Hat jemand schon Erfahrungen mit dem TinySA Ultra+ gemacht? Bei mir geht es vor allem darum mal eben Störquellen bis 1GHz vor einer EMV Prüfung auszumachen. Wäre so ein Gerät mit entsprechenden Nahfeldsonden dazu geeignet?
Bis 1GHz und auch deutlich darüber ist das kein Problem. Eine belastbare und dokumentierbare Messung ist mit Geräten aus höheren Preisregionen (berufliches Umfeld) sicher angebrachter. Dennoch braucht der TinySA den Vergleich mit "Profigeräten" in vielen Punkten nicht zu scheuen. Ich habe den TinySA ohne ultra+ seit einiger Zeit und denke mir immer, dass so ein Gerät vor 30 Jahren fürs Hobby (Funkamateur) ein Hammer gewesen wäre. Da hätte ich damals auch den 5 fachen Preis bezahlt...
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Stefan M. schrieb: > Bis 1GHz und auch deutlich darüber ist das kein Problem. > Eine belastbare und dokumentierbare Messung ist mit Geräten aus höheren > Preisregionen (berufliches Umfeld) sicher angebrachter. Es soll wirklich nur für mal eben am Entwicklunsgplatz sein um eine erste Einschätzung zu haben. Ich würde am liebsten ein Handheld Gerät von R&S haben aber da hat mir die Beschaffung schon gesagt, dass das nicht drin ist.
Hmm... Am Papier klingen SDRs und auch so ein tiny ja ganz ok. Ich würde mir aber trotzdem einen alten "richtigen" analyzer holen. Wenn ich das richtig gelesen habe, kommst du nur auf -70dBm runter. Mag für einfache Dinge mit einer feldsonde reichen. Wenn du aber z.b am Kabel messen willst ist das schon wirklich wenig. Du willst deinen noisfloor min. 6dB unter dem Grenzwert haben. Also zu.b bei 50dBm. Das ginge noch mit einer einfachen LISN. Sobald du aber noch einen Limiter reinhängst, damit du dir den analyzer nicht sofort zerschießt, ist's eigentlich schon vorbei. In Firmen ist das zwar oft (aus unerfindlichen gründen) ein Problem, aber ich würde mir um 500..1000.- (aktuelle range für sofortkauf auf ebay) ein gerät von advantest holen. Die sind nicht ganz so bekannt - haben aber meist auch einen quasi-peak detektor... Nicht gerade unwesentlich für EMV. Von den mitlaufenden filtern usw sprechen wir Mal nicht... Sprich: so ein tinysa mag für bestimmte use-cases schon funktionieren - du musst da aber schon sehr genau wissen was du tust. Andernfalls musst du musst oder das gerät ist schnell kaputt. 73
David schrieb: > Es soll wirklich nur für mal eben am Entwicklunsgplatz sein um eine > erste Einschätzung zu haben. Ich würde am liebsten ein Handheld Gerät > von R&S haben aber da hat mir die Beschaffung schon gesagt, dass das > nicht drin ist. Wie hoch ist den das Budget? Selbst die alten FSH von R&S sollte man sich heute nicht mehr als Firma hinstellen. Schaut euch doch mal die Siglent SSA3000+ Serie an, da bekommt man für wenig Geld doch schon brauchbares. Zum abschätzen nehme ich auch manchmal die FFT vom Oszi, wenn das schon vom Tisch springt, brauch ich den Speki nicht anwerfen...
René H. schrieb: > Zum abschätzen nehme ich auch manchmal die FFT vom Oszi, wenn das schon > vom Tisch springt, brauch ich den Speki nicht anwerfen... Aber dann bitte eines mit 12-bit ADC. Der Grund ist ein ähnlich wie in meinem vorigen Post: Dynamik! Wenn du mit dem Oszi die Grundwelle von einem DC/DC siehst, dann darf die doch wesentlich höher sein als dann >150kHz. Damit brauchst du einfach die dynamik damit du das "oben" noch vernünftig siehst ohne dass es "unten" übersteuert. Der Kostenunterschied ist eigentlich nicht mehr gegeben... die SDS800X Serie gibt's ab 500.- Ein echter spekki ist natürlich besser... wobei ein Spekki sich üblicherweise leichter übersteuern lässt wie ein Messempfänger (Preselektor bzw mitlaufendes Filter findet sich eher bei Messempfängern).... Für Pre-Compliance bzw wenn du nicht gerade im 2-Stelligen kW Bereich unterwegs bist würde ich das aber nicht überbewerten. Übrigens: Mit Nahfeldsonden vorzuprüfen ist mutig! Du siehst da dinge, die die Antenne einfach nicht sieht. Es gibt von Tekbox Bikonische Antennen zu erschwinglichen Preisen...die sind ganz i.O. Auf 1m Distanz bist du mit sowas schon wesentlich näher an einem Ergebnis in einer EMV-Kammer als mit einer Schnüffelsonde. 73
@Hans W., was spricht gegen einen Breitbandverstärker bis 1GHz++ am Eingang von tinySA, um die Empfindlichkeit um 20dB++ zu erhöchen? vy73 Markus
Markus W. schrieb: > was spricht gegen einen Breitbandverstärker bis 1GHz++ > am Eingang von tinySA, um die Empfindlichkeit um 20dB++ > zu erhöchen? Nichts. Der sollte nur sehr niedriges Rauschen haben (was bei Breitbandverstärkern so eine Sache ist...). Es spricht auch nix für die Verwendung eines TinySA. Wenn man merkt, das die Dynamik zu gering und/oder der Scan zu langsam ist, kann man sich immer noch nach Alternativen umsehen. Mit den Nahfeldsonden bekommt man m.E. eh nur Schätzwerte. Und man kann die Dinger im ersten Versuch auch gut am Oszilloskop verwenden. Auch wenn das Frontend nur 8 Bit hat. Da geht man mit der Sonde eben etwas näher ran. Entscheiden ist, daß das Oszi die Bandbreite hat (> 500 MHz), um die Signale darzustellen. Auch ein Schirmzelt ist für eine erste Abschätzung m.E. nicht erforderlich. Man kann eine Nullmessung machen und muß damit rechnen im Bereich starker 'Störer' (UKW, DAB, DVB-T, LTE, GSM, DECT, WLAN) blind zu sein. Wer keine Scheu vor Englisch hat, kann sich hier mit Webinaren zum Thema weiterbilden: https://go.teledynelecroy.com/emc-measurements
Markus W. schrieb: > @Hans W., > > was spricht gegen einen Breitbandverstärker bis 1GHz++ > am Eingang von tinySA, um die Empfindlichkeit um 20dB++ > zu erhöchen? > > vy73 > Markus Nicht nötig. Der Tiny SA ist keineswegs taub.
