Forum: Haus & Smart Home Netzwerkkabel plötzlich kein POE mehr möglich


von Axel S. (civil)


Lesenswert?

Hallo,
ich habe ein Netzwerkverlegekabel Cat7(?) (ca.25m) auf dem Dachboden von 
einer Verteilung zu einer Netzwerkdose (1 Steckplatz) verlegt. In der 
Verteilung war das bisher mit einem gecrimpten Stecker an einem LAN Port 
einer Fritzbox angeschlossen.
Das Kabel ist nach 568B aufgelegt und bei Verlegung und aktuell mit so 
einem einfachen Kabeltester (7Links NS-468B) gemessen.
Jetzt habe ich in der Verteilung einen TP-Link POE106S Injektor (30W) 
installiert und bei der Netzwerkdose einen TP-Link POE10R Splitter (10W) 
installiert an den ein D-Link Wlan-AP COVR-1100 (8,55W) angeschlossen 
ist, das ganze lief ca. eine Woche, dann kam kein Strom mehr aus dem 
Splitter. Ich habe das verlegte Netzwerkkabel und alle Anschlusskabel 
mit dem Kabeltester durchgemessen, da wird kein Fehler angezeigt. Ich 
habe mir jetzt so einen kleinen LogiLink POE Check besorgt und der zeigt 
bei den Anschlusskabeln Endspan(1236) an, beim verlegten Kabel nichts.

Wie sollte ich weiter prüfen?

Mfg
Axel

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> Wie sollte ich weiter prüfen?

Beim Netzwerkkabel vom Splitter gezogen die jeweilen Adern 
kurzuschließen und an der Einspeisestelle den Widerstand messen.

von Jens M. (schuchkleisser)


Lesenswert?

Verlegekabel auf Stecker crimpen ist Müll, die sind da nicht für, oder?
Denn da kommt genau so was bei raus: irgendjemand fummelt an der Strippe 
und schluss ist.

von Rüdiger B. (rbruns)


Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> mit einem gecrimpten Stecker

Fehlerquelle, die Stecker sind für die flexiblen Patchkabel und nicht 
für die starren Verlegekabel, u.a. wegen der unterschiedlichen 
Durchmesser.

von Axel S. (civil)


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Beim Netzwerkkabel vom Splitter gezogen die jeweilen Adern
> kurzuschließen und an der Einspeisestelle den Widerstand messen.
Dann bau ich mir mal was und messe.

Jens M. schrieb:
> Verlegekabel auf Stecker crimpen ist Müll
Wenn ich Platz finde kann ich auch noch eine Netzwerkdose in die 
Verteilung setzen. Ich wollte zusätzliche Steckverbindungen sparen.

von Klaus (feelfree)


Lesenswert?

Ich habe ein ähnliches Phänomen kürzlich beobachtet: Ein ESP32-S3-ETH 
mit POE tat keinen Mucks mehr. Ca. 20m zwischen Stromquelle und -Senke. 
Wilde Kabeltauscherei brachte mal Erfolg, mal nicht.
Vorläufiges Endergebnis: Bei durchverbundenem Schirm gibt's ein Problem, 
bei getrenntem (z.B. mit UTP-Patchkabel oder auch nur einem billigen 
Buchse-Buchse RJ45-Adapter ohne Schirm) lief es. Erklären konnte ich mir 
es nicht (zu hohe Ausgleichsströme über den Schirm?), habe es aber auch 
nicht weiter untersucht. Läuft seither mit einem UTP-Patchkabel auf der 
einen Seite problemlos.

von Rüdiger B. (rbruns)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> Wenn ich Platz finde kann ich auch noch eine Netzwerkdose in die
> Verteilung setzen.

1 TE z.B. von Hager oder als Keystone.

von Christian M. (christian_m280)


Lesenswert?

Muss man da wirklich immer selbst was basteln? Ich musste letztens auch 
3D-drucken um eine RJ45 Buchse auf eine DIN-Schiene zu frickeln - und 
aus der Abdeckung mehr oder weniger gescheit rausschaut.

Ist aber kein Heisskleber dran!

Gruss Chregu

von Reinhard S. (rezz)


Lesenswert?

Christian M. schrieb:
> Muss man da wirklich immer selbst was basteln?

