Forum: Platinen 2 oder 4 Layer?


von Nemopuk (nemopuk)


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Es geht um digitale Hobbyschaltungen mit Mikrocontrollern (Einzelstücke 
ohne HF). Nachdem ich mein Leben lang mit Lochraster-Platinen, Papier 
und Bleistift gearbeitet habe, lief mein erster Versuch mit einer 
2-Layer Platine bei JLCPCB zufriedenstellend ab.

Inzwischen habe ich bemerkt, daß 4-Layer im Vergleich zu den 
Gesamtkosten nur marginal teurer sind, dafür aber viel leichter zu 
routen. Ich würde die beiden inneren Layer zur Stromversorgung nutzen.

Gibt es wichtige Argumente gegen 4-Layer, die ich wissen sollte?

Zweite Frage:
Wenn ich THT Bauteile (z.B. Schraubklemmen) für die Stromversorgung 
benutze, wie zuverlässig/belastbar sind deren Kontakte zu den inneren 
Lagen? Im Gegensatz zu 2-Layer, wo ich die Lötstellen selbst unter 
Kontrolle habe und sehen kann, spielt sich das bei 4-Layern ja nur innen 
in den Durchkontaktierungen ab. Oder macht man das anders?

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Nemopuk schrieb:
> Wenn ich THT Bauteile (z.B. Schraubklemmen) für die Stromversorgung
> benutze, wie zuverlässig/belastbar sind deren Kontakte zu den inneren
> Lagen? Im Gegensatz zu 2-Layer, wo ich die Lötstellen selbst unter
> Kontrolle habe und sehen kann, spielt sich das bei 4-Layern ja nur innen
> in den Durchkontaktierungen ab. Oder macht man das anders?

Je nach Strombelastung (sehr) viele Durchkontaktierungen.
Sinnvoller ist aber oft, die Versorgung auf den Aussenflächen zu führen, 
um thermale Probleme zu vermeiden.

von Alexander (alecxs)


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Warum ist 4-Layer einfacher zu routen?

von Falk B. (falk)


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Nemopuk schrieb:
> Zweite Frage:
> Wenn ich THT Bauteile (z.B. Schraubklemmen) für die Stromversorgung
> benutze, wie zuverlässig/belastbar sind deren Kontakte zu den inneren
> Lagen?

Genau so wie zu den äußeren, denn sie werden IDENTISCH über die 
Kupferhülsen kontaktiert.

> Im Gegensatz zu 2-Layer, wo ich die Lötstellen selbst unter
> Kontrolle habe und sehen kann, spielt sich das bei 4-Layern ja nur innen
> in den Durchkontaktierungen ab.

Das reicht ja. Nur bei den old school Platinen OHNE Durchkontaktierungen 
erfolgt die Kontaktierung über die Lötaugen der Außenlagen.

> Oder macht man das anders?

Nö.

von Ralf X. (ralf0815)


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Alexander schrieb:
> Warum ist 4-Layer einfacher zu routen?

Bis Du noch Freiluftverdrahtung gewohnt? :-)

von Alexander (alecxs)


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Meine Version von Target kann nur 2-lagig.

von Nemopuk (nemopuk)


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Alexander schrieb:
> Warum ist 4-Layer einfacher zu routen?

Weil die Leitungen der Stromversorgung nicht mit den Signalen um Platz 
konkurrieren.

von Jens G. (jensig)


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Alexander schrieb:
> Warum ist 4-Layer einfacher zu routen?

Gut, wenn Du nur die Ziffern 1 und 2 kennst, dann wird es schon etwas 
schwieriger ...

von Johannes (zuberjo)


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Ralf X. schrieb:
> Je nach Strombelastung (sehr) viele Durchkontaktierungen.
> Sinnvoller ist aber oft, die Versorgung auf den Aussenflächen zu führen,
> um thermale Probleme zu vermeiden.

Ich würde es eher vermeiden die Versorgung außen zu routen. Bad 
Practice. Es ist naheliegender dass man irgendwie etwas beim Logikteil 
verbockt hat und dort an die Traces muss. Oder im späteren Verlauf eines 
Produktlebens leidet die Reparierbarkeit. Wenn Signale innen liegen, hat 
man meist verloren. Hatte selbst privat auch noch nie Probleme mit dem 
JLCPCB 17um Kupfer für die Versorgung diverser Komponenten. Geschäftlich 
nehme ich aber trotzdem immer 35um für alle Layer. Typischer Layeraufbau 
für 4 Lagen ist Signal, GND, Power und Signal.

Und es spricht absolut gar nichts gegen 4 Lagen

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Johannes schrieb:
> Und es spricht absolut gar nichts gegen 4 Lagen

Vergessene Thermals an den Innenlagen wären erstmal das Einzige, was mir 
einfiele. ;-) Die können einem das Löten schon ziemlich erschweren.

Falls eine Innenlage doch mal noch für den einen oder anderen Leiterzug 
zum Routen benutzt werden soll, muss man halt drauf achten, dass 
insgesamt trotzdem große zusammehängende Flächen übrig bleiben.

Schlechtere Korrekturmöglichkeit bei Layout-Fehlern wurde ja schon 
genannt.

von Nick (b620ys)


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Selbst wenn eine Platine 2-lagig zu entflechten wäre, mir ist es zu 
blöd. Die paar Cent mehr stell ich dem Zeitgewinn gegenüber. Und der 
Zeitgewinn schlägt immer.
Wenn man 2-lagig routet, muss man sich mehr Gedanken zum routing der 
Stromversorgung machen. Da bin ich zu faul dazu. Und 4-lagig geroutet 
kann man die Platine oft kompakter entwerfen, also auch wieder ein Plus.

Ja, das ist sehr allgemein und es gibt 100 Gegenargumente von 
Sparsocken. Um darauf antworten zu können, bräuchte es aber eine 
konkrete Schaltung.

Die Frage mit den Lötstellen usw. stellt sich eigentlich nicht. Gelötet 
wird bei THT nach wie vor auf der Lötseite (üblicherweise unten).

Wenn du ein vernünftiges CAD verwendest, lösen sich die Fragen alle 
automagisch. Probiers einfach aus und schau dir danach die 4 Lagen an.

von Nemopuk (nemopuk)


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Jörg W. schrieb:
> Vergessene Thermals an den Innenlagen wären erstmal das Einzige, was mir
> einfiele.

Guter Punkt. Ich hoffe, darum kümmert sich Kicad automatisch.

