Hallo, ich habe ein Problem mit einem Arduino Mini-Pro (8Mhz/3.3V), den ich auf einer eigenen Platine über ISP programmiere. Ich habe ca. 10 solche Aufbauten im Betrieb und der 11. ging auch super, bis ich die Spannungsversorgung (4V Netzteil) abklemmte und der AVRISPmk2 noch dran war. Danach ging er nicht mehr. Er lässt sich weiterhin fehlerfrei programmieren und auch die fuse können gesetzt und gelesen werden. Mir fiel auf, dass der Reset-Pin auf low blieb. Mit einem 330 Ohm Widerstand nach VCC kommt er auf 1,8 V und der ATmega arbeitet, als wenn nichts gewesen wäre. Allerdings zieht der Reset-Pin nun 4,5 mA und der Pegel ist mit 1,8V nicht mal ein sicheres High. Was nun? Ist der Chip halb tot? Wechseln kann ich ihn, aber ich würde gerne wissen, warum er nicht funktioniert, bzw, warum der RST so viel Strom braucht. Ist für eine Akku-getriebene Kiste, daher ist das schon eine krumme Sache. Laut Datenblatt kann der RST auch als Input benutzt werden, aber kein Hinweis auf interne Pulldown-Möglichkeit oder Funktion als OD oder PP. Der AtMega328p-Chip kommt von Reichelt, daher denke ich, dass er kein Fake ist. Vorher war er fake, kam alles über AliExpress und es ging gar nichts. avrdude: safemode: Fuses OK (E:FF, H:D9, L:E2) Danke im Voraus Silvio
Da ist doch noch ein Kerko im Spiel. Wäre nicht der erste, der spontan einen erheblichen Leckstrom hat.
Silvio K. schrieb: > Laut Datenblatt kann der RST auch als Input benutzt werden, Auch als OUTPUT. Silvio K. schrieb: > oder Funktion als OD oder PP. Was soll das sein? Geheimsprache? Silvio K. schrieb: > Wechseln kann ich ihn, aber ich würde gerne wissen, warum er nicht > funktioniert, bzw, warum der RST so viel Strom braucht. Manche Dinge gehen einfach kaputt. Fehlbedienungen, sind durchaus eine übliche Ursache.
Arduino F. schrieb: > Auch als OUTPUT. Das habe ich eben nicht im Datenblatt gefunden, daher wundert mich das. > Geheimsprache? Sorry: OD (Open Drain), PP (Push-Pull)
Arduino F. schrieb: > Silvio K. schrieb: >> oder Funktion als OD oder PP. > Was soll das sein? > Geheimsprache? Open Drain und Push-Pull. Kann man drauf kommen, wenn man will.
Sebastian R. schrieb: > Kann man drauf kommen, wenn man will. Der m328p hat keine Open Drain Pins/Konfiguration, abgesehen von I2C. Und der der Reset Pin kann durchaus Push-Pull Also alles dieses ist eine Nebelkerze. Bevor Nebelkerzen zu Missverständnissen führen, frage ich doch lieber nach. Ja, du darfst mich dafür für blöd erklären, wenn du möchtest, wenn es dich glücklich macht. Silvio K. schrieb: > Das habe ich eben nicht im Datenblatt gefunden, daher wundert mich das. Aus dem Datenblatt, Abschnitt 1.1.5: > If the RSTDISBL Fuse is programmed, PC6 is used as an I/O pin. Aus dem Datenblatt, Abschnitt 14.3.2: > When the RSTDISBL Fuse is programmed, this pin functions as a normal I/O pin, https://ww1.microchip.com/downloads/aemDocuments/documents/MCU08/ProductDocuments/DataSheets/ATmega48A-PA-88A-PA-168A-PA-328-P-DS-DS40002061B.pdf
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Arduino F. schrieb: > Aus dem Datenblatt, Abschnitt 1.1.5: >> If the RSTDISBL Fuse is programmed, PC6 is used as an I/O pin. Oh danke. Ich habe offensichtlich ein älteres Datenblatt (7810D–AVR–01/15), da ist nur von Input die Rede. Die Fuse macht den PC6 zum Reset und der Reset funktioniert ja auch, nur halt mit zu hohem Strom. @hhinz: Ich habe nach dem Kerko geguckt und gar keinen auf der PCB gefunden. Am Reset ist nur ein 10k Pull-up, der es ja nicht schafft.
Silvio K. schrieb: > Ich habe nach dem Kerko geguckt und gar keinen auf der PCB Der Pro Mini hat einen Kerko Richtung DTR. Wenn kein USB Adapter dran ist, ist der Wirkungslos. Siehe: https://www.arduino.cc/en/uploads/Main/Arduino-Pro-Mini-schematic.pdf Silvio K. schrieb: > Ich habe offensichtlich ein älteres Datenblatt Das ist vollkommen aktuell. Aber leider für einen anderen µC, für die automotive Variante. Die beiden µC sind sehr sehr ähnlich, aber nicht identisch.
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Silvio K. schrieb: > Mit einem 330 Ohm Widerstand nach VCC kommt er auf 1,8 V und der ATmega > arbeitet, als wenn nichts gewesen wäre. Allerdings zieht der Reset-Pin > nun 4,5 mA und der Pegel ist mit 1,8V nicht mal ein sicheres High. Was > nun? Ist der Chip halb tot? ESD-Schaden
> ESD-Schaden
Gut möglich. Ich werde ihn tauschen.
Danke an alle!!
Aber sicher haben die AVR Open Drain. Port Register auf null lassen (oder auf 1 für 50-80k Pullup) und das DDR ansteuern, schon hat man Open Drain.
