Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schaltung so funktional? MosFET Modellbahn


von Andre K. (andre1980)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Ich habe mal eine Frage zu einer Schaltung, ob diese den gewünschten 
Effekt bringt.

Es handelt sich um eine Modellbahn, analog betrieben. Die Zugmaschinen 
fahren, wenn der obere Strang positiver als der untere Strang ist, nach 
links. Die Zugmaschinen fahren, wenn der untere Strang positiver als der 
obere Strang ist, nach rechts. Die Spannung ist Stufenlos, von -16V bis 
+16V einstellbar.

Die zwei schwarzen Leitungen, sind das Gleis. An den Enden ist der eine 
Strang jeweils unterbrochen.

Wenn der obere Strang positivere Spannung als der untere Strang hat, 
dann bewegt sich die Zugmaschine nach links, bis sie den Gleisabschnitt 
erreicht, wo der PMOS zwischen geschaltet ist. Die Zugmaschine hält an. 
Wenn man den Fahrtregler in die andere Richtung dreht, so das der obere 
Strang negativere Spannung hat als der untere, fährt die Zugmaschine 
wieder los, bedingt durch die Body-Diode. Der obere Strang muss 
natürlich muss natürlich um mindestens soviel negativer sein, als an der 
Body-Diode abfällt.
Die Zugmaschine fährt dann nach rechts, wird im mittleren Bereich etwas 
schneller, bedingt durch den Spannungsabfall an der Body-Diode, der dann 
im mittleren Bereich wegfällt, und erreicht dann den rechten Bereich, wo 
die Zugmaschine dann wieder stoppt. Dort kann man dann den Fahrtregler 
wieder in die andere Richtung drehen, so das die Zugmaschine wieder nach 
links fahren kann.

Die Taster ziehen das Gate jeweils auf das Potenzial des unteren 
Strangs.

Wenn der Taster SW1 offen ist, dann hat das Gate an Q1 die gleiche 
Spannung wie Source über den PullUp R1 und sollte sperren. Ist der 
Taster gedrückt, und die Spannungsdifferenz größer Gth, sollte der PMOS 
leiten und die Zugmaschine könnte weiter nach links fahren.
Wenn der Taster SW2 offen ist, dann hat das Gate an Q2 die gleiche 
Spannung wie Source über den PullDown R2 und sollte sperren. Ist der 
Taster gedrückt, und die Spannungsdifferenz größer Gth, sollte der NMOS 
leiten und die Zugmaschine könnte weiter nach rechts fahren.
Den Taster soll in dann ein Baustein von einer Weichenrückmeldung 
ersetzen, bei einer bestimmten Weichenposition, soll dann die 
Zugmaschine weiter in die gesperrte Richtung fahren können. Der Baustein 
zieht auf GND.

Aufpassen bei der Wahl des MosFET sollte ich, das sie ausreichend hohen 
GS Spannung aushalten, also 16V oder mehr. Und das sie einen kleinen Gth 
haben, damit sie auch bei kleineren Spannungen am Fahrtrafo durchsteuern 
um die Zugmaschine im Sperrbereich zu bewegen. Auch sollte der MosFET 
ein vielfaches des Stromes tragen können, die die Zugmaschine braucht, 
(250mA normal, 1A Blockierstrom).

Sind meine Gedankengänge dazu richtig? Kann das funktionieren? Übersehe 
ich etwas? Mir kommt es etwas zu einfach vor.

Wenn ich mit meinen Gedanke falsch abgebogen bin, wäre ich über eine 
kleine Aufklärung dankbar.

Gruß

von Rainer W. (rawi)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Andre K. schrieb:
> Ich habe mal eine Frage zu einer Schaltung, ob diese den gewünschten
> Effekt bringt.

Das kommt drauf an, welche Spannung Q1 und Q2 zwischen G und S 
vertragen. Davon hängt es ab, wie du schon richtig erkannt hast. Man 
kann auch eine Z-Diode verwenden, um die U_GS zu begrenzen.

Q2 scheint falsch eingebaut zu sein (D und S vertauscht). Leider 
verhindern zu geringe Auflösung des Bildes und Verschmierung durch JPEG 
Artefakte, dass man die Bodydiode richtig erkennen kann.

Nicht ohne Grund sagen die Forenregeln:
Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!
...
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder GIF-Format hochladen

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Rainer W. schrieb:
> Q2 scheint falsch eingebaut zu sein (D und S vertauscht).
Nein, das ist der Trick an der Trickschaltung: der gilt für die "andere 
Spannungspolarität"  ;-)

Andre K. schrieb:
> größer Gth ... kleinen Gth
Du meinst damit die Ugsth, oder?

