Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik einfacher analoger Sonnenfolger für 3-14V, max.5A


von Roland H. (rolandh)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Ich verstehe nicht weshalb für so einfache Steuerungen wie die 
Sonnennachführung ein Rechner nötig ist und wie man Fotowiderstände, die 
bei Lichteinfall unter 100 Ohm erreichen, voll in die Speisespannung 
schalten kann. Zudem fehlen oft die Hysteresefunktionen in den 
Schaltungen um ein ständiges Nachregeln auszuschließen. Auch wollte ich 
Spannungsmäßig mit nur einer Li-Ion Zelle auskommen. Zudem ermöglichen 
moderne H-Brücken ICs einen sehr einfachen Schaltungsaufbau.
  01.jpg
der 150KOhm Und der mittlere 33KOhm Widerstand sind für die Hysterese 
nötig
 02.jpg
Testaufbau zur Minimierung des Aufwandes
 03.jpg
die geätzte und mit Ösen versehene Leiterplatte
 04.jpg
bestückt sieht es sehr übersichtlich aus – die Beschaltung ist 
problemlos – notfalls einfach die Motoranschlüsse tauschen
 05.jpg
Funktionsprobe
Diese Schaltung ermöglicht auch ohne eine Programmierung eines µPs oder 
aufwendige Transistorschaltungen zu einem schnellen Ergebnis zu kommen. 
Die eingesetzte H-Brücke soll bis 5A Strom treiben können - bei bis zu 
14V.
Auch die Schaltung eines Opas hat manchmal Vorteile...

: Bearbeitet durch User
von Andras H. (andras_h)


Lesenswert?

Falls es Wolken gibt oder Spiegelungen kann es zu komischen Effekten 
kommen.

Mit ein uC kannst du dir die GPS Position und Zeit holen. Berechnen wo 
die Sonne ca stehen soll. Mit eine Photosensor kannst du dann Diagnose 
machen, wie zum Beispiel es ist zu wenig Licht, vermutlich durch Wolken. 
Oder noch komplexere Themen.

Ja nach dem was du erreichen möchtest kann eine einfache Schaltung oder 
eine komplexe Schaltung die Lösung sein. Soetwas wie eine Lösung was 
immer überall tut, gibt es nicht.

von Georg M. (g_m)


Lesenswert?

> einfacher analoger Sonnenfolger

Mein Opa hätte es auch so gemacht.

von Marcel V. (mavin)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Ich verstehe nicht weshalb...

Ich verstehe nicht weshalb du zweimal den gleichen Text geschrieben 
hast?

Außerdem verstehe ich nicht weshalb du noch einen zusätzlichen LM358 mit 
aufs Board gebastelt hast, obwohl der LM324 bereits 4 
Operationsverstärker enthält?

Dann würde mich interessieren, wie die mechanische Ausrichtung der 
Fotowiderstände bewerkstelligt wurde und ob sie durch einen Sichtschutz 
voneinander entkoppelt wurden. Auf dem letzten Foto ist schon etwas 
davon zu erkennen. Vielleicht könntest du davon noch einmal ein 
Extrafoto beisteuern.

Nachtrag: Ich sehe gerade, dass du sowohl für Horizontal als auch für 
Vertikal eine zweimotorige Variante gebaut hast. Das erklärt dann 
natürlich auch warum du noch einen zusätzlichen LM358 Dual-OPV dazu 
nehmen musstest.

: Bearbeitet durch User
von Helmut -. (dc3yc)


Lesenswert?

Was ist denn das mittlere für ein Spezialwiderstand bei denen, wo du 
"3*33k" hingeschrieben hast? Hat der einen Mittelabgriff?

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


Lesenswert?

Marcel V. schrieb:
> Außerdem verstehe ich nicht weshalb du noch einen zusätzlichen LM358 mit
> aufs Board gebastelt hast, obwohl der LM324 bereits 4
> Operationsverstärker enthält?

Er hat die Schaltung nur einmal gezeichnet, sie ist auf der Platine aber 
zweimal aufgebaut. Es werden also 6 OpAmps verbraten.

von Arno R. (arnor)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> der 150KOhm Und der mittlere 33KOhm Widerstand sind für die Hysterese
> nötig

So wie gezeigt erzeugt die Schaltung keine Hysterese, sondern es wird 
eine Verstärkung eingestellt. Für eine Hysterese müssten die 150k an die 
nicht invertierenden Eingänge des LM358.

von Andreas M. (amesser)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Zudem fehlen oft die Hysteresefunktionen in den
> Schaltungen um ein ständiges Nachregeln auszuschließen.

Ich sehe in Deinem Schaltplan keine Hysterese

Roland H. schrieb:
> Ich verstehe nicht weshalb für so einfache Steuerungen wie die
> Sonnennachführung ein Rechner nötig ist

Weil:

Andras H. schrieb:
> Falls es Wolken gibt oder Spiegelungen kann es zu komischen Effekten
> kommen.

Was passiert wenn Morgens um 6 die Sonne scheint, dann den ganzen Tag 
bewölkt ist und abends um 7 die Wolken verschwinden... Klar man kann 
über den mechanischen Aufbau des Sensors einiges Abfangen, aber egal wie 
Du dich anstellst, es gibt immer einen Totpunkt oder eine Stelle ab der 
nicht das passiert was du willst.

Wenn du Pech hast, reagieren deine LDRs bereits auf den Unterschied 
Wolke/blauer Himmel. Oder auf den Mond.

An Sensoren/Taster für Endanschläge hast Du gedacht? Denn im Fehlerfall 
wird sich das Teil so lange drehen bis der Akku leer oder das Kabel 
aufgerollt ist...

Ich habe zu dem Thema einiges durch, so einfach wie Deine Lösung scheint 
ist sie nicht. Mal ein paar Tipps:

- Unbedingt den Drehbereich mittels Sensoren/Taster/etc eingrenzen.
- Rückwarts fahren muss das Modul nur bei Nacht -> Helligkeit auswerten
- Vorwärts fahren muss das Modul nur am Tag bei Sonne....

Damit kann man die meisten Probleme erschlagen. Tja und mit einem 
Mikrocontroller: könntest Du die ganzen OPVs, Widerstände, etc ganz 
weglassen, würdest viel weniger Strom brauchen und könntest sogar noch 
einen Zeitgesteuerten Notbetrieb einbauen.... (Der Microcontroller läuft 
übrigens ab 1.8V, deine OPVs auch?)

von Udo S. (urschmitt)


Lesenswert?

