Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik CT scanned 18650 boxplot interpretation


von Der G. (Firma: schlechthin) (gastgeber)


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https://www.youtube.com/watch?v=-Y23nfAOiXQ

Helft mir mal bitte ob meine Interpretation des Boxplot richtig ist:
https://www.lumafield.com/battery-report

1 2 3 6 sind sicher, 2 beste
4 5 grenzwertig
9 ein inakzeptabler Ausreißer
10 8 7 durchgefallen

entspricht das so der Realität?

Funfact, diese CT Scans sind begünstigend wie die Wärmebildkamera beim 
Reparieren von Elektronik, hatte mal ein (günstige deutsche Marke) HDMI 
Kabel das als Störsender fungierte, habs aufgerissen und scheinbar wars 
schlampig gelötet und ein Kontakt gebrückt.

: Bearbeitet durch User
von Simon D. (jamen)


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> 1 2 3 6 sind sicher, 2 beste
> 4 5 grenzwertig
> 9 ein inakzeptabler Ausreißer
> 10 8 7 durchgefallen
>
> entspricht das so der Realität?

Ja, kann man durchaus so sagen. Eigentlich ist der Anodenüberstand 
selbst auch nicht optimal, aber ein Kathodenüberstand wäre eben noch 
schlechter. Aufgrund der nicht perfekten Toleranzen, nimmt man daher 
lieber den Anodenüberstand in Kauf. Der Anodenüberstand ist wichtig, 
damit es beim Laden nicht zu verstärktem Lithium-Plating am Rand der 
Elektroden kommt, denn das führt mindestens zu verstärkter Alterung und 
kann auch sicherheitskritisch werden.

https://iopscience.iop.org/article/10.1149/1945-7111/ad4a12/meta

Gleichzeitig sollte der Überstand aber auch nicht zu groß sein, weil 
dadurch mehr Material benötigt wird als notwendig. Man kann schon sagen, 
dass Murata, Samsung und Panasonic hier am besten abliefern, weil sie 
geringe Toleranzen haben und der Überstand nicht unnötig groß ist, 
relativ gesprochen.

Alle Hersteller, wo der Anodenüberstand negativ wird, also die Kathode 
übersteht, haben ihre Produktion nicht richtig im Griff oder verkaufen 
Ausschuss anderer Hersteller. Trustfire schaut auch noch OK aus, obwohl 
der Überstand schon wesentlich größer ist.

Ich hoffe das hilft dir.

LG Simon

von Der G. (Firma: schlechthin) (gastgeber)


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Perfekt dankeschön, das war sehr hilfreich

von Der G. (Firma: schlechthin) (gastgeber)


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Eigene Erfahrungen:

18650 2600mAh aus 4 Euro Powerbank von Kaufland 3 davon bis heute gut. 
Eine zeigte plötzlich schnelle Selbstentladung, wurde beim Aufladen 
warm. Wobei die Powerbank nur bis 4.1V lud und auf dem Akku 3,6V stand. 
Seitdem lade ich alle Akkus nur noch bis 4.1V. Ist eh sinnvoller 2,5-4,2 
sind ja das Maximum, 4.1-3V sind viel sinnvoller.

18650 mit Nippel, schwarzer Wrap mit goldenem Streifen, gemessen 
1000mAh, leichtes Gewicht, von zwei Zoomtaschenlampen für 12 Euro von 
Amazon. Die haben einfach nur durch Lagern über Monate bis Jahre stark 
an Kapazität verloren.

18650 von billigen Amazon Notebookakkus für 12-20 Euro, um die 1000 mAh, 
schon lange aussortiert, denke die waren prinzipiell brauchbar, 
teilweise haben welche geleckt, aber schon alleine die niedrige 
Kapazität spricht dagegen. Aber man kann kucken ob das BMS funktioniert, 
die Zellen gegen gute tauschen. Das geht bei marken Akkus nur wenn die 
Spannung nicht zum BMS unterbricht (geplante Obsoleszenz). Bei den 
billigen Akkus ist die Kapazität oft sehr unterschiedlich von 1300 bis 
650mAh, außerdem kann es sein dass das BMS nicht funktioniert und manche 
Zellen dann 0V bzw. weit über 4.2V oder sonstwas bekommen.

: Bearbeitet durch User
von Simon D. (jamen)


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Simon D. schrieb:
> Man kann schon sagen,
> dass Murata, Samsung und Panasonic hier am besten abliefern, weil sie
> geringe Toleranzen haben und der Überstand nicht unnötig groß ist,
> relativ gesprochen.

Ich möchte noch kurz klarstellen, dass ich mich hiermit ausschließlich 
auf die Hersteller im Vergleich beziehe. Ich bin mir ziemlich sicher, 
dass LG, CATL, BYD und die anderen bekannten Hersteller von 
Lithium-Ionen-Zellen hier einen ebenso guten Job machen.

von Simon D. (jamen)


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Der G. schrieb:
> Seitdem lade ich alle Akkus nur noch bis 4.1V. Ist eh sinnvoller 2,5-4,2
> sind ja das Maximum, 4.1-3V sind viel sinnvoller.

Das ist eine typische Annahme, aber ohne Zusatzinformationen ist diese 
Aussage so allgemein irreführend. Man kann Lithium-Ionen-Zellen gerne 
bis zu ihrer Ladeschlussspannung laden, sollte sie dann aber nicht lange 
bei dieser Spannung lagern. Bei hoher Spannung ist die kalendarische 
Alterung nämlich extrem beschleunigt, insbesondere wenn die Spannung der 
Zelle durch das Ladegerät gehalten wird.

Die untere Spannungsgrenze wird in der Regel nur angehoben, um mehr 
Puffer als Schutz gegen Tiefentladung zu haben, wenn die Zelle nicht 
regelmäßig geladen wird. Im Bereich 2.5-3V steckt in der Regel sowieso 
nur noch wenig Energie drin.

Hier gibt es aktuelle Informationen zur Alterung von 
Lithium-Ionen-Zellen: https://doi.org/10.1002/batt.202300594

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