> Kann das funktionieren?
Probiers aus. Die Chancen stehen nicht allzu schlecht.

> Übersehe ich etwas?
Das Problem ist, dass bei geringer Ugs der Mosfet nicht schaltet, 
sondern im linearen Bereich betrieben wird, und überraschend viel 
Verlustleistung in ihm anfällt. Nimm also nicht nur Mosfets mit kleiner 
Ugsth, sondern auch mit "viel Silizium", also eine große (und kühlbare) 
Bauform.

> Mir kommt es etwas zu einfach vor.
Was spricht gegen Relais?

: Bearbeitet durch Moderator
von Andre K. (andre1980)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Rainer W. schrieb:
> Nicht ohne Grund sagen die Forenregeln:
> Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!
> ...
> Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder GIF-Format hochladen

Entschuldigung, ja ich hätte das beachten sollen. Jetzt im PNG Format im 
Anhang.
Edit: Hmm, das ist auch nicht wirklich besser. Aber oben Source, unten 
Drain. Body-Diode leitet von oben nach unten.
Edit 2: Ich habe mal die Leitungen Verkürzt, damit das Verhältnis der 
Symbole zum Rest größer wird.

Rainer W. schrieb:
> Q2 scheint falsch eingebaut zu sein (D und S vertauscht). Leider
> verhindern zu geringe Auflösung des Bildes und Verschmierung durch JPEG
> Artefakte, dass man die Bodydiode richtig erkennen kann.

Es ist ein NMOS. Source ist an +16V bis -16V. Positive Spannung 
gegenüber GND wird über die Body-Diode an den oberen Strang geleitet, 
das die Zugmaschine Richtung links fahren kann. Negative Spannung 
gegenüber GND wird blockiert. Wenn z.B. -8V an Source liegen, zieht der 
PullDown das Gate auf -8V. Wenn man den Taster SW2 drückt, liegt am Gate 
GND (0V) an. Das Gate hat +8V gegenüber Source, sollte somit 
durchsteuern. Die Zugmaschine rollt Richtung Rechts weiter. Eigentlich 
richtig oder?

: Bearbeitet durch User
von Andre K. (andre1980)


Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Rainer W. schrieb:
>> Q2 scheint falsch eingebaut zu sein (D und S vertauscht).
> Nein, das ist der Trick an der Trickschaltung: der gilt für die "andere
> Spannungspolarität"  ;-)
>
Danke, also doch kein Knoten in meinem Hirn.

> Andre K. schrieb:
>> größer Gth ... kleinen Gth
> Du meinst damit die Ugsth, oder?
>
Entschuldigung, ja meine ich.

>> Kann das funktionieren?
> Probiers aus. Die Chancen stehen nicht allzu schlecht.
>
OK :)

>> Übersehe ich etwas?
> Das Problem ist, dass bei geringer Ugs der Mosfet nicht schaltet,
> sondern im linearen Bereich betrieben wird, und überraschend viel
> Verlustleistung in ihm anfällt. Nimm also nicht nur Mosfets mit kleiner
> Ugsth, sondern auch mit "viel Silizium", also eine große (und kühlbare)
> Bauform.
>
Ja, wenn Ugsth klein ist, dann ist ja auch der Bereich, wo ein hoher 
Widerstand zwischen DS ist, ziemlich klein, oder?
Kann ein Erfahrener einen P und N Mosfet für diesen Bereich empfehlen?

>> Mir kommt es etwas zu einfach vor.
> Was spricht gegen Relais?
* Größe
* klacken
* Preis
* Stromverbrauch
* zusätzliche Diode
* Treiber für das Relais, der Weichenbaustein zieht nur auf GND
* Interesse daran, ob es funktioniert
Sind Dinge, die mir spontan einfallen. Aber ja, mit Relais schon 
umgesetzt.

Edit: Was mir gerade noch einfällt, entstehende Spannungsspitzen, durch 
den Motor des anhaltenden Zuges, sollte man ableiten? Bin gerade 
Überfragt, ob da etwas in der Zugmaschine verbaut ist.

: Bearbeitet durch User
von Roland E. (roland0815)


Lesenswert?

Andre K. schrieb:
> Ich habe mal eine Frage zu einer Schaltung, ob diese den gewünschten
> Effekt bringt.
>
> ..

Du hast zwei abschaltbare Wendestellen gebaut.