Arno R. schrieb:
> So wie gezeigt erzeugt die Schaltung keine Hysterese, sondern es wird
> eine Verstärkung eingestellt. Für eine Hysterese müssten die 150k an die
> nicht invertierenden Eingänge des LM358.

Durch die beiden Logikeingänge des TA6586 und den mittleren 33k hat er 
sowas wie einen Totbereich.
Allerdings sollte man mal schauen ob die Logikeingänge beliebige Pegel 
zwischen Hi und Lo abkönnen.

von Udo S. (urschmitt)


Lesenswert?

Andreas M. schrieb:
> Tja und mit einem
> Mikrocontroller: könntest Du die ganzen OPVs, Widerstände, etc ganz
> weglassen, würdest viel weniger Strom brauchen und könntest sogar noch
> einen Zeitgesteuerten Notbetrieb einbauen.... (Der Microcontroller läuft
> übrigens ab 1.8V, deine OPVs auch?)

Allerdings braucht er dann Servomotoren, oder eine sonstige Rückmeldung 
der aktuellen Winkelstellung.
Bei seiner Lösung braucht er nur DC Motoren, Der Regelkreis ist über die 
Helligkeitssensoren geschlossen.

von Arno R. (arnor)


Lesenswert?

Udo S. schrieb:
> Durch die beiden Logikeingänge des TA6586 und den mittleren 33k hat er
> sowas wie einen Totbereich.

Das mag ja sein, aber meine Antwort bezog sich auf die Aussage des TO:

Roland H. schrieb:
> der 150KOhm Und der mittlere 33KOhm Widerstand sind für die Hysterese
> nötig

und das stimmt eben nicht. So wird keine Hysterese erzeugt.

Außerdem ist die Verstärkung, die in der oben gezeigten Schaltung 
auftritt vom Photowiderstand am invertierenden Eingang abhängig. Es 
ergibt sich daher ein unterschiedliches Verhalten der beiden 
Photowiderstände.

von Marcel V. (mavin)


Lesenswert?

Andreas M. schrieb:
> Tja und mit einem Mikrocontroller könntest Du die ganzen OPVs,
> Widerstände, etc ganz weglassen

Wir haben damals in der Schule ein Modellauto gebaut, das einer 
vorausgegangenen Taschenlampe automatisch gefolgt ist. Eine Person geht 
mit der Taschenlampe voraus und das Auto fährt, wie an einer Leine 
gezogen, im leichten Zick-Zackschritt hinterher.

Das Auto bestand aus einer Grundplatte, 2 Getriebemotoren und einer 4,5V 
Flachbatterie. Ein Motor rechts und einer links. Vorne und hinten 
jeweils eine Stützrolle. Als Elektronik wurden einfach nur 2 
LDR-Widerstände, 2 Transistoren und zwei Relais verbaut, fertig.

von Dieter W. (dds5)


Lesenswert?

Andreas M. schrieb:
> - Rückwarts fahren muss das Modul nur bei Nacht -> Helligkeit auswerten
> - Vorwärts fahren muss das Modul nur am Tag bei Sonne....

Das gilt aber nur für den Azimut. Die Elevation muss tagsüber in beiden 
Richtungen folgen und Nachts ist Ruhe.

von Roland H. (rolandh)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Diesen Sensoraufbau habe ich bereits seit ca. 20 Jahren rumliegen und 
damals schon erste Schaltungen aufgebaut, doch es fehlten die 
Solarpanele...
Da ich zum Poolwasser aufheizen die Sonnenstrahlen nutze, ist es wichtig 
die obere, bis zu 50° heiße Wasserschicht unter der schwarzen Folie, 
nach unten zu verteilen, um nachts nicht wieder die komplette Wärme zu 
verlieren. Die Steuerung, die die Temperatur der oberen und unteren 
Waserschicht vergleicht, kommt mit einer einzigen Li-Ion-Zelle aus und 
schaltet nur die Umwälzpumpe bei einer Temperaturdifferenz ein. Um nicht 
weitere Zellen zu verlieren hab ich eine kleine Solarplatine mit 
angeschlossen die jedoch nicht sehr effektiv ist (der Einfallswinkel ist 
meist sehr ungünstig). Dies ist der Grund für diese Steuerung.
und nochmal zum mitschreiben...
Die Programmierung eines µPs erfordert ein Grundwissen dazu und die 
nötige Technik. Für junge Leute, die diese Möglichkeiten bereits in der 
Schule behandelt haben ist es gewiß keine Herausforderung, doch es gibt 
ja auch ältere, die µPs als rotes Tuch sehen und lieber übersichtliche 
Technik nutzen wollen, die sie auch verstehen und Fehler beheben können. 
Einen Fehler an einen µP zu finden ist wesentlich aufwendiger als in so 
einer Schaltung.

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Andras H. schrieb:
> Falls es Wolken gibt oder Spiegelungen kann es zu komischen Effekten
> kommen.
Hier in der Gegend wurde vor langer Zeit mal ein Solarpark mit drehbaren 
Modulen installiert. Die standen mit der ersten (dezentralen) 
Positionssteuerung bei bewölktem Himmel kreuz und quer. Das sah dann 
doch sehr zufällig aus.

Nach 5 Jahren wurde dann auf eine Synchronisierung zur Sonnenlaufbahn 
umgestellt. Das hat sich offenbar bewährt...

Beim daneben aufgebauten Solarpark wurden die inzwischen 
kostengünstigeren Module dann wie heute üblich fest installiert.

von Roland H. (rolandh)


Lesenswert?

Bei einem Park mit vielen Modulen sehe ich es auch als sinnvoll die 
Module gleich zu schalten, doch der Stand eines einzelnes Panel 
interessiert niemanden. Zudem kann die analoge Steuerung wesentlich 
feinfühliger auf minimale Sonneneinstrahlung abgestimmt werden. Ein µP 
hat in der Regel durch den integrierten A-D-Wandler eine 
Spannungsauflösung bis 1024 und ist damit einer OPV-Vergleichsschaltung 
weit unterlegen.

von Roland H. (rolandh)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Die Endschalter sind hier gut sichtbar...
Die Hysterese für den Motorstop kann mit dem mittleren der 3 
Widerstände, die einen 555 nachempfinden, leicht eingestellt werden. Die 
Rückführung über den 1.OPV begrenzt die Empfindlichkeit und ermöglicht 
erst die Hysteresefunktion.
Bei einem Park mit vielen Modulen sehe ich es auch als sinnvoll die 
Module gleich zu schalten, doch der Stand eines einzelnes Panel 
interessiert niemanden. Zudem kann die analoge Steuerung wesentlich 
feinfühliger auf minimale Sonneneinstrahlung abgestimmt werden. Ein µP 
hat in der Regel durch den integrierten A-D-Wandler eine 
Spannungsauflösung bis 1024 und ist damit einer OPV-Vergleichsschaltung 
weit unterlegen.

