Ich habe einen Active-Clamp-Flyback aufgebaut (wie in Abb. 1 von https://www.semanticscholar.org/paper/Design-considerations-of-highly-efficient-active-Xue-Zhang/194e6eb9d10ca22337a53a5a118fe5233001d7a4/figure/0 gezeigt, allerdings mit einer Diode anstelle eines FETs/Kondensators auf der Ausgangsseite). Zum Testen betreibe ich ihn mit fester Frequenz (50 kHz) und festem Tastverhältnis. Als Last habe ich eine einfache Glühlampe und einen Kondensator angeschlossen. Aus irgendeinem Grund beobachte ich starke Schwingungen im Strom auf der Primärseite beim Einschalten, anstatt des erwarteten rampenförmigen Stromanstiegs, wie er in der Abbildung des Papers gezeigt ist. Ich habe ein Bild vom Oszilloskop angehangen (oben Primärstrom, unten Sekundärstrom). Ich bin mir nicht sicher, wodurch diese Schwingungen verursacht werden, da ich auf der Ausgangsseite eine SiC-Diode (VS-3C20ET07S2L-M3) verwende, sodass dort eigentlich keine Kapazität vorhanden sein sollte, die derartige Schwingungen erzeugen kann. Wenn ich die Ausgangswicklung kurzschließe, sehe ich einen flachen Strom, der zunächst sprunghaft ansteigt und dann langsam ansteigt (siehe das andere Bild im Anhang). Ich habe versucht, auf andere Dioden umzusteigen (FEP30JP und die Soft-Recovery-Diode VS-8EWF12SLHM3), dadurch verändert sich zwar die Frequenz der Schwingungen leicht, allerdings verschwinden diese nicht und werden auch nicht schwächer. Da es jedoch die Frequenz beeinflusst glaube ich, dass die Diode auf der Sekundärseite an der Entstehung dieser Schwingungen beteiligt ist und dieses lediglich auf die Primärseite reflektiert wird. Ich habe meinen Übertrager mit einem NanoVNA gemessen: Die Magnetisierungsinduktivität beträgt 14 µH, die Streuinduktivität etwa 400 nH. Es sind 11 Primärwindungen und 90 Sekundärwindungen vorhanden, das Kernmaterial ist PC40. Die Resonanzinduktivität Lr im Schaltlplan oben beträgt 2,2 µH. Die Eingangsspannung habe ich mit einem Labornetzteil zwischen 0 und 15V variiert, das beeinflusst lediglich die Amplitude des Stroms, einschließlich der Schwingungen, bringt ansonsten keine Verbesserung. Ebenso habe ich versucht die Totzeit der FETs zu verändern, die Schwingungen werden dadurch jedoch nicht beeinflusst. Wie kann ich herausfinden, woher diese Schwingungen kommen, und welche Maßnahmen kann ich ergreifen, um es zu reduzieren oder vollständig zu beseitigen? Blöderweise stört es sehr bei der Messung des Primärstroms, welcher im zweiten Schritt für die Strombegrenzung benötigt wird, und vermutlich beeinflusst es auch deutlich die Effizienz.
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Zuerst mal rausfinden, ob die Schwingungen real vorhanden sind oder erst durch den Anschluss des Mess-Equipments entstehen. Und was den Strom-Anstieg angeht schaut mir das so aus, als ob der Trafo in Sättigung gerät, oder hast Du die Wicklungen verpolt? Hast Du bedacht, daß eine einfache Glühlampe beim Einschalten einen deutlich niedrigeren Kaltwiderstand hat als im Betrieb?
Ben B. schrieb: > Zuerst mal rausfinden, ob die Schwingungen real vorhanden sind oder erst > durch den Anschluss des Mess-Equipments entstehen. Die sind leider wirklich da, zu sehen daran, dass die Strommessung über einen Shunt mit einem Messverstärker durch die ständigen negativen Ströme komplett aus dem Tritt gebracht wird. Erst wenn ich das Stromlimit in der Regelung auf Maximum stelle gibt es nicht extreme Sprünge in der Einschaltdauer (die darauf zurückzuführen sind, dass es einfach extrem schwingt und nicht die gewünschte Rampe hat). Ben B. schrieb: > Und was den Strom-Anstieg angeht schaut mir das so aus, als ob der Trafo > in Sättigung gerät, oder hast Du die Wicklungen verpolt? Beachte, dass es bei dem einen Bild (wo nur eine Kurve ohne Schwingungen auf dem Oszi zu sehen ist) einen Kurzschluss auf der Sekundärseite zum testen gibt. Der Strom-Anstieg ist generell eigenartig, aber vielleicht habe ich einen Denkfehler: Wenn ich den Übertrager komplett rausnehme, also nur die Induktivität Lr dort drin lasse (eine AGM2222-222ME von Coilcraft, Isat bei einem 10% drop sind 35A) dann sieht es im Prinzip genauso aus wie auf dem Bild mit der kurzgeschlossenen Sekundärwindung. Ich verstehe nicht woher dieser plötzliche Sprung kommt, eigentlich sollte es doch bei 0A losgehen und langsam ansteigen. Mein Netzteil liefert maximal 1A, also von den 35A aus dem Datenblatt bin ich eigentlich meilenweit entfernt. Keine Ahnung wieso da also irgendwas in die Sättigung gehen sollte. Oder laufe ich da vielleicht gerade in die Strombegrenzung meines Netzteils? Eigentlich habe ich aber dafür einen 10.000 uF Pufferkondensator vorgesehen. EDIT: Kurze Berechnung, bei 2.2uH habe ich nach 1uS bei 10V einen Strom von 4A. Das könnte der Sprung am Anfang sein (also das es eigentlich sogar funktioniert wie es soll), dann wäre aber noch die Ursache der Abflachung zu klären. Ben B. schrieb: > Hast Du bedacht, daß eine einfache Glühlampe beim Einschalten einen > deutlich niedrigeren Kaltwiderstand hat als im Betrieb? Ja schon. Ich brauchte nur irgendeine Last, ansonsten habe ich auch noch Schwingungen in der Flyback-Phase. Angefangen hatte ich mit 15W, hab dann testweise auf 40W erhöht und das ganze glimmt auch schön, also so ganz verkehrt scheint das hier alles nicht zu sein, nur ganz richtig wohl auch noch nicht.
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