Hi, ich brauche etwas Hilfe und ein paar Ideen zu einer Reparatur. Zum Gerät: Verfolger Eurolite SL-1200 mit einem neuen Leuchtmittel OMNILUX 1200W DE 750h. Mein Problem: Gerät schaltet nach ca. 10 min Betrieb thermisch ab (Bimetallschalter löst bei gemessenen 131 °C aus). Lässt sich nach Abkühlung wieder starten. Vorgeschichte & Zustand: Das Gerät ist zur Reparatur bei mir. Der Vorbesitzer hat die Kompensationskondensatoren (PFC) nach Defekt selbständig schon getauscht. Es sind zwei parallel geschaltete Kondensatoren vom Typ CBB65R 60 uF 370 V. Das Zündgerät war defekt (sporadische bis keine Zündung der Entladungslampe) und wurde von mir gegen ein baugleiches Neuteil getauscht -> Zündung nun in Ordnung. Die Vorschaltdrossel sieht optisch OK aus und der Ringtester zeigt kein auffälliges Verhalten (kein Windungsschluss). Messwerte & Beobachtungen: Die folgenden Messungen habe ich bei geschlossenem Gehäuse nach 8 min Betriebszeit gemacht. Lampenstrom: 14,15 A (gemessen mit Stromzange), Spannung Lampe: 96,5 V, Netzspannung: 230 V, Abschalt-Temp: 131 °C (am Trennblech Elektronik/Lampe), Drossel-Zustand: Warm, aber anfassbar, Lüfter: Laufen Bisherige Analyse: Der Lampenstrom liegt knapp 2,5 % über dem Nennstrom (13,80 A laut Typenschild) der Vorschaltdrossel. Ich halte das für keinen problematischen Wert, aber die starke Hitzeentwicklung am Trennblech (>130 °C) muss ja irgendwo herkommen. Zusammen mit der Spannung an der Lampe komme ich auf ein Leistung von ca. 1350 W. Die Lüfter saugen die warme Luft aus dem Gerät. Dabei strömt Frischluft an der unteren Vorderseite durch Lüftungsschlitze ins Gerät und über die Entladungslampe dann am Trennblech und der Elektronik vorbei zu den beiden Lüfter. Die Lüfter können aber eigentlich nicht verkehrt herum montiert werden, da sie nur auf einer Seite die passenden Gewinde haben. Fragen: Ist die Stromüberhöhung auf 14,15 A bei einer Brennspannung von 96,5 V bereits kritisch für die thermische Bilanz? Da der Besitzer an den Kondensatoren war: Welchen Einfluss hätte eine falsche Kapazität oder Beschaltung an dieser Stelle auf den Lampenstrom? Doch ein Problem mit der aktiven Kühlung?
Temperatur gemessen ? Nicht dass der Schalter gealtert ist.
Der Thermoschalter sieht für mich ausgeglüht aus, evtl. heizt der selber schon? Welche Solltemperatur hat der denn? Da steht im Blatt, das der Kasten für 45° Umgebung geeignet sei und die Lampe max. 95° erreichen soll. Das sollte bei wenigen Prozent Überlastung noch nicht für 130 von 20° reichen, du hast also ein Kühlungsproblem.
Wäre es möglich, dass die Verschmutzung zur Isolation beitragen?
Diese Lampen strahlen außer Licht auch extrem viel Wärme ab, daher werden die Bauteile nahe der Lampe (Linse und der Reflektor) thermisch stark belastet. Ist der Reflektor noch gut sauber und spiegelt auch noch richtig gut? Wenn nicht, könnte der sich weit stärker erwärmen als er soll und dann seinerseits viel Wärme auf das Trennblech abstrahlen, auf welches der Temperaturschalter montiert ist.