Markus W. schrieb: > was spricht gegen einen Breitbandverstärker bis 1GHz++ > am Eingang von tinySA, um die Empfindlichkeit um 20dB++ > zu erhöchen? Leitungsgebundene Messungen sind da ein gutes Beispiel: Du hast z.B die Grundwelle vom DC/DC bei 120dBµV im peak. Der Grenzwert für den Avergage liegt dann bei 46dBµV. Jetzt willst du zumidest 6dB mit dem noisefloor drunter sein => geht sich schon nicht mehr aus. Der Verstärker bringt da nur etwas, wenn du einen Hochpass davorpacken kannst, der die Grundwelle entfernt/genügend dämpft....dann brauchst du aber wahrscheinlich auch den Verstärker nicht... Ja, da gibt's was und ja, macht man auch. Es wird halt alles komplizierter (und auch teurer) als es sein müsste... Der Hochpass ist übrigens ziemlich kritisch... man hat ja gerne 80..120kHz Schaltfrequenz, damit man die bei 150kHz nicht mehr in der Messung hat. Das muss man mal machen so 20-40dB Dämpfung bei 100kHz und idealerweise 0dB bei 150kHz. (FYI, ein Beispieldatenblatt zu so einem Filter: https://schwarzbeck.de/Datenblatt/HPF_150k.pdf) Ich würde mal sagen, so 90-100dB Dynamik wäre gut, damit man sich wegen der Übersteuerungsproblematik wenig Sorgen machen muss. 70dB geht schon irgendwie...aber das erfordert einfach Übung um einschätzen zu können, ob du einen echten Störer misst, oder die Harmonsiche durch Übersteuerung entstanden ist. Gerade beim Schnüffeln ists aber schwer die Hand genau gleich zu lassen und nebenbei mal 10-20dB Dämpfer reinzuschrauben nur um zu sehen, ob die harmonischen dann weg sind oder nicht. Mit Übung kann man auch mit dem Abstand spielen... nur wie verhält sich die Leiterstruktur... alles Erfahrungssache... und genau da hilft eben Equipment mit mehr dynamik. Ich hatte den ersten TinySA und der war schon ok zum herumspielen. Der war aber ziemlich schnell tot weil der Transienten am Eingang einfach nicht mag... ist ja auch dafür nicht gemacht :) IMHO sind die dinger für AFU Messungen sogar sehr gut geeignet. Bei EMV hast du aber dummerweise oft das Bedürftnis nach mehr Dynamik... und mehrfachen Schutz vom Analyzer (Bei mir normal ein Dämpfer, ein Limiter, ein Hochpass und dann noch im Analyzer der integrierte Limiter). Rick schrieb: > Auch > wenn das Frontend nur 8 Bit hat. Da geht man mit der Sonde eben etwas > näher ran. Entscheiden ist, daß das Oszi die Bandbreite hat (> 500 MHz), > um die Signale darzustellen. Ja, da ist schon was Wahres dran...nur musst du da fast schon wissen, was du suchst.. also welche Frequenz dir probleme macht. David schrieb: > Bei mir geht > es vor allem darum mal eben Störquellen bis 1GHz vor einer EMV Prüfung > auszumachen. Im Feld (also mit Antenne...das kann sogar ein simpler kurzer draht sein!) wird so ein TinySA wahrscheinlich halbwegs brauchbar sein. Da ist das Limit über den Frequenzbereich einfach recht "gutmütig" (also min zu max ist im Rahmen). Leitungsgebunden und beim Schnüffeln sind einfach die Grundwellen das Problem. Wie von mir oben geschrieben, kann für ganz einfache sachen reichen. Aber ganz so billig ist der TinySA auch nicht.... nur so als Beispiel: https://www.ebay.at/itm/177789647800 500.- für einen Advantest mit Quasi-Peak Messung. 73
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