Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik ATX-Netzteil nach langer Lagerung in Betrieb nehmen


von Norm (normscully)


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Hi,

wie sollte ich vorgehen, wenn ich ein ATX-Netzteil nach jahrelanger 
Lagerung wieder in Betrieb nehmen möchte?

Soweit ich gelesen habe, sollte man die Eingangsspannung wegen der 
gealterten Kondensatoren ja langsam an die Soll-Höhe heranführen.

Welche Art von Spannungsquelle sollte ich kaufen?
Und muss ich das Netzteil währenddessen über das Brücken zweier Pins des 
ATX-Steckers starten?

Viele Grüße & danke für eure Tipps!
Norm

von Cartman E. (cartmaneric)


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Die übliche einfache Lösung, ist ein Glühobst 230 V @ (60 - 100) W
in die Phase zu legen.
Hat man schon alle weggeworfen, hat man schlicht Pech. ☻

von Icke ®. (49636b65)


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Norm schrieb:
> Und muss ich das Netzteil währenddessen über das Brücken zweier Pins des
> ATX-Steckers starten?

Nein, das Problem sind die Hochvolt-Elkos auf der Primärseite. Die 
liegen immer an Netzspannung, außer der Kippschalter ist aus. Wenn du 
einen Stelltrafo besitzt, kannst du den benutzen. Der Tipp von Cartman 
ist der praktikabelste und wirtschaftlichste. Wobei ich zum Formieren 
eher eine Glühbirne mit geringer Leistung nehme würde, z.B. 25 Watt. Den 
Erfolg der Maßnahme kannst du anhand der Leuchtdauer der Lampe 
abschätzen, wenn das Netzteil an 230V gelegt wird. Sind die Elkos 
gesund, wird sie nur kurz aufleuchten. Das Netzteil darf dazu natürlich 
NICHT sekundär aktiv sein.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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ATX-Netzteile gibt es seit dreißig Jahren, wenn das Ende der Lebenszeit 
erreicht ist, dann war es das eben.

Früher hieß es, das man Geräte erst > 30 min unangeschaltet im Raum 
stehen lassen sollte, damit sich die Temperatur angleichen kann.

Natürlich schaut man sich das Gerät an, ob da nicht 
Beschädigungen/Feuchtigkeit erkennbar ist, bei manchen heisst ja 
"Lagerung" "übern Winter im Dreck vergraben".

> Und muss ich das Netzteil währenddessen über das Brücken zweier Pins des
> ATX-Steckers starten?

google mal nach Pinbelegung ATX-Kabel, dann findet man bspw.:
* https://www.elektronik-kompendium.de/sites/com/0601151.htm
* 
https://www.heise.de/ratgeber/PC-Netzteil-richtig-anschliessen-1794955.html
Natürlich ist es eine gute Idee, die Spannungen mal mit einem Multimeter 
nachzumessen und das Teil nicht gleich unter Hochlast betreiben.
Wenn kein Lüfter anläuft wäre das schon mal ein "Warnsignal".

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Das wird nicht funktionieren. Wenn die Elkos wirklich formatiert werden 
müssen, braucht man dafür einen einstellbaren Trafo, mit dem man die 
Spannung langsam erhöhen bzw. für ein paar Stunden auf einer geringeren 
Ebene halten kann.

Mit einer einfachen Glühbirne in Reihe klappt das nicht, erst recht 
nicht wenn das Netzteil nicht richtig eingeschaltet wird. Dann ist seine 
Leistungsaufnahme viel zu gering und die Spannung an den Elkos wird in 
der ersten Sekunde nach dem Einschalten volles Betriebsniveau erreichen.

Meine Lösung: Wenn das kein super wichtiges oder exotisches Einzelstück 
ist, Stecker rein und einschalten. Entweder es funktioniert oder es 
funktioniert nicht, neu oder gebrauchtes kaufen wenns knallt.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Und muss ich das Netzteil währenddessen über das Brücken zweier Pins des
> ATX-Steckers starten?

Siehe google Zusammenfassung im Anhang.

von Icke ®. (49636b65)


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Ben B. schrieb:
> Das wird nicht funktionieren. Wenn die Elkos wirklich formatiert
> werden
> müssen, braucht man dafür einen einstellbaren Trafo, mit dem man die
> Spannung langsam erhöhen bzw. für ein paar Stunden auf einer geringeren
> Ebene halten kann.

