Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Monsieur Cuisine SKMH 1100 A1 - Gehäuse öffnen


von Franz J. (franz_j179)


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Hallo,

ich habe einen "Monsieur Cuisine" der ersten Generation (Modell SKMH 
1100 A1) vor mir, bei dem der Inkrementalgeber für die 
Temperatureinstellung Probleme bereitet. Um diesen auszutauschen, muss 
ich das Gehäuse öffnen - und hier liegt das Problem.

Nach Lösen der Bodenschrauben hängt das Gehäuse nur noch am Drehkranz 
der Kupplung für das Messer.
Diese (Bild "Ritzel_Detail") ist mit ziemlicher Sicherheit mit einem 
Linksgewinde versehen. Setze ich den Topf in das Ritzel, blockiere die 
Unterseite des Lüfungsrads (Bild "Gehaeuse unten") mit einem dünnen 
Schraubendreher und drehe dann das Messer (Bild "Topf") im 
Uhrzeigersinn, dann löst sich der Zahhnkranz des Messers (also 
Linksgewinde, da ja auch das Messder rechtsrum dreht).

Nur durch Blockieren des Lüfterrads und Drehen des Zahnkranzes am Gerät 
im Uhrzeigersinn (mittels Tuch und Zange) habe ich zu wenig 
Angriffsfläche für ein ausreichendes Drehmoment. Außerdem will ich den 
schwarzen Kunststoffteil der Kupplung und auch das Lüfterrad nicht zu 
sehr malträtieren.
Ich habe auch schon die Messingmutter/Stahlwelle mit Kriechöl versehen, 
aber die Welle lässt sich nicht lösen.

Hat jemand Erfahrung, wie man das Gehäuse öffnet?
Braucht es dazu Spezialwerkzeuge?
Ich vermute ja, dass ich ein feststehendes Messer bzw. eines mit 
Rechtsgewinde benötige, um das nötige Drehmoment aufzubringen.

Bemerkung am Rande: Das schwarze Teil der Kupplung ist ein Stück, 
optisch hat es den Eindruck als wären es zwei Teile.


Viele Grüße und besten Dank im Voraus für etwaige Tipps
Franz

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Kann man in den Zahnkranz eventuell einen sehr breiten Schraubendreher 
oder Meißel einsetzen?

von Kilo S. (kilo_s)


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Jörg W. schrieb:
> Kann man in den Zahnkranz eventuell einen sehr breiten Schraubendreher
> oder Meißel einsetzen?

Tretlager sehen ähnlich aus, würde mir anschauen ob da nicht ne Nuss für 
20 Zahn Tretlager passen könnte (Durchmesser) und die Anzahl 
überflüssiger Zähne runter feilen. (Ich hab nicht gezählt, das ist dem 
TE überlassen)

von Stephan S. (uxdx)


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Kilo S. schrieb:
> Tretlager sehen ähnlich aus, würde mir anschauen ob da nicht ne Nuss für
> 20 Zahn Tretlager passen könnte (Durchmesser) und die Anzahl
> überflüssiger Zähne runter feilen. (Ich hab nicht gezählt, das ist dem
> TE überlassen)

Da hier 12 Zähne gebraucht werden würde ich vom 20er Ritzel einfach 8 
Zähne abfeilen |)

SCNR

von Franz J. (franz_j179)


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Jörg W. schrieb:
> Kann man in den Zahnkranz eventuell einen sehr breiten Schraubendreher
> oder Meißel einsetzen?

Ich habe Angst, etwas zu zerstören.
Eine neue Kupplung gibt es nur noch über e..y in Italien (mit Versand 20 
Euro). Das will ich nicht riskieren.

LG

von Stephan S. (uxdx)


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Kilo S. schrieb:
> Tretlager sehen ähnlich aus, würde mir anschauen ob da nicht ne Nuss für
> 20 Zahn Tretlager passen könnte (Durchmesser) und die Anzahl
> überflüssiger Zähne runter feilen. (Ich hab nicht gezählt, das ist dem
> TE überlassen)

Es gibt Schlüssel für sog. Nutmuttern, die haben meist 3 oder 4 Zähne, 
die könnten hier evtl. passen

von Franz J. (franz_j179)


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Ja, aber ich frage mich wirklich, ob das so bescheuert gebaut ist, dass 
man das nicht sehr stabilde Kunststofflüfterrad auf der Unterseite 
blockieren muss, um die Welle zu lösen. Im schlimmsten Fall löst sich 
vielleicht das Lüfterrad und nicht der obere Teil.

