Ich versuche momentan eine ältere Bohrmaschine zu reparieren. Sie lief von einem Tag auf den anderen nicht mehr und wie sich herausstellte, war ein Schleifkontakt im Hauptschalter abgebrochen. Den kleinen Kupferkontakt habe ich ersetzt und nun läuft die Maschine wieder, allerdings vom Gefühl her nicht mit maximaler Drehzahl. Als ich die Maschine nach der Reparatur des Schalters das erste Mal ausprobierte, lief sie nur sehr langsam an und hatte starkes Bürstenfeuer in beide Laufrichtungen. Wieder auseinandergebaut sah man, dass der Kollektor komplett grau war und die Bürsten große Ausbrüche hatten. Mutmaßlich habe ich beim ersten Ausprobieren die Bürsten falschrum wiedereingebaut, sodass sie nicht mehr perfekt passten. Ich habe dann mangels Drehbank den Kollektor abgeschliffen (600er Schleifpapier um den Rotor gewickelt und gedreht) und die Bürsten neu eingeschliffen (600er Schleifpapier um den Kollektor gewickelt, mit Tesafilm festgeklebt und im zusammengebauten Zustand in eine Richtung gedreht). Danach lief die Maschine etwas schneller und hatte kaum noch sichtbares Bürstenfeuer, aber für mein Gefühl ist sie immer noch zu langsam. Zum Beispiel scheint sie auf niedrigster und schnellster Stufe gleich schnell zu sein. Die drei angehängten Bilder zeigen die Kohlen und Kollektor nach meinem Einschliffversuch. Die Maschine ist zu dem Zeitpunkt des Fotos eine Minute gelaufen und die grauen Spuren auf dem Kollektor werden schlimmer, je länger sie läuft. Wie sind die Spuren auf dem Kollektor und den Kohlen zu interpretieren? Sind die dunkleren Stellen mit gutem oder schlechtem Kontakt? Was habe ich beim Einschleifen falsch gemacht? PS: Bei dem Gerät handelt es sich um eine Metabo-Bohrmaschine mit Universalmotor und "Vollwellenelektronik" und Drehzahlmessung über magnetischen Sensor. Dass die geringe Drehzahl an etwas anderem als den Kohlen liegt, halte ich für unwahrscheinlich. Der Hauptschalter hat einen Widerstand zwischen 6 kOhm und 49 kOhm je nach Stellung; klingt erst mal plausibel. Das Poti für die Drehzahlwahl hat 1,2 Ohm bei maximaler Einstellung und 11,3 kOhm bei minimaler Einstellung; scheint also auch in Ordnung zu sein. Die Rotorwicklungen haben alle 0,7 Ohm zwischen nebeneinanderliegenden Lamellen, kein Dreck zwischen den Lamellen, Lamellenisolation ist tief genug, etc.
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Thilo schrieb: > Der > Hauptschalter hat einen Widerstand zwischen 6 kOhm und 49 kOhm je nach > Stellung; klingt erst mal plausibel. Ein Schalter?
Thilo schrieb: > mit Universalmotor und "Vollwellenelektronik" und Drehzahlmessung über > magnetischen Sensor. Dass die geringe Drehzahl an etwas anderem als den > Kohlen liegt, halte ich für unwahrscheinlich. Zum Test schon mal die Elektronik überbrückt?
Ralf X. schrieb: > Ein Schalter? Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Die Bohrmaschine hat ja einen Abzug wie eine Pistole. Da drin sind diverse mechanische Kippschalter für die Stromzufuhr und für die Drehrichtung, sowie eine Art lineares Potentiometer für den Sanftanlauf. Dieses lineare Potentiometer ist eine kleine beschichtete Platte mit Schleifkontakten und den Widerstand dieses Potis habe ich gemessen (da es ja das ursprünglich defekte Teil war). Im angehängten Photo sieht man beispielhaft so einen Schalter.
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