Hallo Leute, ich habe letztens meinen Master in Elektro- und Informationstechnik abgeschlossen mit Schwerpunkt Automatisierung. Dort habe ich mein Profil etwas im Bereich Risiko- und Zuverlässigkeitsanalyse und Robotik geschärft. Nun bin ich aktuell auf der Jobsuche und habe 2 potenzielle Stellen die sich stark unterscheiden. Die eine Stelle wäre Design & Engineering für Sicherheitsleittechnik für Kernkraftwerke bei einem der großen Unternehmen in diesem Bereich. Sie ist spezifisch für einen Master ausgeschrieben. Tätigkeit wäre hier: - Erstellung von I&C Spezifikationen - Klärung der Aufgabenstellung mit Kunden und Fachabteilungen - Planung der Leittechnik - Erstellung der Genehmigungsunterlagen - System- und Funktionsprüfungen Eine andere Stelle wäre bei einem start up welches zu 2 Konzernen gehört, in einem ganz anderen Bereich.(OT/IT) Tätigkeit wäre hier: - Machine-to-Cloud-Verbindung für verschiedene Produktionsanlagen - Onboarding von Maschinen und Anlagen - Entwickeln und Pflegen von Datapipelines - Rollout des Process Orchestration - Simulation der POL-Softwarepakete und Funktionstests - Second-Level-Support während der Inbetriebnahmephase der Produktionsanlagen An sich war meine Vorstellung bisher meistens, langfristig in die Richtung Systems Engineering zu gehen. Dort hätte ich evtl. auch die Möglichkeit in einem kleinen Consulting Unternehmen in das Systems Engineering einzusteigen. Das beachte ich als eine gute Möglichkeit, Erfahrung im Systems Engineering zu sammeln, aber es wäre in einem sehr kleinen und neuem Unternehmen, mit 10.000 weniger Gehalt im Jahr. Die Stelle im Bezug auf Sicherheitsleittechnik reizt mich, da dies nach strukturiertem Engineering, Systemdenken und Arbeit im sehr sicherheitskritischem Bereich klingt, IG-Metall Tarif wäre und explizit für Master ausgeschrieben ist. Auch wurde mir im Bewerbungsgespräch vermittelt, dass man bewusst jüngere Leute anstellt, um sie dann auch in Richtung Projektleitung oder ähnliches zu fördern. (Der Altersdurchschnitt im Unternehmen ist gerade recht hoch) Auch sehe ich bei dieser Stelle Möglichkeiten, in andere Branchen zu wechseln, falls es notwendig sein sollte, und evtl. in Richtung Safety Engineering oder auch in Richtung Systems Engineering gehen könnte irgendwann. Bei der letzten Stelle (OT/IT) bin ich mir sehr unsicher. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dort mein gesamtes Potenzial aus meinem E-Technik Studium nutzen kann, da es zum Großteil eher nach IT klingt. Es klingt eher zum großen Teil nach einer Integrationsrolle, und evtl. etwas weniger nach Entwicklung und Konzeption. Ehrlich gesagt bin ich mir auch einfach unsicher, wie diese Rolle einzuschätzen ist, wie der Arbeitsmarkt hierfür aussieht und wie da langfristige Entwicklungsmöglichkeiten sind. Bei Systems Engineering und Safety Engineering kann ich es mir besser vorstellen. Hätte hier jemand Gedanken zu einer oder mehrerer dieser Rollen? Am wichtigsten wäre es für mich gerade bei der OT/IT Rolle um abschätzen zu können, ob diese für mich und meine Vorstellungen passt oder eher nicht. Über Antworten würde ich mich sehr freuen
> Die eine Stelle wäre Design & Engineering für Sicherheitsleittechnik für > Kernkraftwerke bei einem der großen Unternehmen in diesem Bereich. Leibstadt in der Schweiz? In Deutschland werden ja Kernkraftwerke zurückgebaut. Also für Deutschland ist das ein reichlich unsicheres Berufsfeld, gibt ja kaum noch Ausbildungsstätten. Da holt man sich lieber die Experten aus Frankreich oder USA, da gibt es noch Atomindustrie im größeren Massstab. https://imgl.krone.at/scaled/3727754/v05e792/full.jpg?imop=Resize,width=700 Ach ja, die wikipedia schreibt zu dem AKW ion der Schweiz: " ... Im Juli 2014 wurde zufällig entdeckt, dass bereits im Jahr 2008 von Fremdpersonal zur Anbringung von Feuerlöschern insgesamt sechs wanddurchdringende Bohrungen durch das Primärcontainment vorgenommen worden waren. ..." Klingt nach "russischen Verhältnissen" - mal schnell das containment anbohren um Feuerlöcher dran zu schrauben ...
