Hi, wie sollte ich vorgehen, wenn ich ein ATX-Netzteil nach jahrelanger Lagerung wieder in Betrieb nehmen möchte? Soweit ich gelesen habe, sollte man die Eingangsspannung wegen der gealterten Kondensatoren ja langsam an die Soll-Höhe heranführen. Welche Art von Spannungsquelle sollte ich kaufen? Und muss ich das Netzteil währenddessen über das Brücken zweier Pins des ATX-Steckers starten? Viele Grüße & danke für eure Tipps! Norm
Die übliche einfache Lösung, ist ein Glühobst 230 V @ (60 - 100) W in die Phase zu legen. Hat man schon alle weggeworfen, hat man schlicht Pech. ☻
Norm schrieb: > Und muss ich das Netzteil währenddessen über das Brücken zweier Pins des > ATX-Steckers starten? Nein, das Problem sind die Hochvolt-Elkos auf der Primärseite. Die liegen immer an Netzspannung, außer der Kippschalter ist aus. Wenn du einen Stelltrafo besitzt, kannst du den benutzen. Der Tipp von Cartman ist der praktikabelste und wirtschaftlichste. Wobei ich zum Formieren eher eine Glühbirne mit geringer Leistung nehme würde, z.B. 25 Watt. Den Erfolg der Maßnahme kannst du anhand der Leuchtdauer der Lampe abschätzen, wenn das Netzteil an 230V gelegt wird. Sind die Elkos gesund, wird sie nur kurz aufleuchten. Das Netzteil darf dazu natürlich NICHT sekundär aktiv sein.
ATX-Netzteile gibt es seit dreißig Jahren, wenn das Ende der Lebenszeit erreicht ist, dann war es das eben. Früher hieß es, das man Geräte erst > 30 min unangeschaltet im Raum stehen lassen sollte, damit sich die Temperatur angleichen kann. Natürlich schaut man sich das Gerät an, ob da nicht Beschädigungen/Feuchtigkeit erkennbar ist, bei manchen heisst ja "Lagerung" "übern Winter im Dreck vergraben". > Und muss ich das Netzteil währenddessen über das Brücken zweier Pins des > ATX-Steckers starten? google mal nach Pinbelegung ATX-Kabel, dann findet man bspw.: * https://www.elektronik-kompendium.de/sites/com/0601151.htm * https://www.heise.de/ratgeber/PC-Netzteil-richtig-anschliessen-1794955.html Natürlich ist es eine gute Idee, die Spannungen mal mit einem Multimeter nachzumessen und das Teil nicht gleich unter Hochlast betreiben. Wenn kein Lüfter anläuft wäre das schon mal ein "Warnsignal".
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Das wird nicht funktionieren. Wenn die Elkos wirklich formatiert werden müssen, braucht man dafür einen einstellbaren Trafo, mit dem man die Spannung langsam erhöhen bzw. für ein paar Stunden auf einer geringeren Ebene halten kann. Mit einer einfachen Glühbirne in Reihe klappt das nicht, erst recht nicht wenn das Netzteil nicht richtig eingeschaltet wird. Dann ist seine Leistungsaufnahme viel zu gering und die Spannung an den Elkos wird in der ersten Sekunde nach dem Einschalten volles Betriebsniveau erreichen. Meine Lösung: Wenn das kein super wichtiges oder exotisches Einzelstück ist, Stecker rein und einschalten. Entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht, neu oder gebrauchtes kaufen wenns knallt.
> Und muss ich das Netzteil währenddessen über das Brücken zweier Pins des > ATX-Steckers starten? Siehe google Zusammenfassung im Anhang.