Das ist der Königsweg, aber ob der Aufwand für ein simples Netzteil 
lohnt? Außer es ist unwiederbringlich historisch wertvoll.

> Mit einer einfachen Glühbirne in Reihe klappt das nicht, erst recht
> nicht wenn das Netzteil nicht richtig eingeschaltet wird.

Die Glühbirne dient als Strombegegrenzung und funktioniert in dieser 
Eigenschaft gut. Selbst wenn die Elkos niederohmig sind, fließt nur 
geringer Strom und sie erholen sich erfahrungsgemäß auch ohne die 
korrekte Formierungsprozedur. Die volle Netzspannung steht unabhängig 
vom Einschalten der Sekundärseite immer an den Elkos, da sie direkt über 
den Gleichrichter damit verbunden sind. Die Last ändert daran nichts.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Im Zusammenhang mit der Glühbirne schon. Also wenn die Last hoch wäre, 
würde die Glühlampe den Strom begrenzen und dann steht an der Last 
weniger Spannung an. An dem inaktiven ATX-Netzteil verhindert die 
Glühlampe lediglich, daß bei einem Defekt die Sicherung vom Zimmer 
fliegt.

von Εrnst B. (ernst)


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Wenn es nur "Jahrelange" und keine "Jahrzehntelange" Lagerung ist, hat 
das Netzteil vmtl. aktive PFC.

d.H. die netzseitigen Elkos werden sowieso immer auf ihre Soll-Spannung 
geladen, egal ob auf der Primärseite eine Glühlampe oder Stelltrafo in 
der Leitung hängt.

von Axel R. (axlr)


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Lange Verlägerungschnur, in Deckung gehen und eingeschaltet anstecken.
Stündchen dranlassen und abwarten. Vorsichtig nähern und am ATX-Stecker 
einschalten (Büroklammer). Ich würd der 5Volt ne kleine Last spendieren, 
damit das Teil etwas zu atmen hat, bissl was sieht.
Wenn nich, dann weg damit.
So würde ich das machen. Ohne Trafo oder Birne

von Soul E. (soul_eye)


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Norm schrieb:
> Soweit ich gelesen habe, sollte man die Eingangsspannung wegen der
> gealterten Kondensatoren ja langsam an die Soll-Höhe heranführen.

Das gilt für Elkos aus den '50er bis '70er Jahren. Röhrenradios. Dein 
Netzteil dürfte deutlich neuer sein. Spätestens seit den '90ern muss 
nichts mehr formiert werden. Stattdessen eher Sicht- und 
Geruchskontrolle auf undichte Elkos.

Um einen Elko zu formieren legt man strombegrenzt Nennspannung an. Das 
Gerät muss natürlich eingeschaltet sein, sonst sehen die Elkos keine 
Spannung. Zur Strombegrenzung kann man eine (klassische) Glühbirne 
einsetzen. Alternativ geht auch ein nicht zu starker Stelltrafo, dessen 
Drahtwiderstand beim langsamen Hochdrehen als Vorwiderstand wirkt.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Ben B. schrieb:
> Wenn die Elkos wirklich formatiert werden müssen
Eine vollständige "Formatierung" ist unnötig, sie müssten ggfs. 
lediglich "formiert" werden  ;-)

> Stecker rein und einschalten.
Genauso geht das in der Praxis. Wir haben es ja nicht mit uralten Elkos 
in uralten Röhrenradios zu tun, die seit 70 Jahren irgendwo auf dem 
Heuschober herumgestanden haben.

: Bearbeitet durch Moderator
von Icke ®. (49636b65)


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Ben B. schrieb:
> Meine Lösung: Wenn das kein super wichtiges oder exotisches Einzelstück
> ist, Stecker rein und einschalten. Entweder es funktioniert oder es
> funktioniert nicht, neu oder gebrauchtes kaufen wenns knallt.

Natürlich kann man das so machen, wenn es egal ist. Wenn nicht, bastelt 
man eben die Glühbirne rein. Verhindert zuverlässig den lokalen Blackout 
und schützt den Gleichrichter vor Zerstörung.

von Icke ®. (49636b65)


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Soul E. schrieb:
> Das Gerät muss natürlich eingeschaltet sein, sonst sehen die Elkos keine
> Spannung.