: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


Lesenswert?

Dieter W. schrieb:
> Das gilt aber nur für den Azimut. Die Elevation muss tagsüber in beiden
> Richtungen folgen und Nachts ist Ruhe.

Je nach dem, wie hoch die Genauigkeitsanforderungen sind, kann man sich 
den zweiten Motor eventuell ganz sparen und muss die zweite Achse nur 
alle paar Wochen nachstellen, falls das Ding der Sonne und nicht 
irgendwelchen Wolken folgen soll.

von Helmut -. (dc3yc)


Lesenswert?

Eigentlich ist ein analoger Sonnenfolger in der heutigen Zeit Quatsch! 
Da die Erde seit Jahrmillionen relativ konstant um die Sonne kreist, 
lässt sich der Sonnenstand unabhängig von den Wolken wunderbar 
berechnen. Dazu muss ich nur den Ort und die Uhrzeit wissen, um meine 
Geräte auszurichten. Passende Programme bietet das Internet. Wenn ich 
einen WLAN-Anschluss habe, bekomme ich diese Daten in Echtzeit aus dem 
Netz. Dann kann ich meine Servos entsprechend steuern. Die brauchen 
nicht mal genau zu sein, 1-2° Abweichung reichen meist. Da genügt ein 
kleiner µC (ESP32-S3 z.B), der die meiste Zeit schläft, alle paar 
Minuten aufwacht und die Servos entsprechend nachstellt. Digitale Servos 
haben wegen der besseren Selbsthemmung weniger Stromverbrauch. Die 
Rückmeldung erfolgt über Beschleunigungssensoren.

von Roland H. (rolandh)


Lesenswert?

Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich diesen Beitrag in dem analogen 
Teil veröffentlicht. Ein µP, so angesagt und verlockend wie er auch sei, 
ist jedoch immer digital. Dazu kommt das er programmiert werden muß und 
je nach dem µP sind entsprechend aufwendige Programme erforderlich um 
dies zu tun. Ich jedenfalls finde es viel einfacher eine analoge Lösung 
für eine einfache Steuerung zu erarbeiten als mich Tagelang mit der 
Programmierung von µPs zu beschäftigen bis sie endlich das machen was 
sie sollen, zudem kommt noch die Reparaturfreundlichkeit analoger 
Schaltungen. Streikt ein µP ist meist guter Rat teuer und der 
Schrottkübel nahe - ein halbes Jahr später ist das Programm 
verschwunden, der µP veraltet und nicht mehr lieferbar oder der Macher 
des Teiles bei den Ahnen.
Schnell noch einmal Zur Hysteresefunktion der Schaltung. Als alter 
Elektriker, der mit den ersten Transistoren aufgewachsen ist, mag ich 
analoge Schaltungen. Sie sind leicht zu verstehen und zu beeinflussen.
Die 3 Kettenwiderstände zwischen der Betriebsspannung bilden einen 
Spannungsteiler, der die Spannung drittelt und mit den Widerstandsgrößen 
ist er einfach anzupassen. Die 2 folgenden OPVs nutzen diese 
Teilspannungen um die Triggerschwellen aufzubauen, genau wie bei einem 
555 Timer IC. Da der verstärkende und vergleichende Eingangs-OPV jedoch 
beim Umkippen des Spannungsverhältnisses zwischen den Fotowiderständen 
einen schleichenden Übergangswert generieren muß, um diesen Triggerpegel 
nutzen zu können, ist es nötig eine Verstärkungsbegrenzung (z.B. 150 
Ohm) einzufügen. Erst damit wird ein allmählicher Spannungsanstieg 
möglich. Die Empfindlichkeit ist somit durch die Anpassung des 
Rückkoppelwiderstandes und auch durch den Spannungsteiler möglich.
Die H-Brücken in dem ICs, mag es ein TB6612, TC1508, L9110 oder wie hier 
ein TA6586 sein, arbeiten alle gleich. Ein einzelner H-Pegel schaltet 
bereits den entsprechenden H-Brückenpfad auf das + Potential um und 
somit läuft der Motor an. Nur der TB6612 benötigt noch zusätzliche 
H-Pegel an den Steuereingängen. Der Unterschied ist nur die maximale 
Spannung und Strombelastung der ICs und der L9110 ist nur für einen 
Motor ausgelegt.

: Bearbeitet durch User
von Marcel V. (mavin)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> ich mag analoge Schaltungen...

Alles präzise erklärt und genauso sehe ich das in diesem Fall auch!

von Rainer W. (rawi)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Dazu kommt das er programmiert werden muß und
> je nach dem µP sind entsprechend aufwendige Programme erforderlich um
> dies zu tun. Ich jedenfalls finde es viel einfacher eine analoge Lösung
> für eine einfache Steuerung zu erarbeiten als mich Tagelang mit der
> Programmierung von µPs zu beschäftigen bis sie endlich das machen was
> sie sollen, zudem kommt noch die Reparaturfreundlichkeit analoger
> Schaltungen.

Die Erde dreht sich seit Jahrmillionen so gleichmäßig um ihre Achse, 
dass du danach die Uhr stellen kannst. Einzig störend ist vielleicht, 
dass die Erde nicht auf einer Kreisbahn um die Sonne läuft.
Ohne deine Genauigkeitsanforderungen zu kennen, ist das hier allerdings 
alles etwas müßig.

Roland H. schrieb:
> Ich verstehe nicht weshalb für so einfache Steuerungen wie die
> Sonnennachführung ein Rechner nötig ist ...

... damit das Ding bei gemischtem Wetter nicht Amok läuft.

Roland H. schrieb:
> Auch wollte ich Spannungsmäßig mit nur einer Li-Ion Zelle auskommen.

Hast du bei deinem Spannungsteiler für den Fensterkomparator 
berücksichtigt, dass sich der LM324 mit positiven Ausgangssignalen etwas 
schwer tut, wenn es darum geht, an die Versorgungsspannung heran zu 
kommen?

: Bearbeitet durch User
von Roland H. (rolandh)


Lesenswert?

