Forum: Fahrzeugelektronik Transistorschaltung als Relais Ersatz?


von René (eisbaer79)


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Hallo liebes Forum!

Folgendes Problem beschäftigt mich zur Zeit, vielleicht hat jemand von 
euch einen Lösungsansatz. In einem PKW mit 12 Volt Bordspannung sollen 
nachgerüstete, zugelassene Tagfahrleuchten eines Markenherstellers 
angesteuert werden. Die LEDs haben eine zusammen eine Leistung von 10 
Watt. Auf dem Markt finden sich leider nur zwei fertige Steuergeräte 
dafür. Eins reagiert auf das Anlegen der Zündung, dass andere ohne 
Abgriff der Zündung durch Erkennung der Erhöhung der Bordspannung bei 
laufendem Motor.

Letzteres kommt für das Fahrzeug nicht in Frage, da die Lichtmaschine im 
Lastzustand deaktiviert wird und die Bordspannung so auf etwas über 12 
Volt sinkt. Die Erkennung funktioniert dadurch nicht einwandfrei. Von 
dem anderen Steuergerät haben bereist drei Stück den Dienst in kurzer 
Zeit aufgegeben, vermutlich war die Last zu hoch, der Hersteller nennt 
da keine Daten.

Nun dachte ich mir, mach ich es halt Analog und nutze statt einem 
Steuergerät zwei Relais. Ein vierpoliges für die Aufschaltung bei 
Zündung welches direkt die Bordspannung schaltet und ein fünfpoliges 
dahinter, welches bei Aufschaltung vom Standlichtsignal auf einen 
Ausgang mit in Reihe geschalteten Lastwiderstand wechselt, um die 
gesetzlichen Vorgaben des Abdimmens vom Tagfahrlicht einzuhalten. So 
weit so gut. Jedoch hatte ich nicht bedacht, dass sich beim Schalten 
eines Relais kurzzeitig eine Spannungserhöhung bildet, mit einem 
"langsamen" Multimeter bis auf die doppelte Eingangsspannung gemessen. 
Dadurch sind mir beim ersten Versuch alle LEDs durchgeschossen.

Die Überlegung ist jetzt, eine "einfache" Schaltung mit Transistoren zu 
machen, welche die Relais ersetzen soll. Ist das relativ einfach 
möglich? Was gilt zu beachten?

Vielen Dank und Grüße,
René

: Verschoben durch Moderator
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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René schrieb:
> Von dem anderen Steuergerät haben bereist drei Stück den Dienst in
> kurzer Zeit aufgegeben, vermutlich war die Last zu hoch, der Hersteller
> nennt da keine Daten.
Aber es ist trotzdem geheim?

> Nun dachte ich mir, mach ich es halt Analog und nutze statt einem
> Steuergerät zwei Relais. Ein vierpoliges für die Aufschaltung bei
> Zündung welches direkt die Bordspannung schaltet und ein fünfpoliges
> dahinter, welches bei Aufschaltung vom Standlichtsignal auf einen
> Ausgang mit in Reihe geschalteten Lastwiderstand wechselt, um die
> gesetzlichen Vorgaben des Abdimmens vom Tagfahrlicht einzuhalten.
Gibt's diesen Aufsatz auch als Schaltplan mit Typbezeichungen der 
verwendeten Bauteile ind Komponenten?

> So weit so gut. Jedoch hatte ich nicht bedacht, dass sich beim Schalten
> eines Relais kurzzeitig eine Spannungserhöhung bildet, mit einem
> "langsamen" Multimeter bis auf die doppelte Eingangsspannung gemessen.
Wo in deiner Schaltung hast du das gemessen? Hast du das beim Ein- oder 
beim Ausschalten gemessen?

> Dadurch sind mir beim ersten Versuch alle LEDs durchgeschossen.
Ich bin mir nicht ganz sicher, dass du mit dieser Vermutung richtig 
liegst. Denn eine fürs KFZ ausgelegte elektrische Komponente sollte das 
locker wegstecken.

von Thomas (werists)


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René schrieb:
> Ist das relativ einfach
> möglich? Was gilt zu beachten?

Dass LEDs einen definierten Strom brauchen, keine "feste" Spannung. Die 
Stromregelung wird vermutlich im Steuergerät gemacht.
Die 12-14,4 Volt direkt an die LEDs killt diese.
Ohne die Typen der Beleuchtung und Steuergeräte zu kennen, wird es 
schwierig Auskunft geben zu können.

von Mani W. (e-doc)


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René schrieb:
> Jedoch hatte ich nicht bedacht, dass sich beim Schalten
> eines Relais kurzzeitig eine Spannungserhöhung bildet, mit einem
> "langsamen" Multimeter bis auf die doppelte Eingangsspannung gemessen.