Die Bezeichnungen musste ich erst ergooglen: https://de.wikipedia.org/wiki/Halogen-Metalldampflampe "HMI steht für Hydrargyrum medium-arc iodide, also für Quecksilber + mittlere Bogenlänge + Jod, sowie oft als Synonym für tageslichtähnliches Scheinwerferlicht." "Verfolger" soll anscheinend "Follow Spot" bedeuten. "Suchscheinwerfer" dürfte die übliche Bezeichnung sein. https://de.wikipedia.org/wiki/Suchscheinwerfer
BESTIMMUNGSGEMÄSSE VERWENDUNG Bei diesem Gerät handelt es sich um einen Verfolgerscheinwerfer, der ausschließlich für den professionellen Einsatz auf Bühnen, in Diskotheken, Theatern etc. vorgesehen ist. Dieses Produkt ist nur für den Anschluss bis maximal 230 V, 50 Hz Wechselspannung zugelassen und wurde ausschließlich zur Verwendung in Innenräumen konzipiert. Spots sind nicht für den Dauerbetrieb konzipiert. Denken Sie daran, dass konsequente Betriebspausen die Lebensdauer des Gerätes erhöhen. Lief es denn schon mal dauernd auf 100% im Dauermodus ? Ansonsten Lüfter / Bimetallschalter oder Luftführungsproblem nach der Reparatur.
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Verfolger sind in der Veranstaltungstechnik leistungsstarke Spot-Scheinwerfer, die speziell eine Person auf der Bühne anstrahlen sollen und wenn die sich bewegt, eben verfolgen. Für die angeleuchtete Person genau so angenehm wie ein Maschinengewehr, nur eben mit Licht, weil man nicht mehr viel sieht wenn man den gut gebündelten Lichtstrahl eines 1200W HMI-Brenners genau in die Fresse bekommt.
Thomas W. schrieb: > Temperatur gemessen ? Nicht dass der Schalter gealtert ist. Jens M. schrieb: > Der Thermoschalter sieht für mich ausgeglüht aus, evtl. heizt der selber > schon? > Welche Solltemperatur hat der denn? > Da steht im Blatt, das der Kasten für 45° Umgebung geeignet sei und die > Lampe max. 95° erreichen soll. Das sollte bei wenigen Prozent > Überlastung noch nicht für 130 von 20° reichen, du hast also ein > Kühlungsproblem. Die Auslösetemperatur habe ich mit einem Thermoelement direkt am Schalter gemessen. Auch ein Blick mit der Wärmebildkamera zeigt ein ähnliches Temperaturniveau direkt nach dem Ausschalten. Wenn ich den Widerstand mit dem Multimeter messe, dann ist der Schalter niederohmig und ich messe keinen nennenswerten Durchgangswiderstand. Ich hab gestern Abend noch schnell den Spannungsabfall unter Last über den Schalter gemessen und komme da auf 0,45-0,55 V. Das wäre dann ja etwa 7 Ohm Durchgangswiderstand. Vertraue dieser Messung aber noch nicht wirklich. Außer meinen Messungen habe ich bisher keine weiteren Daten zum Bimetallschalter herausfinden können. Hinweis: Der Schalter ist natürlich ein Öffner und kein Schließer, wie fälschlicherweise im Schaltplan eingezeichnet. H. H. schrieb: > Florian schrieb: >> Lüfter: Laufen > > Auf Nenndrehzahl? Und es sind die Originale? Guter Hinweis. Mir ist aufgefallen, dass zwei verschiedene Lüfter verbaut sind. Die Lüfter sind freigängig, haben kein Spiel in ihren Lagern und setzten schon einiges an Luftvolumen um. Das werde ich mir trotzdem nochmal genau anschauen. Ben B. schrieb: > Ist der Reflektor noch gut sauber und spiegelt auch noch richtig gut? Also bei der ersten Sichtprüfung aller Elemente ist mir nichts aufgefallen. Aber das werde ich nochmal genauer prüfen. Chris K. schrieb: > Lief es denn schon mal dauernd auf 100% im Dauermodus ? > Ansonsten Lüfter / Bimetallschalter oder Luftführungsproblem nach der > Reparatur. Ja genau. Das Gerät wurde bisher bei Theaterproduktionen und Live-Konzerten eingesetzt. Da lief es eigentlich nur während der Veranstaltung. Ich beschäftige mich mal genauer mit der Luftführung im Gerät.