Nö, Halter für Keystones auf DIN-Schiene gibts fertig zu kaufen.
https://www.kabelscheune.de/Keystone-Module/Keystone-Hutschienenadapter-Metall-Halter-fuer-1-Keystone-Modul.html

> Ich musste letztens auch
> 3D-drucken um eine RJ45 Buchse auf eine DIN-Schiene zu frickeln - und
> aus der Abdeckung mehr oder weniger gescheit rausschaut.

Die RJ45 sollte nach vorne, also durch die Verkleidung, rausschauen? Ist 
aber auch ungewöhnlich

von Nevs (noname_user)


Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> Ich habe das verlegte Netzwerkkabel und alle Anschlusskabel mit dem
> Kabeltester durchgemessen, da wird kein Fehler angezeigt. Ich habe mir
> jetzt so einen kleinen LogiLink POE Check besorgt und der zeigt bei den
> Anschlusskabeln Endspan(1236) an, beim verlegten Kabel nichts.

Was soll man daraus nun entnehmen wie und was du geprüft hast, mit 
solchen kleinen BlackBoxen wo nur LED's dran sind kann man nur geringe 
Ströme testen, die reichen aber eigentlich auch aus. Wenn es nach ner 
Weile nicht mehr geht dann ist entweder ein Übergangs-R entstanden oder 
ein Wackelkontakt Kabel- /Aderbruch, dann leuchten aber auch nicht mehr 
alle LED´s am Kabeltester.
Ich hatte auch vor Weihnachten so ein Drama mit eigentl. starrem 
VerlegeKabel und RJ45-Steckern daran, das hat auch mehrmals nicht 
gehalten, da lag der Fehler aber beim Absetzen des Kabelmantels, dass da 
eine Ader immer beschädigt wurde die dann brach. Brille aufsetzen und 
genau hinschauen durch optische Prüfung hat es dann gebracht.
Bei dir würde ein KeyStone-Modul schon reichen als Buchse, eine ganze 
NW-Dose braucht wieder zu viel Platz.

von Axel S. (civil)


Lesenswert?

Also "Verteilung" war hier eher metaphorisch und nicht elektrotechnisch 
gemeint :-)
Das ist ein Nische in einer Trockenbauwand wo ein paar Netzwerk- und 
Telefonkabel zusammenkommen und eine Fritzbox hängt, keine Hutschienen 
usw.. Vor vielen Jahren hing da eine Auerswald ISDN Telefonanlage und 
versorgte alle IAE- und TAE-Dosen im Haus.

Klaus schrieb:
> Bei durchverbundenem Schirm gibt's ein Problem, bei getrenntem (z.B. mit
> UTP-Patchkabel oder auch nur einem billigen Buchse-Buchse RJ45-Adapter
> ohne Schirm) lief es.
Ich muss mal sehen ob ich noch ein Kabel habe, wo der Schirm nicht 
verbunden ist. Einen Versuch ist das auch wert.

Christian M. schrieb:
> Muss man da wirklich immer selbst was basteln? Ich musste letztens auch
> 3D-drucken um eine RJ45 Buchse auf eine DIN-Schiene zu frickeln

Da bin ich eher auf Metallbau geprägt, da 
biege/feile/niete/löte/schweisse ich schneller was zusammen  bevor was 
gedruckt ist.

von Christian M. (christian_m280)


Lesenswert?

Reinhard S. schrieb:
> Die RJ45 sollte nach vorne, also durch die Verkleidung, rausschauen?

Genau!

Reinhard S. schrieb:
> Ist
> aber auch ungewöhnlich

Warum?

Gruss Chregu

von Lu (oszi45)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> das ganze lief ca. eine Woche, dann kam kein Strom mehr

Entweder eine Unterbrechung, die man messen kann oder ein Gerät kaputt?
Also verlegtes Kabel testen oder beide Geräte durch gesundes Patchkabel 
verbinden zum Test.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Es gibt die Keystones auch als Stecker, nicht optimal, aber weit besser 
als die normalen Westernstecker an Verlegekabel zu pressen.

von Axel S. (civil)


Lesenswert?