Jlcpcb behauptet auf einer Werbeseite, daß bei anderen Anbietern die 
4-Layer Platinen doppelt so viel kosten, wie 2-Layer. Ist das 
glaubwürdig?

von Johannes (zuberjo)


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Ja, ist es. Bei PCBWay zb kosten 4 Lagen erheblich mehr als bei JLCPCB. 
Aber, dort sind alle Lagen 35um. Wenn man das will, zahlt man auch bei 
JLC mehr

von Georg S. (randy)


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> Ich hoffe, darum kümmert sich Kicad automatisch.

Man muss schon das einstellen was man will. Thermals sind aber per 
default an.

4 Lagige Platinen mit SMD Bestückung route ich gerne so:
TOP:  Bauteile und lokales Routing
IN1:  GND
In2: routing über größere Strecken (*) vertikal
BOT: --- " ---    horizontal


(*) d.h. nicht nur bis zum Nachbarbauteil

von Nemopuk (nemopuk)


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Johannes schrieb:
> Bei PCBWay zb kosten 4 Lagen erheblich mehr als bei JLCPCB

Gerade probiert: 2/4 Layer kosten laut deren Online Rechner fast das 
Gleiche, wenn die Innenlagen (wie bei Jlcpcb) dünner sind.

: Bearbeitet durch User
von Andreas S. (bastelmax)


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Alexander schrieb:
> Meine Version von Target kann nur 2-lagig.

Hinweis : wechsele doch z.B. zu KiCAD - dann hast Du 4 Lagen und
noch viel mehr :-)

: Bearbeitet durch User
von Alexander (alecxs)


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Hab ich schon versucht. Aber mangels Zeit dann doch wieder mit Target 
2-lagig gemacht.

von Andreas S. (bastelmax)


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Ich hatte vor Jahren (Ende der 90er) mit TARGET angefangen
und bis vor ca. 10 Jahren "durchgehalten".
Inzwischen mache ich alles mit KiCAD und damit auch umfangreiche
Projekte hauptsächlich in SMD.
Da reichen manchmal die Beschränkungen von TARGET nicht aus und
ein paar Lagen mehr zu haben ist auch ganz nett.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Alexander schrieb:
> Meine Version von Target kann nur 2-lagig.

Der TO hat sich bis jetzt nicht darüber ausgelassen, welche Software er 
verwendet.
Nachdem er wohl erst ganz am Anfang mit ECAD steht, schlag auch ich ihm 
vor sich KiCAD anzusehen. Ja, ich bin ein KiCAD-Fanboy.

von Rainer W. (rawi)


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Nick schrieb:
> Da bin ich zu faul dazu. Und 4-lagig geroutet
> kann man die Platine oft kompakter entwerfen, ....
> ...
> Die Frage mit den Lötstellen usw. stellt sich eigentlich nicht. Gelötet
> wird bei THT nach wie vor auf der Lötseite (üblicherweise unten).

Du sagst es - es gibt viel Argumente.
Gerade kompakter Entwurf und THT sind verschiedene Ecken des magischen 
Dreiecks.

von Nick (b620ys)


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Rainer W. schrieb:
> verschiedene Ecken des magischen Dreiecks.

Das sind wohl mehr als 3 Ecken. :-)
Es gibt offensichtlich sogar Rahmenbedingungen die Hersteller 
kommerzieller Produkte zu einlagigen Platinen aus Hartpapier mit SMD und 
Drahtbrücken treiben. Die Bohrungen werden dann natürlich gestanzt. Ich 
vermute, dass man das Routing dann auch mit MS-Paint hinbekommt.

von Nemopuk (nemopuk)


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Nick schrieb:
> Der TO hat sich bis jetzt nicht darüber ausgelassen, welche Software er
> verwendet.

Doch habe ich: Kicad

Aber das ist für meine Frage irrelevant.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

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Nemopuk schrieb:
> Aber das ist für meine Frage irrelevant.

Naja, die Frage ist so auch nicht richtig zu verstehen, Stefan.

Wenn du etwas mechanisch Belastbares haben willst, muss es entsprechend 
konstruiert sein – bei großen Belastungen halt auch mit Schrauben 
gegengehalten.  Ansonsten dürfte die höhere Lagenzahl da eher zu mehr 
Stabilität beitragen, denn die Durchkontaktierungen gehen ja eh über 
alle Lagen, und die Hülsen werden normalerweise beim Löten komplett mit 
Lot gefüllt.  Wenn du dir Sorgen machst, ob die Stromtragfähigkeit 
ausreicht, kannst du immer noch auf den Außenlagen kurze Hilfsleiterzüge 
unterbringen und dann (wie schon vorgeschlagen) mit mehreren 
zusätzlichen Vias auf die Innenlagen verteilen.  Im Bild mal ein 
quick&dirty Beispiel dafür.

von Nemopuk (nemopuk)


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Jörg W. schrieb:
> Wenn du dir Sorgen machst, ob die Stromtragfähigkeit ausreicht, kannst
> du immer noch auf den Außenlagen kurze Hilfsleiterzüge unterbringen und
> dann (wie schon vorgeschlagen) mit mehreren zusätzlichen Vias auf die
> Innenlagen verteilen.  Im Bild mal ein quick&dirty Beispiel dafür.

Danke für den Tipp

von Helmut -. (dc3yc)


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Also ich bleibe für meine Bastelplatinen bei 2 Lagen, obwohl manche auch 
HF sind. Wie macht man das, wenn man bei einer Innenlage mal einen 
Fehler hat und ein Signal umgeroutet werden soll oder aufgetrennt werden 
muss. Dann sind halt die 5 Euro und 10 Tage im A... Nach dem dritten 
Versuch könnte ich mich dann doch direkt dahin beißen. Ich habe es 
bisher immer geschafft, auf 2 Lagen zu routen. Darf man halt nicht alles 
dem Autorouter überlassen, sondern muss auch mitdenken.

von Nemopuk (nemopuk)


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Helmut -. schrieb:
> Wie macht man das, wenn man bei einer Innenlage mal einen Fehler hat und
> ein Signal umgeroutet werden soll oder aufgetrennt werden muss.

Indem man innen nur die Stromversorgung hat und die Signale außen.

> Ich habe es bisher immer geschafft, auf 2 Lagen zu routen.

Sportlicher Ehrgeiz.

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Helmut -. schrieb:
> Also ich bleibe für meine Bastelplatinen bei 2 Lagen, obwohl manche auch
> HF sind.