Noch etwas zur Anfertigung der Leiterplatte ohne PC !!! - für 
Neueinsteiger - ...
Die Teile werden nach Verdacht auf eine Lochrasterplatte gesteckt (Teile 
mit großen Löchern durch etwas geeignetes ersetzen). Wenn alle Teile 
günstig angeordnet sind werden die genutzten Löcher mittels eines 
wasserfesten Faserschreibers markiert. Jetzt gilt es die markierten 
Löcher auf Transparentpapier zu übertragen um die Bauteile und mögliche 
Leiterzugführungen mit farbigen Filzstiften zu zeichnen (ich nutze rote 
Fineliner für die Bauteile und lindgrüne Filzstifte für die Leiterzüge). 
Jetzt werden nötige Korrekturen und Brücken sichtbar. Paßt alles wird 
eine Leiterplatte auf Größe geschnitten und mit Kreppband unter die 
Lochplatte geklebt. So kann mittels eines 1mm Bohrers die Platine durch 
die markierten Löcher im gleichmäßigen Raster gebohrt werden. Nach dem 
kontrollieren ob alle Löcher gebohrt wurden, wird mit einen feinen 
Schleifgummi - 400ter Wasserschleifpapier geht auch, die Kupferfläche 
entgratet und gesäubert. Fingerabdrücke sind jetzt störend, denn jetzt 
werden die Leiterzüge mit eingefärbten Abdecklack und einen sehr feinen 
Pinsel aufgezeichnet. Zum einfärben eignet sich idealerweise 
Methylviolett, das auch in Kopierstiften oder blauen Kuliminen genutzt 
wird und sich sehr gut in Ethanol auflöst. Den Lack selbst habe ich noch 
aus DDR-Zeiten und er ist sogar lötbar und noch flüssig. Nagellack soll 
aber auch gehen. Nach der Trocknung der aufgezeichneten Leiterzüge wird 
ein dünner lackierter Spulendraht durch zwei Löcher gezogen und hinten 
zusammengedreht um die Platine anheben zu können. Jetzt wird geätzt. Ich 
habe seit über 30 Jahren eine Glasschale mit Eisen-3-Chlorid Lösung, die 
durch den luftdichten Deckel noch immer nutzbar ist und im kalten 
Zustand bis zu einer 3/4 Stunde, auf der Heizung nach 15 Minuten die 
Leiterplatte ätzt. Die Platine wird einfach auf die braune Brühe 
vorsichtig schräg aufgesetzt um keine Luftblasen einzuschließen und 
keine Brühe auf die Platine zu bekommen, damit sie nicht untergeht. Die 
Platine schwimmt auf dieser Brühe und an dem Draht ist sie leicht 
anzuheben und bei Glasfasermaterial ist sogar der Fortschritt des Ätzens 
sichtbar. Bei 2-4 kleinen Platten pro Jahr ist der Ätzansatz sehr lange 
nutzbar.
Nach dem Ätzen die Platine abwaschen, mit Ethanol vom Abdecklack 
befreien und mit einer Kolophoniumlösung (FLUX TK83) dünn einstreichen - 
fertig.

: Bearbeitet durch User
von Hagen (immergruen)


Lesenswert?

Rainer W. schrieb:
> Die Erde dreht sich seit Jahrmillionen so gleichmäßig um ihre Achse,
> dass du danach die Uhr stellen kannst. Einzig störend ist vielleicht,
> dass die Erde nicht auf einer Kreisbahn um die Sonne läuft.

Die horizontale Bewegung um die Vertikalchse kann man nach der Uhr 
stellen, die muss genau 360° in 24 Stunden laufen. Die Ellipse ist nicht 
signifikant und macht sich nicht bemerkbar. Und das ist jeden Tag 
gleich.

Vielleicht wird das Projekt etwas einfacher, wenn man nur die vertikale 
Bewegung mit den Photosensoren steuert. Dann kann die Steuerung bei 
Amoklauf sich schneller wieder fangen, weil sie nur nach oben und unten 
suchen muss und grundsätzlich immer zur Sonne gerichtet ist. Dann sind 
die Amokläufe auch nicht so schlimm.

von Roland H. (rolandh)


Lesenswert?

Rainer W. schrieb:
> Hast du bei deinem Spannungsteiler für den Fensterkomparator
> berücksichtigt, dass sich der LM324 mit positiven Ausgangssignalen etwas
> schwer tut, wenn es darum geht, an die Versorgungsspannung heran zu
> kommen?

Der Test beweist das sie funktioniert und die Sonne mag sich auch 
gleichmäßig drehen, das ändert nichts an der Tatsache das die Steuerung 
ohne Mikrorechner für die meisten Menschen einfacher zu realisieren ist 
als die Programmierung selbigen und die Fehlersuche bei einer defekten 
Steuerung ebenfalls. Zudem muß sich das Panel nicht unbedingt auf die 
Sonne ausrichten, bei Wolken ist es sogar sinnvoller auf den helleren 
Teil des Himmels auszurichten.

von Rainer W. (rawi)


Lesenswert?

Hagen schrieb:
> Die horizontale Bewegung um die Vertikalchse kann man nach der Uhr
> stellen, die muss genau 360° in 24 Stunden laufen. Die Ellipse ist nicht
> signifikant und macht sich nicht bemerkbar. Und das ist jeden Tag
> gleich.

Da täuscht du dich. Es geht nicht um den Sterntag (etwa 23h56m), sondern 
um den wahren Sonnentag, der eben nicht genau 24 Stunden lang ist.
Die Ellipsenform der Erdbahn und die Achsenneigung der Erde machen sich 
als Zeitgleichung bemerkbar.
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitgleichung
Die täglichen Abweichungen der wahren Tageslänge akkumulieren sich und 
dadurch eiert der Durchgang der Sonne im Lauf des Jahres um etwa eine 
halbe Stunde.
Und es ist schon mal gar nicht die horizontale Bewegung, wenn dann ist 
es die Bewegung bezogen auf die Erdachse. Und solange du nicht an einem 
der Pole stehst, sind das verschiedene Dinge.

Roland H. schrieb:
> ... und die Sonne mag sich auch gleichmäßig drehen ...

Eine Drehung der Sonne dauert ganz grob einen Monat. Die interessiert 
deine Sonnennachführung gar nicht. Die Nachführung muss hauptsächlich 
die Drehung der Erde kompensieren.

: Bearbeitet durch User
von Andreas M. (amesser)


Lesenswert?

Udo S. schrieb:
> Allerdings braucht er dann Servomotoren, oder eine sonstige Rückmeldung
> der aktuellen Winkelstellung.
> Bei seiner Lösung braucht er nur DC Motoren, Der Regelkreis ist über die
> Helligkeitssensoren geschlossen.