Ich habe mal mit einem einfachen Multimeter durchgemessen*, die 1-2 4,2 
Ohm, alle anderen Adernpaare je 4,0 Ohm.
Dann habe ich ein Kabel ohne verbundenen Schirm an die Netzwerkdose 
angeschlossen und jetzt zeigt der POE Tester Endspan an.
Also bis hier erstmal das Problem wie bei Klaus.
Ich nutze jetzt POE wieder für den Wlan-AP. Unabhängig davon werde ich 
den gecrimpten Stecker durch ein Keystone-Modul ersetzen und mit einem 
Patchkabel verbinden. Wenn ich dann noch abweichende Widerstände messe 
werde ich auch noch mal die Kabel in der Netzwerkdose neu auflegen oder 
ggfs. die Dose wechseln.


*) den Kurzschlussadapter den ich mit der Netzwerkdose verbunden habe, 
habe ich vorher mit jeweils 0,0 Ohm je Adernpaar gemessen.

von Reinhard S. (rezz)


Lesenswert?

Christian M. schrieb:
> Reinhard S. schrieb:
>> Ist
>> aber auch ungewöhnlich
>
> Warum?

Dann hat man ja vor den ganzen Sicherungen ein Kabel rumbaumeln und muss 
es auch noch irgendwie weiterführen, womöglich noch durch die deshalb 
dauerhaft geöffneten Türen?

Das Kabel hinter der Abdeckung zu führen erscheint mir da deutlich 
sinnvoller.

von Lu (oszi45)


Lesenswert?

Wie beim TÜV, solange keiner daran wackelt, ist alles ok?
Abschirmung legt man üblicherweise nur am Netzwerkschrank an. Sonst 
können Brummschleifen durch Potenzialausgleichsstöme auftreten.

: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


Lesenswert?

Wo ist denn das Problem gleich die richtigen Stecker für die 
Verlegeleitung zu nehmen? Nennen sich "feldkonfektionierbare Stecker" 
und haben statt der Pressverbindung eine richtige Schneid Klemm 
Kontaktierung für Massivleiter.

von Gerd E. (robberknight)


Lesenswert?

Lu schrieb:
> Abschirmung legt man üblicherweise nur am Netzwerkschrank an. Sonst
> können Brummschleifen durch Potenzialausgleichsstöme auftreten.

Nein. Der Schirm wird auf beiden Seite, am Patchpanel und an der Dose 
auf der anderen Seite, mit den Schirmfedern für das Kabel verbunden. Die 
Schirmfedern gehen auf geschirmten Kabeln durch bis zur Ethernet-Buchse 
des Geräts. Und bei Schutzklasse I Geräten, wie z.B. normalen PCs, sind 
die wiederum mit PE verbunden. Damit also beide Seiten mit PE verbunden. 
Auf der Patchpanel-Seite hast Du dann normal zusätzlich noch ne dicke 
Verbindung zu PE.

Ja, wenn man z.B. 2 verschiedene Gebäude mit je eigenem Erder mit so 
einem Kabel verbinden würde, dann würden da auch 
Potenzialausgleichsstöme fließen. Deswegen verbindet man 2 Gebäude auch 
so nicht miteinander.

Aber innerhalb eines Gebäudes mit einem einzigen Erder dürfen da keine 
signifikanten Potenzialausgleichsstöme fließen, ansonsten ist was mit 
der Elektrik faul.

von Gerd E. (robberknight)


Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> Wo ist denn das Problem gleich die richtigen Stecker für die
> Verlegeleitung zu nehmen? Nennen sich "feldkonfektionierbare Stecker"
> und haben statt der Pressverbindung eine richtige Schneid Klemm
> Kontaktierung für Massivleiter.

Die sind genauso Pfusch.

Das Problem sind die starren Leiter. Die sind nicht für Bewegungen 
gedacht, auch nicht mit irgendwelchen Schneid/Klemm-Leisten. Sobald Du 
dadran nen paar Mal wackelst wird die Verbindung instabil.

Ein Keystone-Modul, nach der Installation mechanisch sauber befestigt 
und damit gegen Wackeln gesichert, ist die richtige Lösung.

von Nevs (noname_user)


Lesenswert?

Ein Stecker ist aber in keiner UVT fest montierbar wie eine 
KeystoneModul-Buchse, also wackelt das Kabel daran auch immer wieder rum 
weil es frei rumhängt.
Noch dazu sind in den RJ45-PressSteckern auch Schneidkontakte drin, da 
wird nichts metallisch gepresst bis auf den Draht in der Führunsgrille.

von Manfred P. (pruckelfred)


Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> alle anderen Adernpaare je 4,0 Ohm.

