Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Philips PM 3230 Röhrenscope Erweiterung


von Christian M. (likeme)


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Hy, ich habe ein altes Scope im Museumszustand erworben. Weis nicht 
warum, einfach mal zum Bewundern. Nach dem Einschalten ging erst mal gar 
nichts. Nach längerem herumgeschalte und herumdrehen wurden dann so 
langsam Lichtstreifen auf dem Monitor abgebildet, aber auch nur sehr 
kurz. Erst nachdem ich den Triggerschalter in Mittelposition gestellt 
habe, diese Stellung gibt es nicht bei dem Scope, kamen beide Kanäle zum 
Vorschein. Nach dem Öffnen des Gerätes entdeckte ich dann diese kleine 
Schaltung, die nachträglich eingebaut wurde. Meine Frage, vor allem an 
die alten Hasen, was kann das sein? Sie hängt gerade in der Triggerecke 
herum.

https://www.elektronik-labor.de/Notizen/PM3230.html

: Bearbeitet durch User
von Andrew T. (marsufant)


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Vorgeschichte zu erfahren könnte uns helfen Dir zu helfen.
So kann es z.B. eine vom Vorbesitzer gewünschte Sonder-Triggerung für 
seine Arbeitsaufgabe (z.B. VCR Geräte-Abgleich in einer TV Werkstatt 
sein).

Es ist ohne Infos ein Ratespiel - Die kleine schaltung aufzuzeichnen 
kannst Du ja mal machen (ist ja alles THT und LoRaster

von Christian M. (likeme)


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Andrew T. schrieb:
> So kann es z.B. eine vom Vorbesitzer gewünschte Sonder-Triggerung für
> seine Arbeitsaufgabe (z.B. VCR Geräte-Abgleich in einer TV Werkstatt
> sein).


ich werd mal nachfragen, scheint aber ein Entrümpler zu sein.

von Christian M. (likeme)


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So, das erste DoppelPoti repariert, abgerissene Plastikhaltenase vom 
Schleifer durch Schraube ersetzt, 0,5mm Loch gebohrt und M1*3 
reingedreht.

: Bearbeitet durch User
von Christian M. (likeme)


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Die Röhre ist der Hammer wie ich finde.

von Rainer D. (rainer4x4)


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Christian M. schrieb:
> Die Röhre ist der Hammer wie ich finde.

Ein echter Zweistrahler, kein einfacher Zweikanaler. Hat den Vorteil das 
er nicht choppt oder alterniert.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Ein echtes Zweistrahl-Oszilloskop. Die Elektrotanya hat ein altes 
Handbuch, nur niederländisch:
https://elektrotanya.com/philips_pm3230_manual.pdf/download.html
Mit Germanium- und Siliziumtransistoren.

Auf der Zusatzplatine sitzt ein Doppel-Operationsverstärker BA4558, der 
dürfte dem MC4558 entsprechen.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Rainer D. schrieb:
> Christian M. schrieb:
>> Die Röhre ist der Hammer wie ich finde.
>
> Ein echter Zweistrahler, kein einfacher Zweikanaler. Hat den Vorteil das
> er nicht choppt oder alterniert.

Hat den Nachteil, dass die Strahlsysteme aber auch "schielen" können.
Ein "gleichzeitig" auf einem echten Zweistrahler kann also wenig
Wert sein.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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https://fscdn.rohm.com/en/products/databook/datasheet/ic/amp_linear/opamp/ba4558xxx-e.pdf
Das Datenblatt zum BA4558 von Rohm, wird nicht mehr produziert.

von Rainer D. (rainer4x4)


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Cartman E. schrieb:
> Hat den Nachteil, dass die Strahlsysteme aber auch "schielen" können.
> Ein "gleichzeitig" auf einem echten Zweistrahler kann also wenig
> Wert sein.
Können, aber nicht müssen. Die ganze Welt kann explodieren, dann ist ein 
Oszilloskop garnix mehr Wert.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Rainer D. schrieb:
> Cartman E. schrieb:
>> Hat den Nachteil, dass die Strahlsysteme aber auch "schielen" können.
>> Ein "gleichzeitig" auf einem echten Zweistrahler kann also wenig
>> Wert sein.
> Können, aber nicht müssen. Die ganze Welt kann explodieren, dann ist ein
> Oszilloskop garnix mehr Wert.

Echte Zweistrahler schielen eher immer. Ein wirklich pfiffiger
Konstrukteur, würde mit einem Umschalter, die Strahlsysteme
alternierend umschaltbar machen. Dann könnte man den Effekt
nämlich besser bewundern und auch viel einfacher (weg-)justieren.