Ich beschreibe mal deine Schaltung, was sie tun wird:

Du kannst von beiden Seiten in deinen Trennabschnitt einfahren und durch 
drehen des Fahrtreglers wieder raus. Durch drücken des "richtigen" 
tasters, kannst du geradeaus weiterfahren.

Ist es das was du willst?

von Andre K. (andre1980)


Lesenswert?

Roland E. schrieb:
> Andre K. schrieb:
>> Ich habe mal eine Frage zu einer Schaltung, ob diese den gewünschten
>> Effekt bringt.
>>
>> ..
>
> Du hast zwei abschaltbare Wendestellen gebaut.
>
Nein. Eigentlich nicht.

> Ich beschreibe mal deine Schaltung, was sie tun wird:
>
> Du kannst von beiden Seiten in deinen Trennabschnitt einfahren und durch
> drehen des Fahrtreglers wieder raus. Durch drücken des "richtigen"
> tasters, kannst du geradeaus weiterfahren.
>
Ich kann deiner Beschreibung nicht leider nicht folgen.

Die schwarzen Leitungen stellen das Gleis dar. Der Zug steht mit dem 
einen Rad auf dem unteren Schwarzen Strich und mit dem anderen Rad auf 
dem oberen Strich. Im Grunde kannst du dir Vorstellen, das zwischen dem 
unteren schwarzen Strich und oberen schwarzen Strich, ein Motor ist, den 
du von Links nach Rechts oder von Rechts nach Links bewegen kannst, je 
nach dem, ob die Spannung am oberen schwarzen Strich positiver oder 
negativer als die Spannung am unteren schwarzen Strich.

Die obere schwarze Leitung ist unterbrochen an zwei Stellen. Hintergrund 
dafür ist, das der Zug die Fahrt über den Rand links und rechts 
unterbricht. Durch die Body-Diode ist dann nur die Fahrt in Richtung 
Mitte möglich. Das wird auch gern im analogen Betrieb an Gleisenden mit 
Dioden realisiert, das die Zugmaschine nicht über den Prellbock fährt.

Bei mir soll dieses Ende jetzt aber schaltbar sein. Eine weiterfahrt 
soll unterbunden sein, wenn z.B. eine Weiche falsch gestellt ist. Sobald 
die Weiche richtig steht, soll der Mosfet durchsteuern und eine 
Weiterfahrt gewährleisten.

von Enrico E. (pussy_brauser)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Andre K. schrieb:
> Was mir gerade noch einfällt, entstehende Spannungsspitzen, durch den
> Motor des anhaltenden Zuges, sollte man ableiten?

Du kannst parallel zu den GS-Strecken der MOSFETs jeweils eine 12 V 
Z-Diode schalten. Die haben sogar den Vorteil, dass bei ungekehrter 
Polung die Spannung zwischen G und S auf 0,7 Volt reduziert wird. Es 
muss dann allerdings noch jeweils ein 2k2 Widerstand vor die beiden 
Gates geschaltet werden. R1 und R2 sollten durch diese Maßnahme auf 100k 
vergrößert werden, damit die Ugsth-Spannung beim durchschalten möglichst 
gering bleiben kann.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


Lesenswert?

Ja, es sollte eine Spannungsbegrenzung zwischen Gate und Source mit 
einer Z-Diode erfolgen, so wie auch von Enrico E. skizziert. Allerdings 
kann es durchaus sinnvoll sein, absichtlich etwas mehr Strom durch den 
Schalter bzw. dessen Äqivalent fließen zu lassen. Stichwort: Frittstrom.

Bei Modellbahnen kommt es ja manchmal auch zu Kurzschlüssen der 
Spannungsversorgung, z.B. bei entgleisten Zügen oder herumliegenden 
Schrauben oder Werkzeugen. Der MOSFET sollte zum einen solch einen 
Kurzschlusstrom aushalten, aber auch die Spannungsspitzen beim Öffnen 
des Kurzschlusses, die durch die Induktivitäten von Trafo und 
Zuleitungen verursacht werden. Hierfür empfehle ich leistungsstarke 
TVS-Dioden wie z.B. SMBJxxA, wie sie von etlichen Herstellern angeboten 
werden, z.B. Littelfuse:

https://www.littelfuse.com/products/overvoltage-protection/tvs-diodes/surface-mount/smbj

Die Auswahl des richtigen Typs hängt von der Spannungsfestigkeit des 
MOSFETs ab.

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Andre K. schrieb:
> Sind meine Gedankengänge dazu richtig

Durch die Brust ins Auge.