Ich mach auch vieles mit 2 Lagen, aber einigermaßen preiswert 4 Lagen zu 
haben, kann schon gut ein Gewinn sein. Allerdings merkt man dann auch 
schnell, dass Vias irgendwie im Vergleich zu „Hühnerfutter“ doch ganz 
schön viel Platz brauchen.

von Nick (b620ys)


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Helmut -. schrieb:
> wenn man bei einer Innenlage mal einen
> Fehler hat und ein Signal umgeroutet werden soll oder aufgetrennt werden
> muss.

Ist mir auch schon passiert. Ich konnte dann die Bahn in der zweiten 
Lage mit einem "Dremmel" durchtrennen und meinen Fehler mit Fädeldraht 
hinbiegen.
Das war eine ziemlich dicht bepackte zweiseitig bestückte Platine die 
ich bei meinem Bestücker tw. Dampfphasenlöten lassen musste.

In anderen Fällen gings mit Pin hochbiegen. Ich denk da bin ich nicht 
alleine mit solch "kreativen" Lösungen.
Und dann natürlich der Vorsatz beim nächsten Mal das DaBla doch noch 
besser zu lesen. Das ist aber eine ziemlich banale Lehre daraus.

von Mark S. (voltwide)


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Ich habe mich auch recht schnell an 4-lagig gewöhnt, wobei ich im 
Wesentlichen herkömmliches Audio-Geraffel route. Ich verlege gern alle 
Signallagen nach innen um max Abschirmung gegen Handy-Störungen zu 
erreichen wohl wissend wie ärgerlich es ist am Anschluß Fehler zu 
beheben. Der PC mit PCB-Layout steht bei der Inbetriebnahme  auf dem 
Arbeitstisch. In vielen Fällen finden sich Durchkontierungen die nur 
aufgebohrt werden müssen und dann wird mit Fädeldraht verlegt.

von Andreas S. (bastelmax)


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Signallagen außen und die Spannungsversorgung auf die Innenlayer.
Da können zur Not leichter Korrekturen vorgenommen werden.

von Kevin K. (nemon) Benutzerseite


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Alexander schrieb:
> Hab ich schon versucht. Aber mangels Zeit dann doch wieder mit Target
> 2-lagig gemacht.

Da du offensichtlich noch nicht viel Erfahrung im Bereich PCB-Layout 
hast, wird der Umstieg zu Kicad schnell gehen und den real gemessen 
geringen Mehraufwand wirst du schon mit 1-2 4-lagigen Layouts wieder 
raus haben. Vier Lagen machen das Leben viel einfacher.

von Frank O. (frank_o)


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Jens G. schrieb:
> Gut, wenn Du nur die Ziffern 1 und 2 kennst, dann wird es schon etwas
> schwieriger ...

😂😂😂😂 Der ist gut!

Aber mal im Ernst. Ich habe auch immer nur Lochstreifenraster gemacht 
und jetzt, da das alles bezahlbar und einfach geworden ist, kommt man 
natürlich auch auf die Idee mehrere Layer zu benutzen, auch im völlig 
privaten Bereich. Dass das für die, die auch beruflich so arbeiten gar 
keine Frage mehr ist, ist sicher klar. Aber jeder der anfängt seine 
Platinen machen zu lassen, der entwickelt sich dann auch mit der Zeit 
darin weiter.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Gibt es wichtige Argumente gegen 4-Layer, die ich wissen sollte?

Kriechströme, Überschlage bei "Hoch-" spannung, also in der Nähe vom 
230V Bereich besser kein Kupfer der inneren Lagen verwenden. Wobei das 
weniger eine Frage der Kupferlage, als eine Eigenschaft 
(Spannungsfestigkeit) des Prepreg zwischen den Kupferlagen ist.

> Zweite Frage:
> Wenn ich THT Bauteile (z.B. Schraubklemmen) für die Stromversorgung
> benutze, wie zuverlässig/belastbar sind deren Kontakte zu den inneren
> Lagen? Im Gegensatz zu 2-Layer, wo ich die Lötstellen selbst unter
> Kontrolle habe und sehen kann, spielt sich das bei 4-Layern ja nur innen
> in den Durchkontaktierungen ab.

Also persönlich habe ich auch so meine Bedenken bezüglich der 
elektrischen Kontaktierung der inneren Lagen mit der Metallisierung der 
Via's, aber bisher keine schlechte Erfahrung diesbezüglich gemacht.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Bradward B. schrieb:
> also in der Nähe vom
> 230V Bereich besser kein Kupfer der inneren Lagen verwenden.

Die Aussage verblüfft mich doch einigermaßen.
Ist das Dein persönliches Gefühl oder Stand der Technik? Denn 
letztendlich würde das bedeuten, dass das Platinenmaterial ein 
ungeeigneter Isolator ist. Schon klar, jetzt kommt "Luftstrecke". Aber 
eine Leiterbahn auf Layer 1 wäre dann lt. Dir auch ungeeignet isoliert 
zu Layer 2. Weitergesponnen, dürften keine Leiterbahnen unter/über einer 
Bahn mit 230 V liegen.

von Ralf X. (ralf0815)


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Nick schrieb:
> Bradward B. schrieb:
>> also in der Nähe vom
>> 230V Bereich besser kein Kupfer der inneren Lagen verwenden.
>
> Die Aussage verblüfft mich doch einigermaßen.
> Ist das Dein persönliches Gefühl oder Stand der Technik? Denn
> letztendlich würde das bedeuten, dass das Platinenmaterial ein
> ungeeigneter Isolator ist. Schon klar, jetzt kommt "Luftstrecke". Aber
> eine Leiterbahn auf Layer 1 wäre dann lt. Dir auch ungeeignet isoliert
> zu Layer 2. Weitergesponnen, dürften keine Leiterbahnen unter/über einer
> Bahn mit 230 V liegen.

Bradward scheint dem Prepreg ein verminderte Isolationsvermögen ggü. dem 
FR4 zu unterstellen.
Aber insg. ist in diesem Thread eh vieles Hörensagen und Gewohnheit.

von Nemopuk (nemopuk)


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Bradward B. schrieb:
> Kriechströme, Überschlage bei "Hoch-" spannung, also in der Nähe vom
> 230V Bereich besser kein Kupfer der inneren Lagen verwenden.

Danke für den Hinweis! Wenn ich mal mit Netzspannung hantiere, werde ich 
diesen Punkt vorher prüfen.

: Bearbeitet durch User
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Ralf X.