Nein braucht er nicht. Die Geschwindigkeit des Motors ist bekannt. Ich 
sprach nicht umsonst von "Notbetrieb". Für den Fall, das die Sonne 
scheint hat der MC ja die Sensoren.

Roland H. schrieb:
> Die Hysterese für den Motorstop kann mit dem mittleren der 3
> Widerstände, die einen 555 nachempfinden, leicht eingestellt werden.

Das ist keine Hysterese sondern ein Totbereich. Eine Hysterese erreicht 
man durch positive Rückkopplung. Da die Sonne sich aber eher selten 
rückwärts bewegt, bringt ein Totbereich nichts. Die Schaltung wird immer 
an der Grenze zur "Westdrehung" hängen.

Roland H. schrieb:
> Zudem kann die analoge Steuerung wesentlich
> feinfühliger auf minimale Sonneneinstrahlung abgestimmt werden. Ein µP
> hat in der Regel durch den integrierten A-D-Wandler eine
> Spannungsauflösung bis 1024 und ist damit einer OPV-Vergleichsschaltung
> weit unterlegen.

Das will man gar nicht. So wie deine Schaltung gebaut ist, wird der 
Motor im Schlechtfall je nach physikalischer Trägheit des Gesamtaufbaus 
im einstelligen Minutenrhythmus oder gar noch schneller takten.

Moderne UCs haben übrigens nicht nur eingebaute OPVs sondern meist auch 
noch Komparatoren an Board. (Davon abgesehen würde man die Helligkeit 
bei einem UC mittels Led, Kondensator und Zeitmessung bestimmen...)

Roland H. schrieb:
> Schnell noch einmal Zur Hysteresefunktion der Schaltung.

Du kannst es noch öfter wiederholen, aber das ist keine Hysterese. Das 
ist ein Fensterkomparator und zwar ohne Hysterese. So sieht ein 
(einzelner) Komparator mit Hysterese aus:

https://www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/0311271.htm

Roland H. schrieb:
> Ich jedenfalls finde es viel einfacher eine analoge Lösung
> für eine einfache Steuerung zu erarbeiten als mich Tagelang mit der
> Programmierung von µPs zu beschäftigen bis sie endlich das machen was
> sie sollen

Das ist das einzige Argument von Dir, was ich akzeptiere...

von Roland H. (rolandh)


Lesenswert?

Andreas M. schrieb:
> Das ist keine Hysterese sondern ein Totbereich.

Nenn es wie du willst, die Funktion das sich in einem gewissen Bereich 
ein >0< Punkt befindet wo der Motor abgeschaltet wird und keinen Strom 
zieht ist wichtig und gegeben. Und es ist möglich ihn einfach durch 
verschiedene Widerstandswerte bzw auch ein Poti zu beeinflussen. Eine 
Hysterese ist eigentlich die Differenz eines Umschaltpunktes, das ist 
hier aber nur bei Wolkenbildung gegeben da sonst eine gleichmäßige 
Vorwärtsbewegung erfolgt. Hier wird das Signal gesplittet in ein oberes 
Schaltsignal und ein unteres. Nähert sich die verstärkte 
Differenzspannung dem oberen wird nach rechts gedreht bis es sich wieder 
mittig einpegelt, nähert es sich dem unteren wird nach links gedreht...
Ob er nachhängt oder nicht interessiert doch den Kuckuck, da wird der 
Sensor einfach 0.01° nach rechts gebogen...
Viel wichtiger ist doch wie viel Dekaden Lichtänderung überstrichen 
werden um sowohl in der Dämmerung als auch bei Sonnenschein eine 
akkurate Ausrichtung erfolgt. Und wo der Endstand abends ist 
interessiert auch nicht, da Nachts ohnehin kein Strom generiert wird.

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Viel wichtiger ist doch wie viel Dekaden Lichtänderung überstrichen
> werden um sowohl in der Dämmerung als auch bei Sonnenschein eine
> akkurate Ausrichtung erfolgt. Und wo der Endstand abends ist
> interessiert auch nicht, da Nachts ohnehin kein Strom generiert wird.

Was für ein Unsinn.
Zur sommerlichen Sonnenwende geht die Sonne ganz im Norden von DE in gut 
37° N auf und in gut 322° N unter.
Alleine dafür müsstest Du schon einen Drehkreis von gut 270° vorhalten, 
möchtest Du auch noch die Dämmerung mitnehmen, werden es 295°!
Nun rate mal, in welche Richtung Deine Anlage morgens drehen möchte, 
wenn sie abends aufgrund Dunkelkeit bei ~330° gestoppt hat.
Hättest Du keine Endschalter eingesetzt, würde Deine Anlage einfach die 
Kabel aufnudeln, bis sie reissen oder der zuständige Motor durchbrennt.

Bereits in den frühen 80ern habe ich Satanlagen mit Zweiachsensteuerung 
importiert, verkauft und installiert, damals nicht für TV, sondern 
überwiegend Funkamateure, die damit alle möglichen Satelliten, bemannte 
Raumfahrt und Raumstationen verfolgten.
Viele der Amateure bauten sich ihre Steuerungen auch selber.
Und natürlich mit µc!

Mitte der 90er wurden die ersten kommerziellen Solaranlagen mit 
ähnlichen Systemen ausgerüstet, idR. mit fast waagerechter Ausrichtung 
bei durchgehender Bewölkung, Steilstellen bei Schneefall und aus dem 
Wind nehmen bei Starkwind und mehr.
Und natürlich nächtliches Zurückfahren auf die nächste morgentliche 
Startposition.
Wir hatten damals u.a. in klein Expeditionen auf den Kilimanjaro 
ausgerüstet, die dort oben Laservermessungen der Gletscher betrieben.
(Weitere Energiequelle war dann M-/Ethanolbrennstoffzelle, fossile 
Brennstoffe strikt untersagt..)

Wenn jemand es gelernt hat, sich seine Platinen selber zu ätzen, ist es 
bedeutend wahrscheinlícher, dass er den Krempel heute schon längst 
entsorgt hat oder wie ich die letzten 20 Jahre nicht mehr angerührt hat, 
dafür aber den Einstieg in die µc-Welt vollzogen hinter sich hat.
Und sei es nur Arduino und ESP Fertigmodule.
Und die Welt ist voll von Programmen anderer Nutzer, die man übernehmen 
kann.

von Rainer W. (rawi)


Lesenswert?

Andreas M. schrieb:
> ..., aber das ist keine Hysterese. Das
> ist ein Fensterkomparator und zwar ohne Hysterese. So sieht ein
> (einzelner) Komparator mit Hysterese aus:

Nur alleine die Elektronik zu betrachten, reicht da nicht aus. Ein 
Hystereseverhalten ergibt sich erst zusammen mit der Mechanik.

