Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Würdet ihr aus der technischen Entwicklung in die Lehrwerkstatt wechseln?


von Christian M. (likeme)


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Ich habe gerade eine Idee "erfasst" in meiner Firma von meinem dezeigien 
Job (Elektrotechniker, Testen und Hardware entwickeln) in die 
Lehrwerkstatt als Mechatronikausbilder zu wechseln. Mechanisch bin ich 
gut vorbelastet da Modellbau ein Hobby von mir ist und meine Lehre in 
der Industrie absolviert habe, mit allen mechanischen Gewerken, die ein 
Mechatroniker drauf haben soll. Erfahrung mit meinen Kindern(3) habe ich 
bereits gesammelt. Ü50 bin ich auch noch. Der ADA Schein müsste dann 
nachgeholt werden.

Was spricht dagegen, was dafür?

: Bearbeitet durch User
von Heinz R. (heijz)


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Dir werden die Haare zu Berge stehen wie wenig die Jugend heutzutage 
noch kann

Aktuell bei unseren Azubis: was sind 70% von 30.000€ - keine Ahnung

überleg Dir sehr gut ob Du Dir das antun willst, Du kannst in 3 Jahren 
nicht richten was die 15 Jahre davor versagt wurde

Vor kurzem sollte einer unserer Azubis alte Schaltungen auseinander 
nehmen, es sortiert hinlegen - wir entscheiden was weggeworfen wird, was 
behalten wir

Es lagen dann tatsächlich 10 teure Meanwell Netzteile in einer Reihe, in 
und out jeweils nach 3mm abgeschnitten....

von Frank D. (Firma: LAPD) (frank_s634)


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Christian M. schrieb:
> Was spricht dagegen.
Dass du sowas in einem Forum fragen musst.

von Marcel V. (mavin)


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Heinz R. schrieb:
> Dir werden die Haare zu Berge stehen wie wenig die Jugend heutzutage
> noch kann

von J. T. (chaoskind)


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Marcel V. schrieb:
> Dir werden die Haare zu Berge stehen wie wenig die Jugend heutzutage
> noch kann

Meine Praktikanten über die letzten Jahre lassen mich allmählich an der 
allgemeinen Überlebensfähigkeit der Menschheit zweifeln.

Aber es heißt doch Bildung und nicht Bildschirmung :D

von Hmmm (hmmm)


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von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Die ersten drei Zeilen stimmen allerdings. Die anderen zwei sind von 
findigen Spitzbuben dazugedichtet worden. Es ist allerdings aus dem 
Zusammenhang gerissen. Mit dem Bildschirm waren die Tablets gemeint, 
weil:
a) So jedes Kind immer alle Bücher dabei haben kann ohne sich zu Tode am 
Schulranzen zu schleppen,
b) die zukünftigen kleineren Wohnungen zu wenig Platz bieten für eine 
"übliche Anzahl an Büchern" (tiny houses),
c) die digitale Form auf den aktuellen poilitischen korrekten Inhalt 
gehalten werden könne.

: Bearbeitet durch User
von Lu (oszi45)


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Das hat zur Folge, dass Buchhalter ein Beruf ist, der keine Tablets 
halten kann. :-)

Christian M. schrieb:
> Ich habe gerade eine Idee "erfasst"

Mach es mal 3 Tage NUR zur Probe. Die Jungs sind nicht mehr wie früher!

von Udo S. (urschmitt)


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Christian M. schrieb:
> Was spricht dagegen, was dafür?

Als Ausbilder muss man nicht nur praktisch etwas können, sondern sollte 
auch die Theorie beherrschen und vermitteln können.
Wie sieht es da bei dir aus?

von Heinrich K. (minrich)


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Christian M. schrieb:
> Was spricht dagegen, was dafür?

Dagegen: berufliche Sackgasse, Du hast nur noch mit absoluten 
Einsteigern zu tun, Deine bisherigen, erworbenen Fähigkeiten veralten 
dann völlig. Weil Du immer nur den geschlossenen Stromkreis erklärst, 
kommst Du nie mehr in Deine bisherige Tätigkeit zurück, falls Du das 
irgendwann mal möchtest. Abgehängt...

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Was spricht dagegen, was dafür?

Ist der Ausbilder zu Unfähig oder die Lehrlinge zu blöd? - Ja da kann 
man wiederbar den Schwarzen Peter im Kreis schieben.

Als Ausbilder stehste halt mit einem Bein im Knast, zumindest hat man 
das früher so gesagt.