Ersetze den MOSFET durch eine Diode die durch den Weichenkontakt 
überbrückt wird. So verlierst du auch nicht die UGS und kannst eine 
Diode nehmen die deutlich mehr als 20V aushält, z.B. 200V, dann stören 
dich Motorstörungen nicht mehr.
1
        +16V...-16V
2
             |
3
  +--|>|--+--+--+--|>|--+
4
  |   _   |  |  |   _   |
5
  +--o o--+  |  +--o o--+
6
  |          |          |
7
------- ------------ -------
8
GleisA    GleisB      GleisC
9
----------------------------
10
             |
11
          Trafo 0V

Andre K. schrieb:
> 250mA normal, 1A Blockierstrom).

Modelleisenbahn neigt zum Kurzschluss, er sollte den Kurzschlusssstrom 
des Trafos aushalten sonst geht sie kaputt.

: Bearbeitet durch User
von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


Lesenswert?

Ein möglicherweise geeigneter p-Kanal-MOSFET wäre z.B. der IRLR9343. 
Eckdaten:

55 V, 20 A, ~1 V Vgsth

Es lohnt sich auf jeden Fall, bei der Auswahl der MOSFETs in die 
jeweiligen Datenblätter und dort in die Diagramme zu schauen, in denen 
für verschiedenen GS-Spannungen der Spannungsabfall über dem Strom 
dargestellt wird. Daran kann man abschätzen, ob die entstehende Wärme 
gerade im Kurzschlussfall (niedrige Spannung!) abgeführt werden kann. 
Denn in solch einem Fall verhält sich ja die ganze Schaltung als 
"Konstantstromquelle" und verbrät maximal Leistung.

von Rainer W. (rawi)


Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Nein, das ist der Trick ...
Ja, passt ...

Andre K. schrieb:
>> Andre K. schrieb:
>>> größer Gth ... kleinen Gth
>> Du meinst damit die Ugsth, oder?
>>
> Entschuldigung, ja meine ich.

Mit den 250µA, für die der garantierte Wert von U_GS(th) meist angegeben 
ist, wird die Zugmaschine sowieso nichts anfangen können. Damit der 
MOSFET nennenswerten Strom fließen lässt, muss U_GS deutlich höher sein. 
Näheres verrät das Datenblatt des konkreten MOSFETs. Dort gibt es meinst 
eine Abbildung für typische Ausgangskennlinien mit U_GS als Parameter. 
Die tatsächliche Kennlinie deines MOSFET-Exemplars hängt dann von 
Temperatur und Exemplarstreuungen ab.

Enrico E. schrieb:
> ... damit die Ugsth-Spannung beim durchschalten möglichst
> gering bleiben kann

Was erzählst du?
U_GS(th) ist ein Kennwert des MOSFETs und hat mit der Beschaltung nichts 
zu tun.

Andre K. schrieb:
> Edit: Hmm, das ist auch nicht wirklich besser

Sag ich doch: PNG UND Auflösung

: Bearbeitet durch User
von Enrico E. (pussy_brauser)


Lesenswert?

Rainer W. schrieb:
> U_GS(th) ist ein Kennwert des MOSFETs und hat mit der Beschaltung nichts
> zu tun.

Der Wert ändert sich durch die Beschaltung natürlich nicht, aber es ist 
schon ein Unterschied, ob das Gate mit 20% mehr Spannung angesteuern 
werden muss, oder mit nur 2%.

von Roland E. (roland0815)


Lesenswert?

Andre K. schrieb:
> Roland E. schrieb:
>> Andre K. schrieb:
>>> Ich habe mal eine Frage zu einer Schaltung, ob diese den gewünschten
>>> Effekt bringt.
>>>
>>> ..
>>
>> Du hast zwei abschaltbare Wendestellen gebaut.
>>
> Nein. Eigentlich nicht.
>
>> Ich beschreibe mal deine Schaltung, was sie tun wird:
>>
>> Du kannst von beiden Seiten in deinen Trennabschnitt einfahren und durch
>> drehen des Fahrtreglers wieder raus. Durch drücken des "richtigen"
>> tasters, kannst du geradeaus weiterfahren.
>>
> Ich kann deiner Beschreibung nicht leider nicht folgen.
>
> Die schwarzen Leitungen stellen das Gleis dar. ...

Das ist mir völlig klar. Ich spiele und baue schon länger Modellbahn.