Eingeschaltet muß nur die Primärseite sein. Deren Elkos sehen die 
Netzspannung unabhängig vom Einschalten über den ATX-Stecker. Die Elkos 
auf der Sekundärseite kann man ohne Ausbau sowieso nicht formieren und 
die brauchen das auch nicht.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Soul E. schrieb:

> Um einen Elko zu formieren legt man strombegrenzt Nennspannung an. Das
> Gerät muss natürlich eingeschaltet sein, sonst sehen die Elkos keine
> Spannung. Zur Strombegrenzung kann man eine (klassische) Glühbirne
> einsetzen. Alternativ geht auch ein nicht zu starker Stelltrafo, dessen
> Drahtwiderstand beim langsamen Hochdrehen als Vorwiderstand wirkt.

Ein Stelltrafo ist eine harte Quelle.
Da auf den "Drahtwiderstand" zu vertrauen...
Der Kaltwiderstand einer 230 V @ 100 W Birne liegt dagegen bei
gemessenen 63 Ω.

Man kann aber die einfache Glühobstlösung noch mit einem
neuzeitlichen Energiekostenschätzer veredeln. Die lösen im
allgemeinen 1 mA auf, und man kann bei der etwaigen Formierung
dann zusehen. ☺

von Εrnst B. (ernst)


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Cartman E. schrieb:
> Ein Stelltrafo ist eine harte Quelle.

Wie gesagt, da ist ziemlich sicher ein PFC-Vorregler im Netzteil. Der 
braucht eine "harte Quelle". Schau dir so einen typischen Schaltplan an, 
überleg dir, was die Regelung wohl macht, wenn da plötzlich ein 
Vorwiderstand im Spiel ist, und was das für den armen Schalttransistor 
bedeutet.

Die Chancen, dass irgendein Primärseiten-Gebastel vor dem ATX-Netzteil 
extra Schaden verursacht ist deutlich höher als dass es irgendwas 
rettet. (Ist nicht Opas Röhrenradio, und auf der Primärseite sind auch 
keine 1980er Tantal-Perlen)

von Soul E. (soul_eye)


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Cartman E. schrieb:
> Ein Stelltrafo ist eine harte Quelle.
> Da auf den "Drahtwiderstand" zu vertrauen...
> Der Kaltwiderstand einer 230 V @ 100 W Birne liegt dagegen bei
> gemessenen 63 Ω.

Absolut richtig. Aber Tausende von Radiosammlern und Fernsehtechnikern 
vertrauen auf ihren Stelltrafo mit seinem Drahtwiderstand. Wenn Du da 
mit Glühbirnen anfängst kriegen die Schnappatmung.

Wer mit Schaltnetzteilen groß geworden ist, der ist mit 
PTC-Strombegrenzern natürlich bestens vertraut. Auch mit den optisch 
aktiven.


Wie bereits geschrieben: es geht beim Formieren historischer Elkos nicht 
um das langsame Hochdrehen der Spannung, sondern um die Strombegrenzung. 
Im Inneren des Elkos soll sich eine Oxidschicht bilden, und das ohne 
übermäßige Erwärmung oder Dampfblasenbildung. Wenn der Strom wieder im 
Mikroampere-Bereich angekommen ist, ist der Elko bereit. Es ist nicht 
erforderlich, mehrere Stunden oder gar Tage zu formieren. Wenn das so 
lange dauert, Elektrolyt nachfüllen!

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> hat das Netzteil vmtl. aktive PFC.
Normalerweise wird die aktive PFC-Stufe im Standby-Betrieb abgeschaltet 
um einen möglichst geringen Standby-Verbrauch zu erreichen.

von Icke ®. (49636b65)


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Εrnst B. schrieb:
> Die Chancen, dass irgendein Primärseiten-Gebastel vor dem ATX-Netzteil
> extra Schaden verursacht ist deutlich höher als dass es irgendwas
> rettet.

Ich mach das nicht selten. Schaden hat es bisher nicht verursacht, vor 
Schaden bewahrt dagegen schon mehrfach.

von Christian E. (cerker)


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Soul E. schrieb:
> Absolut richtig. Aber Tausende von Radiosammlern und Fernsehtechnikern
> vertrauen auf ihren Stelltrafo mit seinem Drahtwiderstand. Wenn Du da
> mit Glühbirnen anfängst kriegen die Schnappatmung.

