Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik HP 5345A Frequenzzähler, Primärsicherung brennt durch


von Wollvieh W. (wollvieh)


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Ich habe einen Hewlett Packard 5345A Frequenzzähler, der wohl schon 
länger nicht mehr eingeschaltet war. Das Innere ist in sehr gutem 
Zustand, keine Korrosion und fast kein Schmutz.

Vor dem Bestromen habe ich die Netzspannung von 220 auf 240 V 
umgestellt. Der Umschalter ist diese kleine Platine mit 4 Positionen, 
die man herausziehen und entsprechend wieder einstecken muß. Die 
Primärsicherung von 1,25 A war intakt. Falsch montieren ist wegen des 
Sicherungshebels und des Plexideckels nicht möglich, und da ich vorher 
220 und danach 240 im Sichtfenster sehen konnte, habe ich auch die 
richtige Stellung genommen. Hoffe ich. :)

Beim Bestromen in Stellung Standby (der Trafo ist immer am Netz) gab es 
kurz, vielleicht eine halbe bis ganze Sekunde, ein brummendes Geräusch 
wie ein belasteter Trafo, dann war die Primärsicherung durch. Paßt zu 
einer merklich, aber nicht extrem überlasteten trägen Sicherung. 
Keinerlei weitere Geräusche und Gerüche.

Die Sicherung hat einen weißen dickeren Faden, um die der Draht ziemlich 
oft, aber nicht völlig regelmäßig gewickelt ist. Durchgebrannt ist er in 
einer der Kappen, könnte also auch einfach mechanisch geschädigt gewesen 
sein.

Die Netzseite des Trafos hat auf 240 V eingestellt etwa 4,5 Ohm, auf 220 
V zurückgesteckt 4,3 Ohm. Die Nachkommastellen sind sicher nicht mehr 
gültig bei dem Meßgerät, aber für die Abschätzung reicht es.

Direkt am Trafo gemessen, Schaltplanausschnitt siehe Anhang, hat die 
120V-Wicklung 11-12 2,2 Ohm, 100V 13-14 2,0 Ohm, 20V 14-15 ca. 0,4 Ohm. 
Gesamt gemssen von 11-15 4,3 Ohm, das paßt mathematisch und ist das, was 
auch an der Netzbuchse zu messen ist.

Wegen dem brummenden Trafo habe ich an Sekundärkurzschluß gedacht und 
daher mal an den zwei großen Netzteilplatinen gemessen und sie dazu 
rausgezogen.

Der Eingangsgleichrichter ist jeweils in Ordnung, plausible Flußspannung 
um 0,5-0,7 V an allen Dioden, und die vier großen Elkos auf jeder 
Platine auch (gemessen mit der Diodenfunktion, die Spannung lief jeweils 
über 1 V hoch, wo ich die Messung beendete.) Mehrere kleine 
SMD-Sicherungen mit 10 A sekundärseitig waren alle in Ordnung.

Also waren die wohl nicht für eine Trafo-Überlast verantwortlich. 
Natürlich kann es noch Nebenäste geben, die ich so überschlägig nicht 
geprüft habe. Aber da hätte man einen Kurzschluß wohl gehört und 
gerochen. Theoretisch haben die Versorgungen Crowbars, aber da das Gerät 
nicht an war, sollte gar keine Spannung produziert werden, die die 
auslösen könnte. Und dann wären die SMD-Sicherungen wohl auch 
durchgewesen.

Bevor ich nun einfach die Schultern zucke und es mit der nächsten 
Sicherung versuche, oder nach meinem 500W-Halogenstab als "Vorsicherung" 
suche, will ich lieber mal hören, ob das eine gute Idee ist.

Der Primärwiderstand des Trafos kommt mir ziemlich niedrig vor, 
andererseits ist er konsistent mit den Wicklungszahlen.

Einen Netzfilter hat diese Umschaltmimik wohl nicht, falls doch, würde 
der aber dem Schaltplan nach nicht die Primärsicherung schmeißen können. 
Die beiden kleinen Entstörkondensatoren gegen PE sind hochohmig und 
unverkohlt. Von der Farbe her Rifa. :) Fehler würde man da aber sehen 
und riechen.

War das nur ein Einschaltstromstoß wie er halt nach dem Winterschlaf mal 
vorkommen kann, wenn die Elektronen (und die Ladeelkos) eingerostet 
sind?
Oder sollte ich vor dem nächsten Versuch noch andere Sachen prüfen, und 
wenn ja welche?

von Lu (oszi45)


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> Einschaltstromstoß wie er halt nach dem Winterschlaf
Lange nicht benutzt, heiß natürlich, daß die Elkos langsam hochgefahren 
werden sollten? Statt 230V~ würde ich mal mit dem Stelltrafo langsam 
24V~ draufgeben und messen, ob irgendwo ein Kurzschluss z.B. am 
Umschalter vorliegen könnte?

von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


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Hängt der Lüfter vielleicht fest?
Den mal probehalber abklemmen?

von Engelbert S. (engelbert)


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Wollvieh W. schrieb:
> Ich habe einen Hewlett Packard 5345A Frequenzzähler, der wohl schon
> länger nicht mehr eingeschaltet war.

Wollvieh W. schrieb:
> Vor dem Bestromen habe ich die Netzspannung von 220 auf 240 V
> umgestellt.

Das heißt, du bist neuer Besitzer und kennst die Gerätehistorie nicht?

Meine Vorgehensweise, wenn die Gleichrichter und Lade-Elkos in Ordnung 
sind, wäre den Trafo sekundärseitig abzuklemmen und am Stelltrafo die 
Primärspannung hochfahren.
Falls die Stromaufnahme dann nicht stimmt, oder es immer noch brummt, 
dann wird wohl der Trafo einen Windungsschluss haben und somit defekt 
sein.

: Bearbeitet durch User
von Hans-Georg L. (h-g-l)


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Wollvieh W. schrieb:
>
> Beim Bestromen in Stellung Standby (der Trafo ist immer am Netz) gab es
> kurz, vielleicht eine halbe bis ganze Sekunde, ein brummendes Geräusch
> wie ein belasteter Trafo, dann war die Primärsicherung durch. Paßt zu
> einer merklich, aber nicht extrem überlasteten trägen Sicherung.
> Keinerlei weitere Geräusche und Gerüche.

Zieh die Karte mit den Spannungsreglern mal heraus und probiers dann 
nochmal.

Lothar schrieb:
> Hängt der Lüfter vielleicht fest?
> Den mal probehalber abklemmen?

Braucht er nicht, im stand-by ist der Lüfter aus.

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