Ben B. schrieb: > Das wird nicht funktionieren. Wenn die Elkos wirklich formatiert > werden > müssen, braucht man dafür einen einstellbaren Trafo, mit dem man die > Spannung langsam erhöhen bzw. für ein paar Stunden auf einer geringeren > Ebene halten kann. Das ist der Königsweg, aber ob der Aufwand für ein simples Netzteil lohnt? Außer es ist unwiederbringlich historisch wertvoll. > Mit einer einfachen Glühbirne in Reihe klappt das nicht, erst recht > nicht wenn das Netzteil nicht richtig eingeschaltet wird. Die Glühbirne dient als Strombegegrenzung und funktioniert in dieser Eigenschaft gut. Selbst wenn die Elkos niederohmig sind, fließt nur geringer Strom und sie erholen sich erfahrungsgemäß auch ohne die korrekte Formierungsprozedur. Die volle Netzspannung steht unabhängig vom Einschalten der Sekundärseite immer an den Elkos, da sie direkt über den Gleichrichter damit verbunden sind. Die Last ändert daran nichts.
Im Zusammenhang mit der Glühbirne schon. Also wenn die Last hoch wäre, würde die Glühlampe den Strom begrenzen und dann steht an der Last weniger Spannung an. An dem inaktiven ATX-Netzteil verhindert die Glühlampe lediglich, daß bei einem Defekt die Sicherung vom Zimmer fliegt.
Wenn es nur "Jahrelange" und keine "Jahrzehntelange" Lagerung ist, hat das Netzteil vmtl. aktive PFC. d.H. die netzseitigen Elkos werden sowieso immer auf ihre Soll-Spannung geladen, egal ob auf der Primärseite eine Glühlampe oder Stelltrafo in der Leitung hängt.
Lange Verlägerungschnur, in Deckung gehen und eingeschaltet anstecken. Stündchen dranlassen und abwarten. Vorsichtig nähern und am ATX-Stecker einschalten (Büroklammer). Ich würd der 5Volt ne kleine Last spendieren, damit das Teil etwas zu atmen hat, bissl was sieht. Wenn nich, dann weg damit. So würde ich das machen. Ohne Trafo oder Birne
Norm schrieb: > Soweit ich gelesen habe, sollte man die Eingangsspannung wegen der > gealterten Kondensatoren ja langsam an die Soll-Höhe heranführen. Das gilt für Elkos aus den '50er bis '70er Jahren. Röhrenradios. Dein Netzteil dürfte deutlich neuer sein. Spätestens seit den '90ern muss nichts mehr formiert werden. Stattdessen eher Sicht- und Geruchskontrolle auf undichte Elkos. Um einen Elko zu formieren legt man strombegrenzt Nennspannung an. Das Gerät muss natürlich eingeschaltet sein, sonst sehen die Elkos keine Spannung. Zur Strombegrenzung kann man eine (klassische) Glühbirne einsetzen. Alternativ geht auch ein nicht zu starker Stelltrafo, dessen Drahtwiderstand beim langsamen Hochdrehen als Vorwiderstand wirkt.
Ben B. schrieb: > Wenn die Elkos wirklich formatiert werden müssen Eine vollständige "Formatierung" ist unnötig, sie müssten ggfs. lediglich "formiert" werden ;-) > Stecker rein und einschalten. Genauso geht das in der Praxis. Wir haben es ja nicht mit uralten Elkos in uralten Röhrenradios zu tun, die seit 70 Jahren irgendwo auf dem Heuschober herumgestanden haben.
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Ben B. schrieb: > Meine Lösung: Wenn das kein super wichtiges oder exotisches Einzelstück > ist, Stecker rein und einschalten. Entweder es funktioniert oder es > funktioniert nicht, neu oder gebrauchtes kaufen wenns knallt. Natürlich kann man das so machen, wenn es egal ist. Wenn nicht, bastelt man eben die Glühbirne rein. Verhindert zuverlässig den lokalen Blackout und schützt den Gleichrichter vor Zerstörung.
Soul E. schrieb: > Das Gerät muss natürlich eingeschaltet sein, sonst sehen die Elkos keine > Spannung. Eingeschaltet muß nur die Primärseite sein. Deren Elkos sehen die Netzspannung unabhängig vom Einschalten über den ATX-Stecker. Die Elkos auf der Sekundärseite kann man ohne Ausbau sowieso nicht formieren und die brauchen das auch nicht.