> *) den Kurzschlussadapter den ich mit der Netzwerkdose verbunden habe,
> habe ich vorher mit jeweils 0,0 Ohm je Adernpaar gemessen.

Mal gucken, welchen Querschnitt Deine Leitung hat. 25 Meter hin und 
wieder zurück ergeben bei 0,2 qmm / AWG24 etwas über 4 Ohm, passt also.

Gerd E. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Wo ist denn das Problem gleich die richtigen Stecker für die
>> Verlegeleitung zu nehmen? Nennen sich "feldkonfektionierbare Stecker"
>> und haben statt der Pressverbindung eine richtige Schneid Klemm
>> Kontaktierung für Massivleiter.
> Die sind genauso Pfusch.

Quatschkopf. Es ist nicht elegant, ein Massivkabel auf Stecker zu 
klemmen, aber für eine nicht bewegte Installation problemlos.

> Ein Keystone-Modul, nach der Installation mechanisch sauber befestigt
> und damit gegen Wackeln gesichert, ist die richtige Lösung.

Keystone klingt wirklich oberwichtig, aber ist ebenso Dummfug. Für eine 
einzelne Leitung gibt es Netzwerkdosen diverser Hersteller.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Gerd E. schrieb:
> Aber innerhalb eines Gebäudes mit einem einzigen Erder dürfen da keine
> signifikanten Potenzialausgleichsstöme fließen, ansonsten ist was mit
> der Elektrik faul.

Bei grossen Gebäuden und verteilt über etliche Etagen würde ich nicht 
blind drauf wetten. Klar kann man das immer auf miese Elektrik schieben, 
aber das hilft im konkreten Fall auch nicht weiter.

von Gerd E. (robberknight)


Lesenswert?

(prx) A. K. schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> Aber innerhalb eines Gebäudes mit einem einzigen Erder dürfen da keine
>> signifikanten Potenzialausgleichsstöme fließen, ansonsten ist was mit
>> der Elektrik faul.
>
> Bei grossen Gebäuden und verteilt über etliche Etagen würde ich nicht
> blind drauf wetten. Klar kann man das immer auf miese Elektrik schieben,
> aber das hilft im konkreten Fall auch nicht weiter.

Ja, innerhalb großer Gebäude und über weite Strecken kann es auch zu 
Problemen kommen. Da nimmt man besser Glasfaser.

von Reinhard S. (rezz)


Lesenswert?

Gerd E. schrieb:
> Lu schrieb:
>> Abschirmung legt man üblicherweise nur am Netzwerkschrank an. Sonst
>> können Brummschleifen durch Potenzialausgleichsstöme auftreten.
>
> Nein. Der Schirm wird auf beiden Seite, am Patchpanel und an der Dose
> auf der anderen Seite, mit den Schirmfedern für das Kabel verbunden. Die
> Schirmfedern gehen auf geschirmten Kabeln durch bis zur Ethernet-Buchse
> des Geräts.

Will man das nicht gerade vermeiden und nutzt deshalb am Gerät nur 
UTP-Patchkabel? Oder nutzt gleich UTP-Verlegekabel und spart sich 
einiges an Montageaufwand? :)

von Gerd E. (robberknight)


Lesenswert?

Reinhard S. schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> Lu schrieb:
>>> Abschirmung legt man üblicherweise nur am Netzwerkschrank an. Sonst
>>> können Brummschleifen durch Potenzialausgleichsstöme auftreten.
>>
>> Nein. Der Schirm wird auf beiden Seite, am Patchpanel und an der Dose
>> auf der anderen Seite, mit den Schirmfedern für das Kabel verbunden. Die
>> Schirmfedern gehen auf geschirmten Kabeln durch bis zur Ethernet-Buchse
>> des Geräts.
>
> Will man das nicht gerade vermeiden und nutzt deshalb am Gerät nur
> UTP-Patchkabel? Oder nutzt gleich UTP-Verlegekabel und spart sich
> einiges an Montageaufwand? :)

Nein, man verbindet es eigentlich auf beiden Seiten mit PE.

Der Potenzialausgleichsstrom sollte so niedrig sein dass die 
Schirmwirkung dadurch nicht beeinträchtigt wird. Und Du willst die 
Schirmwirkung, weil Du sonst auf langen Kabelstrecken Übersprechen und 
andere Störungen reinbekommst.