Nö. Die Radiosammler sind eigentlich die Hauptverfechter der 
Vorschaltlampe ;)
Es geht dabei auch um einen SPÄTER auftretenden Kurzschluss z.B. ein bei 
gewisser Spannung oder nach einiger Betriebszeit voll durchschlagender 
sekundärseitiger Entstörkondensator um dann Folgeschäden an 
Trafo/Gleichrichter etc. zu vermeiden.

Solang es ein Standard-ATX Netzteil ist würde ich da jetzt aber auch 
kein großes Geschiss machen und es einfach einschalten, wenns knallt 
wars halt nix.

: Bearbeitet durch User
von Εrnst B. (ernst)


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Icke ®. schrieb:
> Ich mach das nicht selten. Schaden hat es bisher nicht verursacht, vor
> Schaden bewahrt dagegen schon mehrfach.

Woher willst du das wissen?

Meine Aussage war: Die Wahrscheinlichkeit ist höher. nicht "hoch". Und 
wenn es 0.000001% vs 0.0000001% sind...

Es geht um ATX-Netzteile, das schränkt das maximale Alter der dort 
vorkommenden Elkos deutlich ein.
Da hab ich ausgelaufene gesehen, welche die Kapazität verloren haben, 
welche wo sich der Deckel wölbt, welche wo der ESR nicht mehr passt…
Aber nie, NIE, einen, der sich durch Formierung mit einer magischen 
Vorschaltlampe selbst geheilt hat.

von Soul E. (soul_eye)


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Εrnst B. schrieb:
> Da hab ich ausgelaufene gesehen, welche die Kapazität verloren haben,
> welche wo sich der Deckel wölbt, welche wo der ESR nicht mehr passt…
> Aber nie, NIE, einen, der sich durch Formierung mit einer magischen
> Vorschaltlampe selbst geheilt hat.

Die Elkos, deren Oxidschicht man nach längerer Lagerung neu aufbauen 
musste, wurden vor >40 Jahren gebaut. Die findet man regelmäßig in 
Röhrenradios, nicth in ATX-Netzteilen. Wenn Du noch nie einen gesehen 
hast, dann liegt es vermutlich daran, dass Du Dich nicht mit derartiger 
Technik beschäftigst.

Seit Mite der '80er haben Elkos oxidierende Elektrolyte. Da baut sich 
die Oxidschicht bei Lagerung nicht ab. Dafür oxidieren die auch die 
Leiterplatte, wenn sie auslaufen.

von Εrnst B. (ernst)


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Soul E. schrieb:
> Die findet man regelmäßig in
> Röhrenradios, nicth in ATX-Netzteilen.
Es geht hier um ein ATX-Netzteil.
> Wenn Du noch nie einen
IN EINEM ATX-NETZTEIL
> gesehen
> hast, dann liegt es vermutlich daran, dass Du Dich nicht mit derartiger
> Technik beschäftigst.

"derartige Technik"="Röhrengesteuerte ATX-Netzteile" oder was meinst du?

: Bearbeitet durch User
von Icke ®. (49636b65)


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Εrnst B. schrieb:

> Woher willst du das wissen?

Weil ich dabei war?? Mißverständnis, ich rede von meinen eigenen 
Erfahrungen, nicht für die Allgemeinheit.
Ich wende die Methode mit der Lampe grundsätzlich immer an, wenn ich 
Rechner oder Netzteile anschließen muß, die längere Zeit nicht in 
Betrieb waren. Habe mir dafür einen extra Adapter zum Zwischenstecken 
gebaut. Es sei dahingestellt, ob nun die Elkos oder andere Bauelemente 
verantwortlich sind, nicht selten signalisiert die Lampe ungewöhnlich 
hohe Stromaufnahme. In dem Fall hat man wenigstens die Chance auf 
einfache Reparatur. Ein Elko mit Kurzschluß reißt meistens den 
Gleichrichter mit und der die Endstufentransistoren. Dann ist die 
Instandsetzung aufwendig. Es gibt schließlich auch jede Menge 
ATX-Netzteile, die von der Standardbauform abweichen, z.B. in 
Markenrechnern oder nur noch teuer zu beschaffende aus alten Retro-PCs.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Um mal ein wenig Mathematik, Arithmetik und Ordnung in das Thema zu
bringen: Ein ATX-Netzteil des Jahres 2003, hatte incl. Mainboard
im Standby einen Verbrauch von 2 W. Weniger konnte der Energiemesser
dieser Zeit gar nicht messen, weil dessen Auflösung nur 10 mA waren.
An einer 100 W Birne wären dabei 0,6 V abgefallen.
Eventuell ein wenig mehr, weil das Glühobst ja nicht mehr kalt war.
Wenn eine damals evtl. schon vorhandene PFC damit nicht klargekommen
wäre, wäre sie wohl sehr schlecht designt gewesen.