Vergiss mal kurz die elektronische Theorie und schau dir dein Schaltbild 
an. Die Bodydioden deiner FETs sind sogar eingezeichnet.
Wenn es dir hilft, male dir auf ein Blatt papier nur die FETs, ohne 
Taster und Widerstände und schreibe (+) und (-) dran, wo was anliegt. 
Dann gehe mit einem Stift den Pfad von Plus nach Minus und schaue 
welchen Pfad der Strom nimmt.

Annahme: Lok fährt nach links, wenn oben Plus ist. Niemand berührt 
deinen Taster.

Fall1: Oben Plus, unten Minus. Die Bodydiode links sperrt, rechts 
leitet.
-> Lok fährt aus der Mitte über die linke Trennstelle hinweg und bleibt 
stehen.

Fall2: Oben Minus, unten Plus, Lok steht noch da wo sie zum Stehen 
gekommen ist. Die Bodydiode links leitet, rechts sperrt.
->Lok fährt links aus der Trennstelle los und bis über die rechte 
Trennstelle und bleibt dort Stehen.

Drehst du den Trafo wieder um, kommt wieder Fall1: Los fährt nach links 
bis über Trennstelle links.

Gratulation: Du hast die Zugwendeautomatik aus der Welt der 
Gleistrombahner wiederentdeckt. Dort hat man das mit ner simplen 1N4xxx 
gemacht.

Deine Taster haben jetzt den Effekt, die FETs auch in Sperrichtung zu 
öffnen, damit würde das Fahrzeug weiterfahren, wenn es durch die 
Trennstelle gestoppt ist.

Bevor du dir Gedanken über Gatespannungen, Leckströme und ähnliche Dinge 
machst, solltest du erst mal in kurze drüber nachdenken, ob FETs 
wirklich das Richtige für deinen Plan sind. nebenbei: 16V ist etwas 
viel, DC-Eisenbahn fährt mit 14V. bei 16V klingeln bei mir Alarmglocken, 
dass du entweder Märklin hast, oder DCC/NMRA. Beides ist Wechselspannung 
und schiebt deine Schaltung gleich koplett in den Papierkorb.
Und selbst bei 14V ist die Flusspannung der (Body)Diode im praktischen 
Betrieb vernachlässigbar. Zumindest in den letzt 65 Jahren 
(Vereinsleben). Man fährt eh nie mit voll aufgedrehtem 
Trafo/Fahrtregler. Dann dreht man eben ein Müh' weiter auf.

Für das, was du vor hast wären Relais zuverlässiger und deutlich weniger 
Fehleranfällig.

: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


Lesenswert?

Enrico E. schrieb:
> Der Wert ändert sich durch die Beschaltung natürlich nicht, aber es ist
> schon ein Unterschied, ob das Gate mit 20% mehr Spannung angesteuern
> werden muss, oder mit nur 2%.

Realistisch ist eher die doppelte Spannung zur Ansteuerung.

von Roland E. (roland0815)


Lesenswert?

Nemopuk schrieb:
> Enrico E. schrieb:
>> Der Wert ändert sich durch die Beschaltung natürlich nicht, aber es ist
>> schon ein Unterschied, ob das Gate mit 20% mehr Spannung angesteuern
>> werden muss, oder mit nur 2%.
>
> Realistisch ist eher die doppelte Spannung zur Ansteuerung.

Das ist für den o.g. Zweck eine rein akademische Diskussion. Wenn das 
Gate etwa 6V sieht, ist der FET hinreichend offen. Auf 10V (oder mehr) 
zu gehen macht meistens keinen echten Sinn mehr.

Andre K. schrieb:
> Ich habe mal eine Frage zu einer Schaltung, ob diese den gewünschten
> Effekt bringt.
>

Was in der Schaltung auf jeden Fall fehlt, ist ein Spannungsteiler am 
Gate, der die GS-Spannung auf etwa +/-10V begrenzt. Aus 
Sicherheitsgründen, damit der FET nicht mal im Fehlerfall durchballert. 
16V sind sehr nah an der üblichen 20V GS-Spannung, die die meisten FETs 
aushalten. Und auch im Sperrdfall muss man aufpassen dass das UGS zB vom 
N-Kanal nicht auch unter -20V fällt.

von Nemopuk (nemopuk)


Lesenswert?

Roland E. schrieb:
> Wenn das Gate etwa 6V sieht, ist der FET hinreichend offen

> 16V sind sehr nah an der üblichen 20V GS-Spannung,

Um welchen MOSFET geht es? Ich möchte ins Datenblatt schauen. Ist besser 
als raten

: Bearbeitet durch User
von Roland E. (roland0815)


Lesenswert?

