Sicherheitslücken in RISC/V-CPUs ermöglichen Angriffe auf SoCs. Im Hause Raspberry Pi steht eine Preiserhöhung an, während erste Benchmarks der neuen Loongson-CPU eine Einschätzung der Leistungsfähigkeit der chinesischen Halbleiterindustrie ermöglichen.
Symbian-Urgestein Colly Myers verstorben
Wer sich in der goldenen Vergangenheit der Hand-Computertechnik mit Symbian auseinandergesetzt hat, kennt Colly Myers als Entwickler des Ur-EPOC oder als Symbian-CEO. Unter der URL https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7423809082802946048/ findet sich nun die traurige Meldung, dass er überraschend verstorben ist:
Newsautor und Exfrau verneigen sich in tiefer Dankbarkeit und tiefem Respekt die langjährige gute Zusammenarbeit im Bereich Symbian.
TI kauft Silicon Labs
Silicon Labs hat in der Vergangenheit in Sachen Bluetooth den einen oder anderen Achtungserfolg vollbracht: man war zum Beispiel als Erster in Sachen Channel Sounding lieferfähig (siehe https://www.youtube.com/watch?v=wpfyrcnIgqc).
Wo Rauch ist, ist in vielen Fällen auch Feuer. Die seit einiger Zeit durch die Gerüchteküche wabende Geschichte über einen Teil-Verkauf des österreichischen Parade-Halbleiterherstellers ams OSRAM wurde unter der URL https://www.infineon.com/press-release/2026/infxx202602-0431 nun bestätigt.
Spezifischerweise kauft Infineon die Sensor-Sparte unter Auslassung der optischen Sensoren:
STMicroelectronics finalisiert die Übernahme der NXP-Sensorsparte.
Die Elektronikindustrie dürfte dem „Million Monkey Effekt“ unterliegen. STMicroelectronics schickte wenige Stunden vor der Infineon-Ankündigung die folgende Meldung, die die an sich im Vorjahr geplante Übernahme der NXP-MEMS-Sensorsparte als final deklariert:
Der AI-Boom bzw. die AI-Blase sorgen für permanent steigende Preise für Arbeitsspeicher.
Im Hause Raspberry Pi muss man nun eine abermalige Preiserhöhung durchführen. Spezifischerweise erhöhen sich die Preise der Produkte wie in der Abbildung gezeigt.
Im Rahmen der Ankündigung vermelden die Uptoniten ihre Intention, diese Preisanpassung wieder zurückzunehmen, sobald sich die Marktpreise für DDR4-RAM wieder reduzieren.
Interessant ist außerdem die folgende Passage, die auf erhebliche Vorräte der für die älteren Varianten verwendeten Arbeitsspeicher hinweist:
Uptonitisches, zur Zweiten - Haut den RP2350 verlängert.
Die durchaus informativen Experimente zur Schwachstellen-Suche im RP2350 haben bisher nicht zu Ergebnissen geführt. Nun gibt es eine Erleichterung, die die Fehlersuche zu vereinfachen sucht:
Die sonstigen Modalitäten im Bezug auf das Preisgeld bleiben identisch - neu ist, dass am Hacking interessierte Personen nun mehr Zeit zur Finalisierung ihrer Experimente bekommen:
RISC/V: Sicherheit der meisten Implementierungen eher mangelhaft.
Die vor wenigen Jahren erschienenen Heartbleed-Attacken zeigten, dass auch die „ISAs von Prozessoren“ in der heutigen Zeit Fair Game für Computersicherheitsforschung sind. Auf der FOSDEM wurde ein Vortrag gehalten, in dem kommerziell verfügbare RISC/V-Implementierungen untersucht wurden. Die Ergebnisse präsentierten sich nicht sonderlich gut.
Die chinesische Loongson-Architektur bekommt immer wieder Erwähnungen: Wer nicht chinesisch spricht und nicht in China lebt, kann die Hardware nur auf X betrachten.
Der für seine Linux-Benchmarks bekannte Branchen-Newsdienst Phoronix wurde nun mit einem Evaluationsboard der aktuellsten CPU ausgestattet, und führte Experimente durch. Die „zusammenfassenden Ergebnisse“ präsentieren sich wie in der Abbildung gezeigt - unter der Bildquelle finden sich sieben Seiten mit detaillierteren Performance-Berichten.