Das angenehme an der Vorschaltlampe ist eben, dass sie bei kritischen
Fehlern dass tut, was der Mensch nur sehr langsam tun könnte:
Den fliessenden Strom hinreichend schnell begrenzen.

AC Labornetzgeräte mit noch besseren Eigenschaften wären halt sehr
teuer. Ein Stelltrafo ist auch kein AC Labornetzgerät.

von Wolf17 (wolf17)


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Ist schon mal jemanden ein in dem letzten halben Jahrhundert gebauter 
Elko BEIM EINSCHALTEN geplatzt? Bild? Oder hat einen verlässlichen Link 
auf so ein Ereignis? Wie viele Sekunden nach dem Einschalten war das?

von Cartman E. (cartmaneric)


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Wolf17 schrieb:
> Ist schon mal jemanden ein in dem letzten halben Jahrhundert gebauter
> Elko BEIM EINSCHALTEN geplatzt? Bild? Oder hat einen verlässlichen Link
> auf so ein Ereignis? Wie viele Sekunden nach dem Einschalten war das?

Ja.
War ein IBM PS/2 386SX. Passierte nächtens.
Aber im Betrieb und nicht beim Einschalten.

Bild leider Fehlanzeige.

: Bearbeitet durch User
von Achim H. (pluto25)


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Die können das: einer ohne Vorwiderstand nach ca 100s mit sattem Knall. 
Der nächte bekam dann eine 200W Glühbrine die noch ein Weilchen glimmte. 
Und nun nicht mal aufblinkt beim (leer)Start.
Ps die wenigsten knallen, die meissten wurden nur schnell warm, manche 
zischten. Sie sind also nicht als Silvesterknaller zu (miss)brauchen ;-)

von Veit D. (devil-elec)


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Wolf17 schrieb:
> Ist schon mal jemanden ein in dem letzten halben Jahrhundert gebauter
> Elko BEIM EINSCHALTEN geplatzt? Bild? Oder hat einen verlässlichen Link
> auf so ein Ereignis? Wie viele Sekunden nach dem Einschalten war das?

Hallo,

Bild habe ich keines. Hatte vor Jahren einen Kollegen ein paar Jahre 
rumliegendes 350W Enermax geschenkt. Das Teil lief laut Aussage ca. 1h, 
dann gab es einen Knall und das Zimmer hat nach Elko gestunken. Er nahm 
es locker. Zum Glück hatte sein Rechner keinen Schaden genommen.

von Soul E. (soul_eye)


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Mir hat mal der Modellbau bei einer ganzen Charge B-Muster die Elkos 
falsch herum bestückt. Es hat eine Weile gedauert bis wir es überhaupt 
gemerkt haben. Das waren 100 uF 35 V, die haben verpolt an 13,5 V ca 10 
mA gezogen. Die Stromaufnahme ging schnell nach unten, und nach 15-30 
min hatten sie sich an die neue Situation gewöhnt. Der Ruhestrom lag im 
Mikroampere-Bereich. Formieren klappt also auch heute noch ;-)

Was zum Kunden ging habe ich umgelötet. Der Rest ist so geblieben und 
hat auch keinen Ärger gemacht. Nach drei Monaten wurde das Zeug ohnehin 
weggeschmissen, da gab es Vorserienteile.

Auch hier: keine Explosionen.

: Bearbeitet durch User
von Gerald B. (gerald_b)


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Soul E. schrieb:
> Das waren 100 uF 35 V, die haben verpolt an 13,5 V ca 10
> mA gezogen. Die Stromaufnahme ging schnell nach unten, und nach 15-30
> min hatten sie sich an die neue Situation gewöhnt.

