Robert G. schrieb:
Denn mit einem guten Gehäuse lassen sich viele
Probleme vermeiden (Farraday'scher Käfig).
Wenn du dir mal "EMV dichte" Gehäuse anschaust, weißt du, weshalb das nicht praktikabel ist.
Robert G. schrieb:
Die Entwickler der einzelnen
Baugruppen müssen die Vorgaben erfüllen und ihr entwickeltes Zeug
testen.
Am Ende wird aber das Gesamtsystem getestet und was die Baugruppen machen, ist völlig irrelevant. Leitungsgebundene Störungen interessieren dich innerhalb eines Gerätes zum Beispiel gar nicht.
Bei 5 Baugruppen und z.B. 3 Testdurchgängen sind das 15 Tage in einem EMV-Labor. Als fertiges Gerät nur 3.
Und weder die Entwickler noch die Baugruppen sind unabhängig voneinander. Die arbeiten zusammen als Team und die Erkenntnisse von Team A sind auch für Team B nützlich, natürlich muss da ein Austausch erfolgen und kein Team darf für sich alleine im stillen Kämmerchen arbeiten.
Robert G. schrieb:
Es gibt lediglich
best practices, die sich als funktionierend erwiesen haben und an die
sich die Entwickler zu halten haben.
Natürlich gibt es best practices. Du möchtest nicht bei jeder Entwicklung komplett von vorn anfangen, sondern das Wissen, das du gesammelt hast, nutzen.
Robert G. schrieb:
Wenn es nun zu einem EMV Problem
kommt gibt es verwirrende Gesichter bei den Entwicklern.
Entwickler haben immer verwirrende Gesichter. Sind alles kleine Nerds mit Pickeln und dicker Brille.
Entwickler müssen eben über EMV gelernt haben und ihre Erfahrungen gesammelt haben. Wenn EMV nie ein Thema war und es plötzlich wichtig ist, dann muss man eben lernen, was wie getestet wird, welche Kriterien es gibt und wie "EMV gerechtes" Design funktioniert.
Die Entwickler lernen und irgendwann weiß man, was zu tun ist.
Robert G. schrieb:
Nun folgen
wiederum EMV-Maßnahmen, die sich ebenso bewährt haben mit denen versucht
wird das EMV-Problem zu beheben. Durch diese Art des Vorgehens können
die Entwickler jedoch kein tiefgründiges Wissen in der EMV aufbauen.
Ganz im Gegenteil es sorgt für noch mehr Verwirrung, wenn die best
practices nicht funktionieren.
Es ist doch in einer Entwicklung nicht so, dass Best Practices und EMV-Maßnahmen willkürlich von außen auf das Projekt geworfen werden. Das ist ein interner Prozess, bei dem jeder Entwickler lernt.
Selbst wenn man sich externe Dienstleister ins Haus holt, bezahlt man die nicht dafür, dass das Gerät am Ende die Tests besteht, sondern für den Wissenstransfer an das eigene Team. Alles andere wäre weder sinnvoll noch nachhaltig.
Robert G. schrieb:
Denn EMV Probleme werden teurer
und schwieriger zu lösen je später sie entdeckt werden.
Immerhin hier hast du mal Recht. Aber wenn EMV wichtig ist und die Entwickler sensibilisiert sind, dann achtet man von vorn herein darauf und versucht alles, so früh wie Möglich zu testen, best practices und erlernte Lösungen anzuwenden.
Robert G. schrieb:
Viel sinnvoller ist es in das EMV
Wissen der Entwickler zu investieren und EMV Probleme bereits früh zu
identifizieren und zu vermeiden.
Und genau so läuft es auch. Kann es sein, dass du noch nie in einer Entwicklung warst und keine Ahnung hast, wie so ein Entwicklungsprozess mit Wissenstransfer und EMV-Tests abläuft?
Robert G. schrieb:
Lasst mich raten bei euch wird darauf losentwickelt und dann gehofft,
dass es irgendwie mit ein paar Ferriten schon hinhaut >_<
Nein. In keinem der vielen Unternehmen, in denen ich war (von 50MA-Bastelbude bis 2000-Mitarbeiter-Konzern) wurde so entwickelt, wie du es dir vorstellst.
Geh mal in eine echte Hardwareentwicklung in einem echten Unternehmen und mach da mal ein Praktikum und lerne, wie in der realen Welt entwickelt wird. Du kannst noch viel lernen.