Ein Tivoli Radio. Genau, das mit dem billigen Quetschdrehko. Das gewöhnliche Problem mit dem Krachen und den Aussetzern beim Suchen eines Senders ist mit etwas Silikonöl an der Achse des Drehkondensators behoben, wie schon in einem älteren Thread beschrieben. Nur, den bevorzugten Sender darf der geneigte Hörer Morgens zum ersten Kaffee erstmal wiedersuchen, mehrmals fein nachjustieren bis die Einstellung so zur Mittagspause dann steht. Natürlich ist es nicht der UKW-Sender der da herumdriftet. (Aber was ist schon sicher in diesen turbulenten Zeiten :-() Mangels Erfahrung die Frage an die Radioprofis hier: Wo liegt der Fokus? Hat ein 78L05 (U4) einen nennenswerten Temperaturgang, würde sich das auswirken? C4? C3? Schaltpläne gibte es hier: https://vintaradio.com/tivoli-one-la-amas-o-la-odias/ Uwe
Hatte das Radio schon einmal besser funktioniert? Viel Frequenzstabilität gibt es da ja nicht. U4 dürfte kaum die Ursache sein. Vielmehr dürften es Tenperatureinflüsse auf den Oszillator rund um Q3 (TC1C/C25/C28/L3) und TC1D/C9/L5 und dem Mischer Q1 sein. Die Schaltung hat keine AFC. Von daher muss die Abstimmung in Folge von Temperaturschwankungen driften. Wie gross diese Drift ist, ist bei dieser Schaltung eine Frage der Bauteilstabilität und da dürften nur Standardbauteile verwendet worden sein. Ob man das bei dieser Schaltung besser hinbekommt ??? Trotzdem viel Erfolg
Nach dem einschalten muss sich das Tivoli Radio im Innengehäuse erst noch langsam erwärmen und das Silikonöl das zwischen den Quetschdrehkoplatten geraten ist, wird je nach Temperatur und Kapillarwirkung die Drehkokapazität in der Aufheizphase verändern und somit ändert sich auch die Empfangsfrequenz!
Silikonöl ist bei Drehkondensatoren keine gute Idee. Das bewegliche Plattenpaket wird über Schleifkontakte kontaktiert. Da ist sowas wie Oszillin T6 angesagt. Wenn Silikonöl an die Schleifer kommt, hat es eher isolierende Wirkung. Und gereinigt werden die schleifer dadurch auch nicht (Oxidation wird nicht entfernt). Was Michael schrieb (Silikonöl evtl. zwischen den Platten) wäre auch ein erhebliches Problem. Ansonsten ist eine Temperaturdrift bei so alten Schaltungen normal. Ich würde mich eher wundern, wenn es nach dem Einschalten nicht driftet.
Michael schrieb: > Hatte das Radio schon einmal besser funktioniert? Bei genau diesem Radio weiß ich es nicht, ist mir zugeflogen. Ein gleiches Tivoli in der Küche meiner Mutter funktioniert einwandfrei. > Viel Frequenzstabilität gibt es da ja nicht. > U4 dürfte kaum die Ursache sein. > Vielmehr dürften es Tenperatureinflüsse auf den Oszillator rund um Q3 > (TC1C/C25/C28/L3) und TC1D/C9/L5 und dem Mischer Q1 sein. U4 (78L08) versorgt mit 8 Volt den Oszillator. Daher die Idee. > Die Schaltung hat keine AFC. Von daher muss die Abstimmung in Folge von > Temperaturschwankungen driften. Klar. Aber nicht so viel :-( > Ob man das bei dieser Schaltung besser hinbekommt ??? Zigtausende der Tivoli Model One meinen das. Denke ich. Uwe
Stefan M. schrieb: > Wenn Silikonöl an die Schleifer kommt, hat es eher isolierende Wirkung. > Und gereinigt werden die schleifer dadurch auch nicht (Oxidation wird > nicht entfernt). Nun, es funktioniert aber einwandfrei. Und spülen wollte ich das Lager eigentlich nicht. > Was Michael schrieb (Silikonöl evtl. zwischen den Platten) wäre auch ein > erhebliches Problem. Ich habe das Silikonöl mit Bedacht gewählt. Ich habe den Drehko auch nicht darin getränkt. Warum sollte sich die Kapazität des Quetschers durch eventuelles Silikonöl zwischen den Platten bei Temperatur (so stark) ändern? Durch Volumnenänderung des Öles? Unwahrscheinlich. Dielektrische Verluste? Uwe
Uwe B. schrieb: > Warum sollte sich die Kapazität des Quetschers durch eventuelles > Silikonöl zwischen den Platten bei Temperatur (so stark) ändern? Durch > Volumnenänderung des Öles? Unwahrscheinlich. Dielektrische Verluste? Weil Silikonöl sicherlich gegenüber der verdrängten Luft eine deutlich höhere Dielektrizitätskonstante aufweist würde ich da mal auch ganz vorsichtig sein. Wir hatten auch mal so ein Teil. Nachdem es mir gelungen war einen Blick ins Innere zu erhaschen habe ich es ganz schnell verkauft. Eine Frechheit was die da für billigen, veralteten Plunder verbaut haben. Überbezahlter Kernschrott!