Wer bisher auf die ehemals von Atollic entwickelte Cube-IDE setzt, sollte das in der Abbildung gezeigte Bild sorgfältig betrachten. STMicroelectronics veröffentlichte auf seiner offiziellen Entwickler-News einen von ARM geschriebenen Bericht, der die Inbetriebnahme des Visual Studio Code-Plugins von Keil im Zusammenspiel mit STM32-MCUs beschreibt.
M5Stack AI-8850 - alternativer AI-Beschleuniger für Raspberry Pi 5.
Das offizielle AI-Erweiterungsmodul aus dem Hause Upton ist nicht das einzige Produkt, das den uptonitischen Prozessrechnern zu mehr AI-Leistung zu verhelfen sucht. Im Hause M5Stack lanciert man - wie in der Abbildung gezeigt - ein ähnliches Produkt, das allerdings auf einen Beschleuniger aus dem Hause Axera setzt.
Zu beachten ist, dass dieses vergleichsweise teure Modul seine Rechenleistung aus einer gewöhnlichen M2-Erweiterungskarte bezieht. Insbesondere bei größeren Deployments kann es billiger sein, die wesentlich preiswertere M2-Karte einfach so zu kaufen und eine hauseigene Raspberry Pi-Adapterumgebung zu entwerfen.
GimmeGPIO - ESP32-basiertes USB-zu-GPIO-Modul.
Die 40 Pin lange GPIO-Steckerleiste des Raspberry Pi hat sich als absoluter Klassiker etabliert. Auf element14 gibt es nun ein Open Source-Projekt, das einen USB-Stick mit eben dieser GPIO-Schnittstelle zu realisieren sucht.
Auf Seiten der Host-Workstation stellt die Karte ein serielles Interface zur Verfügung, über das - Ähnlichkeiten zu Firmata sind rein zufällig - Befehle in Richtung des ESP32 geschickt werden. Dieser wendet diese danach gegen die „reale Peripherie“ an.
Embedded World: Kostenlose Tickets und Freibier.
Auch auf der diesjährigen Embedded World verteilt die Bauteilpreissuchmaschine OEMSecrets kostenloses Bier. Wer noch kein Ticket für die Messe hat, kann unter der Bildquelle eines beantragen.
Der Newsautor wird - mit 99 %iger Wahrscheinlichkeit - alle Messetage vor Ort sein, und freut sich schon darauf, mit der vereinigten Leserschaft das eine oder andere Glas zu heben.
CartoType: Besseres Mehrroutensystem.
Dass die in Großbritannien ansässige CartoType ein Big Tech-unabhängiges Routen- und Kartenframework zur Verfügung stellt, kann man im Interesse der digitalen Souveränität nicht oft genug betonen. In einem vor wenigen Stunden an die Entwicklerschaft verschickten Bericht findet sich unter anderem die abgedruckte Grafik, die über „Fortschritte“ im Bereich der Multi-Routen-Berechnung informiert.
Bildquelle: CartoType.
Spezifischerweise gilt, dass CartoType nun bequemer zu handhaben ist, wenn es um das Anbieten mehrerer konkurrierender Routen geht. Ein Beispiel hierfür ist die Berechnung von sehr schnellen und alternativ dazu sehr kurzen Routen:
Die erste Runde im Kampf zwischen Hardware-Hacker und Hardware-Hersteller fand im Bereich der Spielhallencomputersysteme statt. Unter der URL https://arcadehacker.blogspot.com/ findet sich ein zwar nicht mehr aktiv gepflegter, aber lesenswerter Blog, der auf die „Highlights“ der im Rahmen der Gefechte entwickelten Technologien eingeht.
Sehr interessant empfand der News-Autor beispielsweise das in der Abbildung gezeigte Sicherheitsmodul von Sega bzw. Hitachi. Die glänzenden Quader sind Keramikblöcke, die auf der Platine platziert wurden, um das Abtasten der darunter befindlichen Datenleitungen des Arbeitsspeichers zu erschweren und beim Aufflexen des Moduls für zusätzliche Freude zu sorgen.
Aus Gründen der dringenden Nachrichtenlage wurde die Veröffentlichung der (sehr umfangreich ausgefallenen) Liste der neuen Bauteile verschoben - der Text wird nach vorausgehende Planung morgen erscheinen.