Ich denke, ich lasse es wie es ist. Muss man halt jedesmal für eine neue 
Temnperatureinstellung den Deckel öffnen, denn dann geht der Wert für 
die Solltemperatur wieder auf 0 °C zurück (hoch zählt der 
Inkrementalgeber ja, und das bei Links- wie Rechtsdrehung und in ganz 
ganz seltenen Fällen funktioniert auch die Linksdrehung korrekt - also 
ein ausgeleierter Drehimpulsgeber).

Ach, nur zur Info: Der Zahnkranz hat einen Außendurchmesser von 22 mm 
und einen Innendurchmesser von 18 mm. Aber, solange ich keinen 
definitiven Erfahrungsbericht über die Reparatur bzw. Öffnung dieses 
Gerätes bekomme, lasse ich es lieber sein und investiere keine > 10 € 
für ein Zahnkranzwerkzeug - vielleicht mache ich nur mehr kaputt.

LG
Franz

von Udo S. (urschmitt)


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1. passende Nuss für die Messingmutter
2. Breite U-Scheibe die groß genug ist, dass die Nuss innen durchpasst.
3. In die U Scheibe Löcher passend bohren, damit man M3 oder M4 (was 
passt) Schrauben als "Bolzen" anschrauben kann um sich einen passenden 
Nutschlüssel für das Kunststoffteil zu bauen.

Ggf. das Ganze erst mal mit Knete abformen, damit man besser messen 
kann.

Falls ein 3D Drucker vorhanden ist kann man versuchen sich einen 
passenden Nutschlüssel zu drucken.

von Kilo S. (kilo_s)


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Franz J. schrieb:
> Aber, solange ich keinen definitiven Erfahrungsbericht über die
> Reparatur bzw. Öffnung dieses Gerätes bekomme,

Ich kann guten Gewissens behaupten: Ich würd es aufmachen.

Mein ideen: 2mm Bohrer und zwei gegenüberliegenden Vertiefungen bohren, 
in die Messingmutter, Stück Vierkantholz, zwei Nägel. Dann hast du dein 
Öffnungswerkzeug und umgehst die Instabilität des Plastik, wobei du bei 
Messing trotzdem gut aufpassen musst. Kühlen beim Bohren nicht 
vergessen! Kein Isopropanol oder Ethanol verwenden. (vertraglichkeit mit 
Kunststoff!)

Flacheisen und Rohrzange. (breiter Meisel usw..)

Und ganz elegant wäre ein Uhrengewicht aus Messing aus dem ich mir was 
passendes an Werkzeug zurechtfeile. Schlau gesägt und gebohrt hast du 
außen den Kranz und schlägst nur sanft jeden zweiten Zahn aus, 
nachfeilen, entgraten, los geht's.

Alternativ mach dir einen abguss aus Heißkleber oder Silikon, Gipsform 
herstellen, Werkzeug aus Kunstoff/Kunstharz Gießen.

Hab ich mal selbst schon mit PLA bei Kleinteilen gemacht.

von Franz J. (franz_j179)


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Also, von Bohren in die Messingmutter würde ich Abstand nehmen, denn auf 
das ganze wirkt im Betrieb doch ein gewisses Drehmoment und die 
Geschwindigkeit geht bis 5500 U/min.
Ein Abdruck wäre vielleicht noch eine Lösung, aber wie bereits gesagt, 
vielleicht sitzt das Ding so fest und das Lüfterrad (wahrscheinlich 
Rechtsgewinde) geht ab.
Ich lasse es, solange sich zumindest die Temperatur noch erhöhen lässt.
Wenn das nach einiger Zeit auch nicht mehr klappt, hilft nur noch die 
harte Methode.
Danke trotzdem für Eure Tipps

LG
Franz

von Rene K. (xdraconix)


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Einfach mal bei Google nach dissasembly suchen?! Bringt zumindest 
mehrere hundert Treffer z.b.:

https://youtu.be/YB7PBlkSYiU?si=Mm7vYCBsm85MBEQa

von Franz J. (franz_j179)


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Rene K. schrieb:
> Einfach mal bei Google nach dissasembly suchen?! Bringt zumindest
> mehrere hundert Treffer z.b.:
>
> https://youtu.be/YB7PBlkSYiU?si=Mm7vYCBsm85MBEQa

Das ist das neue Modell - hier ist alles viel einfacher.