Stefan M. schrieb: > Silikonöl ist bei Drehkondensatoren keine gute Idee. > Das bewegliche Plattenpaket wird über Schleifkontakte kontaktiert. Der OP hat "billiger Quetscher" gesagt. So hießen diese Dinger: https://i.ebayimg.com/images/g/fUgAAOSwMr1oQ1Vu/s-l1600.webp Keine Schleifkontakte, der Rotor war über eine Spiralfeder fest angeschlossen. Der im Bild ist älter, aber diese Quetscher gab es noch in den 1960er Jahren, mit sowas haben wir™ unsere ersten Radios in der Seifendose gebastelt.
Beitrag #7996183 wurde vom Autor gelöscht.
Rolf schrieb: > Der OP hat "billiger Quetscher" gesagt. So hießen diese Dinger: > https://i.ebayimg.com/images/g/fUgAAOSwMr1oQ1Vu/s-l1600.webp > Keine Schleifkontakte, der Rotor war über eine Spiralfeder fest > angeschlossen. Gibt wohl einen Schleifring: https://de.ifixit.com/Anleitung/Tivoli+One+Drehkondensator+reparieren/151226 Uwe
Mark S. schrieb: > Weil Silikonöl sicherlich gegenüber der verdrängten Luft eine deutlich > höhere Dielektrizitätskonstante aufweist würde ich da mal auch ganz > vorsichtig sein. Schon. Aber ändert sich die Konstante so mit der Temperatur daß sich die Kapazität nennenswert ändert? > Wir hatten auch mal so ein Teil. Nachdem es mir > gelungen war einen Blick ins Innere zu erhaschen habe ich es ganz > schnell verkauft. Eine Frechheit was die da für billigen, veralteten > Plunder verbaut haben. Überbezahlter Kernschrott! Es ist tatsächlich Stand der frühen 80er. Hat aber aber ordentliche Empfindlichkeit (UKW), klingt für die Größe recht gut und sieht (für meinen Geschmack) gut aus. Neu kaufen würde ich mir das natürlich nicht. Aber was ist die Alternative? Alles Plastik und Schepper heute :-( Ich besitze ein JBL Tuner 2. Klingt brauchbar, ist nicht besonders empfindlich, weder UKW noch DAB, ständiges suchen nach rauschfreiem Aufstellungsort, DAB geht hier praktisch garnicht inhouse. Und dann die Bedienung über Tasten unter Gummi mit ohne taktiler Rückmeldung... Uwe
Uwe B. schrieb: > Aber was ist die Alternative? Alles Plastik und Schepper heute :-( Das Tivoli ist doch selbst ein Plastikhaufen. Für den Preis, den es mal neu gekostet hat, hätte man mal mindestens der Front etwas "wertigeres" angedeihen lassen können. Die kleinen Plstikknöpfe könnten auch von einem PC-Brüllwürfel der 90er stammen.
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