Vorab besten Dank für Eure Rückäußerungen. Zwischenzeitlich ist die Entscheidung für eine SSD als Massenspeicher per USB gefallen. Dank des PoE-HAT von Waveshare stehen USB-A-Anschlüsse (s.u.) ohnehin zur Verfügung, so dass eine SSD per USB-SATA-Adapter angeschlossen werden kann.
Diese Entscheidung ist nicht ganz freiwillig gefallen, sondern hat der RPi Zero2W quasi erzwungen. Denn kurz nach dem Absetzen meines Eingangsbeitrags traten erste "Betriebsstörungen" auf, die letztlich darauf zurückzuführen sind, dass die SD-Card-Schnittstelle offenkundig nicht den gleichzeitigen erhöhten Lese-/Schreibanforderung(sspitz)en jederzeit gewachsen ist: Bei einem plötzlichen loadavg-Spitzenwert von 25 bis 32 wurde die Steuerungsaufgabe noch einigermaßen erledigt. Aber in meiner Protokollierung habe ich Werte von bis zu 140 gesehen. Das ist absolut inakzeptabel. Der testweise Umbau der produktiven Datenerfassung/-auswertung sowie Regelsteuerung auf eine per USB angeschlossene SSD hat dieses Problem im Wesentlichen sofort beseitigt, wenngleich ich noch ergänzende softwareseitige Verhinderungsstrategien eingebaut habe.
Auf den Hinweis von
Uwe D. schrieb im Beitrag #8000662:
da gibt es ja ein paar langlebige Industrieexemplare…
war ich zunächst sehr geneigt, eine Industrial-SD-Card zu verwenden. Beispielsweise 1.920 TBW nebst Wear Leveling etc. bei denen von Kingston sind schon eine echte Hausnummer für einen Horizont von mehreren Jahrzehnten - bei den aktuellen Schreibanforderungen. Ob es mit einer solchen SD-Card nicht zu dem oben beschriebenen Phänomen kommen würde, habe ich keine Lust auszuprobieren, weil der USB-SSD-Test sicher (zu) funktionier(en schein)t und ich noch einige SSD's mit ausreichend verbliebener LifeTime frei zur Verfügung habe, so dass ein langfristiger produktiver Betrieb gewährleistet ist.
Sebastian R. schrieb:
Nein, hast du nicht. Alles vor dem RPi5 hat keinen Anschluss für
Massenspeicher abgesehen vom USB.
Bestens! Etwas anderes hätte mich doch einigermaßen überrascht.
Keks F. schrieb:
Wüsste nicht wo die Geschwindigkeit aber auch die Signalintegrität
herkommen sollte bei den GPIOs und dann noch so aufgesteckt.
Es müssen keine Lese-/Schreibrekorde gebrochen werden. Zumeist ist auch eine SD-Card nicht dazu gedacht, Rekordlisten anzuführen. Eine Schreib-/Leseleistung auf USB-2-Niveau ist derzeit hinreichend. Sollte das später einmal anders sein, ist möglichweise der RPi Zero2W ohnehin insgesamt leistungsmäßig nicht mehr (allein) tauglich.
Uwe D. schrieb:
Wenn Du die Daten lokal speichern willst, dann ist das so wie Du
schreibst. Dann würde ich eine der USB-HATs verwenden. Der einzige
Vorteil ist die Lebensdauer des angeschlossenen Speichers ggü. der
SD-Card.
Genau, die erwartbare LifeTime war zunächst der exponiert-relevante Ausgangspunkt für einen zusätzlichen Massenspeicher. Dann trat noch das oben beschriebene Phänomen hinzu.
Der Kern meiner Ausgangsfrage betrifft im Übrigen ausschließlich die Anschlussmöglichkeiten für einen Massenspeicher direkt am RPi Zero2W. Alle Gedanken an Speicherungsmöglichkeiten im LAN oder sonstwo sind in diesem Szenario obsolet! Die Produktivaufgabe erfordert einen autonomen Betrieb des RPi Zero2W.
Harald K. schrieb:
Die sinnvollste Möglichkeit ist ein USB-Hub, an den der Massenspeicher
und andere Krempel angeschlossen wird.
Der RPi Zero2W wird per PoE betrieben, sodass über das PoE-Board (siehe https://www.berrybase.de/poe-ethernet-usb-hub-hat-fuer-raspberry-pi-zero-1x-rj45-3x-usb) neben dem eigenen USB-2-Anschluss weitere drei USB-2-A-Anschlüsse vorhanden sind. Eines USB-Hubs/-Adapters bedarf es daher nicht. Die PoE-Quelle ist zudem auf 802.3at konfiguriert, so dass genügend Power vorhanden ist. Die bisher beobachteten Betriebsdaten zeigen einen Bedarf zwischen 2,3 und 4 Watt für den RPi Zero2W einschließlich aller Motorsteuer- und sonstigen HAT's, so dass es mit einem zusätzlichen SSD-Massenspeicher unkritisch bleibt.
Mehr als USB 2.0 ist nicht drin, denn der Zero 2 W enthält nur einen
USB2.0-Controller und stellt auch keine PCIe-Lane zur Verfügung, an der
was anderes angeschlossen werden könnte.
So auch mein Verständnis.
So schick Raspberry Pis auch sonst sind, die Möglichkeiten,
zuverlässigen Massenspeicher daran zu betreiben, sind bescheiden.
Vor dem RPi 4 war daher hinsichtlich USB 3 der Rock64 die taugliche Alternative. Aber auch dort gibt es keinen PCIe-Anschluss.
Uwe D. schrieb:
Mein RPi 4 läuft seit Anfang 2020 mit einer 128GB SSD von Crucial 24x7.
Weltrekorde muss die nicht aufstellen, einfach nur als „Datenklo“
funktionieren.
Bei einem "Datenklo" passt das - nicht jedoch bei einer Steuerung mit aufzuzeichnenden Sensordaten, Verlaufsprotokollierung, Datenanalyse und Steuerparamterberechnung. Scheinbar kleine Datenhappen verhalten sich da getreu dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist!". Das bedeutet nicht, dass der Speicherplatzbedarf unbedingt groß sein muss, aber die kontinuierliche Schreibleistung ist es allemal. Das gilt erst recht, als die Daten nur mittels eines DBMS sinnvoll verarbeitbar sind. MariaDB läuft bisher erstaunlich gut auf dem RPi Zero2W - hätte ich zunächst nicht erwartet.
Dass ich im Lichte der vielen sachlichen Kommentare auf den abseitigen Einwurf "Geschwurbel oder Geiz" nicht weiter einzugehen gedenke, dürfte selbstredend sein.
Viele Grüße
Hans D.