-edit 23h30 tvh bilder ausgetauscht, ein RR repariert. thx
Harald K. schrieb:> Da sind wohl zwei Bilder vertauscht - das zum "arcade hacking" gehörende> taucht beim ESP32-basierenden I/O-Modul auf und umgekehrt ...
Danke dir, gefixt!
Richard W. schrieb:> TI neigt zu völlig overengineerten Software-SDKs. Bei Silabs war alles> immer ein wenig einfacher gehalten und man hatte mehr Freiheiten. Schade> darum.
Du hast schon eine Weile nicht mehr mit Silabs zu tun gehabt, oder? ;)
#simplyshittySDK
Man darf gespannt sein, wie sie die Transceiver-Sparten langfristig
zusammenbringen.
Alex J. schrieb:> Richard W. schrieb:>> TI neigt zu völlig overengineerten Software-SDKs. Bei Silabs war alles>> immer ein wenig einfacher gehalten und man hatte mehr Freiheiten. Schade>> darum.>> Du hast schon eine Weile nicht mehr mit Silabs zu tun gehabt, oder? ;)> #simplyshittySDK>> Man darf gespannt sein, wie sie die Transceiver-Sparten langfristig> zusammenbringen.
Hallo,
sorry dass ich da nerve - aber mich hat das SDK sehr beeindruckt,
insbesondere die automatische Erkennung der Ziele etc.
OK, es gibt ein paar Anfängerfallen, aber sonst...siehe Video auch
oben...
Alex J. schrieb:> Richard W. schrieb:>> TI neigt zu völlig overengineerten Software-SDKs. Bei Silabs war alles>> immer ein wenig einfacher gehalten und man hatte mehr Freiheiten. Schade>> darum.>> Du hast schon eine Weile nicht mehr mit Silabs zu tun gehabt, oder? ;)> #simplyshittySDK
Ich fand, das hat sich bei Silabs in Grenzen gehalten. Deren hauseigene
Entwicklungsumgebung benötigte ich nur um die SDK-Pakete
herunterzuladen. Auch die Entwicklungstools und -boards waren eher
schlicht gehalten. Dank J-Link-kompatiblem Debugger kann man auf nahezu
jeder Host-Plattform debuggen. Dazu gab's ein schlankes
Kommandozeilentool zum ansteuern der Eval-Boards und für die
Energiemessung.
Was TI dagegen veranstaltet, ist in meinen Augen blanker Horror. Die
haben anscheinend viel zu viele Leute die Unmengen an Arbeit in
proprietäre Lösungen und aufwendige GUIs versenken mit denen dann die
Entwickler gequält werden. CCS, XDC, XDS, SysConfig (was für ein
Moloch), eigene proprietäre Toolchains, das ignorieren oder abwehren
sämtlicher Open Source Tools bis es nicht mehr anders geht... dafür
steht TI. Das hat sich in den letzten Jahren gebessert, aber das Mindset
hat sich in der Firma kaum verändert. Klar versucht jeder Hersteller die
Entwickler zu ihren hauseigenen IDE- und Toolinglösungen zu
"motivieren". Aber bei Silabs genau so wie ST is es wenigstens mit
überschaubarem Aufwand möglich, dem zu entfleuchen. Bei TI ist das nur
sehr schwer.
Richard W. schrieb:> Dank J-Link-kompatiblem Debugger kann man auf nahezu> jeder Host-Plattform debuggen.
stimmt, da hast Du natürlich einen Punkt. Das ist ein enormer Vorteil
gegenüber den TI Launchpads. Vermutlich wollten sie bei TI die Kohle für
die Segger IP einsparen.
SysConfig finde ich aber tatsächlich für die größeren ARM SoCs (Sitara
und Co.) ganz praktisch.
> Die vor wenigen Jahren erschienenen Heartbleed-Attacken zeigten, dass auch die
„ISAs von Prozessoren“ in der heutigen Zeit Fair Game für
Computersicherheitsforschung sind.
Was hat Heartbleed denn mit Schwachstellen in der ISA zu tun? Heartbleed
war doch ein reiner Software-Bug.
