Hallo Forum, mein alter Ford Focus aus 2009 hat seit einiger Zeit ein Problem mit der Stromversorgung. Eine langwierige Werkstattsuche und mögliche teure Ersatzteile lohnen nicht mehr wirklich. Deshalb hier mal die Frage, ob jemand die Ursache kennt und vllt einen einfachen Weg zum beheben. Folgendes Bild: Das Licht flackert (wird dunkler), wenn viel Strom gezogen wird. Vor allem bei hektischen Lenkbewegungen. Das liegt an der elektrischen Servolenkung und ist wohl normal. Manchmal geht davon auch das Radio aus. Das ist jetzt nicht mal so schlimm, aber vor allem jetzt im Winter, kommt ein weiterer Effekt zum Vorschein. Jedes mal beim Anfahren, in etwa bei Erreichen der Schrittgeschwindigkeit, schaltet irgendetwas an oder aus. Das führt dazu, dass das Radio kurz ausgeht. Das alleine wäre noch nicht so schlimm, aber teilweise kommt es zu anderen ganz komischen Effekten. Z.B. spinnt mal das ESR oder manchmal kam auch die ABS-Leuchte. Anfahren mit höherer Drehzahl verschlimmert das Problem. Ich habe für den Zigarettenanzünder eine Spannungsanzeige bei der ich im fraglichen Moment manchmal folgendes sehe. Die Spannung steigt kurz auf über 15V. Typischerweise wurde 15,6V oder 15,9V angezeigt. Leider habe ich kein portables Oszi um mal den Spannungsverlauf beim Fahren aufzuzeichnen. Was ich bislang getan habe: - neue Batterie -> hat nur ein paar Tage für Besserung gesorgt - Batterie von extern auf 14,7V laden -> kein Effekt - neue Lichtmaschiene -> kein Effekt - Klemmen und Verbindungen im Hauptsicherungskasten geprüft, gereinigt - Verbindung von Batterie zu Karosserie geprüft, gereinigt Irgendwelche Ideen?
Masseprobleme durch Korrosion. Alle dicken Masseleitungen zwischen Karosserie, Batterie, Lima und Motorblock kontrollieren. Am besten durch eine Spannungsmessung (mV-Bereich) bei Stromfluss.
Ich tippe auf die Batterie. War deine Austauschbatterie neu? Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass der Focus sehr komisch auf eine schlechte Batterie reagiert. Da kommen alle möglichen Fehlermeldungen der Elektronik. Das das Radio ausgeht kenne ich auch. Die Stecker (Steuergerät und Sensoren) wären auch ein Kandidat.
Rangi J. schrieb: > Was ich bislang getan habe: > > neue Batterie -> hat nur ein paar Tage für Besserung gesorgt Na, immerhin. So starke Spannungsschwanken dürfen in deinem Fahrzeug nicht auftreten, mit der elektrischen Servolenkung sind die sogar sicherheitsrelevant. Da der Akku neu ist, kann es nur eine Verbindung sein, eine Klemme. Man kann versuchen, durch ein Spannungsmessgerät den Spannungsabfall über eine Verbindung zu messen, in dem man vor und nach der Klemme kontaktiert. Von Polklemme des Akkus über Masseverbindungen bis zu Verteilern, du musst halt suchen bis du findest oder wenn dir das zu viel Mühe ist es doch eine Werkstatt machen lassen. Weiterfahren und ignorieren ist jedenfalls keine Losung und sogar unfallträchtig.
> Motorblock? > Wo ist da eine dicke Verbindung? Ich kenne das Modell nicht. Aber irgendwie muss ja der Anlasserstrom fließen können. Wie auch oben schon gesagt, mach dich mal auf die Suche nach Spannungsabfällen und miss konsequent vom Blei des Batteriepoles zum Stehbolzen der Lima. Oft korrodieren beispielsweise die Kupferleitungen in der Klemme - da bringt es dann nichts, die Klemme abzunehmen und sauber zu machen. Einfach aus Erfahrung ist das die wahrscheinlichste Ursache bei den beschriebenen Problemem. Zwar kann man auch bei Neuteilen (Lima, Batterie) nie einen Fehler ausschließen, aber da würde ich nicht anfangen zu suchen.
