiber da nicht mehr dabei ist. Und für diesen 
Chip waren die Treiber wohl sowie nie wirklich gut.

Harald K. schrieb:
> Der FreeRDP-Client kann per Kommandozeilenoption jede gewünschte
> Auflösung verwenden:

Vermutlich aber nur, wenn der Server das denn auch unterstützt.

Aber warum nutzt man überhaupt ein Windows-Protokoll, um einen 
Linux-Rechner mit einem Mac zu verbinden?

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Frank E. schrieb:
> nur 640x480 an

Was zeigt xrandr fuer den Rechner an?

Den Befehl in einen xterm Fenster eigeben.

von Alexander S. (alesi)


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Rolf M. schrieb:
> Ich hab auf die Schnelle gefunden, dass bei Ubuntu der Treiber nur bis
> 12.04 dabei ist.

Hast Du das hier https://wiki.ubuntuusers.de/Archiv/Grafikkarten/SiS/ 
gelesen? Da steht auch noch "Für Ubuntu 14.04 bzw. alle darauf 
beruhenden Distributionen siehe 
https://axebase.net/blog/2014/08/23/sis-671-in-lubuntu-14-04xorg-1-15/ 
... hier meine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit der Beispielauflösung 
1280×800,"

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Rolf M. schrieb:

> Aber warum nutzt man überhaupt ein Windows-Protokoll, um einen
> Linux-Rechner mit einem Mac zu verbinden?

VNC spiegelt nur eine laufende Session, ausserdem benötigt es mehr 
Bandbreite als RDP. RDP ist auch kein "Windows-Protokoll", nur weil es 
von MS veröffentlich wurde ...

von Harald K. (kirnbichler)


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Rolf M. schrieb:
> Aber warum nutzt man überhaupt ein Windows-Protokoll, um einen
> Linux-Rechner mit einem Mac zu verbinden?

Weil rdp, anders als vnc, nicht ein Abbild eines physischen 
Monitorbildes liefert, sondern eine vom Server unabhängige Darstellung 
ermöglicht. Und bei rdp ist das Protokoll recht gut auch auf langsame 
Netzwerkverbindungen optimiert, da es nicht plump den Bildschirminhalt 
abpinselt, sondern Zeichenoperationen erst auf Clientseite durchführt.

Macs selbst verwenden als natives Fernsteuerungsprotokoll vnc, aber da 
ist halt die nutzbare Bildschirmauflösung abhängig vom am 
fernzusteuernden Mac angeschlossenen Monitor.

Bei rdp ist das eben komplett anders - da kann ein Rechner, der physisch 
nur VGA-Auflösung ausgeben kann, problemlos auch mit sehr 
hochauflösenden Clients zurechtkommen - und das auch, wenn die mehrere 
Monitore haben.

Ich arbeite viel damit, und steuere damit nicht nur Windows-Rechner, 
sondern auch FreeBSD-Rechner.

von Hmmm (hmmm)


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Harald K. schrieb:
> Weil rdp, anders als vnc, nicht ein Abbild eines physischen
> Monitorbildes liefert

VNC auch nicht zwingend, siehe xvnc(1).

Aber bei der Performance liegt RDP definitiv weit vorne, VNC benutze ich 
nur, wenn es nicht anders geht.

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