Hallo, Ich möchte gerne die Temperaturen an Heizungsrohren mit DS18B20-Sensoren überwachen und habe mir hierfür vorkonfektionierte Sensoren bestellt (die mit der Metallhülse). Nun rätsle ich, wo diese Fühler am sensibelsten sind: Stirnseitig oder seitlich? Danach richtet sich ja die Art der Anbringung, woraus sich dann die nächste Frage ergeben würde... :-) Um den Sensor seitlich ans Rohr anzubringen, würde ich mit Wärmeleitpaste, Kabelbindern und Rohrisolierung arbeiten. Aber stirnseitig wird das ganze interessant... Wäre toll, wenn Ihr Eure Erfahrungen mit mir teilen könntet. Vielen Dank vorab, Simon
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Simon M. schrieb: > Ich möchte gerne die Temperaturen an Heizungsrohren mit DS18B20-Sensoren > überwachen und habe mir hierfür vorkonfektionierte Sensoren bestellt > (die mit der Metallhülse). Ja ja, die mit der Metallhülse. Es gibt ja auch nur eine Bauform mit Metallhülse ... > Nun rätsle ich, wo diese Fühler am sensibelsten sind: Stirnseitig oder > seitlich? Die sind überall am sensibelsten, denn Metall leitet ja bekanntlich die Wärme ziemlich gut, so dass es da eher keinen störenden Temperaturgradienten geben dürfte. Da würde ich einfach den so einbauen, dass die Wärmeübergangsfläche am größten ist, also seitlich.
Steck die Dinger unter die Rohrisolierung und sichere diese mit Kabelbindern. Fertig, jeder Aufwand darüber ist unnötig.
kommt auf die geforderte Genauigkeit an. Wenn es um 1/10 Grad geht - z.B. für Wärmemessung - Hülse für Tauchfühler einlöten. wenn es nicht so genau sein muss, möglichst parallel zum Rohr mit Isolierband und dann Wärmeisolierung drum rum.
Ich habe meine parallel zum Rohr mit metallenen Kabelschellen befestigt.
Hättest du dir gleich als Rohranlegefühler bestellen sollen. Die superbilligen in der einfachen Hülse enthalten oft noch nicht einmal Wärmeleitpaste. Hol dir im Baumarkt Fugenband aus geschâumtem PE, eigentlich für das Verlegen von Estrich gedacht. Damit Fühler und Rohr umwickeln, und dann mit Kabelbinder fixieren. In der Software dann die Trägheit berücksichtigen.
Simon M. schrieb: > Nun rätsle ich, wo diese Fühler am sensibelsten sind: Stirnseitig oder > seitlich? Die DS1820 haben die beste thermische Anbindung über die Pins. Da kommst du wegen der Metallhülse aber wohl nicht ran. Wie der DS1820 an die Metallhülse angekoppelt ist, weiß wohl nur der Hersteller - oder du musst einen auf machen. Schon innerhalb des Heizungsrohres gibt es zur Wand einen Temperaturgradienten, d.h. nur mit einem Eintauchfühler mit an den Rohrdurchmesser angepasster Eintauchtiefe, sitzt du sauber im Strom drin. Wie stark der Gradient ist, hängt von deiner Rohrisolation und der Differenztemperatur ab. Simon M. schrieb: > ... würde ich mit Wärmeleitpaste ... arbeiten Damit die Wärmeleitpaste ihre Wirkung entfalten kann, muss der zu überbrückende Luftspalt klein sein, d.h. du brauchst Cu- oder Al-Blöcke, die sauber an Metallhülse und Heizungsrohr anliegen. Wärmeleitpaste funktioniert primär nicht, weil sie die Wärme gut leitet, sondern weil sie den zweimaligen Wärmeübergang Luft-Metall vermeidet (Metall-Luft-Metall), auch wenn die Bezeichnung anderes vermuten lässt. Ansonsten ist das nur Schmierkram. Bei DS1820, die mit ihrem TO-92 direkt ans Rohr montiert werden, funktioniert ein Tropfen Heißkleber recht gut - darüber ein Kabelbinder und Rohrisolation.