Auch wenn die Batterie fast neu ist, kann sie schon wieder defekt sein. Welche Spannung hat die Batterie (Motor aus und Motor an)? Welche Spannung bekommt sie wenn der Motor läuft? Wenn sie keine genügende Ladespannung (14,2 -14,6V erhält, ist binnen Wochen oder einigen Monaten taub (sulfatiert). Ich habe mir mal für 10 Euro eine Spannungsanzeige für den Zigarettenanzünder gekauft, da kann man beim Fahren schön sehen welche Bordspannung da ist. Zusätzlich hat das Teil noch einen USB Lader. Die Anzeigen sind nicht immer genau, also mit einem Multimeter kalibrieren (Fehler erfassen). Ich hatte bei einem Ford Galaxy zweimal eine schlechte Vercrimpung der Leitung von der LiMa zu dem Stromverteiler (am Stromverteiler). Also wie schon gesagt messen. Ggf zu zweit, einer lenkt, der andere misst (mit der entsprechenden Vorsicht bei laufendem Motor. (Ringe und Edelstahluhr ablegen)
Udo S. schrieb: > Ich habe mir mal für 10 Euro eine Spannungsanzeige für den > Zigarettenanzünder gekauft, Ford Focus MK2 Facelift EU-Model 2010 hatte ich mal. Dessen Tacho hat einen Diagnosemodus, wo es neben DTC-Anzeige und anderen Gesumms auch eine Spannungsanzeige auf dem Mäusekino-Display gibt. OK-Taste gedrückt halten und Zündung einschalten, warten bis die Tachonadeln einmal Vollausschlag und zurück gefahren sind. Dann OK-Taste loslassen und bis zur Spannungsanzeige mit OK weiterschalten. Man kann in dem Modus auch den Motor starten und sicher Testfahren. Tacho, DZM, Tankanzeige und Warnlampen gehen wie normal im Vbat-Modus. Viel Erfolg, mfg mf
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Wenn man ab und an mal auch größere Ströme messen muss ist eine DC Stromzange Gold wert. Mit dieser habe ich sehr gute Erfahrungen: https://www.voelkner.de/products/1070391/Benning-CM-P2-Stromzange-digital-CAT-III-600-V-Anzeige-Counts-4200.html Zeigt ab 10-30mA auch DC-Ströme stabil an.
Yep, solche Probleme sind fast immer ein Problem mit einer Masseverbindung. Da hat sich an einer Uebergangsstelle der Widerstand von 0.0001R auf 0.001R verschlechtert. Alle Masseverbindungen abschrauben, einmal mit der Drahtbuerste rueber und wieder anschrauben. Vanye
Rangi J. schrieb: > Ich habe für den Zigarettenanzünder eine Spannungsanzeige bei der ich im > fraglichen Moment manchmal folgendes sehe. Die Spannung steigt kurz auf > über 15V. Typischerweise wurde 15,6V oder 15,9V angezeigt. Leider habe > ich kein portables Oszi um mal den Spannungsverlauf beim Fahren > aufzuzeichnen. Du könntest Dir eine Inspektions-/Endoskomcam vom Ali für ~7,-€ holen, damit das Voltmeter "im Auge" behalten und gleichzeitig kommentieren, was gerade passiert. Wenn am Zigarettenanzünder die Spannung steigt, während andere Elektrik scheinbar unterversorgt wird, kann man ggf. logisch den Ort eines zu hohen Übergangswiderstandes eingrenzen. Gut, wenn dazu auch ein Stromlaufplan vorhanden ist.
> Gut, wenn dazu auch ein Stromlaufplan vorhanden ist.
Ich empfehle da immer die Buecher von Haynes weil die Englaender
wirklich sehr gute Schaltplaene haben. Vor dem kauf eines gebrauchten
Autos pruefe ich zuerst ob Haynes ein Buch dafuer hat, sonst wird das
nicht gekauft. .-)
Aber bei Ford Focus wird es das mit Sicherheit geben.
Bei einer erhoehten Boardspannung liegt natuerlich immer der Verdacht
nahe das irgendwas im Bereich Lichtmaschine oder Regler nicht stimmt.
Das kann ein lockerer Anschluss sein, ein Masseproblem oder auch eine
kalte Loetstelle in der Lichtmaschine. Sollte man jedenfalls nicht
ignorieren weil das auch gerne mal zu Transienten von 100V oder mehr auf
der Bordspannung fuehren kann. Das ist ja der Grund wieso man fuer
Automotive so anspruchsvolle Schutzschaltungen an seine Elektronik
bastelt.
Vanye
Vanye R. schrieb: > Haynes Wieviel besser als "Jetzt helfe ich mir selbst", gepaart mit dem Internet sind diese Bücher?
> Wieviel besser als "Jetzt helfe ich mir selbst", > gepaart mit dem Internet sind diese Bücher? 10-20dB :-D Bei Haynes gehen die Schaltplaene locker ueber 20-30Seiten, beruecksichten auch unterschiedliche Modelle und sind manchmal, aber nicht immer in Farbe. Ich vermute mal das Haynes irgendwie von Alldata nachmalt oder bezieht. Was an Haynes aber nicht so schoen ist, sind die Bilder. Die sind etwas klein und leiden auch etwas darunter das die auf Recylingpapier drucken. Und an die englische Kapitelgliederung muss man sich auch erst gewoehnen. Aber auf die Schaltplaene lass ich nix kommen! Ausserdem hat Haynes auch Reparaturanleitungen fuer Babys, Freundinnen und Spaceshuttle. Was man halt so braucht.... Vanye
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