Muss ziemlich schnell sein Dein langsames Multimeter...

Es handelt sich um Spannungsspitzen beim Abschalten der Relaisspule,
noch dazu anders gepolt...

Abhilfe schafft eine Freilaufdiode je Relais...

: Bearbeitet durch User
von Mani W. (e-doc)


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Thomas schrieb:
> Die
> Stromregelung wird vermutlich im Steuergerät gemacht.

Sonst würde es dieses nicht geben...

von Reiner O. (elux)


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René schrieb:
> Letzteres kommt für das Fahrzeug nicht in Frage, da die Lichtmaschine im
> Lastzustand deaktiviert wird und die Bordspannung so auf etwas über 12
> Volt sinkt.

Was ist denn das für ein Fahrzeug?

Üblicherweise braucht man nur ein normales Kfz-Relais und einen Schalter 
zum Steuern des Tagfahrlichtes.
Ein Generator kann eine Klemme L (deswegen: was für ein Farzeug?) haben, 
an die geht man mit Klemme 86 des Relais, die Klemme 85 des Relais kommt 
an das Standlicht Klemme 58 (L oder R). Schalter dazwischen und gut. 
Wenn man es mag, kann man noch eine Diode vor die Klemme 86 des Relais 
schalten.
Für die Klemme 30 des Relais holt man sich (über eine Sicherung) 
irgendwo Strom und die Klemme 87 kommt an die Tagfahrleuchten.

Da o.g "Deaktivieren" des Generators vermutlich eine Load-Response 
Funktion des Reglers ist, bleibt die Ladekontrolle bei nicht ladendem 
Generator aus, also die Klemme L auf Plus. Stört also nicht.

Just my 2 Cents

Elux

von Udo S. (urschmitt)


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Reiner O. schrieb:
> Für die Klemme 30 des Relais holt man sich (über eine Sicherung)
> irgendwo Strom

Nicht eher Klemme 15 (Zündung)?

von Reiner O. (elux)


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Udo S. schrieb:

> Nicht eher Klemme 15 (Zündung)?

Nein, das wäre sozusagen redundantes Schalten. Also nicht erforderlich.

Gruß

Elux

von Rainer W. (rawi)


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René schrieb:
> Jedoch hatte ich nicht bedacht, dass sich beim Schalten
> eines Relais kurzzeitig eine Spannungserhöhung bildet

Muss ja nicht. Das hängt von der Beschaltung ab. Wo in deiner Schaltung 
beobachtest du denn die Spannungserhöhung?

: Bearbeitet durch User
von Philipp G. (geiserp01)


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Ich habe Tagfahrleuchten von Philips.

Eines Tages wenn ich im Auto war haben mir Leute gewinkt, Lichthupe 
gezeigt oder den Vogel. Ich wusste nicht warum, es schien alles in 
Ordnung.

Erst an der Tanke habe ich im Spiegelbild einer Scheibe entdeckt, dass 
die Leuchten willkürlich vor sich hinblinken.

Das Steuergerät war fest vergossen, ABER:

Die Litze war mit Pvc Röhrchen fest in der Vergussmasse nach unten 
geführt. Zwischen Litze und Rohr konnte ungehindert Wasser nach unten 
laufen. Und tatsächlich als ich das Ding aufgefraest hatte war alles 
voller Wasser, zu retten gab es eh nix mehr wegen der Vergussmasse. Das 
hab ich damals deren Enwicklungsabteilung gemeldet (sogar ein Feedback 
bekommen).

Seither mach mein Steuergerät das so: Ein Relais schaltet die Leuchten 
ein bei Zündung, ein zweites schaltet die Leuchte aus bei Abblend- oder 
Fernlicht.

Das ist die vorgeschriebene Beschaltung nach R87.
https://www.astra.admin.ch/dam/astra/de/dokumente/fahrzeuge/merkblaetter/mb_tagfahrlichter.pdf.download.pdf/MB%20Tagfahrlichter.pdf

Das mit der Spannungserhoehung ist Bloedsinn. Zwei Relais, 
Konstantstromquelle und eine Sicherung. Wenn du magst darfst denen noch 
zwei Dioden spendieren, musst aber nicht.

: Bearbeitet durch User
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