Ralf X. schrieb:
> Nick schrieb:
>> Bradward B. schrieb:
>>> also in der Nähe vom
>>> 230V Bereich besser kein Kupfer der inneren Lagen verwenden.
>>
>> Die Aussage verblüfft mich doch einigermaßen.
>> Ist das Dein persönliches Gefühl oder Stand der Technik? Denn
>> letztendlich würde das bedeuten, dass das Platinenmaterial ein
>> ungeeigneter Isolator ist. Schon klar, jetzt kommt "Luftstrecke". Aber
>> eine Leiterbahn auf Layer 1 wäre dann lt. Dir auch ungeeignet isoliert
>> zu Layer 2. Weitergesponnen, dürften keine Leiterbahnen unter/über einer
>> Bahn mit 230 V liegen.
>
> Bradward scheint dem Prepreg ein verminderte Isolationsvermögen ggü. dem
> FR4 zu unterstellen.

Oder er ist fies vor dem Müll, der gerne von Netzleitungen kapazitiv 
überkoppelt.

Das man auf einer Plaine aus Sicherheitsgründen die Hochspannungsteile
und die Niederspannungsteile gut separiert hält hat aber nicht nur mit 
Isolationsproblemen und Übersprechen zu tun, man will auch optisch gut 
separierte Bereiche für beides, damit man sich (und andere) nicht so 
leicht  vertut. Und ein gefahrlos berührbarer 
Schutzkleinspannungsbereich könnte dazu verleiten, dort die Platine auf 
der Rückseite ebenfalls unbedarft anzufassen.
Das ganze hat also auch psychologische Hintergründe.

> Aber insg. ist in diesem Thread eh vieles Hörensagen und Gewohnheit.

Einschlägig wäre zusätzlich zu diversen VDE/IEC Normen noch IPC-2221.
Im Netz ist so ohne weiteres leider nur eine veraltete Version zu 
finden:
https://www-eng.lbl.gov/~shuman/NEXT/CURRENT_DESIGN/TP/MATERIALS/IPC-2221A(L).pdf

Es gibt aber auch den Fall, das man Netzspannung und deutlich kleinere 
Spannungen zu Steuerungszwecken auf Netzpotential betreibt. z.B. die 
Messausgänge von Shunts und deren Verstärker. In dem Fall muss diese 
Kleinspannung genauso wie eine Netzspannug behandelt werden.

Mit freundlichem Gruß
Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

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Beitrag #8004076 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8004081 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Bauform B. (bauformb)


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Nick schrieb:
> Bradward B. schrieb:
>> also in der Nähe vom
>> 230V Bereich besser kein Kupfer der inneren Lagen verwenden.
>
> Ist das Dein persönliches Gefühl oder Stand der Technik?

Praktische Erfahrung; Prepreg ist an so einer Stelle tatsächlich 
verkohlt und hat am Ende einen Kurzschluss gemacht. Na gut, erst nach 
vielen Betriebsstunden und nur bei ca. 5 von ca. 3000 Platinen. Aber es 
passiert...

> Denn letztendlich würde das bedeuten, dass das Platinenmaterial ein
> ungeeigneter Isolator ist. Schon klar, jetzt kommt "Luftstrecke". Aber
> eine Leiterbahn auf Layer 1 wäre dann lt. Dir auch ungeeignet isoliert
> zu Layer 2. Weitergesponnen, dürften keine Leiterbahnen unter/über einer
> Bahn mit 230 V liegen.

Ja, das ist so, wenn Layer 1 und 2 nur durch Prepreg isoliert sind. Dem 
FR4-Kern traut man doch wesentlich mehr zu.

Ein anderer netter Fehler: 230 Volt auf beiden Aussenlagen dicht am Rand 
gibt weniger als 2mm Kriechstrecke. Welcher DRC findet diesen Fehler?

von Nick (b620ys)


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Bauform B. schrieb:
> Praktische Erfahrung; Prepreg ist an so einer Stelle tatsächlich
> verkohlt

Naja, das versteh ich. Da wurde aber wohl die Leiterbahn zu schmal 
gewählt. Das ist mir schon klar. Dafür gibt es aber Empfehlungen (auch 
abhängig vom Layer). Die muss man sich halt anschauen und beachten. 16 A 
und 1 mm Leiterbahnbreite passt halt nicht zusammen.

Also so richtig ist das "Keine 230 V in Zwischenlagen" noch nicht bei 
mir angekommen. Ich will es verstehen und nicht dagegenargumentieren.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Bauform B. schrieb:
> Praktische Erfahrung; Prepreg ist an so einer Stelle tatsächlich
> verkohlt und hat am Ende einen Kurzschluss gemacht. Na gut, erst nach
> vielen Betriebsstunden und nur bei ca. 5 von ca. 3000 Platinen. Aber es
> passiert...

Vor einigen Jahren hatte ich mal eine äußerst interessante Publikation 
gelesen, die auf Erfahrungen von Siemens basiert. Dort wurden am Ende 
der Baugruppenfertigung die erforderlichen Hochspannungsprüfungen 
durchgeführt. Gelegentlich kam es hierbei zu Ausfällen etlicher 
Baugruppen eines Fertigungsloses. Später durchgeführte Prüfungen ergaben 
jedoch keine Isolationsprobleme, abgesehen von den schon 
durchgeschlagenen Stellen, deren Spannungfestigkeiten auch deutlich 
geringer als erwartet waren.

Nach langer Fehlersuche wurde dann die Ursache gefunden: die hausinterne 
Leiterplattenfertigung lieferte die nagelneuen Leiterplatten direkt an 
die Baugruppenfertigung, wo sie umgehend bestückt und direkt im 
Anschluss getestet wurden. Nur bei solchen ganz frischen Leiterplatten 
trat das Problem auf. Lagen sie aber erst ein paar Tage herum, war alles 
in Ordnung, d.h. die hatten ihre volle Durchschlagsfestigkeit.

Weitergehende Untersuchungen zeigten, dass die Kunstharze der 
Leiterplatten trotz der mehrfachen Wärmebehandlungen bei Verpressen der 
Leiterplatte und Löten der Baugruppen noch nicht völlig ausgehärtet 
waren und damit die Elektromigration von Metallionen entlang der 
Glasfasern ermöglichten. Wenn sich dort erst ein paar Metallionen 
abgelagert haben, ist die Spannungsfestigkeit dauerhaft reduziert.

Die Lösung:
Hohe Spannungen dürfen frühestens nach einer Woche an Leiterplatten bzw. 
Baugruppen angelegt werden.

Möglicherweise wurden die von Bauform B. erwähnten Baugruppen auch schon 
zu früh mit hohen Spannungen beaufschlagt und damit vorgeschädigt. Das 
bedeutet ja nicht, dass die Baugruppe sofort ausfallen muss, sondern 
wenn sich durch Elektromigration die effektive Kriechstrecke von z.B. 6 
mm auf 0,5 mm reduziert hat, wird man kurzfristig noch keine Leckströme 
o.ä. nachweisen können, aber durch Alterung, usw. ist die 
Spannungsfestigkeit nicht mehr langfristig gewährleistet.