Und hier(TM), passiert der Saga nach, ja alles hundert Jahre später.
Ich kann mich also entspannt zurücklehnen.
Explosionsgefahr bestünde hier(TM) auch nicht.

von Christian M. (likeme)


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Cartman E. schrieb:
> Echte Zweistrahler schielen eher immer.
Kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

von Andrew T. (marsufant)


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Christian M. schrieb:
> Cartman E. schrieb:
>> Echte Zweistrahler schielen eher immer.
> Kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

Liegt daran, das es auch (nahezu) perfekt justierte Zwei-Strahl-Röhren 
gibt, die der Hersteller selektiert und verbaut. Nennt man auch 
Qualität.

von Björn W. (bwieck)


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Andrew T. schrieb:
> Nennt man auch
> Qualität.

Qualität ist heutzutage nur noch eine Umschreibung für "Zu Teuer".
Wissen alle GeizGeilen.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Andrew T. schrieb:

> Liegt daran, das es auch (nahezu) perfekt justierte Zwei-Strahl-Röhren
> gibt, die der Hersteller selektiert und verbaut. Nennt man auch
> Qualität.

Jaja.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Das Datenblatt zum BA4558 von Rohm, wird nicht mehr produziert.

Aber 4558 ist nach wie vor handelsüblich. Nur Rohm hat ihn aufgegeben. 
Das bleibt ein Standard Dual OpAmp.

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von Christian M. (likeme)


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Ich war eher überrascht von den beiden E810F Pentoden und deren Preis!

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von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Christian M. schrieb:
> eher überrascht von den beiden E810F Pentoden

Naja, industrielle, langlebige Röhren sind viel seltener als ihre 
Konsumer Equivalente und damit eben auch schweineteuer. Aber ausgesucht 
hast du dir den Bootsanker von Philips schon selber.

von Christian M. (likeme)


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Matthias S. schrieb:
> Bootsanker von Philips schon selber.

würde eher Bulldog dazu sagen ;-) es ist aber nicht wesentlich klobiger 
wie die alten Hameg 312....usw. Interessant finde ich die Mischung aus 
Röhren und Halbleitern.

von Sam (siran)


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Rainer D. schrieb:
> Die ganze Welt kann explodieren

Falls kein Wunder kommt - schaltet die Sonne die Welt ab:

https://www.dlr.de/de/next/raumfahrt/universum/42-astronomische-fragen/wie-lange-scheint-die-sonne-noch

von Sam (siran)


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Christian M. schrieb:
> Meine Frage, vor allem an
> die alten Hasen, was kann das sein? Sie hängt gerade in der Triggerecke
> herum.

Elektor hat in den 70/80-er oft Modifizierungen für Schnatterbolzen mit 
OP-VV der 58-er Serie veröffentlicht.

Vlt. lebt der echte Modifikator noch, liest das und meldet sich hier.

Nachtrag
https://www.radiomuseum.org/r/philips_hf_zweistrahl_oszillogra.html

stolzer Preis 1966 2120.-

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von Ths S. (motorburner)


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Hallo,

Christian M. schrieb:
> Interessant finde ich die Mischung aus Röhren und Halbleitern.

Geht mir auch so, nur kann ich mir den Sinn nicht erklären. Warum hat 
man das gemacht? JFETs (die dem Verhalten einer Pentode nahe kommen) gab 
es doch damals auch schon, oder?

von Fritz G. (fritz65)


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Ths S. schrieb:
>> Interessant finde ich die Mischung aus Röhren und Halbleitern.
>
> Geht mir auch so, nur kann ich mir den Sinn nicht erklären. Warum hat
> man das gemacht? JFETs (die dem Verhalten einer Pentode nahe kommen) gab
> es doch damals auch schon, oder?

Die Röhren dienen vermutlich als Endstufen für die Ablenkplatten. Dafür 
sind Spannungen von bis zu 200V nötig. Hochspannungsfeste Transistoren 
gab es damals noch nicht oder waren schlechter als Pentoden.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Christian M. schrieb:
> Cartman E. schrieb:
>> Echte Zweistrahler schielen eher immer.
> Kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

Ich schon.