Zu den Raspberry-Pi-Preiserhöhungen:
Der Raspberry Pi 4 B wird jetzt mit einem neuen Platinenlayout und zwei
statt einem Speicherchip gefertigt.
Das bedeutet, daß z.B. für das 4-GiB-Modell günstigere 2-GiB-Chips
eingesetzt werden können.
Ob sich das auf die Verkaufspreise auswirken wird?
https://www.heise.de/news/Raspberry-Pi-4-kommt-jetzt-mit-zwei-Speicherchips-11166924.html
Tam H. schrieb:> Sehr interessant empfand der News-Autor beispielsweise das in der> Abbildung gezeigte Sicherheitsmodul von Sega bzw. Hitachi. Die> glänzenden Quader sind Keramikblöcke, die auf der Platine platziert> wurden, um das Abtasten der darunter befindlichen Datenleitungen des> Arbeitsspeichers zu erschweren und beim Aufflexen des Moduls für> zusätzliche Freude zu sorgen.
Man sollte dazu auch die aktuellen Zeiten der damaligen Technik (oder
die Ausbildung der Leute damals) im Hinterkopf haben.
Bei Mame gab es früher viele Hinweise zu technischen Zusammenhängen,
beispielsweise warum bei den Sounds der Spiele-Roms wie Space Invader
Samples eingesetzt wurden.
Es gibt auch verschiedenen Internetseiten (mal mehr, mal weniger
spannend) zur Soundangelegenheit von Space Invaders.
Aktuell müsste das Space-Invader-Rom allerdings mit dem Sample-File
zusammen gepackt sein.
Bei Breath of Fire 1 kann man hinsichtlich der Spielgestaltung noch
erkennen, wieviel Spaß und Liebe wie auch der Respekt vor der Technik im
Vordergrund stehen.
Aktuell steht da eher Geld im Vordergrund - so als könnte man sich mit
Geld alles kaufen.
Auch die Künstler konnten damals noch eine phantastische Ausbildung
genossen haben.
(RISC-V for Gaming: Emulating X86 on RISC-V - Paris Oplopoios, felix86
https://www.youtube.com/watch?v=S_NkVBgOcoQ)
Schade das ausgerechnet TI SilLabs übernimmt.
SilLabs war eine Firma die sich um Ihre Produkte gekümmert hat.
TI ist einfach alles egal. Bug hier, fehler in der Dokumentation da.
Alles völlig egal.
N. B. schrieb:> Schade das ausgerechnet TI SilLabs übernimmt.> SilLabs war eine Firma die sich um Ihre Produkte gekümmert hat.> TI ist einfach alles egal. Bug hier, fehler in der Dokumentation da.> Alles völlig egal.
Wenn du ein paar Millionen MCUs kaufst, ist der Support bei TI
erstklassig. Dann entwickeln die dir sogar dein halbes Produkt.
Ich nutze mal die Gunst der Stunde und zeige zum Thema GimmeGPIO ein
ESP32 auf RPi Zero Basis, das ich mal in meiner Firma entwickelt hatte.
Wenn Interesse besteht, wäre ein Nachfolger mit ESP32-S3 möglich!
> Wenn du ein paar Millionen MCUs kaufst, ist der Support bei TI> erstklassig. Dann entwickeln die dir sogar dein halbes Produkt.
Das kann ich so bestaetigen, allerdings gibt es schon auch ein Interesse
gerne dein Produkt zu entwickeln um deine Expertise in ihr Unternehmen
zu bekommen. .-)
Vanye
> ### STMicroelectronics „pusht“ Visual Studio Code.> Wer bisher auf die ehemals von Atollic entwickelte Cube-IDE setzt,> sollte das in der Abbildung gezeigte Bild sorgfältig betrachten.
Hallo,
was genau soll das jetzt heißen?Eigentlich doch nur, dass nun auch Keil
auf Visual Studio Code setzt und wenn man will auch STM32 damit
programmieren kann. ST bietet ja auch eine eigene Visual Studio Code
Integration. Wenn, dann würde ich doch eher diese präferieren.
Ich habe auch noch keine News gesehen, dass CubeIDE von ST abgekündigt
wurde.