Hier ein Ersatzteillink zu dem alten Monsieur Cuisine:

https://www.e_ay.de/itm/125000377162?srsltid=AfmBOooRLPrgP5L4Mgyaofgb1dl0Vhgig_-0mt7l0rQeiiErpyKuaeon

von Ove M. (Firma: ;-) gibt es auch) (hasenstall)


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Ich habe mir für das alte Teil mal einen Abguss in Polyester gemacht. 
Das Teil war jedoch derart fest, dass ich es dann letztlich doch 
entsorgt habe. 🙄

von Michael L. (nanu)


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Udo S. schrieb:
> 1. passende Nuss für die Messingmutter
> 2. Breite U-Scheibe die groß genug ist, dass die Nuss innen durchpasst.
> 3. In die U Scheibe Löcher passend bohren, damit man M3 oder M4 (was
> passt) Schrauben als "Bolzen" anschrauben kann um sich einen passenden
> Nutschlüssel für das Kunststoffteil zu bauen.
>
> Ggf. das Ganze erst mal mit Knete abformen, damit man besser messen
> kann.

Die Gefahr dabei ist, daß der Kunststoff rund um die Mutter aufbricht. 
Ich habe etliche Rolladenantriebe ersetzt, die ähnlich aufgebaut sind 
(Sechskant in Kunststoff) und bei denen der Kunststoff bei 
Schwergängigkeit einfach aufgebrochen ist.

von Franz J. (franz_j179)


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Ove M. schrieb:
> Ich habe mir für das alte Teil mal einen Abguss in Polyester gemacht.
> Das Teil war jedoch derart fest, dass ich es dann letztlich doch
> entsorgt habe. 🙄

Eben, und weil es auch nicht mein Gerät ist, lasse ich es so bestehen.

von Kilo S. (kilo_s)


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Hm, Rasenmäherzug...

Kordel ums Plastik und mit leichtem "Ruck" (Vibrationen wirken bei so 
mancher festen schraube wunder) abdrehen.

Das umschließen gibt extra Stabilität.

von Franz J. (franz_j179)


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Das Gerät gehört einer Bekannten von mir, es handelt sich somit um keine 
kommerzielle Reparatur und aus diesem Grunde experimentiere ich nicht 
mehr rum. Wenn das Nylonrad reißt, bin ich mit 20 Euro neu dabei, die 
nackte Maschine ohne Zubehör bekommt man schon teils für 35 Euro - also 
"Never touch a running system" ;-)

Hintergrund: Sie hat die Maschine von einer Nachbarin geschenkt bekommen 
und auf die Seite gestellt - ich sollte sie mir mal ansehen. Daraufhin 
habe ich sie inspiziert und festgestellt, dass die Temperatureinstellung 
nicht ordnungsgemäß funktioniert.
Gutgelaunt habe ich versprochen, dass die Reparatur ein Klacks ist.
Nun bin ich aber dank einiger Mitteilungen von  Usern hier eines 
Besseren belehrt worden.
Meine Bekannte kann vorerst auch so damit leben, zumal das ihr erster 
Rühr-Koch-Mixer ist!

: Bearbeitet durch User
von Franz J. (franz_j179)


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Franz J. schrieb:
> Ove M. schrieb:
>> Ich habe mir für das alte Teil mal einen Abguss in Polyester gemacht.
>> Das Teil war jedoch derart fest, dass ich es dann letztlich doch
>> entsorgt habe. 🙄
>

@Ove M.

War es das gleiche Gerät?

Wenn ja, hättest Du noch einen Drehspatel und einen Schmetterling übrig?
Im Ersatzteil sind diese nicht mehr vorhanden, und ich weiß nicht, ob 
andere der neuen Modelle passen.

LG
Franz

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