Seit Jahren nutze ich einen einfachen stationären Band- und Tellerschleifer chinesischer Provinienz mit nominal 375Watt. Von Anfang an mußte man den gelegentlich "anwerfen", besonders beim ersten "Kaltstart". Nun wollte ich endlich den vermeindlich defekten Betriebskondensator wechseln: weit gefehlt! Der hat immer noch 9,9µF bei 0,1 Ohm ESR (Nennwert 10µF). Versuche mit 11, 12 und 13 µF brachten einen immer besseren Anlauf und Betrieb. Spricht etwas gegen 12µF?? Ich habe die Chinesen im Verdacht da einfach den "nächstbesten" Kondensator genommen zu haben der noch unter den Deckel paßte......
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Thomas R. schrieb: > Spricht etwas gegen 12µF?? +/- 20% waren mal normal. Heute sinds eher Nennwert -20%. Der mit +20% wird als 13µF verkauft. Ich würde es mit dem größeren Kondensator probieren. Beim längeren Betrieb halt ab und an nach dem Motor schauen ob sich dieser zu sehr erwärmt. Kannst ja auch einen kleinen, entsprechend spannungsfesten Folienkondensator dem 10µF parallel schalten wenn noch Platz neben dem eingebauten Kondie ist.
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Es ist tatsächlich ein Frage der physischen Abmessungen: der Kondensator steckt in einer Schale außen auf dem Motor und da paßt nunmal nur eine bestimmte Größe rein. Jetzt habe ich einen 12µF gefunden der da auch noch rein paßt.....
Thomas R. schrieb: > Es ist tatsächlich ein Frage der physischen Abmessungen: der Kondensator > steckt in einer Schale außen auf dem Motor und da paßt nunmal nur eine > bestimmte Größe rein. Jetzt habe ich einen 12µF gefunden der da auch > noch rein paßt..... Ich würde ja erstmal schauen, ob der Chinese auch seine Hausaufgaben gemacht hat oder einfach nur das verbaut hat, was er gerade da hatte: https://calculatorshub.net/de/Physik-Rechner/Kondensatorgrößenrechner-für-Motoren/ Ein Kondensatormotor ohne nennenswerte Last im Stand sollte eigentlich problemlos anlaufen und nicht angeschubst werden müssen. Gruß... Bert
Bert 0. schrieb: > https://calculatorshub.net/de/Physik-Rechner/Kondensatorgrößenrechner-für-Motoren/ Das ist doch kompletter Unsinn. Armin X. schrieb: > +/- 20% waren mal normal. +/-5% waren und sind normal, +/-10% gab es selten mal. +/-20% sind selbst bei elektrolytischen Anlaufkondensatoren unbekannt.
Ich denke Du meinst so ein Einfachtsteil wie auf dem Foto. Sowas hab ich auch seit ca. 10 Jahren unter teilweise heftigen Bedingungen im Einsatz. Der bleibt auch gern mal wegen Überlast stehn, da reisst mal das Band oder er läuft nicht an. In allen Fällen konnte ich das auf mechanische Probleme zurückführen. Verkantete und eingstaubte Führungselemente oder auch/und damit verbunden zu starke Vorspannung des Bandes. Mit seinen um die 400Watt ist das Teil ja auch nicht gerade übermotorisiert. Aber man kann aufgrund der großen Schleiffläche doch recht genaue und ordentliche Ergebnisse erzielen...und das für unter 100Euro Anschaffungspreis. Da bleibt auch noch genug Geld für ein breites Sortiment an Schleifbändern usw..
LDR schrieb: > Bert 0. schrieb: >> > https://calculatorshub.net/de/Physik-Rechner/Kondensatorgrößenrechner-für-Motoren/ > > Das ist doch kompletter Unsinn. xxx Du kannst Deinen o.g. Anwurf sicher gut begründen? xxx Tatsächlich, der verlinkte Rechner rechnet totalen Quatsch, selbst in seiner eigenen Anleitung! Für einen 375W Motor komme ich auf 12uF, der komische Rechner will 21uF sehen. Gruß... Bert --
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Wenn Du mich fragst ist das ein Rechner der ungefähr die Faustformel 70uF pro kW umsetzt. Gib mal eine Spannung von 400V unď einen Leistungsfaktor von 0,5 ein...
Armin X. schrieb: > 70uF pro kW Ist der Kondensator für einen Drehstrommotor in Steinmetzschaltung. Bei Kondensatormotoren ist das die Kapazität für einen Anlasskondensator. Betriebskondensatoren haben üblicherweise ein Drittel davon.
Wobei schon ein µF mehr oder weniger die Stromaufnahme/Leistung spürbar verändert. Bei z.B. 18µF geht schon die Leerlaufleistung auf fast 400Watt, bei Belastung dann über 600. Das kann kaum gesund sein. Das Thema wurde hier im Forum schon oft diskutiert aber eine "allgemeingültige" Formel für Kondensatormotoren habe ich nicht gefunden? Mir würde es schon reichen wenn man das durch irgendwelche Messungen besser eingrenzen könnte (Spannung über der Hilfswicklung, Phasenwinkel etc.)
Thomas R. schrieb: > Das Thema wurde hier im Forum schon oft diskutiert aber eine > "allgemeingültige" Formel für Kondensatormotoren habe ich nicht > gefunden? Gibt es eben nicht. > Mir würde es schon reichen wenn man das durch irgendwelche Messungen > besser eingrenzen könnte (Spannung über der Hilfswicklung, Phasenwinkel > etc.) So einfach geht das eben nicht.
Thomas R. schrieb: > Ich habe die Chinesen im Verdacht da einfach den "nächstbesten" > Kondensator genommen zu haben der noch unter den Deckel paßte... Eher ein mechanisches Problem.
