Wie pflegt ihr eure RLC Bibliothek? Ich stehe vor der Herausforderung, dass wir eher selten Leiterplatten selbst designen. Es kommt ca. 1x pro Jahr vor, dass ein Design von uns auch extern hergestellt werden muss. Dabei habe ich jedes mal das Problem, dass ich zusätzlichen Werte für die Bauteile von Hand nachtragen muss. Die Werte der Bauteile ist nicht das Problem, das kann mit 'V' im Schema eingetragen werden. Es sind eher die Toleranzen bei den Widerständen, oder dann Spannungsfestigkeit, Dielektrika und Toleranz bei den Kondensatoren. Wir löst ihr das bei euch? Ist jede Wertigkeit bei euch als eigener Artikel in der Bibliothek hinterlegt?
Üblicherweise hat man immer ein ganz konkretes Bauteil, von einem bestimmten Hersteller, da gibt es dann genau EINE Artikelnummer! Beispiel: -------- Lässt man z.B. eine Platine bei JLCPCB fertigen UND BESTÜCKEN, dann ist im Schaltplaneditor bei "Symbolfelder bearbeiten" ein Attributfeld "LCSC" zwingend einzutragen. Und für jedes Bauteil ist dort dessen Bestellnummer einzutragen. In diesem Fall die Bestellnummer von JLCPCB bzw. dessen Bauteilelieferanten www.lcsc.com/ Auswahl über: https://jlcpcb.com/parts/in-stock-parts Sucht man Kondensator 100 nF in Bauform "0805" und wählt Parts Type = Basic, so gibt es genau noch 2 Treffer, eines davon ist die "C49678" https://jlcpcb.com/partdetail/YAGEO-CC0805KRX7R9BB104/C49678 Also ist C49678 einzutragen bei Attribut "LCSC". Dein Fall: ========= Vorschlag: Ein (oder zwei) Attributfeld(er) "HERSTELLER" und ggf. "LIEFERANT" Und das wichtige Attribut "Bestellnummer" (eben dieses Lieferanten). Meiner Meinung nach sollte das ausreichen.
Bei der Entwicklung des Schaltplans jede Menge Bauteile anzulegen, die dann während der Entwicklungsphase wieder geändert werden, ist jede Menge unnötige Arbeit. Ich mache es so dass ich erst den Schaltplan entwickle und dabei nur den primären Wert angebe, also z.B. 100n für einen Standard-Kerko. Wenn ich an einer Stelle etwas spezielleres brauche, z.B. "10µ 25V", dann trage ich genau das ins Value-Feld ein. Während der Entwicklungsphase ändere ich das aber durchaus mehrfach, z.B. wenn ich merke dass das nicht reicht oder ich gegen Ende der Entwicklung versuche die Anzahl an verschiedenen BOM-Lines zu reduzieren und Teile zusammenzufassen. Wenn der Schaltplan fertig ist dann gibt es in den neueren Kicad-Versionen die Funktion "Edit Symbol Fields" in den Tools. Damit kann man sich ganz einfach alle Teile mit den gleichen Werten gruppieren lassen und dann für alle gemeinsam mit einem Klick ein zusätzliches Feld hinzufügen. Das ist dann z.B. die Bestellnummer beim Lieferanten wie das "LCSC"-Feld was Klaus genannt hat. Damit fällt der Aufwand vorher irgendwelche Bibliotheken allein für unterschiedliche Werte anlegen zu müssen komplett weg.
Klaus F. schrieb: > Lässt man z.B. eine Platine bei JLCPCB fertigen UND BESTÜCKEN, > dann ist im Schaltplaneditor bei "Symbolfelder bearbeiten" > ein Attributfeld "LCSC" zwingend einzutragen. > Und für jedes Bauteil ist dort dessen Bestellnummer einzutragen. > In diesem Fall die Bestellnummer von JLCPCB bzw. dessen > Bauteilelieferanten www.lcsc.com/ Wenn man "Bouni's KiCad respository" als Paketquelle hinzufügt und darüber "KICAD JLCPCB tools" installiert, kann man dieses äußerst praktische Werkzeug aus dem Layouteditor aufrufen. Darüber wird die gesamte JLCPCB-Bauteiledatenbank herumgeladen (und gecached), so dass man direkt die entsprechenden Recherchen und Zuordnungen durchführen kann. Besonders praktisch ist dabei, dass auch die Korrekturinformationen für die Bauteileausrichtung darin enthalten sind, so dass man anschließend sehr viel weniger händisch nacharbeiten muss. Dieses Plugin ist nicht mit "Fabrication Toolkit" bzw. "JLC PCB fabrication toolkit" aus dem Hauptrespository zu verwechseln, welches diese schicken Features nicht bietet. KiCad-Paketquelle: https://raw.githubusercontent.com/Bouni/bouni-kicad-repository/main/repository.json Github-Seite: https://github.com/Bouni/kicad-jlcpcb-tools
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Gerd E. schrieb: > Bei der Entwicklung des Schaltplans jede Menge Bauteile anzulegen, die > dann während der Entwicklungsphase wieder geändert werden, ist jede > Menge unnötige Arbeit. Das ist aber ein einmaliger Aufwand und je gründlicher und länger du ihn machst, desto weniger neue Bauteile musst du für ein neues Projekt anlegen. Und spezielle ICs und spezielle Bauteile musst du ja so oder so für das Projekt neu anlegen. Hat den Vorteil, dass man weiß, was man schon einmal verwendet hat, was ggf. auf Lager ist und auch, was die Bestücker verwenden.
