Forum: Platinen dünne Bronzedrähte Schweißen


von Viktor (viskut)


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Hallo zusammen,

mein Name ist Viktor und ich bin das erste mal hier im Forum. Und: Ich 
bin nicht wirklich bewandert in Sachen Strom & Co. Aber deswegen frage 
ich ja.

Für meine Modellbahn baue ich eine Oberleitung, die sowohl filigran, als 
auch robust sein soll. Die Fahrdrähte spanne ich aus Bronzedraht 0,3 mm 
CuSn6 federhart. Leider passen die Lötverbindungen optisch nicht zum 
filigraen Gesamteindruck. Deswegen meine Idee: Die Drähte 
(Widerstands)Schweißen.

Im ersten Schritt will ich versuchen, zwei dieser Drähte rechtwinklig 
übereinanderzulegen und miteinander zu verschweißen.
Im zweiten Schritt müssten die o.g. Bronzedrähte dann mit 1,0 mm 
Federstahldraht verschweißt werden.

Ich vermute, die relevanten Daten sind
- Spannung
- Stromstärke
- Impulsdauer

Gibt es noch eine weitere erlevante Größe?

Könnt ihr abschätzen, mit welchen Werten ich für mein kleines Projekt 
ins Rennen gehen sollte?
Natürlich werde ich um Versuche nicht herumkommnen, hoffe aber durch 
euren Input schon mit einem kleinen "Grundwissen" starten zu können.

Ich bin auf der Suche nach einem entsprechendem "Punktschweißgerät". Im 
Internet habe ich einige (chinesische) "Spot Welder für Akku 
Punktschweißen" gefunden. Welches Gerät könnt ihr mir für diesen 
Anwendungsfall empfehlen?

Vielen Dank für eure Hilfe schon mal im Voraus.

Gruß
Viktor

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Viktor schrieb:
> Die Fahrdrähte spanne ich aus Bronzedraht 0,3 mm
> CuSn6 federhart. Leider passen die Lötverbindungen optisch nicht zum
> filigraen Gesamteindruck. Deswegen meine Idee: Die Drähte
> (Widerstands)Schweißen.

Ich würde da spontan zum Hartlöten raten.

von Nick (b620ys)


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Ralf X. schrieb:
> Ich würde da spontan zum Hartlöten raten.

0.3 mm hartlöten? Möchte ich sehen! Wie sieht denn Deine Wärmequelle 
aus?
Ich hab so einen Brenner:
https://beke.de/Mikroschweissbrenner-43N
Selbst damit würde ich es nicht mal versuchen. Die kleinste Düse hat 
0.23 mm Drm.
Ja, der war damals deutlich billiger.

von Jack V. (jackv)


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Viktor schrieb:
> Ich bin auf der Suche nach einem entsprechendem "Punktschweißgerät".

Du solltest vorher in Erfahrung bringen, ob das Material überhaupt 
sinnvoll punktschweißbar ist. Von den Sachen, die ich hier rumliegen und 
entsprechend probiert habe (Al, Cu, Pb, Fe, Ti, Pt, Ag, Messing, […] – 
was man halt so im Haus hat), war’s tatsächlich nur das vernickelte 
Band, mit dem sich tatsächlich gute Verbindungen machen ließen.

Auch würde ich mir bei den dünnen Drähtchen den Abstand zwischen 
„zuwenig Energie, verschweißt nicht“ und „ups, weggebrannt“ als zu klein 
vorstellen, um das mit bezahlbaren Mitteln ordentlich hinzubekommen – 
vorausgesetzt eben, das Material lässt sich überhaupt auf diese Weise 
verbinden.

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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Nick schrieb:
> 0.3 mm hartlöten? Möchte ich sehen! Wie sieht denn Deine Wärmequelle
> aus?