Soul E. schrieb: > Um einen Elko zu formieren legt man strombegrenzt Nennspannung an. Das > Gerät muss natürlich eingeschaltet sein, sonst sehen die Elkos keine > Spannung. Zur Strombegrenzung kann man eine (klassische) Glühbirne > einsetzen. Alternativ geht auch ein nicht zu starker Stelltrafo, dessen > Drahtwiderstand beim langsamen Hochdrehen als Vorwiderstand wirkt. Ein Stelltrafo ist eine harte Quelle. Da auf den "Drahtwiderstand" zu vertrauen... Der Kaltwiderstand einer 230 V @ 100 W Birne liegt dagegen bei gemessenen 63 Ω. Man kann aber die einfache Glühobstlösung noch mit einem neuzeitlichen Energiekostenschätzer veredeln. Die lösen im allgemeinen 1 mA auf, und man kann bei der etwaigen Formierung dann zusehen. ☺
Cartman E. schrieb: > Ein Stelltrafo ist eine harte Quelle. Wie gesagt, da ist ziemlich sicher ein PFC-Vorregler im Netzteil. Der braucht eine "harte Quelle". Schau dir so einen typischen Schaltplan an, überleg dir, was die Regelung wohl macht, wenn da plötzlich ein Vorwiderstand im Spiel ist, und was das für den armen Schalttransistor bedeutet. Die Chancen, dass irgendein Primärseiten-Gebastel vor dem ATX-Netzteil extra Schaden verursacht ist deutlich höher als dass es irgendwas rettet. (Ist nicht Opas Röhrenradio, und auf der Primärseite sind auch keine 1980er Tantal-Perlen)
Cartman E. schrieb: > Ein Stelltrafo ist eine harte Quelle. > Da auf den "Drahtwiderstand" zu vertrauen... > Der Kaltwiderstand einer 230 V @ 100 W Birne liegt dagegen bei > gemessenen 63 Ω. Absolut richtig. Aber Tausende von Radiosammlern und Fernsehtechnikern vertrauen auf ihren Stelltrafo mit seinem Drahtwiderstand. Wenn Du da mit Glühbirnen anfängst kriegen die Schnappatmung. Wer mit Schaltnetzteilen groß geworden ist, der ist mit PTC-Strombegrenzern natürlich bestens vertraut. Auch mit den optisch aktiven. Wie bereits geschrieben: es geht beim Formieren historischer Elkos nicht um das langsame Hochdrehen der Spannung, sondern um die Strombegrenzung. Im Inneren des Elkos soll sich eine Oxidschicht bilden, und das ohne übermäßige Erwärmung oder Dampfblasenbildung. Wenn der Strom wieder im Mikroampere-Bereich angekommen ist, ist der Elko bereit. Es ist nicht erforderlich, mehrere Stunden oder gar Tage zu formieren. Wenn das so lange dauert, Elektrolyt nachfüllen!
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> hat das Netzteil vmtl. aktive PFC.
Normalerweise wird die aktive PFC-Stufe im Standby-Betrieb abgeschaltet
um einen möglichst geringen Standby-Verbrauch zu erreichen.
Εrnst B. schrieb: > Die Chancen, dass irgendein Primärseiten-Gebastel vor dem ATX-Netzteil > extra Schaden verursacht ist deutlich höher als dass es irgendwas > rettet. Ich mach das nicht selten. Schaden hat es bisher nicht verursacht, vor Schaden bewahrt dagegen schon mehrfach.