Was mal interessant gewäre, so ein umformiertes Exemplar auszulöten und 
zu vermessen. (Kapazität und ESR)
Ich kann mir die geringe Stromaufnahme nur so erklären, das der Abbau 
der Oxidschicht der alten Anode strombergrenzend wirkt. Parallel dazu 
wird die Oxidschicht der neuen Anode aufgebaut.
Weiterer faktor ist wahrscheinlich, das der Elko nicht auf seine 
Nennspannung umformiert wurde. Das hätte in die Hose gehen können.
Wären beide Seiten blank und unbehandelt, sähe die Sache ganz anders 
aus. Ich kenne das vom Eloxieren aus der Galvanik. Die Spannung muß von 
2V an langsam erhöht werden und das Bad muß gekühlt werden. Mit 
steigender Oxiddicke immer stärker. Grund ist der Leistungsumsatz in der 
Oxidschicht wärend ihres Wachstums. Bei Wärme geht das Oxid in Lösung 
und das gilt es zu verhindern.

von Norm (normscully)


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Hi, vielen Dank für eure Tipps, insb. die Glühbirne!
Ich hätte da noch verschiedene Leistungen zur Auswahl von 25 bis 100W.
Welche würdet ihr nehmen?
Es geht um 2 PCs aus den späten 90ern, die zwar schon ATX statt AT 
haben, aber leider eine proprietäre Netzteil-Bauform im Desktop-Gehäuse. 
Passende Ersatz-Netzteile werde ich wahrscheinlich nicht mehr bekommen. 
Deshalb wollte ich die so schonend wie möglich reaktivieren.

von Harald A. (embedded)


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Habe mir extra für die Reparatur von Schaltnetzteilen mal ein 300V/1A DC 
Netzteil gekauft, auf Ali teilweise im Angebot recht günstig. In den 
allermeisten Fällen kann man mit DC speisen, da sowieso als Erstes der 
Gleichrichter kommt. Man kann dann schön mit der Strombegrenzung 
arbeiten, so dass im Falle eines übersehenen Fehlers nach einer 
Reparatur nicht alles gleich in Rauch aufgeht.
Ich weiß, dieser Ansatz gefällt nicht jedermann hier. Mir gefällt es 
jedenfalls, schon so einige Netzteile damit repariert.

von Cartman E. (cartmaneric)


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100 W [x]

Der Rechner sollte aber nicht starten. Das ist konfigurierbar.
Da man den Zustand im allgemeinen aber nicht kennt, empfiehlt es
sich, den NT-Stecker aus dem Board zu ziehen. Die Peripherie, wie
Platte etc. reicht als Last.
Betrieb mit Unterspannung kann den Inhalt von Flash-ICs beschädugen.
Dann hätte man ein korruptes BIOS.

Die Lampe sollte zügig d0nkel werden. Mit einem Energiemessgerät
könnte man noch den fliessenden Strom beobachten. Wenn der seinen
stationären Endwert erreicht hat, kann man die Prozedur beenden.

von Icke ®. (49636b65)


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Cartman E. schrieb:

> Mit einem Energiemessgerät könnte man noch den fliessenden Strom
> beobachten.

Nicht irritieren lassen, wenn da ständig ein kleiner Strom fließt. 
ATX-Netzteile haben zusätzlich einen kleinen Hilfskreis, der die 
5V-Standby-Spannung erzeugt. Der arbeitet praktisch immer und unabhängig 
vom Hauptkreis.

Nachtrag:
Ein defekter Hilfskreis ist oft auch die Ursache, wenn das Netzteil 
nicht einschaltet.

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Soul E. schrieb:
> Die Elkos, deren Oxidschicht man nach längerer Lagerung neu aufbauen
> musste, wurden vor >40 Jahren gebaut. Die findet man regelmäßig in
> Röhrenradios, nicth in ATX-Netzteilen. Wenn Du noch nie einen gesehen
> hast, dann liegt es vermutlich daran, dass Du Dich nicht mit derartiger
> Technik beschäftigst.
>
> Seit Mitte der '80er haben Elkos oxidierende Elektrolyte. Da baut sich
> die Oxidschicht bei Lagerung nicht ab. Dafür oxidieren die auch die
> Leiterplatte, wenn sie auslaufen.

So ganz stimmt das offenbar nicht, denn ALLE Hersteller der 
Wechselrichter hier (Lenze, Siemens, Stöber, Sourcetronic) schreiben 
nach längerer Lagerung im Handbuch zwingend eine entsprechend 
beschriebene Formierungsprozedur vor. Und die sind alle Bj. > 2005.

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