Karl K. schrieb: > Wenn es um 1/10 Grad geht ... dann vorher kontrollieren, ob das Nachbauten sind. Ich hatte für eine solche Aktion man solche mit Metallhülse besorgt - mit kurzem und langem Kabel. Die Einen waren genau, die anderen mit deutlicher Abweichung. Was allerdings bei Heizwasser egal war.
schieb sie irgendwo unter die vorhandene Isolierung, fertig Falls keine Isolierung vorhanden, mach an der Stelle welche rum Das reicht aus - falls höhere Genauigkeiten gewünscht sind musst als erstes sicherstellen das Du nicht eine der vielen Fälschungen gekauft hast
Rainer W. schrieb: > Damit die Wärmeleitpaste ihre Wirkung entfalten kann, muss der zu > überbrückende Luftspalt klein sein, d.h. du brauchst Cu- oder Al-Blöcke, > die sauber an Metallhülse und Heizungsrohr anliegen. Wärmeleitpaste > funktioniert primär nicht, weil sie die Wärme gut leitet, sondern weil > sie den zweimaligen Wärmeübergang Luft-Metall vermeidet > (Metall-Luft-Metall), auch wenn die Bezeichnung anderes vermuten lässt. > Ansonsten ist das nur Schmierkram. Für dickere Schichten mischt man die Paste mit Diamantpulver.
Wow, so viele Antworten, vielen Dank. (Damit ich nicht noch eine weitere ironisch-sarkastische Schelle bekomme - ich habe diese Bauart: https://de.rs-online.com/web/p/entwicklungstools-sensorik/2049893 :-) ) Wie gesagt, es geht wirklich nicht um 1/10 Grad. Deshalb werde ich das Ganze pragmatisch angehen und die Fühler seitlich unter die Isolierung schieben und alles sauber festmachen. Ihr wart mir eine super Hilfe - danke! Simon
Mach bitte mindestens 30cm des Kabels mit am Sensor zwischen dem Rohr fest. Der Sensor mißt vorwiegend die Kabeltemperatur. Wenn du das Kabel direkt abknickst dann würdest du mehr die Luft messen. Ich meine sowas: Mit Kabel direkt geknickt: Rohr: 40° Luft: 20° Meßergebnis: ca. 25° Siehe oben: Rainer W. schrieb: > Die DS1820 haben die beste thermische Anbindung über die Pins. Da kommst > du wegen der Metallhülse aber wohl nicht ran. Wie der DS1820 an die > Metallhülse angekoppelt ist, weiß wohl nur der Hersteller - oder du > musst einen auf machen.
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Thomas schrieb: > Der Sensor mißt vorwiegend die Kabeltemperatur. Hallo Thomas, oh, das überrascht mich jetzt. Der Sensor ist ja ganz vorne und mit seinen drei Beinchen angelötet - wie kann der die Kabeltemperatur messen? VG Simon
Das Kabel ist wahrscheinlich aus Kupfer und das leitet Temperaturen bestens. Wenn das Kabel in Luft ist dann ca. 20° und diese Temperatur geht dann an die Pins des Sensors. Darum sollte das Kabel mit am Rohr sein, dann haben das Kabel und die Sensorpins die gleiche Temperatur wie das Rohr (z.B. 40°).
Thomas schrieb: > Das Kabel ist wahrscheinlich aus Kupfer Von den ca. 5mm Kabeldurchmesser sind bestenfalls 3x0.14 mm² aus Kupfer - und das auch noch gut verpackt im Inneren...