Soul E. schrieb: > Absolut richtig. Aber Tausende von Radiosammlern und Fernsehtechnikern > vertrauen auf ihren Stelltrafo mit seinem Drahtwiderstand. Wenn Du da > mit Glühbirnen anfängst kriegen die Schnappatmung. Nö. Die Radiosammler sind eigentlich die Hauptverfechter der Vorschaltlampe ;) Es geht dabei auch um einen SPÄTER auftretenden Kurzschluss z.B. ein bei gewisser Spannung oder nach einiger Betriebszeit voll durchschlagender sekundärseitiger Entstörkondensator um dann Folgeschäden an Trafo/Gleichrichter etc. zu vermeiden. Solang es ein Standard-ATX Netzteil ist würde ich da jetzt aber auch kein großes Geschiss machen und es einfach einschalten, wenns knallt wars halt nix.
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Icke ®. schrieb: > Ich mach das nicht selten. Schaden hat es bisher nicht verursacht, vor > Schaden bewahrt dagegen schon mehrfach. Woher willst du das wissen? Meine Aussage war: Die Wahrscheinlichkeit ist höher. nicht "hoch". Und wenn es 0.000001% vs 0.0000001% sind... Es geht um ATX-Netzteile, das schränkt das maximale Alter der dort vorkommenden Elkos deutlich ein. Da hab ich ausgelaufene gesehen, welche die Kapazität verloren haben, welche wo sich der Deckel wölbt, welche wo der ESR nicht mehr passt… Aber nie, NIE, einen, der sich durch Formierung mit einer magischen Vorschaltlampe selbst geheilt hat.
Εrnst B. schrieb: > Da hab ich ausgelaufene gesehen, welche die Kapazität verloren haben, > welche wo sich der Deckel wölbt, welche wo der ESR nicht mehr passt… > Aber nie, NIE, einen, der sich durch Formierung mit einer magischen > Vorschaltlampe selbst geheilt hat. Die Elkos, deren Oxidschicht man nach längerer Lagerung neu aufbauen musste, wurden vor >40 Jahren gebaut. Die findet man regelmäßig in Röhrenradios, nicth in ATX-Netzteilen. Wenn Du noch nie einen gesehen hast, dann liegt es vermutlich daran, dass Du Dich nicht mit derartiger Technik beschäftigst. Seit Mite der '80er haben Elkos oxidierende Elektrolyte. Da baut sich die Oxidschicht bei Lagerung nicht ab. Dafür oxidieren die auch die Leiterplatte, wenn sie auslaufen.
Soul E. schrieb: > Die findet man regelmäßig in > Röhrenradios, nicth in ATX-Netzteilen. Es geht hier um ein ATX-Netzteil. > Wenn Du noch nie einen IN EINEM ATX-NETZTEIL > gesehen > hast, dann liegt es vermutlich daran, dass Du Dich nicht mit derartiger > Technik beschäftigst. "derartige Technik"="Röhrengesteuerte ATX-Netzteile" oder was meinst du?
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Εrnst B. schrieb: > Woher willst du das wissen? Weil ich dabei war?? Mißverständnis, ich rede von meinen eigenen Erfahrungen, nicht für die Allgemeinheit. Ich wende die Methode mit der Lampe grundsätzlich immer an, wenn ich Rechner oder Netzteile anschließen muß, die längere Zeit nicht in Betrieb waren. Habe mir dafür einen extra Adapter zum Zwischenstecken gebaut. Es sei dahingestellt, ob nun die Elkos oder andere Bauelemente verantwortlich sind, nicht selten signalisiert die Lampe ungewöhnlich hohe Stromaufnahme. In dem Fall hat man wenigstens die Chance auf einfache Reparatur. Ein Elko mit Kurzschluß reißt meistens den Gleichrichter mit und der die Endstufentransistoren. Dann ist die Instandsetzung aufwendig. Es gibt schließlich auch jede Menge ATX-Netzteile, die von der Standardbauform abweichen, z.B. in Markenrechnern oder nur noch teuer zu beschaffende aus alten Retro-PCs.