> Ja, das ist so, wenn Layer 1 und 2 nur durch Prepreg isoliert sind. Dem
> FR4-Kern traut man doch wesentlich mehr zu.

Das ganze hängt in erheblichem Maße von der Anzahl der Glasfasermatten 
und nicht nur von deren Dicke ab, da immer statistische Webfehler 
auftreten. Für sicherheitsrelevante Anwendungen (Trennung 
Netzspannung/Kleinspannung) müssen daher immer mindestens zwei Matten 
übereinander liegen, da dann die Wahrscheinlichkeit gering genug ist, 
dass sich zwei Webfehler exakt übereinander befinden.

Bei Multlayern mit sehr vielen Lagen darf man sich also nicht auf die 
Spannungsfestigkeit eines Cores oder Prepregs mit nur einer Glasfaerlage 
verlassen, insbesondere bei 106/1067/1080/1086.

von Nick (b620ys)


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Andreas S. schrieb:
> Hohe Spannungen dürfen frühestens nach einer Woche an Leiterplatten bzw.
> Baugruppen angelegt werden.

Extrem verkürztes Zitat von mir, ich gebs zu.
Nichtsdestowenigertrotzdemerstrecht ein sehr interessanter Beitrag. 
Danke!

von M.A. S. (mse2)


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Andreas S. schrieb:
> ... eine äußerst interessante Publikation ...
In der Tat, vielen Dank dafür!

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> also in der Nähe vom
>> 230V Bereich besser kein Kupfer der inneren Lagen verwenden.
>
> Die Aussage verblüfft mich doch einigermaßen.
> Ist das Dein persönliches Gefühl oder Stand der Technik?

Ist letztlich "best Practice", neudeutsch bewährte Vorgehensweise.
Als kein harte gesetzliche Vorgabe zur technischen Realisierung wie "Es 
dürfen keine Leitungen auf Innenlagen in den bereich von Netzspannung 
geroutet werden."

Halt wie üblich eher "abstrakte Grenzwerte/Vorgaben (Prüfspannung x kV, 
keine Schäden an Personen bei Nutzung des Gerätes) und dem Entwickler 
ist überlassen wie er diese bei der Konstruktion erfüllt.

Für Medizintechnik hab ich mal intensiver in den Bereich 
Spannunsgfestigkeit recherchiert und war doch überrascht, das da 
allenthalben was von "empirisch" stand. Das hab ich verstanden als "muss 
man im Experiement bestimmen, wie hoch die tatsächliche 
Durschlagssüannung ist".
Das geht aber beim Layoutzeichnen schlecht, auch weil man sich um 
Details im layerstack und konkrete Produktionsabläufe nicht sorgen kann. 
OK, bei Privatanwendern mit Kleinstserien ist das anders, aber die haben 
auch nicht mit den harten Quali-anforderungen im Medizinbereich (Null 
Schäden in 20 Jahren) zu tun.

Eine Recherche nach Spannungsfestigkeit von Prepregs brachte dann 
hervor, das man da lediglich epsilon_rel angibt und das auch noch 
starken Veränderung unterliegt. Konkret stand da das nach fünf Jahren 
der Wert halbiert ist.
Woraus ich schliesse, das es für Alter 20 Jahre keine ausagenkräftige 
Werte gibt, was ja bei neuen Materialien auch nicht verwundert. Also 
geht man auf Nummer sicher, rechnet mit dem "Schlimmsten" und maximiert 
den Abstand zwischen  leitfähigen Materialen. 
https://www.elektronikpraxis.de/die-grosse-rolle-des-leiterplattenmaterials-a-1375324053acdf081069d10934ce467d/




(BTW: Spannungsfestigkeit ist nicht linear abhäng vom Abstand, sonder 
folgt lediglich der Wurzel
https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschlagfestigkeit#Probendicke ) in dem 
man keine Innenlagen in Bereich Netzspannungsanschluss verwendet. So war 
das auch bei allen Platinen die ich zuletzt analysierte.

Dann gibt es noch andere Gründe als Durchschlagsfestigkeit gegenüber 
Netzspannung die hier auch schon genannt wurden. Hatte da mal eine 
Platine von einem ausgeschiedenen Kollegen übernommen, bei dem eine 
Leitung in einer eigenen Netzklasse war und dafür harte Designrules, 
etwa freistellung 2mm in alle Richtungen definiert waren. In Altium kann 
man sowas hart definieren, da kann man dann keine andere Leitung in die 
Nähe bringen. Da die Leitung den hier gefährlichen klingenden Namen 
"fuze" (Zündung) trug und das Ganze ein Prüfgerät für einen Auftraggeber 
aus dem Defensebereich war, hat man an dieser Vorgabe auch nicht weiter 
gerüttelt. Ungewollte Überschläge in Leitungen haben schon 
Flugzeugträger fast sinken lassen: ( 
https://en.wikipedia.org/wiki/1967_USS_Forrestal_fire#Zuni_rocket_launched 
)

Soweit, kurz angerissen, was so die (persönlichen) Gründe für diese 
(IMHO gut begründete) "Vorsichtsmassnahme" sind.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Nachtrag:

Bernd W. schrieb:

> Einschlägig wäre zusätzlich zu diversen VDE/IEC Normen noch IPC-2221.
> Im Netz ist so ohne weiteres leider nur eine veraltete Version zu
> finden:
> 
https://www-eng.lbl.gov/~shuman/NEXT/CURRENT_DESIGN/TP/MATERIALS/IPC-2221A(L).pdf

Dafür was anderes:
Infineon Application Note AN 2012-10 vom Oktober 2012:
https://www.mikrocontroller.net/wikifiles/1/19/An2012-20.pdf

Mit freundlichem Gruß
Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Ralf X. (ralf0815)


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Bradward B. schrieb:
> Ungewollte Überschläge in Leitungen haben schon
> Flugzeugträger fast sinken lassen

Naja, die vierlagigen FR4 Platinen haben sich in den letzten 80 Jahren 
auch etwas weiter entwickelt...
Allerdings sollen elektrische Überschläge schon vor Jahrhunderten ganze 
Städte abgefackelt haben.
Man kann zu jedem Thema die blödesten Begründungen aus der Geschichte 
ziehen, wenn Dich die Schreibwut packt.

von Nick (b620ys)


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Bernd W. schrieb:
> Infineon Application Note AN 2012-10 vom Oktober 2012:

Danke dafür, damit kann ich was anfangen.

von Carsten S. (dg3ycs)


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Bradward B. schrieb:
>>> also in der Nähe vom
>>> 230V Bereich besser kein Kupfer der inneren Lagen verwenden.
>>
>> Die Aussage verblüfft mich doch einigermaßen.
>> Ist das Dein persönliches Gefühl oder Stand der Technik?
>
> Ist letztlich "best Practice", neudeutsch bewährte Vorgehensweise.
> Als kein harte gesetzliche Vorgabe zur technischen Realisierung wie "Es
> dürfen keine Leitungen auf Innenlagen in den bereich von Netzspannung
> geroutet werden."