Der Ausbilder trägt die Verantwortung, das sich keiner mit dem Werkzeug 
ernsthaft verletzt, sich aber trotzdem nicht vor der Arbeit mit den 
Werkzeugen drücken kann.

Und es sind auch schon Ausbilder von durchgeknallten Lehrlingen 
weggeballert wurden - nicht aus Versehen.

* https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Eching_und_Freising

Aber vielleicht ist es ja auch Sozal-Darwinismus, die mit Talent zum 
Ausbilder werden geachtet, reines "Helfersyndrom" ist da eher schädlich.

Aber manche Ausbilder stehen sogar mit beiden beinen im Knast und sind 
obendrein verbeamtet:
https://bildungsinstitut-justizvollzug.niedersachsen.de/startseite/berufe_im_justizvollzug/berufe_im_justizvollzug/beamtin_oder_beamter_im_werkdienst/das-bildungsinstitut-in-wolfenbuettel-120707.html

: Bearbeitet durch User
von Hans G. (graphans)


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Jooo

ist denn schon Freitag???

von Joachim B. (jar)


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Christian M. schrieb:
> Was spricht dagegen, was dafür?

wir kennen dich nicht und wie deine Frusttoleranz ist kannst du es 
aushalten und durchhalten schlechte Noten zu vergeben oder gibts du bei 
Druck nur noch Bestnoten? Bist du in der Lage Stoff interessant 
aufzubereiten so daß keiner mehr auf Handy schaut sondern dir nur noch 
folgt?
Alleine das du hier fragst zeigt mir das du selber Zweifel hast sonst 
wäre deine Entscheidung ja klar.

von Nick (b620ys)


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Christian M. schrieb:
> Was spricht dagegen, was dafür?

Du begibst dich in eine Sackgasse. Kommt drauf an wie alt du bist. Mit 
40 für mich eine dumme Idee, mit 55 möglicherweise nicht. Aber nur dann, 
wenn Du schon aufgegeben hast.
Kann natürlich sein, dass du dich dazu berufen fühlst Pupertierende in 
die Schranken zu weisen. Evtl. solltest du dir aber vorher die 
Statistiken von Lehrern anschauen wie viele in Frührente gehen, wie 
viele einfach nicht mehr können.

Ich kannte mal einen Gymnasialprofessor (so nannte sich das damals) für 
Mathematik. Der hat regelmässig sein Leid geklagt über seine Schüler. 
Und hat mir Aufgaben aus der 10. Klasse gezeigt und mich gefragt, wieso 
die nicht in der Lage waren die Aufgaben zu lösen. Die waren lösbar!
Das ganze ist schon 30 Jahre her.

Ich persönlich würde daran verzweifeln und den Krempel bald hinwerfen.

Vergiss nicht, dass Lehrlinge im Sortierungsprozess ziemlich am Anfang 
stehen.  Du wirst also das ganze Spektrum erleben. Die vermeintlich 
intelligenteren machen sowieso einen auf Bankkaufmann oder studieren BWL 
oder irgendwas mit Medien.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Udo S. schrieb:
> Als Ausbilder muss man nicht nur praktisch etwas können, sondern sollte
> auch die Theorie beherrschen und vermitteln können.

Muss oder eher sollte? Neben der Lehrwerkstatt gab es ja etliche Wochen 
im Betrieb und ich hatte mehr als einen. Was zu denken geben sollte, war 
einer dieser: "Bei euch war es anstrengend, aber im Gegensatz zu unseren 
Ausbildern könnt ihr alles, was ihr von uns gefordert habt, auch 
tatsächlich selbst". Das bezog sich auf die Praxis!

Bradward B. schrieb:
> Ist der Ausbilder zu Unfähig oder die Lehrlinge zu blöd? - Ja da kann
> man wiederbar den Schwarzen Peter im Kreis schieben.

Genau diese Frage habe ich mehr als einmal gestellt und nicht eindeutig 
dem Lehrling zugewiesen.

> Aber manche Ausbilder stehen sogar mit Beiden beinen im Knast und sind
> obendrein verbeamtet:

Ich hatte viele Jahre mit dem Elektromeister einer Jugendstrafanstalt zu 
tun und diesen auch einige Tage zur Technikunterweisung bei uns im Werk. 
Das war ein interessanter Typ Mensch, der für den Job passte - was ich 
nicht jedem zutrauen würde. Im Kollegenkreis seiner JVA soll er 
umstritten gewesen sein, geradeaus unterwegs und so, dass wir uns auf 
Anhieb gut verstanden.

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