Aber irgendwie muß das bei einer seriösen Fertigung doch berechnet/getestet werden? Wie macht das ein Motorenhersteller der den Kapazitätswert auf das Typenschild druckt? In der Theorie soll der Kondensator eine Hilfsphase erzeugen. Mehr als 90° geht nicht. Also müßte man doch durch Steigern des Kapazitätswertes bis kurz vor 90° die beste Näherung erreichen können?
Thomas R. schrieb: > Aber irgendwie muß das bei einer seriösen Fertigung doch > berechnet/getestet werden? Wie macht das ein Motorenhersteller der den > Kapazitätswert auf das Typenschild druckt? Der hat einen geheimen Zugang zu den Wickeldaten. > In der Theorie soll der Kondensator eine Hilfsphase erzeugen. Mehr als > 90° geht nicht. Also müßte man doch durch Steigern des Kapazitätswertes > bis kurz vor 90° die beste Näherung erreichen können? Bis zur Resonanzkatastrophe...
Gustav schrieb: > Ich denke Du meinst so ein Einfachtsteil wie auf dem Foto. > > Sowas hab ich auch seit ca. 10 Jahren unter teilweise heftigen > Bedingungen im Einsatz. Der bleibt auch gern mal wegen Überlast stehn, > da reisst mal das Band oder er läuft nicht an. In allen Fällen konnte > ich das auf mechanische Probleme zurückführen. Verkantete und > eingstaubte Führungselemente oder auch/und damit verbunden zu starke > Vorspannung des Bandes. Mit seinen um die 400Watt ist das Teil ja auch > nicht gerade übermotorisiert. Aber man kann aufgrund der großen > Schleiffläche doch recht genaue und ordentliche Ergebnisse > erzielen...und das für unter 100Euro Anschaffungspreis. Da bleibt auch > noch genug Geld für ein breites Sortiment an Schleifbändern usw.. Exakt um dieses Gerät geht es. Aber der Schweranlauf hat bei mir nichts mit mechanischen Problemen zu tun, da ist alles leichtgängig (die Bandvorspannung ist evtl. etwas hoch). Bisher habe ich das Band einfach von Hand angeworfen und alles war gut. Ist halt nur lästig und eigentlich nicht richtig. Ein zusätzlicher Startkondensator mit entsprechender Verzögerungsschaltung ist mir dann doch etwas zu viel Aufwand. Dann doch lieber anwerfen....
H. H. schrieb: > Thomas R. schrieb: >> Aber irgendwie muß das bei einer seriösen Fertigung doch >> berechnet/getestet werden? Wie macht das ein Motorenhersteller der den >> Kapazitätswert auf das Typenschild druckt? > > Der hat einen geheimen Zugang zu den Wickeldaten. > > >> In der Theorie soll der Kondensator eine Hilfsphase erzeugen. Mehr als >> 90° geht nicht. Also müßte man doch durch Steigern des Kapazitätswertes >> bis kurz vor 90° die beste Näherung erreichen können? > > Bis zur Resonanzkatastrophe... Ja, so etwas dachte ich mir schon. Aber auch das sollte man mit entsprechenden Meßgeräten/Meßaufbau in den Griff bekommen? Lustig in dem Zusammenhang die erwähnten +/-20% die auf dem Gebiet der Betriebskondensatoren (wie auch Kompensation u.ä.) völlig daneben sind. Da sind 4% und weniger gefordert GENAU um das Überhöhungsproblem zu vermeiden....
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H. H. schrieb: > Bis zur Resonanzkatastrophe... Ich hatte bei einem Anlaufkondensator einer Küchenmühle am Kondensator deutlich über 300V gemessen.
Gustav schrieb: > Ich denke Du meinst so ein Einfachtsteil wie auf dem Foto. Genau diese Maschine habe ich auch. Die läuft auch gerne mal nicht von alleine an und braucht einen Schubs. Dann funktioniert sie zufriedenstellend. Bis jetzt war der Leidensdruck noch nicht groß genug, dass ich den Kondensator gemessen und ggf. ersetzt hätte. Kann aber noch kommen. :-)
Udo S. schrieb: > Ich hatte bei einem Anlaufkondensator einer Küchenmühle am Kondensator > deutlich über 300V gemessen. Also noch völlig im grünen Bereich.
H. H. schrieb: > Also noch völlig im grünen Bereich. Ja, der Kondensator hatte eine Spannungsfestigkeit von irgendwas zwischen 400 und 450V AC. Mir was nur vorher nicht bewusst gewesen dass die Spannung an Spule und Kondensator deutlich höher wird als Netzspannung.
Vielleicht hat der Motor ja eine Alu-Wicklung und einen sich verändernden Serienwiderstand an den Klemmstellen ? Hatte solche Merkwürdigkeiten mal mit einem 24V Ladegerät und hab das Problem erst erkannt als ich einen neuen Brückengleichrichter einlöten wollte...was nicht ging..:) Das wurde dann nicht gecrimpt oder gesteckt sondern mit einder verpönten Lüsterklemme fixiert und es hält immer noch. Solange es ja Kinesen gibt die daran schuld sind muß ich es ja nicht aufschrauben und mich selber bemühen...
Udo S. schrieb: > Ich hatte bei einem Anlaufkondensator einer Küchenmühle am Kondensator > deutlich über 300V gemessen. Ich hatte als Jugendlicher im Experimentierdrang einmal einen Universalmotor aus einer Wäscheschleuder in Serie zu einem "Waschmaschinenkondensator" geschaltet. Und oh Wunder hat der Motor bis weit über die zuvor bekannte hörbare Drehzahl beschleunigt. Damals, als Schüler konnte ich mir das Verhalten noch nicht erklären...
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