Um mal ein wenig Mathematik, Arithmetik und Ordnung in das Thema zu bringen: Ein ATX-Netzteil des Jahres 2003, hatte incl. Mainboard im Standby einen Verbrauch von 2 W. Weniger konnte der Energiemesser dieser Zeit gar nicht messen, weil dessen Auflösung nur 10 mA waren. An einer 100 W Birne wären dabei 0,6 V abgefallen. Eventuell ein wenig mehr, weil das Glühobst ja nicht mehr kalt war. Wenn eine damals evtl. schon vorhandene PFC damit nicht klargekommen wäre, wäre sie wohl sehr schlecht designt gewesen. Das angenehme an der Vorschaltlampe ist eben, dass sie bei kritischen Fehlern dass tut, was der Mensch nur sehr langsam tun könnte: Den fliessenden Strom hinreichend schnell begrenzen. AC Labornetzgeräte mit noch besseren Eigenschaften wären halt sehr teuer. Ein Stelltrafo ist auch kein AC Labornetzgerät.
Ist schon mal jemanden ein in dem letzten halben Jahrhundert gebauter Elko BEIM EINSCHALTEN geplatzt? Bild? Oder hat einen verlässlichen Link auf so ein Ereignis? Wie viele Sekunden nach dem Einschalten war das?
Wolf17 schrieb: > Ist schon mal jemanden ein in dem letzten halben Jahrhundert gebauter > Elko BEIM EINSCHALTEN geplatzt? Bild? Oder hat einen verlässlichen Link > auf so ein Ereignis? Wie viele Sekunden nach dem Einschalten war das? Ja. War ein IBM PS/2 386SX. Passierte nächtens. Aber im Betrieb und nicht beim Einschalten. Bild leider Fehlanzeige.
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Die können das: einer ohne Vorwiderstand nach ca 100s mit sattem Knall. Der nächte bekam dann eine 200W Glühbrine die noch ein Weilchen glimmte. Und nun nicht mal aufblinkt beim (leer)Start. Ps die wenigsten knallen, die meissten wurden nur schnell warm, manche zischten. Sie sind also nicht als Silvesterknaller zu (miss)brauchen ;-)
Wolf17 schrieb: > Ist schon mal jemanden ein in dem letzten halben Jahrhundert gebauter > Elko BEIM EINSCHALTEN geplatzt? Bild? Oder hat einen verlässlichen Link > auf so ein Ereignis? Wie viele Sekunden nach dem Einschalten war das? Hallo, Bild habe ich keines. Hatte vor Jahren einen Kollegen ein paar Jahre rumliegendes 350W Enermax geschenkt. Das Teil lief laut Aussage ca. 1h, dann gab es einen Knall und das Zimmer hat nach Elko gestunken. Er nahm es locker. Zum Glück hatte sein Rechner keinen Schaden genommen.
Mir hat mal der Modellbau bei einer ganzen Charge B-Muster die Elkos falsch herum bestückt. Es hat eine Weile gedauert bis wir es überhaupt gemerkt haben. Das waren 100 uF 35 V, die haben verpolt an 13,5 V ca 10 mA gezogen. Die Stromaufnahme ging schnell nach unten, und nach 15-30 min hatten sie sich an die neue Situation gewöhnt. Der Ruhestrom lag im Mikroampere-Bereich. Formieren klappt also auch heute noch ;-) Was zum Kunden ging habe ich umgelötet. Der Rest ist so geblieben und hat auch keinen Ärger gemacht. Nach drei Monaten wurde das Zeug ohnehin weggeschmissen, da gab es Vorserienteile. Auch hier: keine Explosionen.