Außerdem:
Achtung. Jetzt kommt meine persönliche Meinung. Wenn man sich
ausschließlich im ST Univerum bewegt, ist die CubeIDE perfekt. Und so
schlecht wie sie immer beschrieben wird, ist sie jetzt auch nicht. Bei
Visual Studio Code komme ich mir immer wie in meine IT Anfangszeit
zurück versetzt, als es unter DOS 3.x noch den Edlin gab. Und Edlin war
grauenhaft.
So, nun möge der "Sh..-Storm" über mich hereinbrechen :-)
Gruß
Kai
Kai schrieb:> Bei Visual Studio Code komme ich mir immer wie in meine IT> Anfangszeit zurück versetzt, als es unter DOS 3.x noch den Edlin gab.
Entweder hast Du vscode nicht verstanden, oder Du hast ... sehr
interessante Vorstellungen davon, was eine IDE so alles können soll.
Kai schrieb:> Ich habe auch noch keine News gesehen, dass CubeIDE von ST abgekündigt> wurde.
Allerdings könnte man das am Horizont vielleicht schon erahnen...
Kai schrieb:> Und so> schlecht wie sie immer beschrieben wird, ist sie jetzt auch nicht. Bei> Visual Studio Code komme ich mir immer wie in meine IT Anfangszeit> zurück versetzt
Cool, ich bin nicht der Einzige... 😉 VS Code hat aber schon ein paar
Vorteile.
Insbesondere ist die CMake-Integration sehr gut, dadurch kann man sich
sehr flexibel ein Build-System aufbauen und dennoch komfortabel über die
UI verwenden. Das ist praktisch gerade auch für komplexe Projekte die
aus vielen einzelnen Komponenten bestehen. Und weil's CMake ist kann man
es dann auch wunderbar per Kommandozeile kompilieren (z.B. in CI), das
geht bei Eclipse nicht so toll.
Allgemein wird an VS Code intensiv gearbeitet, es gibt viele aktuelle
Extensions usw. Das ist bei Eclipse etwas eingeschlafen.
Niklas G. schrieb:> Allgemein wird an VS Code intensiv gearbeitet, es gibt viele aktuelle> Extensions usw. Das ist bei Eclipse etwas eingeschlafen.
Die Vorstellung, alles über eine GUI konfigurieren zu müssen und in
eigene proprietäre Konfigurationsdateien zu packen, hat sich als
Sackgasse erwiesen, das war vor über einer Dekade, spätestens mit dem
Aufkommen von CI/CD schon absehbar. Software entsteht schon lange nicht
mehr ausschlißelich auf dem Desktop eines einzelnen Entwicklers, sondern
auf diversen mit unterschliedlichen OS und vor allem auch in Pipelines.
VSCode macht das mit seinen json Config-Dateien und der Trennung von
common project config und user project config richtig. CMake hat mit dem
Aufkommen von Presets auch die Kurve gekriegt. Und die Sillicon-Vendor
kapieren einer nach dem anderen dass es sich nicht lohnt, Unmengen an
Geld in eine eigene IDE zu versenken. Oft wollen ja nicht mal die
In-House Entwickler damit arbeiten.
Aber hat VSCode denn mittlerweile ein korrekt funtionierendes und mit
dem Buildsystem verzahntes und clangd-gestütztes Code-Modell so dass man
schnell und unfallfrei durch seine C++-Codebasis navigieren kann oder
hört es immer noch bei Syntax Highlighting und "Sprungziele werden
erraten" auf?
Richard W. schrieb:> Die Vorstellung, alles über eine GUI konfigurieren zu müssen und in> eigene proprietäre Konfigurationsdateien zu packen, hat sich als> Sackgasse erwiesen
Ja, wobei es auch unklar ist, warum man nicht zumindest eine simple
CMake-Konfiguration über eine GUI zusammenbauen und bearbeiten kann...
in QtCreator geht das IIRC ansatzweise.
Richard W. schrieb:> Aber hat VSCode denn mittlerweile ein korrekt funtionierendes und mit> dem Buildsystem verzahntes und clangd-gestütztes Code-Modell so dass man> schnell und unfallfrei durch seine C++-Codebasis navigieren kann
VS Code hat das auf Basis von MS-eigenem IntelliSense. Das STM32 Plugin
bringt aus irgendwelchen Gründen aber eine eigene clangd-basierte
Navigation mit, die aber nur so mittelprächtig funktioniert. Bei
Multi-Root-Workspaces funktioniert diese eigene clangd-Code-Navigation
gar nicht, da kann man besser wieder IntelliSense verwenden, was aber
nicht so leicht zu bewirken ist. IntelliSense funktioniert einigermaßen,
ist aber langsam.