Ein Motor dreht nach dem Abschalten immer etwas nach, so dass er sicher 
in den mittleren Bereich der Komparatorschaltung ("aus") fährt. Es 
verschiebt sich zwar nicht die Komparatorschwelle, aber der Sensorwert 
macht durch die Bewegung einen Sprung, der zusammen mit der Drehbewegung 
der Erde zu einem stabilen Verhalten an der Flanke (ohne beständiges 
Schalten durch Rauschen) führt. Und genau das kennzeichnet eine 
Hysterese.
Sie wird durch den Nachlaufwinkel des Motors und die Drehgeschwindigkeit 
der Erde bestimmt, d.h. es handelt sich nicht um eine Hysterese der 
Steuerelektronik, sondern um eine Hysterese des gesamten 
Nachführsystems.

: Bearbeitet durch User
von Roland H. (rolandh)


Lesenswert?

Rainer W. schrieb:
> Nur alleine die Elektronik zu betrachten, reicht da nicht aus. Ein
> Hystereseverhalten ergibt sich erst zusammen mit der Mechanik.

Wenn du eine echte Hysterese möchtest kannst Du gern im unteren 
Verstärker einen Rückkoppelwiderstand einfügen. Dazu ist jedoch noch die 
Auftrennung des Leiterzuges zwischen den OPVs und die Einfügung eines 
Entkoppelwiderstandes erforderlich um ihn wirksam zu machen. Beide sind 
leicht auf der Leiterseite nachrüstbar - auch alle 4 bei beiden Motoren. 
In diesem Fall ist jedoch nur eine Motorrichtung mit der Hysterese 
nutzbar und die Ein- und Ausgänge sind damit Richtungsabhängig. Für den 
Ost-Westverlauf wäre es sinnvoll, für den Süd-Nordverlauf eher weniger, 
da hier beide Richtungen benötigt werden. Dabei kannst du auch die 
Verstärkung des Eingangs OPVs vergrößern um den Umschaltpunkt schmaler 
zu machen. Bei 1MOhm führen dann sicher auch Schleierwolken zur 
Nachführbewegung

: Bearbeitet durch User
von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


Lesenswert?

Das Grundproblem des TO ist doch, dass er die Verwendung eines MC 
immernoch als "immensen" Aufwand wie für einen klassischen Computer 
ansieht. Da ist er wohl etwas in der Zeit verhaftet ...

Ein MC kostet ggf. weniger als ein OPV und kann (im Gegensatz zum OPV) 
nahezu völlig frei in seinem Verhalten definiert (programiert) werden - 
das scheint er (noch) nicht so richtig verinnerlicht zu haben.

Die Zeiten ändern sich eben ...

von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Frank E. schrieb:
> Das Grundproblem des TO ist doch, dass er die Verwendung eines MC
> immernoch als "immensen" Aufwand wie für einen klassischen Computer
> ansieht. Da ist er wohl etwas in der Zeit verhaftet ...
>
> Ein MC kostet ggf. weniger als ein OPV und kann (im Gegensatz zum OPV)
> nahezu völlig frei in seinem Verhalten definiert (programiert) werden -
> das scheint er (noch) nicht so richtig verinnerlicht zu haben.

Richtig, da wäre seine nächtliche Rückführung lediglich ein 
Codeschnippselchen, in seinem Schema muss er noch einiges zu seiner 
Schaltung dazubasteln, damit sein Teil auch am zweiten Tag noch 
(halbwegs richtig) arbeitet.

von Rainer W. (rawi)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Wenn du eine echte Hysterese möchtest kannst Du gern im unteren
> Verstärker einen Rückkoppelwiderstand einfügen.

Möchte ich nicht. Entscheidend ist doch, dass das Gesamtsystem sich 
vernünftig benimmt und an der Schaltgrenze nicht immer am Hin- und 
Herfahren ist. Du kannst dein Elektroniklehrbuch wieder einpacken ;-)

Ralf X. schrieb:
> ... in seinem Schema muss er noch einiges zu seiner
> Schaltung dazubasteln, damit sein Teil auch am zweiten Tag noch
> (halbwegs richtig) arbeitet.

Und auch für vernünftiges Verhalten bei Wolken und Mondlicht muss man 
noch deutlich zusätzlichen Aufwand treiben. Leider fällt die notwendige 
Nachführgenauigkeit sowie Sinn und Zweck der Nachführung immer noch 
unter irgendeine versteckte Geheimhaltungsklausel :-(

von Marcel V. (mavin)


Lesenswert?

Frank E. schrieb:
> Ein MC kostet ggf. weniger als ein OPV und kann (im Gegensatz zum OPV)
> nahezu völlig frei in seinem Verhalten definiert (programiert) werden -
> das scheint er (noch) nicht so richtig verinnerlicht zu haben.

Falsch, so ein MC will auch erst einmal programmiert werden! Dafür 
braucht man einen Rechner mit Programmierprogramm und einen 
Schnittstellenadapter, um den MC überhaupt programmieren zu können und 
man muss sich mit der Programmiersprache halbwegs auskennen, wenn man 
nicht irgendwelche Code-Schnipsel wild und ahnungslos zusammenkleben 
möchte!

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


Lesenswert?

Marcel V. schrieb:
> Frank E. schrieb:
>> Ein MC kostet ggf. weniger als ein OPV und kann (im Gegensatz zum OPV)
>> nahezu völlig frei in seinem Verhalten definiert (programiert) werden -
>> das scheint er (noch) nicht so richtig verinnerlicht zu haben.
>
> Falsch, so ein MC will auch erst einmal programmiert werden! Dafür
> braucht man einen Rechner mit Programmierprogramm und einen
> Schnittstellenadapter, um den MC überhaupt programmieren zu können und
> man muss sich mit der Programmiersprache halbwegs auskennen, wenn man
> nicht irgendwelche Code-Schnipsel wild und ahnungslos zusammenkleben
> möchte!

Ähmmm ... ja und nein. Die Evolution geht natürlich nicht nur mit der 
Hardware (z.B. OPV -> MC), sondern es müssen auch die zugehörige 
Kenntnisse "mitwandern". Früher war es gut und wichtig, sich mit dem 
Verhalten von OPVs auszukennen, heute eben mit MC's. Der Trend geht nun 
mal in Richtung Hardware zu Software (siehe FPGA, MC). Typisches 
Beispiel "SDR": Das Signal wird zum frühest möglichen Zeitpunkt nach der 
Antenne (ok, die und die Vorstufe bleiben erstmal analog) digitalisiert 
... und der Rest ist Software.