Nö,

zu der Frage gibt es schon lange Klarheit, und das ist auch in den 
einschlägigen Normen abgehandelt.

Als Beispiel findet sich dazu die Vorgabe in der Norm EN 62368-1 
(Einrichtungen für Audio/Video-, Informations- und 
Kommunikationstechnik) im Anhang G.13.5.

Für verstärkte oder doppelte Isolierung (also umgangssprachlich 
„sichere, zum Personenschutz ausreichende Isolierungen“) muss bei 230 V 
Nennspannung zwischen den Potentialen entweder eine einzelne 
Materiallage (Kern) von mindestens 0,4 mm Dicke vorhanden sein, oder es 
müssen mindestens drei getrennte Lagen Prepreg oder Isolierfolie 
vorhanden sein.

Alternativ dürfen auch nur zwei Lagen Prepreg oder Isolierfolie statt 
drei verwendet werden, dann ist aber eine Stückprüfung auf 
Spannungsfestigkeit Pflicht, was bei drei Lagen entfällt.

Ganz übliche Vorgehensweise und längst geklärt …
Ich meine, das war auch in der Vorgängernorm EN 60950-1 schon genauso 
definiert – müsste aber jetzt nachsehen, um wirklich sicher zu sein.


Nick schrieb:
> Nachdem er wohl erst ganz am Anfang mit ECAD steht, schlag auch ich ihm
> vor sich KiCAD anzusehen. Ja, ich bin ein KiCAD-Fanboy.

Stand 2026:
Man muss kein Fanboy (mehr) sein, um einem (Neu-)Einsteiger im Bereich 
Elektronikhobby – und selbst im Bereich kleiner und mittlerer 
gewerblicher Tätigkeit – vorbehaltlos KiCad als Tool empfehlen zu 
können.
In der Industrie, wo dann Schnittstellen zu 
Warenwirtschafts-/Produktionsplanungssystemen mit ins Spiel kommen (auch 
bei kleineren verlängerten Werkbänken gilt das), gehen die Uhren anders. 
Auch wenn bereits viel Erfahrung mit einem System vorhanden ist, macht 
ein Umstieg ohne Not nicht immer Sinn.

Aber als Neueinsteiger in dem Bereich: Zu >>90 % ist das KiCad 
mittlerweile die beste Wahl. Hat auch seine Schwächen – aber die hat 
jedes Tool. Nur jeweils andere.

Gruß
Carsten

von Nick (b620ys)


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Carsten S. schrieb:
> Man muss kein Fanboy (mehr) sein, um einem (Neu-)Einsteiger im Bereich
> Elektronikhobby – und selbst im Bereich kleiner und mittlerer
> gewerblicher Tätigkeit – vorbehaltlos KiCad als Tool empfehlen zu
> können.

Ich hab das mit dem "Fanboy" nur geschrieben, um den ewigen Nörglern 
hier den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ich verfolg KiCAD seit etwa 
2014. Damals war es mir im Vergleich zu EAGLE noch nicht ausgereift 
genug. Bis ich etwa 2016 ein Video des neuen Routings gesehen hab (push 
& shovel?). Daraufhin hab ich es privat nochmal ausprobiert und war 
angetan. Das nächste Projekt in der Arbeit hab ich dann mit KiCAD 
gemacht und bin seitdem dabei geblieben. Die KiCAD-Entwickler machen auf 
mich einen sehr disziplinierten und zielgerichteten Eindruck, kein 
"featureism" sondern Klarheit.
Ich bin sehr zufrieden damit, ich bin aber nicht die Referenz für die 
Welt.

von Rainer W. (rawi)


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Bradward B. schrieb:
> Das geht aber beim Layoutzeichnen schlecht, auch weil man sich um
> Details im layerstack und konkrete Produktionsabläufe nicht sorgen kann.

Andere bekommen es doch auch hin. Jeder, der impedanzkontrollierte 
Leiterbahnen im Layout verwendet, muss sich darum kümmern.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>>>> also in der Nähe vom
>>>> 230V Bereich besser kein Kupfer der inneren Lagen verwenden.

>
> Nö,
>
> zu der Frage gibt es schon lange Klarheit, und das ist auch in den
> einschlägigen Normen abgehandelt.
>
> Als Beispiel findet sich dazu die Vorgabe in der Norm EN 62368-1
> (Einrichtungen für Audio/Video-, Informations- und
> Kommunikationstechnik) im Anhang G.13.5.

Naja, Unterhaltungselektronik ist nicht die einzige Branche die PCBs 
fertigt, aber wahrscheinlich die mit den geringsten Anforderung an 
Zuverlässigkeit und Lebensdauer. Schliesslich lebt das Geschäften von 
den trau-neukaufenden Kunden.

Wie bereits geschrieben, die genannte best practice stammt aus ner 
Branchen mit erhöhten Anforderungen, Medizintechnik. Dort kommen auch 
noch andere Schweinereien wie "Patientenableitstrom" etc. hinzu.


> Für verstärkte oder doppelte Isolierung (also umgangssprachlich
> „sichere, zum Personenschutz ausreichende Isolierungen“) muss bei 230 V
> Nennspannung zwischen den Potentialen entweder eine einzelne
> Materiallage (Kern) von mindestens 0,4 mm Dicke vorhanden sein, oder es
> müssen mindestens drei getrennte Lagen Prepreg oder Isolierfolie
> vorhanden sein.

Oder man vermeidet Schwachstellen im layout, dann muß auch der Fertiger 
solche Massnahmen zur Verbesserung nicht betreiben. Aber ja, den letzten 
beißen die Hunde ...

> Alternativ dürfen auch nur zwei Lagen Prepreg oder Isolierfolie statt
> drei verwendet werden, dann ist aber eine Stückprüfung auf
> Spannungsfestigkeit Pflicht, was bei drei Lagen entfällt.
>
> Ganz übliche Vorgehensweise und längst geklärt …

Na klar, jeder Hobbyist macht Stückprüfung auf Spannungsfestigkeit mit 
seinen Eigenbau's ....