Jeder RLC ist ein Bauteil mit eigener Herstellerteilenummer inkl. vollständigen und unveränderbaren Attributen. Punkt. Anderer Widerstandswert, anderes Bauteil. Das ist natürlich initial etwas mehr Aufwand als bei generischen Bauteilen, wo man noch zwar schnell z. B. im Schaltplan die Kapazität ändern kann, aber dann eben hinterher auf die Schnauze fällt, wenn beim Bestücker der Auftrag auf Rückfrage geht, weil die spezifizierte Kapazität nicht mehr zum spezifizierten Dielektrikum und/oder zur spezifizierten Nennspannung passt, also die Kombination schlicht nicht existiert. Und der initiale Aufwand hält sich dank Scripting und Sprachmodellen auch in Grenzen. Da legt man einmal z. B. einen Schwung E24-Widerstände von 1R bis 1M an, und hat dann lange Ruhe. An geeigneter Stelle kann man dem Bestücker natürlich auch gerne den Hinweis geben, dass es nicht unbedingt der RC0402FR-07100RL von Yageo sein muss, sondern als Alternative auch ein Bauteil eines anderes Herstellers, wenn es die Spezifikation "100R 1% 100ppm 1/16W 0402 (1005M)" erfüllt, zulässig ist.
Operator S. schrieb: > jede Wertigkeit bei euch als eigener > Artikel in der Bibliothek hinterlegt? So kann man es machen, so machen es viele und finde das fürchterlich kompliziert Bedeutet nämlich für wirklich JEDE Variante aus Wert, Bauform, Toleranz etc. ein eigenes Bauteil anzulegen und zu pflegen(!). Mach das mal für die E12 Reihe von 0402 bis 2510. Vollkommen Irre und was für Konzerne die sich eigene 'Pflegekräfte' für sowas halten. Meine Lösung: Bauteil definieren beim Schaltplan zeichnen, mit Wert und Footprint. Zusätzliches Feld für die Nummer aus unserem Wawi definieren, fertig. Ändert Hersteller X die Nummer weil er ein Detail geändert hat, wechseln wir bei austauschbaren Bauteilen den Hersteller oder haben mehrere die wir je nach Verfügbarkeit verwenden, passiert das alles im Wawi. Die Kicad Projekte bekommen davon nichts mit und sind immer aktuell. So definiere ich jede Eigenschaft die mir wichtig ist und kann die in eigene scripten beliebig weiterverarbeiten. Arbeite mit der Tabellenansicht im Schematic statt bauteile im Schaltplan abzuklappern. Copy Paste, umsortieren, Werte anpassen, geht da alles schneller. All die Argumente 'das muss aber so' kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin der Entwickler, ich lege fest. Weiß ich nicht was ich tue kann das superduper Bauteil das im 12 Augen Prinzip angelegt wurde das auch nicht mehr reißen. Ich habe kleinteiligste Abläufen kennenlernen müssen in denen einer Schaltpläne zeichnet, einer Bauteile anlegt, einer Layouts macht, einer baut, einer testet und dazwischen Abstimmungsorgien die einem das Blut gefrieren lassen. Nee, während da noch meine Bauteilanforderung auf dem Stapel der unerledigten Aufträge liegt, habe ich jetzt bereits die erste PCB in der Hand zum testen. man verballert nämlich so viel Zeit beim Versuch alles Perfekt zu machen, das am Ende keine Zeit mehr ist das Zeug in einem iterativen Prozess aus testing und Redesign wirklich wasserdicht zu bekommen.
Hallo Sebastian R. Sebastian R. schrieb: > Gerd E. schrieb: >> Bei der Entwicklung des Schaltplans jede Menge Bauteile anzulegen, die >> dann während der Entwicklungsphase wieder geändert werden, ist jede >> Menge unnötige Arbeit. > > Das ist aber ein einmaliger Aufwand und je gründlicher und länger du ihn > machst, desto weniger neue Bauteile musst du für ein neues Projekt > anlegen. Die meisten Bauteile bekommen eine sehr einfache Spezifikation wie: Widerstand 4k7 0805 und den Zusatz "generisch", d.h. der Fertiger nimmt einen 4k7 der Bauform 0805, die er grade auf Lager hat und wo er schnell darauf Zugreifen kann. Macht es einfacher, für den Fertiger und für mich. Erst wenn es komplizierter wird, dann wird diese Spezifikation weiter verfeinert, bis dahin, bestimme Typen eines bestimmten Herstellers zu verwenden, im Extremfalle mit Hinweis auf Distributor und Bestellnummer. Das sind aber meistens eher weniger Teile. > Und spezielle ICs und spezielle Bauteile musst du ja so oder so > für das Projekt neu anlegen. Auch das sind meistens nur wenige Teile. > Hat den Vorteil, dass man weiß, was man schon einmal verwendet hat, was > ggf. auf Lager Die meisten "neuen" Projekte sind Varianten eines anderen Projektes. D.h. man legt in KiCad ein neues Projekt an, und speichert Schaltplan und Board des Projektes, das weiterentwickelt wird unter dem passenden Namen in diesem Projekt. Dann geht man in den Schaltplan, ändert diesen, und davon abgeleitet das Board. Manchmal importiert man auch nur Schaltungsteile als Subschaltplan. Darum ist es sinnvoll, sich alte Schaltpläne zu zerteilen und die Teile als Subschaltpläne zu speichern. Dann hat man vieles schon "auf Lager" und kann es schnell mehrfach verwenden. Immer aber auf die "Schnittstellen" schauen, sonst wird viel doppelt gemoppelt. Beispiel: Schaltung A hat eine Schutzdiode im Ausgang, und die daran anschliessende Schaltung B hat auch eine im Eingang. Dann muss eine gelöcht werden. > ist und auch, was die Bestücker verwenden. Daher oben der Hinweis mit dem "generisch". Mit freundlichem Gruß Bernd Wiebus alias dl1eic http://www.l02.de
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