Und "Programmieradpter" braucht man für die meisten Einsteiger-MC (z.B. 
Arduino, ESP32xx) keinen, nur ein USB-Kabel. Die Software gibts auch 
kostenlos ...

: Bearbeitet durch User
von Roland H. (rolandh)


Lesenswert?

Frank E. schrieb:
> Und "Programmieradpter" braucht man für die meisten Einsteiger-MC (z.B.
> Arduino, ESP32xx) keinen, nur ein USB-Kabel. Die Software gibts auch
> kostenlos ...

Nochmal langsam zum mitschreiben. Ein OPV ist für alte Leute ein 2-Mann 
Zelt.
Ein Mikrorechner ist für sie eine 5km große Tropfsteinhöhle. Ohne Führer 
sind sie darin verloren. Jetzt alles klar?
 Ich kann meine Schaltung ganz leicht reparieren.
Kannst Du ohne Kenntnis des Programmes deine Steuerung reparieren ?

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Kannst Du ohne Kenntnis des Programmes deine Steuerung reparieren ?

Kein Problem, habe eigene Software.

von Roland H. (rolandh)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Kein Problem, habe eigene Software.

Dachte ich auch mal, bis die Festplatte ihren Geist aufgab, danach war 
alles im Datenhimmel, viele Datenblätter waren im Netz verschwunden und 
auch einiges privates war dahin, weil man schließlich nicht täglich 
sichert...
Da merkte ich auch das die Sicherungs-CDs witzlos waren, weil nach 
wenigen Jahren bereits viele Daten gar nicht oder nur noch schwer lesbar 
sind. Wieder war ich den Versprechen der Hersteller folgend, 
reingefallen...

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Kein Problem, habe eigene Software.
>
> Dachte ich auch mal, bis die Festplatte ihren Geist aufgab, danach war
> alles im Datenhimmel, viele Datenblätter waren im Netz verschwunden und
> auch einiges privates war dahin, weil man schließlich nicht täglich
> sichert...

Du postest jetzt mit einem Analogrechner? Aufgebaut mit LM324/LM358?

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Frank E. schrieb:
>> Und "Programmieradpter" braucht man für die meisten Einsteiger-MC (z.B.
>> Arduino, ESP32xx) keinen, nur ein USB-Kabel. Die Software gibts auch
>> kostenlos ...
>
> Nochmal langsam zum mitschreiben. Ein OPV ist für alte Leute ein 2-Mann
> Zelt.
> Ein Mikrorechner ist für sie eine 5km große Tropfsteinhöhle. Ohne Führer
> sind sie darin verloren. Jetzt alles klar?
>  Ich kann meine Schaltung ganz leicht reparieren.
> Kannst Du ohne Kenntnis des Programmes deine Steuerung reparieren ?

Es sei dir ja unbenommen, persönlich dieser Meinung zu sein.

Mich stört aber, dass du das als absolute Wahrheit verkaufen willst. Ich 
bin auch keine 30 mehr und trotzdem ist mir (heute) ein MC sehr viel 
vertrauter als ein OPV.

Abgesehen von Spezialanwendungen, wie z.B. hoch sensible Vorverstärker, 
braucht die Dinger heute keiner mehr. Ist m.E. ist das ähnlich wie bei 
Elektronen-Röhren: Abgesehen von einigen wenigen Spezialanwendungen 
(z.B. SEV oder Sender-Endstufen im oberen KW-Bereich) haben die sich 
auch erledigt.

von Marcel V. (mavin)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Du postest jetzt mit einem Analogrechner? Aufgebaut mit LM324/LM358?

Das ist ja auch was anderes! So etwas will man auch nicht selbst bauen, 
dafür braucht man zu viel kostbare Zeit und es gibt dafür auch schon 
fertige Schreibgeräte.

Wenn man ein iPhone aus einzelnen Transistoren nachbauen müsste, dann 
wäre die Platine 2 Quadratkilometer groß.

Eine einzelne Person müsste von der Kindheit an gerechnet, jeden Tag 
eine Eurokarte mit Transistoren bestücken und selbst dann reicht ein 
ganzes Leben einer einzelnen Person für ein selbstgebautes iPhone nicht 
aus (da muss die Frau schon mit anpacken)!

😅

von Rainer W. (rawi)


Lesenswert?

Marcel V. schrieb:
> Wenn man ein iPhone aus einzelnen Transistoren nachbauen müsste, dann
> wäre die Platine 2 Quadratkilometer groß.

... und entsprechend langsam. Da wäre ein Signal vom einen zum anderen 
Ende länger als 5 µs unterwegs.

von Andreas M. (amesser)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Sicherungs-CDs witzlos waren, weil nach wenigen Jahren bereits viele
> Daten gar nicht oder nur noch schwer lesbar sind. Wieder war ich den
> Versprechen der Hersteller folgend, reingefallen...

Welcher Hersteller soll das versprochen haben? Das CD-Rs nicht ewig 
halten war von Anfang an bekannt. Datensicherungen gehören auf 
Magnetfeld basierte Datenträger. Wurde und wird schon immer so gemacht. 
( Auch SSDs, USB Sticks, sind vergesslich...)

von Roland H. (rolandh)


Lesenswert?

Andreas M. schrieb:
> Datensicherungen gehören auf Magnetfeld basierte Datenträger

Zeig mir den, der privat ein Magnetbandlaufwerk zur Datensicherung nutzt 
- Hatte einen Commodore C+4 mit einem Kasettenlaufwerk wo Programme 
abgespeichert wurden - ein Aufatmen, als die Flopydisk dieses ersetzte 
und die Speicherzeit um Faktor 10 minimierte.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Andreas M. schrieb:
>> Datensicherungen gehören auf Magnetfeld basierte Datenträger
>
> Zeig mir den, der privat ein Magnetbandlaufwerk zur Datensicherung nutzt

Andreas hat nichts von "Band" geschrieben.

von Andreas M. (amesser)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Zeig mir den, der privat ein Magnetbandlaufwerk

Tatsächlich hatte ich ganz früher mal sowas privat, aber nie wirklich 
benutzt, war einfach zu teuer. Magnetbänder und passende Laufwerke waren 
in der Tat nicht günstig. (Vor allem in Einzelstückzahlen) Musste man 
halt abwägen was einem wichtiger ist. Ist schon eine Weile her, ich 
meine aber es gab auch Systeme die auf normale VHS Bänder gesichert 
haben.