Dem Ethernet-Signal kann eine "Brummschleife" nichts anhaben weil das 
Signal rein differentiell und galvanisch getrennt übertragen wird. Und 
am PC brummt auch nix weil der als Schutzklasse I Gerät hart geerdet 
ist.

von Harald K. (kirnbichler)


Lesenswert?

Gerd E. schrieb:
> Und Du willst die
> Schirmwirkung, weil Du sonst auf langen Kabelstrecken Übersprechen und
> andere Störungen reinbekommst.

Wenn man die langen Kabelstrecken im schwerverseuchten industriellen 
Umfeld nutzt, und z.B. um Wechselrichter und ähnliches wickelt. Sonst 
ist UTP meist völlig ausreichend.

von Axel S. (civil)


Lesenswert?

Gerd E. schrieb:
> Und
> am PC brummt auch nix weil der als Schutzklasse I Gerät hart geerdet
> ist.

Was ist mit PC/Notebook, die nur über Eurostecker mit dem Stromnetz 
verbunden sind?
Ich habe zuhause SFF-Desktop PC und Notebooks, nur ein ganz alter 
Notebook hat noch Netzteil mit Schuco-Stecker. Läuft die PE Verbindung 
in dem Fall dann ggfs. auch über angeschlossene Monitore?  (die haben 
bis auf einen alle Schuco-Stecker)

von Wolf17 (wolf17)


Lesenswert?

Hat jemand Links zu Untersuchungen, wie stark in industriellen 
Umgebungen Störeinstrahlung in lange STP Netzwerkkabel die 
Übertragungsleistung bei 1 oder 10 Gigabit verringert, wenn der Schirm 
nicht beidseitig, sondern nur einseitig oder gar nicht an PE 
angeschlossen wird?
Wie viel schlechter ist UTP statt STP ohne angeschlossenen Schirm?
Wie viel besser ist STP, wenn zusätzlich zum Gesamtschirm noch die vier 
Paare einzeln geschirmt sind (PiMf)?  Alles bezogen auf Kat6A Kabel.

von Lu (oszi45)


Lesenswert?

Wolf17 schrieb:
> wie stark in industriellen

In stark industriellen Gebäuden und z.B. neben dem Fahrdraht eines ICE 
sind immer Wunder möglich. Deswegen würde ich dort Glasfaser bevorzugen. 
Das ist billiger als x Tage Fehlersuche.

von Harald K. (kirnbichler)


Lesenswert?

Lu schrieb:
> In stark industriellen Gebäuden und z.B. neben dem Fahrdraht eines ICE
> sind immer Wunder möglich.

Wer von uns wohnt dort eigentlich? Gut, wir haben einen, der im 
S-Bahn-Zimmer lebt, das mag mit entsprechenden Schwurbelströmen 
beaufschlagt sein, aber sonst?

von Gerd E. (robberknight)


Lesenswert?

Da braucht es keine besondere industrielle Umgebung. Es reicht wenn Du 
nen Strang Verlegekabel mit z.B. 20 Kabeln über 20 Meter eng gebunden 
gemeinsam führst.

Wenn da dann z.B. der Schirm nicht sauber aufgelegt ist, sind z.B. 
Verbindungen mit 100 MBit/s noch stabil und bei Gigabit gibt es 
Verbindungsunterbrechungen. Oder mit Gigabit geht es, aber bei 2,5 
GBit/s gibt es Verbindungsunterbrechungen.

von Wolf17 (wolf17)


Lesenswert?

Gerd E. schrieb:
> Wenn da dann z.B. der Schirm nicht sauber aufgelegt ist, sind z.B.
> Verbindungen mit 100 MBit/s noch stabil und bei Gigabit gibt es
> Verbindungsunterbrechungen. Oder mit Gigabit geht es, aber bei 2,5
> GBit/s gibt es Verbindungsunterbrechungen.
Wie viel schlechter es wird genau, wenn man nur einseitig statt 
zweiseitig auflegt?
Wenn es Abbrüche gibt, wie viel % nimmt die Datenrate ab?

: Bearbeitet durch User
von Klaus (feelfree)


Lesenswert?