Florian schrieb: > Spannungsabfall unter Last über den > Schalter gemessen und komme da auf 0,45-0,55 V. Das wäre dann ja etwa 7 > Ohm Durchgangswiderstand. Vertraue dieser Messung aber noch nicht > wirklich. Der Messung kannst Du schon vertrauen, der Rechnung aber nicht.
Christoph db1uq K. schrieb: > "Verfolger" soll anscheinend "Follow Spot" bedeuten. > "Suchscheinwerfer" dürfte die übliche Bezeichnung sein. In der Ton- und Lichttechnik ist die übliche Bezeichnung dafür Verfolger. Mal wieder ein schönes Beispiel dafür, das unterschiedliche Bereiche unterschiedliche Begriffe für gleiche Dinge haben.
Den hatte ich früher des öfteren auf dem Raparaturtisch. An sich schon ein robustes Teil - fast alle Defekte waren allerdings geewichtsbedingt Transportschäden mit ausgelaufenen Kondensatoren etc. Was das Problem hier angeht ist es tatsächlich meist der gealtere Thermoschalter bzw. die Lüfter. Leider gibts über die Website keine originalen Ersatzteile dazu mehr - aber man kann sich da auch so mal an direkt Steinigke wenden und nachfragen. Ist immer Möglich, dass dieselben Bauteile bei anderen Geräten eingesetzt oder dort noch "Schlachtgeräte" in der Werkstatt vorhanden sind.
Florian schrieb: > Wenn ich den Widerstand mit dem Multimeter messe, dann ist der Schalter > niederohmig und ich messe keinen nennenswerten Durchgangswiderstand. Ich > hab gestern Abend noch schnell den Spannungsabfall unter Last über den > Schalter gemessen und komme da auf 0,45-0,55 V. Das wäre dann ja etwa 7 > Ohm Durchgangswiderstand. Vertraue dieser Messung aber noch nicht > wirklich. Deine Rechnung ist schonmal falsch, aber 0,5V Spannungsabfall am Temperaturschalter sind zu viel. Hast du den Lampenstrom (14A) wirklich direkt an der Lampe gemessen? Und was sagt die Zange an der Zuleitung zur Leuchte? Und der Netzschalter sowie Thermoschalter sind wirklich nach dem Kompensationskondensator? Mit 120µF kommt mir der für die Lampe zu klein vor, ich hätte da eher 180µF erwartet.
Florian schrieb: > Ich > hab gestern Abend noch schnell den Spannungsabfall unter Last über den > Schalter gemessen und komme da auf 0,45-0,55 V. 0,5V aber >10A kann schon ganz schön warm werden. Florian schrieb: > Also bei der ersten Sichtprüfung aller Elemente ist mir nichts > aufgefallen. Aber das werde ich nochmal genauer prüfen. IR- und sichtbares Licht haben ganz verschiedene Anforderungen an einen Spiegel. Denke an Edelstahlrutschen im Sommer und Halogenlampen mit IR-durchlässigen Spiegeln. Chris K. schrieb: > Denken Sie daran, dass konsequente Betriebspausen die Lebensdauer des > Gerätes erhöhen. Dauerndes Zünden mögen die Lampen aber auch nicht. Mit Dauerhaft meinen die nicht "2 Stunden am Stück während Prosecco aufgeführt wird". Das muss das Boot ab. Jens S. schrieb: > Was das Problem > hier angeht ist es tatsächlich meist der gealtere Thermoschalter bzw. > die Lüfter. Beides werden mehr oder weniger Standardteile sein.
Jens M. schrieb: > 0,5V aber >10A kann schon ganz schön warm werden. Stimmt schon, aber die Hersteller geben für die Dinger bis zu 50mOhm an.
Nicht Originale Lüfter können ein Problem sein, die Luftdurchsätze unterscheiden sich teils dramatisch. Und es laufen auch beide "Vorwärts"? Nicht daß der eine "neue" rückwärts läuft....