Wie Hinz aber sagte:

H. H. schrieb:
> Andreas hat nichts von "Band" geschrieben

Genau. Für den Privatmann ist es am ökonomischsten einfach "normale" 
Festplatten (Die mit den Magnetscheiben) zu nutzen. Entweder per Schacht 
oder externes USB Gehäuse. Einmal in der Woche dranstecken, 
rüberkopieren und wieder zurück ins Regal.

von Werner H. (werner45)


Lesenswert?

...Und der Aufwand, um ein Solarpaneel nach der Sonne auszurichten, und 
die Elektronik muß den ganzen Tag unter Strom sein...
Das geht auch einfacher und stromsparender, auch analog:
Das Energiemaximum eines Paneels nimmt mit dem Cosinus des Sonnenstandes 
anfangs nur wenig ab, dann wird schon nachgestellt. Die Drehachse ist 
auf den Polarstern gerichtet.
Die Sonne dreht sich 15° in der Stunde, man stellt feste Fixpunkte um 8, 
10, 12, 14, 16 Uhr ein und eine Schaltuhr, die einen Motor um diese 
Zeiten ab 10 Uhr genau 1 Umdrehung bewegt. Damit wird das Schaltrad 
eines Malteser-Getriebes gedreht. Das Getriebe ist selbsthemmend und aus 
starkem Alublech gefertigt. Um 18 Uhr dreht der Motor entgegensesetzt, 
bis die Grundstellung um 8 Uhr für den nächsten Tag wieder erreicht ist. 
All das kann mechanisch mit Mikroschaltern und wenigen Relais erreicht 
werden. Die Sonnenhöhe wird nur für Frühling/Herbst und Sommer einmal 
über die Neigung zur Achse festgestellt.

Statt des klassischen Malteser-Getriebes kann man bei kleinen Paneels 
auch die Version mit 2 Schaltfingern und Schlitzscheibe verwenden, mit 
etwas anderer Elektronik (mehr Umdrehungen).

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Werner H. schrieb:
> die Elektronik muß den ganzen Tag unter Strom sein...

Ach wo, ein µC kann da fast die ganze Zeit im Tiefschlaf liegen.

von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


Lesenswert?

Es gibt ja auch diese drehenden Häuser, da spart man sich den ganzen 
Aufwand und kann die Panel auf dem Dach einfach festschrauben ;-)

Haus folgt der ☀️ bzw wird von frouw per Hand nachgedreht... (wegen der 
blühenden Zimmerpflanzen)

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


Lesenswert?

Habe vor langer Zeit mal gelesen, dass nachgeführte Solarpanele im 
Durchschnitt um die 30% mehr Energie liefen sollen als fest stehende. 
Ich nehme an, das gilt nur für klaren Himmel. Je diffuser die 
Beleuchtung ist (Wolken, Dunst), um so geringer werden die Unterschiede 
sein.

Muss man halt entscheiden, ob sich der - insbesondere mechanische - 
Aufwand lohnt.

von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


Lesenswert?

Er lohnt überhaupt nicht (mehr). Bewegliche Mechanik ist teuer und 
fehleranfällig.

von Helmut -. (dc3yc)


Lesenswert?

Roland H. schrieb:
> Nochmal langsam zum mitschreiben. Ein OPV ist für alte Leute ein 2-Mann
> Zelt.

Nunja, kratze gerade an den 70. Aber für mich ist ein OPV ein Mauseloch, 
in das ich mich zwar manchmal hineinquetschen muss, ansonsten tut ein µP 
viel mehr und macht es viel besser. Ja, mittlerweile kann ich 
einigermaßen C, obwohl auch ich mit FORTRAN und Lochkarten das 
programmieren lernte.

von Rainer W. (rawi)


Lesenswert?

Frank E. schrieb:
> Habe vor langer Zeit mal gelesen, dass nachgeführte Solarpanele im
> Durchschnitt um die 30% mehr Energie liefen sollen als fest stehende.

Ob das mit realen Einstrahlungsdaten tatsächlich so ist, kannst du 
selber nachrechnen (lassen).
https://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/de/

von Ralf X. (ralf0815)



Lesenswert?

Rainer W. schrieb:
> Frank E. schrieb:
>> Habe vor langer Zeit mal gelesen, dass nachgeführte Solarpanele im
>> Durchschnitt um die 30% mehr Energie liefen sollen als fest stehende.
>
> Ob das mit realen Einstrahlungsdaten tatsächlich so ist, kannst du
> selber nachrechnen (lassen).
> https://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/de/

Laut dem Tool bringt eine einachsige Nachführung (egal welcher!) und 
optimal ausgerichteter zweiten Achse bei unverschatteter Einzellage 
gegenüber einer optimal ausgerichteten Festanlage übers Jahr ein Plus 
von rund 30%.
Wird die zweite Achse ebenfalls nachgeführt, bringt das lediglich 
lachhafte 3% zusätzlich, kann man also sofort in der Pfeife rauchen.

Baut man damit allerdings einen Solarpark, braucht man dafür aber sehr 
viel Gelände pro Modul oder aber lässt es zu, dass sich die Modulflächen 
gegenseitig verschatten und niemals die 30% Mehrertrag erreichen.
Sehr gut auf dem Bild von Lothar in 
Beitrag "Re: einfacher analoger Sonnenfolger für 3-14V, max.5A" zu 
sehen.

Nett auch hier beschrieben:
https://www.photovoltaikforum.com/thread/18864-20-drehhallen-bautzen-mit-581kw-gefunden/?pageNo=1 
ff

2008 lohnte es sich dennoch aufgrund der hohen Vergütung auf 20 Jahre 
und der Deklaration als Aufdachanlage im (ehemaligen) billigem Freiland!
https://www.photovoltaikforum.com/userpix/1557_Singwitz1_1.jpg

von Bauform B. (bauformb)


Lesenswert?

Werner H. schrieb:
> ...Und der Aufwand, um ein Solarpaneel nach der Sonne auszurichten, und
> die Elektronik muß den ganzen Tag unter Strom sein...
> Das geht auch einfacher und stromsparender, auch analog:
> Schaltuhr ... Motor

Pendeluhr und Pneumatik; der Druckluftspeicher wird per Solarkollektor 
geladen ;)

von Werner H. (werner45)


Lesenswert?

Druckluftspeicher:
Preßluft ist für lange Zeit speicherbare Energie (wenn man sie sowieso 
in der Werkstatt benötigt).
Ein altes Aggregat mit getrenntem Motor und Kompressor ist leicht auf 
einen 24-V-Motor umbaubar. So kann man überschüssigen Solarstrom 
dauerhaft speichern.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.