Ich habe mit so einem Brenner:
https://www.amazon.ca/Portable-soldering-Refillable-Lighters-Soldering/dp/B094XCP42J

Mal eine Heizwendel eines Föns hartgelötet. Ist aber schon 30 Jahre her 
und war eine ziemliche Fummelei.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Mit einem der billigen Akkuzellenpunkter vom Chinamann sollte das 
problemlos möglich sein.

Ich habe zwar einen Eigenbau, doch auch damit schon Kupfer an Stahl oder 
Alu an Alu gepunktet. Bronze noch nicht, sollte aber auch gehen.
Wie immer beim Punkten sind erstmal viele Probeschüsse nötig, bevor man 
die Einstellerei passend hat.

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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Viktor schrieb:
> Für meine Modellbahn baue ich eine Oberleitung, die sowohl filigran, als
> auch robust sein soll. Die Fahrdrähte spanne ich aus Bronzedraht 0,3 mm
> CuSn6 federhart.

Wie machen das denn andere Eisenbahn-Modellbauer?

von Tom H. (toemchen)


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Udo S. schrieb:
> Ich habe mit so einem Brenner:
> 
https://www.amazon.ca/Portable-soldering-Refillable-Lighters-Soldering/dp/B094XCP42J
> Mal eine Heizwendel eines Föns hartgelötet. Ist aber schon 30 Jahre her
> und war eine ziemliche Fummelei.

Gabs damals schon Amazon?
scnr

von H. H. (hhinz)


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Viktor schrieb:
> o.g. Bronzedrähte dann mit 1,0 mm
> Federstahldraht verschweißt werden.

Kannst du vergessen.

Nick schrieb:
> 0.3 mm hartlöten? Möchte ich sehen!

Das geht problemlos.


> Wie sieht denn Deine Wärmequelle
> aus?
> Ich hab so einen Brenner:

Man braucht zum Hartlöten keine offene Flamme.
In Falle des TE wäre induktives Heizen denkbar.

von Jack V. (jackv)


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Old P. schrieb:
> Ich habe zwar einen Eigenbau, doch auch damit schon Kupfer an Stahl oder
> Alu an Alu gepunktet.

Ich würde das gerne kurz festhalten. Könntest du das näher beschreiben, 
wenn das Anliegen des TE erledigt wurde (oder er sich in einigen Tagen 
nicht wieder gemeldet hat)? Weder das Eine, noch das Andere hab ich je 
hinbekommen – insbesondere Alu fände ich sehr interessant, aber das 
erschien mir ohne Sachen wie Schutzgas absolut unmöglich: Entweder hab 
ich Löcher reingebrannt, oder es hat nicht mal aneinander gehaftet.

von Clemens S. (zoggl)


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such mal nach micro tig.

ich fürchte nur dass die Kombination

Viktor schrieb:
> Im zweiten Schritt müssten die o.g. Bronzedrähte dann mit 1,0 mm
> Federstahldraht verschweißt werden.

ziemlich schlecht funktioniert (egal ob micro Tig oder 
Widerstandschweißen)
https://amadaweldtech.com/blog/micro-tig-welding-what-is-it-and-how-can-i-use-it/

von Gerald B. (gerald_b)


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Und herkömmlich löten und die silberne Lötstelle dann mit Goldbronze 
anmalen, wäre keine Option? Alternativ ginge auch noch 
Tampongalvanisieren mit Kupfer oder Gold.

von H. H. (hhinz)


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Gerald B. schrieb:
> Tampongalvanisieren mit Kupfer

Keine schlechte Idee, bleifreies Lot läss sich sehr gut verkupfern.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Jack V. schrieb:
> Ich würde das gerne kurz festhalten. Könntest du das näher beschreiben,
> wenn das Anliegen des TE erledigt wurde (oder er sich in einigen Tagen
> nicht wieder gemeldet hat)? Weder das Eine, noch das Andere hab ich je
> hinbekommen – insbesondere Alu fände ich sehr interessant, aber das
> erschien mir ohne Sachen wie Schutzgas absolut unmöglich: Entweder hab
> ich Löcher reingebrannt, oder es hat nicht mal aneinander gehaftet.