Nemopuk schrieb:
> Roland E. schrieb:
>> Wenn das Gate etwa 6V sieht, ist der FET hinreichend offen
>
>> 16V sind sehr nah an der üblichen 20V GS-Spannung,
>
> Um welchen MOSFET geht es? Ich möchte ins Datenblatt schauen. Ist besser
> als raten

Für nahezu alle FETs wird das RDson bei 4,5 und 10V angegeben. Die 
Unterschiede da sind aber marginal. Und FETs mit mehr als +/-20V Ugs 
haben prinzipbedingt ein höheres RDson und sind daher eher eine 
Randerscheinung für spezielle Anwendungen. Mit SiC-FETs wird der OP hier 
bei der Kleinsignaltechnik eher weniger hantieren (wollen). Daher ist 
für die Funktionsdiskussion hier der exakte FET-Typ absolute Nebensache.

Der OP muss wohl erst mal verstehen, dass seine Schaltung mehr macht, 
als ihm lieb ist.

: Bearbeitet durch User
von Andre K. (andre1980)


Lesenswert?

Roland E. schrieb:
> nebenbei: 16V ist etwas
> viel, DC-Eisenbahn fährt mit 14V.
https://www.conrad.de/de/p/piko-55008-fahrregler-18-v-dc-2247213.html
Also meines Erachtens macht er 16V. Ich messe 16V. Und in der 
Beschreibung steht es auch. Aber ja, voll aufgedreht fahren wir 
eigentlich nie.

Roland E. schrieb:
> Gratulation: Du hast die Zugwendeautomatik aus der Welt der
> Gleistrombahner wiederentdeckt
Ok, unter "automatik" hätte ich mir jetzt etwas anderes vorgestellt.

Roland E. schrieb:
> Der OP muss wohl erst mal verstehen, dass seine Schaltung mehr macht,
> als ihm lieb ist.
Da habt ihr vollkommen recht.

von Roland E. (roland0815)


Lesenswert?

OK. Das Teil kannte ich so noch nicht. Die F1, F2, FZ1, Titans oder 
LGB geben maximal 14V= aus. Effektiv. Die Spitzen sind höher. Wobei die 
(alle, auch deiner) nur eine Grätzbrücke drin haben, so dass es ein 
pulsierender Gleichstrom ist. Das solltest du wissen, dass du 100 
Nulldurchgänge pro Sekunde bekommst. Kann bei FETs zu komischem 
Verhalten führen, da die schnell genug sind das wirklich zu schalten, im 
Gegensatz zu Relais.

: Bearbeitet durch User
von Veit D. (devil-elec)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo,

vielleicht als Anregung für Kurzschlussschutz etc.. Die Betrachtung vom 
Blockierstrom ist zwar erstmal richtig. Beachtet aber nicht einen satten 
Kurzschluss, wenn bspw. eine Achse auf einer Weiche entgleist und einen 
satten Kurzen macht. Dann fließt alles was das Netzteil hergibt und in 
Spitze der Elkos. Deswegen habe ich eine eFuse verwendet. Dessen Signal 
schaltet über einen µC in Software meine H-Brücke ab. Ich fahre quasi 
analog mittels PWM. Als Überspannungsschutz verwende ich bidirektionale 
TVS Dioden an den PhotoMos Schaltern. Die eFuse sorgt auch mit 
einstellbarer Slewrate dafür, dass der dickere Elko für die H-Brücke 
sanfter aufgeladen wird.

: Bearbeitet durch User
von Roland E. (roland0815)


Lesenswert?

Veit D. schrieb:
> ...

Sieht fast aus wie ein S88 Rückmelder. Nimm SPI statt I2C und du kannst 
das Teil fast endlos anreihen.


> ... Beachtet aber nicht einen satten
> Kurzschluss, wenn bspw. eine Achse auf einer Weiche entgleist und einen
> satten Kurzen macht. Dann fließt alles was das Netzteil hergibt ...

Beim analogen Fahrbetrieb sind das die 1..1,5A. Elkos gibt da keine. Und 
auch die Phasenanschnittbausätze liefern nur ~1A. Denn mehr ist Quatsch, 
man fährt praktisch eh selten mehr als ein Fahrzeug analog gleichzeitig.

Ne digitale Sicherung ist da mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Klar, Digitalzentralen können mit bis zu 15A drücken, ist für den OP 
aber nicht relevant.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.