"übliche Vorgehensweise" und "best practice" sind nicht immer das selbe.

> Naja, die vierlagigen FR4 Platinen haben sich in den letzten 80 Jahren
> auch etwas weiter entwickelt...

Neee, FR4 ist keine 80 Jahre alt und "Weiter-entwicklung" bedeudet nicht 
gleich Verbesserung. Gerade Elektronik hat sich eher in Richtung 
Kurzlebigkeit entwickelt.

: Bearbeitet durch User
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)



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>> Einschlägig wäre zusätzlich zu diversen VDE/IEC Normen noch IPC-2221.
>> Im Netz ist so ohne weiteres leider nur eine veraltete Version zu
>> finden:

> Dafür was anderes:

Neben Normen und Netzfunde kann man auch Bücher zu Rate ziehen auch wenn 
deren Angebot meines Erachtens deutlich nachgelassen hat.

Anbei die IPC-2221A Darstellung und Erläuterungen tu der 
unterschiedlichen Layergestaltung am Platinenrand aus "Daniel Schöni, 
Schaltungs- und Leiterplattendesign im Detail" isbn: 978-3-7392-1871-7

Nebenbemerkung: wenn es um die Auswahl der richtigen (Isolations-) 
Abstände abhängig von der Einsatzhöhe geht würde ich gleich die für 4000 
m ü.NN wählen. Die sind nicht übermäßig härter als die fürs deutsche 
Flachland aber ermöglichen auch eine bedenkenarmen Einsatz in Kolumbien, 
Tibet, ...
Braucht man praktisch eher selten, aber Abstände erhöhen geht nicht so 
leicht wenn man mit zu kleinen angefangen hat.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Bradward B.

Bradward B. schrieb:

> Nebenbemerkung: wenn es um die Auswahl der richtigen (Isolations-)
> Abstände abhängig von der Einsatzhöhe geht würde ich gleich die für 4000
> m ü.NN wählen. Die sind nicht übermäßig härter als die fürs deutsche
> Flachland aber ermöglichen auch eine bedenkenarmen Einsatz in Kolumbien,
> Tibet, ...
> Braucht man praktisch eher selten, aber Abstände erhöhen geht nicht so
> leicht wenn man mit zu kleinen angefangen hat.

Wenn Dein Anwender später damit in Flugzeugen herumfliegt oder noch 
schlimmer, ins All, ist das möglicherweise immer noch zu wenig. 
Stichwort "Glimmentladung". ;O)

Mit freundlichem Gruß:
Bernd Webus alias dl1eic
http://www.l02.de

von G. K. (zumsel)


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Und wenn morgen irgendwas in der Welt passiert ist ganz schnell Essig 
mit  billigen >= 4-Layer Platinen.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Bradward B. schrieb:
> Nebenbemerkung: wenn es um die Auswahl der richtigen (Isolations-)
> Abstände abhängig von der Einsatzhöhe geht würde ich gleich die für 4000
> m ü.NN wählen. Die sind nicht übermäßig härter als die fürs deutsche
> Flachland aber ermöglichen auch eine bedenkenarmen Einsatz in Kolumbien,
> Tibet, ...

Der Luftdruck in den Kabinen von Verkehrsflugzeugen wird üblicherweise 
auch auf eine effektive Höhe von 10.000 Fuß, d.h. die besagten 3050 m 
eingestellt. Gerade bei kleinen, portablen, batteriegespeisten Geräten 
sollte man also durchaus beachten, dass sie sich an Board solch eines 
Flugzeugs befinden können und (unbeabsichtigt) eingeschaltet sind. Im 
seltenen Fall eines plötzlichen Druckabfalls in einer Reiseflughöhe von 
z.B. 40.000 Fuß könnte es also tatsächlich zu einer deutlichen 
Unterschreitung irgendwelcher Isolationsabstände kommen, zumindest bis 
zum Ende des Sinkfluges auf 10.000 Fuß, der ja bis zu ca. 10 Minuten 
dauern kann.

Selbiges gilt natürlich auch für Frachtflugzeuge, in denen ja auch 
batterieversorgte Geräte transportiert werden.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Bernd W. schrieb:
> Wenn Dein Anwender später damit in Flugzeugen herumfliegt

Das ist durchaus realistisch, wobei es aber auf das Gerät und nicht den 
Anwender ankommt, da es ja auch den normalen Frachtverkehr gibt.

> oder noch schlimmer, ins All, ist das möglicherweise immer noch zu wenig.
> Stichwort "Glimmentladung". ;O)

So etwas geschieht nicht unbeabsichtigt, sofern man irgenwelche 
schlechten Katastrophenfilme unberücksichtigt lässt, in denen ein 
technischer Defekt eines "atomgetriebenen" Flugzeugs dazu führt, dass 
dieses ungewollt ins Weltall fliegt.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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G. K. schrieb:
> Und wenn morgen irgendwas in der Welt passiert ist ganz schnell Essig
> mit  billigen >= 4-Layer Platinen.

Dann kauft man eben teure Leiterplatten. Oder lässt es eben sein. Man 
muss aber nicht unbedingt in vorauseilenden Gehormsam verfallen und so 
tun, als wären die Lieferketten schon zusammengebrochen. Immerhin gibt 
es (noch) eine Leiterplattenfertigung in Deutschland bzw. Zentraleuropa. 
Bei den Halbleitern und anzähligen anderen Komponenten wird es schon 
deutlich schwieriger, insbesondere wenn die mit sehr speziellen 
Prozessen gefertigt werden müssen. Dann sind die Leiterplatten nämlich 
das kleinste Problem.

von Gerald B. (gerald_b)


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Andreas S. schrieb:
> Bei den Halbleitern und anzähligen anderen Komponenten wird es schon
> deutlich schwieriger, insbesondere wenn die mit sehr speziellen
> Prozessen gefertigt werden müssen.

Solange die EUV-Belichter noch aus Europa (ASML) kommen, ist noch nicht 
aller Tage Abend

von Nick (b620ys)


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Gerald B. schrieb:
> Solange die EUV-Belichter noch aus Europa (ASML) kommen, ist noch nicht
> aller Tage Abend

Dann ist jetzt welche Tageszeit angebrochen?