Kupfer auf Kupfer oder (Edel)Stahl auf (Edel)Stahl ist eigentlich kein 
Problem, wenn man die Schweißleistung (über die Zeit) halbwegs 
einstellen kann. Auch Widerstandsdraht auf Messing hat schon gut 
geklappt, natürlich erst nach ein paar Versuchen.

Alu auf Alu ist eine ganz andere Nummer, aber es gibt einen relativ 
einfachen Trick: Mindestens auf eine Seite (oder beide) zwischen 
Elektrode und Alu etwas dünnes Stahlblech legen. Das habe ich schon sehr 
erfolgreich mit meinen richtigen Punktschweißzangen gemacht. Mit dem 
Punkter für Akkufahnen war das bei dünnem Aludraht aber schon Gefrickel, 
klappt aber auch nach einigen Übungen.

Egal womit und was, bei jedem Werkstück und -stoff muss man beim Punkten 
immer einige Probeschüsse machen, mit der Zeit bekommt man ein Gefühl 
dafür und muss weniger probieren. Dass die Punktflächen absolut sauber 
und blank sein müssen versteht sich von selber!

Old-Papa

von Klaus R. (klaus2)


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Viktor schrieb:
> Leider passen die Lötverbindungen optisch nicht zum
> filigraen Gesamteindruck.

Kannst du das mal als Foto zeigen? Welche genau? Sind die technisch 
"perfekt" ausgeführt?

Verdrillen / Schlaufen (+ Minimallöten)??

Am besten wäre "auf Stoß" punktschweißen/quasi-spleißen.

Klaus.

von H. H. (hhinz)


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Klaus R. schrieb:
> Am besten wäre "auf Stoß" punktschweißen/quasi-spleißen.

Rillenfahrdraht nehmen. ;-)

von Ralf X. (ralf0815)


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Udo S. schrieb:
> Nick schrieb:
>> 0.3 mm hartlöten? Möchte ich sehen! Wie sieht denn Deine Wärmequelle
>> aus?
>
> Ich habe mit so einem Brenner:
> 
https://www.amazon.ca/Portable-soldering-Refillable-Lighters-Soldering/dp/B094XCP42J
>
> Mal eine Heizwendel eines Föns hartgelötet. Ist aber schon 30 Jahre her
> und war eine ziemliche Fummelei.

Ich habe auch einen billigen Gaslötkolben mit Wechselaufsätzen, also 
auch Brennerdüse bis ~1300°C max per Butan, Bronze hartlöten braucht 
knapp 700°C.

Draht auf Stoss per Punktschweissung zu verbinden braucht hohe 
Querschnitte bis zur Punktstelle und gleichzeitig müssen die Drahtenden 
auf Stoss unter Druck gehalten werden.
Schon ab Stromeinspeisungen bis zur Schweissstelle wird der Draht 
bestrohmt völlig instabil.
Aber versuchen kann man sowas natürlich auch, denke aber, das der TO 
damit keinen Erfolg hat.

von Klaus R. (klaus2)


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...alter was ein Aufwand:

https://www.lokschuppen-dominik.de/Spur%20H0/Oberleitung/Seite.htm

Sieht man leider kaum wie das gemacht ist aber scheinbar gelötet. H0 ist 
natürlich auch etwas "dankbarer" bzgl. Feinheitsgrad.

Klaus.

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Wäre spannend, wie solche Aufhängungen nachgebaut werden sollen:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5c/Aufh%C3%A4ngung_Fahrleitung.jpg

Als Kind in den 60ern hatte ich da weichgelötet und die Unterseite 
plangeschliffen.
Ansonsten wurde der Fahrdraht wie im echten Leben an mehreren Stellen 
abgespannt und dort die Teilstücke elektrisch verbunden oder separat 
bespeist.

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