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Soul E. schrieb: > Das waren 100 uF 35 V, die haben verpolt an 13,5 V ca 10 > mA gezogen. Die Stromaufnahme ging schnell nach unten, und nach 15-30 > min hatten sie sich an die neue Situation gewöhnt. Was mal interessant gewäre, so ein umformiertes Exemplar auszulöten und zu vermessen. (Kapazität und ESR) Ich kann mir die geringe Stromaufnahme nur so erklären, das der Abbau der Oxidschicht der alten Anode strombergrenzend wirkt. Parallel dazu wird die Oxidschicht der neuen Anode aufgebaut. Weiterer faktor ist wahrscheinlich, das der Elko nicht auf seine Nennspannung umformiert wurde. Das hätte in die Hose gehen können. Wären beide Seiten blank und unbehandelt, sähe die Sache ganz anders aus. Ich kenne das vom Eloxieren aus der Galvanik. Die Spannung muß von 2V an langsam erhöht werden und das Bad muß gekühlt werden. Mit steigender Oxiddicke immer stärker. Grund ist der Leistungsumsatz in der Oxidschicht wärend ihres Wachstums. Bei Wärme geht das Oxid in Lösung und das gilt es zu verhindern.
Hi, vielen Dank für eure Tipps, insb. die Glühbirne! Ich hätte da noch verschiedene Leistungen zur Auswahl von 25 bis 100W. Welche würdet ihr nehmen? Es geht um 2 PCs aus den späten 90ern, die zwar schon ATX statt AT haben, aber leider eine proprietäre Netzteil-Bauform im Desktop-Gehäuse. Passende Ersatz-Netzteile werde ich wahrscheinlich nicht mehr bekommen. Deshalb wollte ich die so schonend wie möglich reaktivieren.
Habe mir extra für die Reparatur von Schaltnetzteilen mal ein 300V/1A DC Netzteil gekauft, auf Ali teilweise im Angebot recht günstig. In den allermeisten Fällen kann man mit DC speisen, da sowieso als Erstes der Gleichrichter kommt. Man kann dann schön mit der Strombegrenzung arbeiten, so dass im Falle eines übersehenen Fehlers nach einer Reparatur nicht alles gleich in Rauch aufgeht. Ich weiß, dieser Ansatz gefällt nicht jedermann hier. Mir gefällt es jedenfalls, schon so einige Netzteile damit repariert.
100 W [x] Der Rechner sollte aber nicht starten. Das ist konfigurierbar. Da man den Zustand im allgemeinen aber nicht kennt, empfiehlt es sich, den NT-Stecker aus dem Board zu ziehen. Die Peripherie, wie Platte etc. reicht als Last. Betrieb mit Unterspannung kann den Inhalt von Flash-ICs beschädugen. Dann hätte man ein korruptes BIOS. Die Lampe sollte zügig d0nkel werden. Mit einem Energiemessgerät könnte man noch den fliessenden Strom beobachten. Wenn der seinen stationären Endwert erreicht hat, kann man die Prozedur beenden.
Cartman E. schrieb: > Mit einem Energiemessgerät könnte man noch den fliessenden Strom > beobachten. Nicht irritieren lassen, wenn da ständig ein kleiner Strom fließt. ATX-Netzteile haben zusätzlich einen kleinen Hilfskreis, der die 5V-Standby-Spannung erzeugt. Der arbeitet praktisch immer und unabhängig vom Hauptkreis. Nachtrag: Ein defekter Hilfskreis ist oft auch die Ursache, wenn das Netzteil nicht einschaltet.
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Bearbeitet durch User
Soul E. schrieb: > Die Elkos, deren Oxidschicht man nach längerer Lagerung neu aufbauen > musste, wurden vor >40 Jahren gebaut. Die findet man regelmäßig in > Röhrenradios, nicth in ATX-Netzteilen. Wenn Du noch nie einen gesehen > hast, dann liegt es vermutlich daran, dass Du Dich nicht mit derartiger > Technik beschäftigst. > > Seit Mitte der '80er haben Elkos oxidierende Elektrolyte. Da baut sich > die Oxidschicht bei Lagerung nicht ab. Dafür oxidieren die auch die > Leiterplatte, wenn sie auslaufen. So ganz stimmt das offenbar nicht, denn ALLE Hersteller der Wechselrichter hier (Lenze, Siemens, Stöber, Sourcetronic) schreiben nach längerer Lagerung im Handbuch zwingend eine entsprechend beschriebene Formierungsprozedur vor. Und die sind alle Bj. > 2005.
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