Norbert S. schrieb: > schon hat man Open Drain. Jain! Ja, weil man so eine Wirkung erzielen kann, ALS wäre es Open Drain. Nein, weil man keinen m328p Pin als Open Drain definieren kann. Andere µC haben durchaus diese Möglichkeit. Es ist also nur die Emulation in Software möglich. Nix nativ.
Es ist gelb wie eine Banane, es ist krumm wie eine Banane und es schmeckt wie eine Banane. Es steht aber nicht "Banane" drauf. Folglich ist es keine Banane.
Was hat denn die sinnlose OD-Diskussion jetzt noch mit dem eigentlichen Thema zu tun? Da es zehn gleichartige funktionierende Aufbauten gibt, kann man getrost davon ausgehen, dass es nicht ein auf IO umgefuster Reset-Pin ist, der hier das Problem ist. Der ließe sich danach ohnehin auch nicht mehr via ISP ansprechen. Folglich ist es ein ganz normaler /RESET, und wenn der Strom zieht, hat der ein elektrisches Problem.
> ESD-Schaden
aus der Application-Note AVR042:
ESD protection diode is not provided internally from RESET to VCC in
order to allow HVPP. If HVPP is not used, it is recommended to add an
ESD protection diode externally from RESET to VCC. Alternatively, a
Zener diode can be used to limit the RESET voltage relative to GND.
Jörg W. schrieb: > kann man getrost > davon ausgehen, dass es nicht ein auf IO umgefuster Reset-Pin ist Aus Verzweiflung habe ich versucht, den PC6 als IO anzusprechen, um zu sehen, ob es einen Einfluss hat. Also DDR mit 0 und 1 und PC6 mit 0 und 1. Es hat keinen Einfluss auf den Fehlerstrom. Es sollte keinen Einfluss haben und hat es auch nicht, da nicht zum IO gefused. (ESD-)Schaden ist wahrscheinlich, obwohl mich das erschreckt, da ich U_raw abgeklemmt habe und da auch noch ein LDO dazwischen ist zum ATMEGA hin. Einfach irgendwie Pech gehabt.
Jörg W. schrieb: > Was hat denn die sinnlose OD-Diskussion jetzt noch mit dem eigentlichen > Thema zu tun? Ihm hat das falsche Datenblatt als Richtschnur genommen. Ist so auch mit falschen Annahmen gestartet. So auch die Flachaussage PC6 "kann kein PP"! Und ja: OD kann man auch nicht konfigurieren. Gibts keinen Register(eintrag) für. Da hatte ihm recht.
S. L. schrieb: > ESD protection diode is not provided internally Danke auch für diesen Hinweis. Der Reset-Pin ist demnach empfindlicher. Vielleicht nimmt er Schaden, wenn VCC auf Null geht und Reset wie auch immer auf High gehalten wird (ISP-Programmer, C intern oder oder oder). Keine Ahnung. Es ist Winter, die Luft ist trocken. ESD, kann schon sein, auch wenn man es nicht merkt, dass es knistert.
Silvio K. schrieb: > Der Reset-Pin ist demnach empfindlicher. Naja... Immerhin der einzige Pin. welcher 12V verträgt/überlebt
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Ich würde sagen, er hat den Pin mittels ESD oder dem ungeschickten Trennen der Versorgung weggeschossen. Sowas habe ich auch selbst schon geschafft, der Treiberschaltkreis einer H-Brücke hat den Arsch zugekniffen (seltsamerweise die FETs nicht wenn ich das korrekt in Erinnerung habe) und dabei wurde eine der Schutzdioden von einem der steuernden Pins zerstört. Der Controller (AVR) erschien sonst unbeschädigt, aber wenn man diesen Pin dann auf high oder low ziehen wollte (weiß nicht mehr genau welche Diode zerstört war), hatte man eine Chip-interne Heizung, die auch gut Strom gezogen hat...
Arduino F. schrieb: > Silvio K. schrieb: >> Der Reset-Pin ist demnach empfindlicher. > > Naja... > Immerhin der einzige Pin. welcher 12V verträgt/überlebt Und das macht bezüglich ESD genau welchen Unterschied?
Johannes F. schrieb: > Und das macht bezüglich ESD genau welchen Unterschied? Dass er keine interne ESD-Schutzdiode nach VDD haben kann. Steht alles in der (uralten) Appnote AVR040. https://ww1.microchip.com/downloads/en/AppNotes/Atmel-1619-EMC-Design-Considerations_ApplicationNote_AVR040.pdf (Man hätte ihm vielleicht eine ESD-Schutzdiode spendieren können, die dann über eine Z-Diode an VDD geht. Hat man halt nicht.)
Jörg W. schrieb: > Dass er keine interne ESD-Schutzdiode nach VDD haben kann. Das weiß ich. Meine (rhetorische) Frage bezog sich auf diese Äußerung: Arduino F. schrieb: > Immerhin der einzige Pin. welcher 12V verträgt/überlebt Nämlich dass die Eigenschaft dieses Pins, einige Volt mehr als die übrigen zu "vertragen", im Kontext von ESD so ziemlich sehr irrelevant ist (weil es da ja bekanntlich um einige Kilovolt geht). Im Gegenteil ist dieser Pin, wie schon festgestellt wurde, wesentlich empfindlicher gegenüber ESD, aufgrund der notwendigerweise fehlenden Klemmdiode nach VCC. Daher erschien mir der oben zitierte Kommentar von 'arduinof' fehl am Platze.
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