Wenn man beide Strahlen ineinanderschreibt, sieht man es.
Welche Flanke ist nun eher da? ☺

Das mag jetzt an den Haaren herbeigezogen klingen, weil dein
Beispiel ja offensichtlich dasselbe Signal zweimal zeigt.
Aber ich habe viele Jahre durchaus mit echten Zweistrahlern
gearbeitet, und genau dieses Problem recht oft gehabt.
Besonders lästig, wenn das dann einmalige Vorgänge sind, die
auf einer Speicherröhre landen. und man die Vertikalsignals
nicht einfach umstecken kann, um sich mit einer Kontrollmessung
zu vergewissern.

von Jens G. (jensig)


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Cartman E. schrieb:
> Wenn man beide Strahlen ineinanderschreibt, sieht man es.
> Welche Flanke ist nun eher da? ☺

Dein X-Offset-Regler ist verbogen ...

von Karl B. (gustav)


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Sieht sehr sauber aus. Im Gegensatz zu meinem alten PM3231. Davon hätte 
ich noch Schaltpläne und diverse Service-Unterlagen.
Ich sehe keinen HV-Teil-Abschirm-Käfig.
Was das Teil sein kann?
Vielleicht ein Test-RC-Generator zum Einstellen der 
Tastkopf-Kompensation?

ciao
gustav

von Christian M. (likeme)


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> Ich schon.
>
> Wenn man beide Strahlen ineinanderschreibt, sieht man es.
> Welche Flanke ist nun eher da? ☺


Bei mir ist das nicht, aber ehrlich gesagt, so einen Klopper nimmt man 
heutzutage eh nur als Dekoration und selten für Messungen.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Christian M. schrieb:
> ein altes Scope im Museumszustand

Daß es ein echter Zweistrahler ist, hatten schon andere Leser direkt 
heraus gefunden. Leicht zu erkennen an den doppelt vorhandenen Focus- 
und Helligkeits-Stellern. Zudem zeigt das Foto des Bildröhren-Sockels 
die beiden Elektronen-Kanonen.

Die Geräte sind besonders geeignet, um langsame Vorgänge zu zeigen und 
diese bestenfalls per Kamera zu fixieren. Mit Kamera sind solche mit 
Film innen drin gemeint.


Christian M. schrieb:
> Erst nachdem ich den Triggerschalter in Mittelposition gestellt
> habe, diese Stellung gibt es nicht bei dem Scope, kamen beide Kanäle zum
> Vorschein.

Von der Front aus ist noch ein Stller für "stability" zugänglich, hier 
nur per Schraubendreher, bei den alten TEK-Oszis ist es ein Steller, der 
ständig bedient werden möchte, um korrekt zu triggern. Da kann auch noch 
optomoiert werden.

Christian M. schrieb:
> Die Röhre ist der Hammer wie ich finde.

Und in den Farbferseherinnen und Farbfernsehern waren immer (bis auf 
Exoten) drei Strahlsysteme verbaut. Anfangs in Delta-Anordnung, später 
dann in einer Reihe, wobei die Strahlsysteme der Oszilloskope eher 
größer ausfallen, was die Baugröße angeht.

mfg

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von Dieter W. (dds5)


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Christian S. schrieb:
> ... wobei die Strahlsysteme der Oszilloskope eher
> größer ausfallen, was die Baugröße angeht.

Kein Wunder, die Platten der elektrostatischen Ablenkung brauchen eben 
Platz. Die Fernsehröhren haben ihre dicke Ablenkeinheit halt außen auf 
dem Hals.

Achja - einen teildefekten 3230 hab ich hier auch seit ca. 35 Jahren 
unbenutzt in der Ecke stehen. Der Y-Verstärker eines Kanal ist 
ausgefallen.

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von Uwe E. (uexude)


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Christian M. schrieb:
> Kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

Ich auch nicht.
Ich hab ca.2 Jahre mit genau diesem Gerät gearbeitet.

Gruß
Uwe

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Karl B. schrieb:
> Vielleicht ein Test-RC-Generator zum Einstellen der
> Tastkopf-Kompensation?

Dafür erscheint mir ein 4558 als zu langsam. Das hätte man in den 70er 
Jahren und später mit TTL gelöst. Ich vermute eher eine Hilfsschaltung 
für spez. Triggerbedingungen.

von Peter N. (alv)


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Wow!

So eine Kiste habe ich auch noch irgendwo rumstehen...

von Marek N. (db1bmn)


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Hehe, das PM3221 war auch mein erstes Scope vor 27 Jahren.
Anbei die Schaltunterlagen in Deutsch.

Mit dem 1 kHz-Testsignal sieht man den horizontalen Versatz meistens 
nicht, aber wenn man den XY-Betrieb aktiviert, sieht man, dass die 
Pünktchen nicht deckungsgleich sind. Bei meinem Scope waren das war 1 
mm.

Als ich damals das Gerät angespielt habe, hatte ich den Trigger-Pegel 
verstellt, aber nicht auf die Auto-Stellung eingerastet, so dass das 
Scope auf ein sehr großes Signal gewartet hatte und nichts nicht 
angezeigt hatte.

Christian M. schrieb:
> Erst nachdem ich den Triggerschalter in Mittelposition gestellt
> habe, diese Stellung gibt es nicht bei dem Scope

Welchen Triggerschalter meinst du genau? Für die Polarität oder 
"Norm/TV"?

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