Thomas schrieb: > Das Kabel ist wahrscheinlich aus Kupfer und das leitet Temperaturen > bestens. vor vielen Jahren habe ich mal in diesem Forum hier nachgefragt: Aussentemperatursensor der Heizung, Kupferkabel 3x1,5 durch die Wand nach aussen - verfälscht es die Messergebnisse? Mir hat hier jemand sehr plausibel vorgerechnet dass das nichts ausmacht
Rainer W. schrieb: > Die DS1820 haben die beste thermische Anbindung über die Pins. Da kommst > du wegen der Metallhülse aber wohl nicht ran. Wie der DS1820 an die > Metallhülse angekoppelt ist, weiß wohl nur der Hersteller - oder du > musst einen auf machen.
Ein PDF aus Bildern als Doku gaaanz toll. Typisch Arduino-Krempel. Wenigstens steht unten eine Adresse: https://wiki.dfrobot.com/Waterproof_DS18B20_Digital_Temperature_Sensor__SKU_DFR0198_ Da ist sogar das Metallröhrchen mit Abmessungen abgebildet. Im unten verlinkten ZIP ist sogar ein altes Datenblatt zum Sensor enthalten, noch von Dallas, heute von Analog Devices: https://www.analog.com/en/products/ds18b20.html Und die Arduino-Programmtexte sind auch lesbar, statt als Bild.
Wer eine gute Nagelfeile und ruhige Hände hat, kann sich nach dieser Anleitung versuchen und das Gehäuse minimieren. https://www.reddit.com/r/AskElectronics/comments/1fm4b18/how_to_make_to92_smaller/?tl=de Simon M. schrieb: > oh, das überrascht mich jetzt. Der Sensor ist ja ganz vorne und mit > seinen drei Beinchen angelötet - wie kann der die Kabeltemperatur > messen? Hängt ganz davon ab, wie gut die Hülsentemperatur auf Kabel und Sensor übertragen wird im Vergleich zu den drei Kupferadern. Aber gerade bei einer hohen Temperaturdifferenz, wie z.B. 20°C Raum und 80°C Kesselwasser, dürfte es schon einen mehr oder weniger merklichen Einfluß geben. Früher hätte man das mit finiten Elementen auf einer Cray ausgerechnet, wie lang Hülse und Isolierung sein müssen. Heute, wo jeder die nötige Rechenleistung dazu in der Tasche hätte, läßt man lieber KI dazu was labern. :)
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Simon M. schrieb im Beitrag > oh, das überrascht mich jetzt. Der Sensor ist ja ganz vorne und mit > seinen drei Beinchen angelötet - wie kann der die Kabeltemperatur > messen? Halte doch einfach mal mit Kältespray auf das Kabel... Ich habe das "Problem" so gelöst, daß ich den Sensor und 20cm Kabel unter die Isolierung geschoben habe.
...toller Hinweis - ich werde darauf achten, auch das Kabel ein Stück weit einzupacken. Danke Euch!
Löte doch ein Stück Kupferrohr an deine Wasserleitung. Innendurchmesser minimal größer als Sensoraußendurchmesser. Dann den Sensor mit Wärmeleitpaste ins Rohr schieben.
Hier die Zeichnung des Metallrohrs https://www.analog.com/en/resources/technical-articles/package-thermal-resistance-values-theta-ja-theta-jc-for-temperature-sensors-and-1wire-devices.html Da bekommt man Thetawerte der Sensoren, allerdings aus der Zeit, als der Hersteller noch Maxim hieß, die hat AD nur kopiert. Und eine Gehäusezeichnung mit Abmessungen sucht man bei AD auch vergeblich.
Hi Peter, das ist sicher eine gute Lösung - aber gehe dann eher den pragmatischen Weg. Ich habe nichts zum Löten und pfusche lieber nicht an der Anlage herum. :-) vg Simon
Simon M. schrieb: > ...toller Hinweis - ich werde darauf achten, auch das Kabel ein Stück > weit einzupacken. > > Danke Euch! Das Kabel muß Rohrtemperatur und nicht Lufttemperatur haben! Somit bin ich jetzt zufrieden ;-)
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