Der clang-format Code-Formatter hingegen ist davon unberührt und
funktioniert normal wie im Standard VS-Code. Man legt eine
".clang-format"-Datei ins Projekt und schon wird alles wie gewünscht
formatiert.
Niklas G. schrieb:> Ja, wobei es auch unklar ist, warum man nicht zumindest eine simple> CMake-Konfiguration über eine GUI zusammenbauen und bearbeiten kann...
Weil es immer sofort kaputt geht wenn man über „simple
CMake-Konfiguration“ hinaus gehen möchte und einem dann befindet
weiteren Arbeit im Weg steht.
> in QtCreator geht das IIRC ansatzweise.
Ansatzweise und es ist grauenhaft. Das sollte sie aufgeben und über
vscode-kompatible Config Files nachdenken. Die GUI-zentrierte
Klick-Orgie ist dort ungemein lästig wenn man auf vielen Plattformen
unterwegs ist und nach 2 Jahren ein altes Kundenprojekt wieder
herausholen will und dann nichts mehr geht weil man in der Zwischenzeit
einiges umkonfiguriert hat. Aber diese Entscheidung ist aber politisch.
Aber QtCreator ist nach wie vor die IDE mit dem besten C++-Codemodell.
Die clangd-Integration ist sehr gut. Clangd ist aber einfach langsam.
Richard W. schrieb:> Weil es immer sofort kaputt geht wenn man über „simple> CMake-Konfiguration“ hinaus gehen möchte und einem dann befindet> weiteren Arbeit im Weg steht.
Ab da könnte man es ja komplett manuell machen. Aber bis zu diesem Punkt
wäre eine grafische Hilfestellung gar nicht so verkehrt...
Richard W. schrieb:> Das sollte sie aufgeben und über vscode-kompatible Config Files> nachdenken
Die Config Files sind ja gar nicht der Punkt, sondern die CMakeLists ...
Makefiles werden ja von vielen IDEs automatisch generiert, wenn man
CMakeLists.txt zumindest für einfache Projekte ebenfalls generieren und
aktuell halten (neue Dateien einfügen etc) könnte wär das ein Gewinn.
Alexander W. schrieb:> Ich nutze mal die Gunst der Stunde und zeige zum Thema GimmeGPIO ein> ESP32 auf RPi Zero Basis, das ich mal in meiner Firma entwickelt hatte.>> Wenn Interesse besteht, wäre ein Nachfolger mit ESP32-S3 möglich!
Was meinst du mit “ein ESP32 auf RPi Zero Basis”?
Harap
> Entweder hast Du vscode nicht verstanden, oder Du hast ... sehr> interessante Vorstellungen davon, was eine IDE so alles können soll.
Im Dezember habe ich versucht nach Anleitung das ST Plugin zu
installieren. Das hat auch alles funktioniert, aber leider lief das
Plugin nicht.
Ich erwarte von einer IDE, dass ich sie installiere und sie läuft. Nicht
mehr und nicht weniger.
Ich bin mit IDEs groß geworden und mag sie und VSCode ist für mich keine
IDE. Für mich ist es ein Editor.
Niklas G. schrieb:> Die Config Files sind ja gar nicht der Punkt, sondern die CMakeLists ...> Makefiles werden ja von vielen IDEs automatisch generiert, wenn man> CMakeLists.txt zumindest für einfache Projekte ebenfalls generieren und> aktuell halten (neue Dateien einfügen etc) könnte wär das ein Gewinn.
Dann reden wir von verschiedenen Dingen. Mir reicht es wenn man in der
IDE auf Pfade in CMake Dateien drauf klicken kann und dann richtig
landet bzw. es überhaupt eine Projektansicht gibt. Die wenigsten Leute
führen aber Headerdateien bzw. andere evtl. relevante Dateien als
Sourcen in CMake auf und da geht das schon wieder kaputt und man muss
auf die nackte Dateisystemansicht des Projekts zurückgreifen. Und wie
CMake-Dateien in mittelgroßen Projekten aussehen an denen einige
Entwickler mit unterschiedlichen Vorstellungen beteiligt sind…naja.