Gerd E. schrieb:
> Es reicht
> wenn Du nen Strang Verlegekabel mit z.B. 20 Kabeln über 20 Meter eng
> gebunden gemeinsam führst.
 D.h. die Adernpaare benachbarter Kabel stören sich gegenseitig, obwohl 
die Adernpaare innerhalb EINES Kabels viel enger zusammen sind und 
problemlos auch über 100m funktionieren?
Erstaunlich.

von Armin X. (werweiswas)


Lesenswert?

Lu schrieb:
> Deswegen würde ich dort Glasfaser bevorzugen.

Für POE ???

von Ralf D. (doeblitz)


Lesenswert?

Klaus schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> Es reicht
>> wenn Du nen Strang Verlegekabel mit z.B. 20 Kabeln über 20 Meter eng
>> gebunden gemeinsam führst.
>  D.h. die Adernpaare benachbarter Kabel stören sich gegenseitig, obwohl
> die Adernpaare innerhalb EINES Kabels viel enger zusammen sind und
> problemlos auch über 100m funktionieren?
> Erstaunlich.

Die Aderpaare in einem Kabel haben unterschiedliche Schlaglänge, damit 
sie sich gegenseitig nicht so stark beeinflussen - aber gleichfarbige 
Paare verschiedener Kabel haben jeweils die gleiche Schlaglänge, da 
finde ich das nicht so erstaunlich, wenn dadurch Störungen auftreten. 
Deshalb eben STP in Kabelbündeln.

von Reinhard S. (rezz)


Lesenswert?

Wolf17 schrieb:
> Wie viel schlechter ist UTP statt STP ohne angeschlossenen Schirm?

Gute Frage. Ich hab vor Jahren mal als Winterarbeit Cat6A UTP über 
Kabelpritschen in Industriehallen gezogen, gerne auch die erlaubte Länge 
(90m) dabei ausgereizt. Zusammen mit den Spezis für Cat-Kabel. 
Systematisch schlechte Messwerte sind dabei nie aufgetreten.

Aber lies sich natürlich auch sehr schön montieren an den Keystones :)

von Benedikt L. (Firma: Dem Ben seine Leiche) (dembenseineleiche) Flattr this


Lesenswert?

Jens M. schrieb:
> Verlegekabel auf Stecker crimpen ist Müll, die sind da nicht für, oder?

Jajein.
https://de.aliexpress.com/item/1005008408250808.html

Hab ich paar mondiert aber an Stellen wo sich nichts mehr bewegt! Draht 
bleibt Draht und ist bei Bewegung schnell durch!

von Axel S. (civil)


Lesenswert?

Benedikt L. schrieb:
> Jajein.
> https://de.aliexpress.com/item/1005008408250808.html

Genau so welche hatte ich letzte Woche im Urlaub in einem 
Elektronikladen gefunden und ein paar mitgenommen, wenn ich mal 
Anschlusskabel anpassen muss. Die Fummelei die Kabel bei den 
Crimpsteckern in die Führung zu bekommen ist mir mittlerweile etwas 
mühsam.

von Manfred P. (pruckelfred)


Lesenswert?

Benedikt L. schrieb:
>> Verlegekabel auf Stecker crimpen ist Müll, die sind da nicht für, oder?
> Jajein.
> https://de.aliexpress.com/item/1005008408250808.html
> Hab ich paar mondiert aber an Stellen wo sich nichts mehr bewegt! Draht
> bleibt Draht und ist bei Bewegung schnell durch!

Diese Stecker mit Schneidklemmen für Starrdraht gibt es auch von 
renomierten, deutschen Anbietern. Bei Bewegung ist da garnichts schnell 
durch. Ich würde eher über die mechanische Last der Gegenseite, z.B. dem 
Laptop, nachdenken.

Axel S. schrieb:
> Genau so welche hatte ich letzte Woche im Urlaub in einem
> Elektronikladen gefunden und ein paar mitgenommen, wenn ich mal
> Anschlusskabel anpassen muss. Die Fummelei die Kabel bei den
> Crimpsteckern in die Führung zu bekommen ist mir mittlerweile etwas
> mühsam.

Wer nicht weiß, was er tut ... Diese Teile in Schneidklemmtechnik (auch 
LSA genannt) sind ausschließlich für Starrdraht mit passendem 
Durchmesser. Für Litze sind die ungeeignet, dafür sind die anderen, die 
einen Dorn durch die Litze pressen.

Da von "Crimpsteckern" zu sprechen, ist einfach falsch, der Kram wird 
aufgepresst, ganz andere Technik.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.