Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Universalmotor läuft mit minderer Drehzahl. Kohlen einschleifen?


von Thilo (ts227)



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Ich versuche momentan eine ältere Bohrmaschine zu reparieren. Sie lief 
von einem Tag auf den anderen nicht mehr und wie sich herausstellte, war 
ein Schleifkontakt im Hauptschalter abgebrochen. Den kleinen 
Kupferkontakt habe ich ersetzt und nun läuft die Maschine wieder, 
allerdings vom Gefühl her nicht mit maximaler Drehzahl.

Als ich die Maschine nach der Reparatur des Schalters das erste Mal 
ausprobierte, lief sie nur sehr langsam an und hatte starkes 
Bürstenfeuer in beide Laufrichtungen. Wieder auseinandergebaut sah man, 
dass der Kollektor komplett grau war und die Bürsten große Ausbrüche 
hatten. Mutmaßlich habe ich beim ersten Ausprobieren die Bürsten 
falschrum wiedereingebaut, sodass sie nicht mehr perfekt passten. Ich 
habe dann mangels Drehbank den Kollektor abgeschliffen (600er 
Schleifpapier um den Rotor gewickelt und gedreht) und die Bürsten neu 
eingeschliffen (600er Schleifpapier um den Kollektor gewickelt, mit 
Tesafilm festgeklebt und im zusammengebauten Zustand in eine Richtung 
gedreht). Danach lief die Maschine etwas schneller und hatte kaum noch 
sichtbares Bürstenfeuer, aber für mein Gefühl ist sie immer noch zu 
langsam. Zum Beispiel scheint sie auf niedrigster und schnellster Stufe 
gleich schnell zu sein.

Die drei angehängten Bilder zeigen die Kohlen und Kollektor nach meinem 
Einschliffversuch. Die Maschine ist zu dem Zeitpunkt des Fotos eine 
Minute gelaufen und die grauen Spuren auf dem Kollektor werden 
schlimmer, je länger sie läuft. Wie sind die Spuren auf dem Kollektor 
und den Kohlen zu interpretieren? Sind die dunkleren Stellen mit gutem 
oder schlechtem Kontakt? Was habe ich beim Einschleifen falsch gemacht?


PS: Bei dem Gerät handelt es sich um eine Metabo-Bohrmaschine mit 
Universalmotor und "Vollwellenelektronik" und Drehzahlmessung über 
magnetischen Sensor. Dass die geringe Drehzahl an etwas anderem als den 
Kohlen liegt, halte ich für unwahrscheinlich. Der Hauptschalter hat 
einen Widerstand zwischen 6 kOhm und 49 kOhm je nach Stellung; klingt 
erst mal plausibel. Das Poti für die Drehzahlwahl hat 1,2 Ohm bei 
maximaler Einstellung und 11,3 kOhm bei minimaler Einstellung; scheint 
also auch in Ordnung zu sein. Die Rotorwicklungen haben alle 0,7 Ohm 
zwischen nebeneinanderliegenden Lamellen, kein Dreck zwischen den 
Lamellen, Lamellenisolation ist tief genug, etc.

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Thilo schrieb:
> Der
> Hauptschalter hat einen Widerstand zwischen 6 kOhm und 49 kOhm je nach
> Stellung; klingt erst mal plausibel.

Ein Schalter?

von Wolf17 (wolf17)


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Thilo schrieb:
> mit Universalmotor und "Vollwellenelektronik" und Drehzahlmessung über
> magnetischen Sensor. Dass die geringe Drehzahl an etwas anderem als den
> Kohlen liegt, halte ich für unwahrscheinlich.
Zum Test schon mal die Elektronik überbrückt?

von Thilo (ts227)


Angehängte Dateien:

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Ralf X. schrieb:
> Ein Schalter?

Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Die Bohrmaschine hat ja 
einen Abzug wie eine Pistole. Da drin sind diverse mechanische 
Kippschalter für die Stromzufuhr und für die Drehrichtung, sowie eine 
Art lineares Potentiometer für den Sanftanlauf. Dieses lineare 
Potentiometer ist eine kleine beschichtete Platte mit Schleifkontakten 
und den Widerstand dieses Potis habe ich gemessen (da es ja das 
ursprünglich defekte Teil war). Im angehängten Photo sieht man 
beispielhaft so einen Schalter.

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