Kai schrieb:> Ich erwarte von einer IDE, dass ich sie installiere und sie läuft. Nicht> mehr und nicht weniger.
Es ist halt noch Beta / Prerelease. Die Einrichtung ist noch etwas
holprig, funktioniert aber grundsätzlich. Ich denke mal dass das noch
korrigiert wird.
Richard W. schrieb:> Mir reicht es wenn man in der IDE auf Pfade in CMake Dateien drauf> klicken kann und dann richtig landet bzw. es überhaupt eine> Projektansicht gibt.
Ja mir auch, aber für Einsteiger oder Quick-and-Dirty Projekte wär's
schon praktisch wenn es so geht wie in Eclipse - Projekt anlegen, neue
Datei hinzufügen, kompilieren drücken, fertig. Aber egal, müßig damit zu
hadern
Richard W. schrieb:> Aber hat VSCode denn mittlerweile ein korrekt funtionierendes und mit> dem Buildsystem verzahntes und clangd-gestütztes Code-Modell so dass man> schnell und unfallfrei durch seine C++-Codebasis navigieren kann oder> hört es immer noch bei Syntax Highlighting und "Sprungziele werden> erraten" auf?
Ist Dir https://github.com/clangd/vscode-clangd bekannt?
Das ist die clangd-Extension für vscode.
Ich finde da eher sowas unterhaltsam:
https://developer.arm.com/documentation/ka002766/latest/
So etwas witziges und gut gemachtes wie den Watcom-Vi wird es wohl so
schnell nicht wieder geben. Schade eigentlich.
Die Community hatte sich zum Schluss eigentlich mehr auf den Compiler
fixiert beispielsweise auch auf 64Bit - ist natürlich auch wichtig aber
- Naja, schöne Pionierzeiten damals, heute eher MS-Überallzeiten ;)
Richard W. schrieb:> Wenn du ein paar Millionen MCUs kaufst, ist der Support bei TI> erstklassig. Dann entwickeln die dir sogar dein halbes Produkt.
Wenn du ein paar Millionen MCUs kauft dann spricht jeder Hersteller.
Wenn TI sämtliche noch nicht großen auf dem weg dahin vergrault kommen
die auch bei höheren Stückzahlen nicht mehr inbetracht.
Wenn ein Hersteller Produktfehler und Dokumentation völlig egal sind
schießen die sich eh komplett raus. Sowas lässt sich nicht einfach mit
wir bieten dir mal besseren Support beheben.
Auch zweifelhaft wo die Mitarbeiter die MSP430 (MCUs) kennen herkommen
sollen, wenn TI nur an den größten Firmen interessiert ist und Nachwuchs
sowie KMU vergrault wird. Unis sind soweit ich weiß auch nicht mehr mit
MSP430 unterwegs.
Da ist ein STM32, ESP oder Nordic auf einmal deutlich interessanter wenn
es um neue Designs geht, da es für die tausende von Leuten gibt die die
Platform beherschen und verstehen.
N. B. schrieb:> Auch zweifelhaft wo die Mitarbeiter die MSP430 (MCUs) kennen herkommen> sollen, wenn TI nur an den größten Firmen interessiert ist
Wie bei allen solchen "Geheimtechnologien": Diese Mitarbeiter fangen mit
17 als Trainee bei den Firmen an die diese Dinge auch "schon immer"
verwenden, und lernen es eben dort. Bei älteren Bewerbern wird
vorausgesetzt dass sie das schon können - wenn das nicht der Fall ist,
hat man Pech gehabt. Dann noch über Fachkräftemangel lamentieren.
Richard W. schrieb:> Alexander W. schrieb:>> Ich nutze mal die Gunst der Stunde und zeige zum Thema GimmeGPIO ein>> ESP32 auf RPi Zero Basis, das ich mal in meiner Firma entwickelt hatte.>>>> Wenn Interesse besteht, wäre ein Nachfolger mit ESP32-S3 möglich!>> Was meinst du mit “ein ESP32 auf RPi Zero Basis”?
Der Formfaktor ist ein Raspberry Pi Zero W und dort ist ein ESP32
verbaut. Die Stiftleisten sind also RPi-kompatibel.