Zitat aus WikiPedia (https://de.wikipedia.org/wiki/ASML):
Politische Einflussnahme

Westliche Regierungen, insbesondere die der USA, üben regelmäßig Druck 
auf ASML und die niederländische Regierung aus, um zu verhindern, dass 
die Chipmaschinen der neusten Generation an wirtschaftlich 
konkurrierende Länder wie China gelangen.[45][47] Dies hätte laut USA 
reine geostrategische Hintergründe.[48] Seit März 2023 bestehen durch 
die niederländische und US-amerikanische Regierung für bestimmte 
Chip-Produktionsmaschinen Restriktionen für den Export nach China.[49] 
Im Oktober 2023 wurde die Restriktionsliste für Exporte aus den USA um 
weitere Produkte und Produktionsmaschinen erweitert.[50]

ASML drohte 2024 mit einer Standortverlagerung, sollte die Regierung 
ihre geplanten Verschärfungen des Ausländerrechts umsetzen; dies führte 
zu Panik in der niederländischen Regierung, insbesondere weil mehr als 
40 Prozent der ASML-Mitarbeiter in Veldhoven nicht aus den Niederlanden 
stammen.[51] In Reaktion darauf kündigte die Regierung rasch das 
„Beethoven-Projekt“ an, das eine Investition von einer Milliarde Euro in 
Forschungseinrichtungen und Technologieparks beinhaltet, von denen auch 
ASML profitieren soll; diese Maßnahme wurde getroffen, um ASML im Land 
zu halten.[51]

von Ron-Hardy G. (ron-hardy)


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von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> Nebenbemerkung: wenn es um die Auswahl der richtigen (Isolations-)
>> Abstände abhängig von der Einsatzhöhe geht würde ich gleich die für 4000
>> m ü.NN wählen.
> Wenn Dein Anwender später damit in Flugzeugen herumfliegt oder noch
> schlimmer, ins All, ist das möglicherweise immer noch zu wenig.

Hm, bei Fliegerei und Space-travel ist die geringe Isolation durch die 
Umgebung noch eines der kleineren Problemen, das kann man notfalls mit 
"Coating" zukleistern. Kühlung ist nicht einfach wenn man keine 
Konvektion mehr hat, nur Strahlung. In der Fliegerei wollen sie gern 
eingebaute Sicherheit durch Redundanz und weil es beim Start in den 
Weltraum gut scheppert, muss auf dem PCB das schwere Zeugs geklebt 
werden und Masseverteilungsmäßig auch alles "rund" sitzen.

https://www.pcbdirectory.com/community/what-are-space-qualified-pcbs

Also dann schon lieber "bodenständige" Elektronik ;-)

von H. H. (Gast)


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Bradward B. schrieb:
> "bodenständige" Elektronik

Wühlmausscheuche.

von Carsten S. (dg3ycs)


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Bradward B. schrieb:
> Wie bereits geschrieben, die genannte best practice stammt aus ner
> Branchen mit erhöhten Anforderungen, Medizintechnik. Dort kommen auch
> noch andere Schweinereien wie "Patientenableitstrom" etc. hinzu.
Nö!
Mal abgesehen davon, dass die 62368-1 nicht nur Unterhaltungselektronik 
umfasst:
(Eigentlich müssten ich und meine Kollegen jetzt beleidigt sein, dass du 
Technik, die über Leben und Tod entscheiden kann und es sogar regelmäßig 
auch auch macht, als "Unterhaltungselektronik" bezeichnest!)

Wenn du dich wirklich richtig mit Medizintechnik und daher mit der Norm 
EN 60601-1 bei dem Thema Isolierung befasst hättest, dann wäre dir 
aufgefallen, dass die Norm sehr eindeutige Aussagen trifft und dazu 
durchgehend auf eine weitere Norm verweist.
Und diese ist – jetzt halte dich fest – die IEC 60950-1, also die 
Vorläuferversion der von mir genannten EN 62368-1.
(Als weiteres wird aber auch noch auf die IEC 61010-1 verwiesen.)

Ich habe gerade nur die Version A1 der EN 60601-1:2013 zur Hand, aber da 
solltest du dir mal die Seite 272, also Anhang A zu Punkt 8.8.2, 
ansehen.
Was meinst du, wieso ich in meinem vorherigen Beitrag explizit auch auf 
die EN 60950-1 verwiesen habe? ;-)

Dann wird vielleicht einiges klarer...
Du darfst aber gerne auch mal raten, in welchem Bereich ich eine 
zweistellige Anzahl von Jahren hauptberuflich entwickelt habe, bevor ich 
'21 auf meine aktuelle Stelle gewechselt habe (und deshalb die A2 der 
60601-1 gerade nicht zur Hand habe).

Aber falls du nicht raten willst: Das war Entwicklung von 
Medizinprodukten der Klassen I, Im, IIa und IIb bei zwei verschiedenen 
AGs.

Davon abgesehen sind MOOP und MOPP alles andere als Schweinereien, 
sondern sehr wesentliche und kritische Dinge, die unbedingt beachtet 
gehören in der Medizintechnik. Wobei sich im Bezug auf MOOP in vielen 
Dingen kaum etwas von den Vorgaben in anderen Normen unterscheidet. Bei 
MOPP ist es je nach konkreter Anwendung manchmal halt schon strenger, 
was aber auch verständlich ist...

Gruß
Carsten

: Bearbeitet durch User
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Beitrag #8006040 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Bauform B. (bauformb)


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Carsten S. schrieb:
> Davon abgesehen sind MOOP und MOPP alles andere als Schweinereien,
> sondern sehr wesentliche und kritische Dinge

Allzu aufwendig scheint das nicht zu sein, inzwischen gibt es viele 
billige Netzteile mit solchen Angaben
1
Certification according to IEC/EN/ES 60601-1 edition 3.2 for 2 x MOPP
2
Low leakage current <75 µA rated for BF applications
Nur die 75µA sind ein bisschen viel, oder?

von Gerald B. (gerald_b)


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H. H. schrieb:
> Bradward B. schrieb:
>> "bodenständige" Elektronik
>
> Wühlmausscheuche.

Erinnert mich an die elektronische Mausefalle. Keiner weiß genau, wie 
sie funktioniert, aber den Speckgeruch erzeugt die Elektronik :P

von Ralf X. (ralf0815)


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Gerald B. schrieb:
> den Speckgeruch erzeugt die Elektronik

Was die Veganer so alles erfinden..

von H. H. (Gast)


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Ralf X. schrieb:
> Gerald B. schrieb:
>> den Speckgeruch erzeugt die Elektronik
>
> Was die Veganer so alles erfinden..

Sind ja nicht so viele.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vega_(Texas)

Beitrag #8006286 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8006312 wurde von einem Moderator gelöscht.
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