> Hat das Ding hat keine ED? Nö. Solche Brenner brauchen bekanntermaßen einige Minuten zum hochlaufen, bis sie ihre volle Lichtstärke erreichen und wenn man sie abschaltet, können die üblichen Zündgeräte sie erst nach Abkühlung (ca. 5 Minuten) wieder zünden. Hot restrike können die wenigsten Bühnenscheinwerfer. In der Veranstaltungstechnik führte das früher(*) dazu, daß so 20 Minuten vor der Show eine Art "Standby" geschaltet wird. Heißt alle Gasentladungslampen werden gezündet und haben Zeit zum Hochlaufen und bei Halogenscheinwerfern können viele Dimmer eine Vorwärm-Stufe, mit der die Glühfäden gerade so noch nicht sichtbar glühen (wenn gut eingestellt, schwach glühen ist auch okay) und dadurch nicht mehr ihren Kaltwiderstand haben wenn sie plötzlich Leistung bekommen. Anschließend laufen alle Gasentladungslampen für die Dauer der Show mit voller Leistung durch, bei großen Veranstaltungen konnten da schon mal 1..2 Megawatt fürs Licht zusammenkommen, die die ganze Zeit gezogen werden. Erst wenn die Show durch ist wird wieder sowas wie Saalbeleuchtung oder normales Platzlicht bei OpenAir eingeschaltet und dann werden alle Gasentladungslampen und Dimmer abgeschaltet. Danach braucht die ganze Anlage noch so 10 Minuten Strom bis alles abgekühlt ist und man evtl. die Stromversorgung trennen kann. (*) Heute ist das alles größtenteils obsolet, Gasentladungslampen sind in den meisten Bereich von LEDs verdrängt worden, die entsprechend schnell eingeschaltet werden können wann immer man sie braucht und nur noch einen Bruchteil der Stromaufnahme haben. Man sieht auch einen starken Wandel bei den Shows, kaum jemand setzt noch eine Vielzahl leistungsstarker Scanner ein. Stattdessen ist alles voll mit vergleichsweise langsamen Strahleneffekten, für die ein paar mehr oder weniger gute Moving Heads ausreichen. Da gabs früher mehr Dynamik, mehr Scanner-Projektionen, "mehr Gobos" (und mehr Lametta). Dafür wird heute bei fast jeder Show, bei der das Licht einen hohen Stellenwert hat, mit etlichen Laserprojektoren mit 10..15W Laserleistung in die Menge reingeballert, daß man sowas eigentlich nur noch mit Schutzbrille besuchen darf. Wenn ich mich an damals erinnere, da haben sich die Lichttechniker 'nen Spaß draus gemacht, ihre Kippen unter Zuhilfenahme ihres heißgeliebten Argonlasers angezündet... Das war 'ne ziemlich große Kiste mit einem richtig dicken Stromkabel... sowas braucht heute alles keiner mehr.
Hier noch ein Update. Ich habe den alten Thermoschalter ausgebaut und den Widerstand noch einmal mit einer 4-Leiter-Messung überprüft. Dabei kam kein stabiler Messwert zustande. Der Widerstand schwankte zwischen 0,1 und 0,5 Ohm, je nachdem wie die Klemmen angeschlossen werden. Zudem ist der Schalter als 150 °C Variante gekennzeichnet, hat aber laut meiner vorherigen Messung bereits bei 130 °C ausgelöst. Fazit: Thermoschalter defekt. Der neu gekaufte Thermoschalter (150 °C 250 V 16 A) hat einen gemessenen Durchgangswiderstand von stabilen 10 mOhm, ist also sogar besser als die maximalen 50 mOhm aus dem Datenblatt. Die Flachsteckhülsen an den Kabeln habe ich ebenfalls erneuert, da diese ähnlich mitgenommen aussahen wie der alte Thermoschalter. Die Kable selbst sind soweit noch in Ordnung. Mit dem neuen Thermoschalter habe ich nach 20 Minuten Betrieb eine Temperatur von 110 °C direkt am Schalter gemessen, nach 45 Minuten waren es 115 °C. Die Lufttemperatur im Luftstrom hinter dem Hitzeschild lag nach 45 Minuten bei etwa 70 °C. Es sieht also alles wieder sehr gut aus und das Gerät läuft einwandfrei. Vielen Dank noch mal in die Runde für die hilfreichen Tipps!
Ha, hab ich richtig geraten am Anfang
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