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Danke für deine Antwort. Nein, das wäre die bekannte französische Firma in diesem Bereich, welche gesamte Kraftwerke baut mit deutschem Sitz in Erlangen. Diese hat soweit ich weiß weiterhin Projekte in verschiedenen Ländern, Neubauten und Modernisierung. Also es geht um die Planung und Bau von Kraftwerken, nicht der Arbeit in einem spezifischem. Wobei ich mir hier aber auch nich ganz sicher bin, ob in den nächsten Jahren die Franzosen eher versuchen, das know how weiter nach Frankreich zu verlagern. Mich reizt halt irgendwie die Arbeit an hochkomplexen und sicherheitskritischen Systemen. Gerade da ich im Studium viel in Richtung Risikoanalyse zu tun hatte und auch eine Abschlussarbeit über das Thema verfasst habe. Auch würde mich reizen, dass man strukturiertes Engineering lernen würde, Arbeit nach V-Modell etc., welches ja auch in anderen Branchen gefragt sein sollte
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Sento C. schrieb: > Hätte hier jemand Gedanken zu einer oder mehrerer dieser Rollen? Am Sei froh dass du überhaupt ein Angebot bekommen hast, bei der derzeitigen Situation auf dem Arbeitsmarkt ist doch erstaunlich überhaupt etwas zu bekommen und du machst dir Sorgen welche du annehmen sollst..
Sento C. schrieb: > Nein, das wäre die bekannte französische Firma in diesem Bereich, welche > gesamte Kraftwerke baut mit deutschem Sitz in Erlangen. > Diese hat soweit ich weiß weiterhin Projekte in verschiedenen Ländern, > Neubauten und Modernisierung. > Also es geht um die Planung und Bau von Kraftwerken, nicht der Arbeit in > einem spezifischem. Ich könnte mir das nicht vorstellen. Wenn die eigene Arbeit erst in einem Jahrzehnt in der Praxis eingesetzt wird.
Hm, ja, das war anfangs auch mein Gedanke, nachdem ich anfangs lauter Absagen bekommen habe. Aber jetzt haben sich ein paar Möglichkeiten eröffnet, und ich bin mir einfach nicht sicher, was die Aussichten der beiden Stellen sind. Gerade die OT/IT Stelle mit Cloudanbindung etc. Ich bin mir halt nicht ganz sicher, ob ich da als Master in Elektrotechnik gut aufgehoben bin, oder eher nicht, bzw. wie da die Entwicklungsmöglichkeiten stehen. Des Weiteren reizen mich die Kenntnisse in der Sicherheitsleittechnik, wie Funktionsspezifikation, Absprache mit Kunden und Fachabteilungen etc. Diese wären in meinen Augen übertragbar auf andere Branchen. Die OT/IT Stelle klingt halt sehr stark nach IT mit Fokus auf Integration, in einer Branche, die stark Wirtschaftsabhängig ist mit dem Fokus auf Produktionslinien. Klar klingt Cloudanbindung von Maschinen recht gefragt, in einem Zeitalter wo Daten immer wichtiger werden. Aber es klingt auch nach etwas, das für viele Profile machbar ist, nicht nur Elektrotechnik, aufgrund des starken Fokus auf IT.
Naja, wenn du Richtung Hardwareentwicklung gehen willst gibt es sicher noch viel Potenzial. Die Generation der Boomer geht jetzt nach und nach in Ruhestand und mein Eindruck ist das diese insbesondere in dem Bereich stark überrepräsentiert sind.
Hm, Hardwareentwicklung direkt nicht unbedingt. Also hauptsächlich Schaltpläne zeichnen oder so reizt mich nicht so sehr. Aber ich würde gerne an interessanten Systemen arbeiten, ob es in Aviation, Kraftwerken, oder andere ist. Also das gesamte Engineering von Anforderungsmanagement, Konzeption und Design, Implementierung, Validierung etc. Das sehe ich halt hauptsächlich im Systems Engineering und nicht in der IT Integration.
Dann mach das. Und der erste Job entscheidet auch nicht über das ganze Berufsleben. Aber Hardwareentwicklung ist mehr als Schaltpläne zeichnen. So wie Softwareentwicklung mehr ist wie Code tippen. Du wirst den genannten Branchen aber nur einen kleinen Teil des Systems sehen und noch einen kleineren Teil beeinflussen können. Das muss einem liegen.
Bradward B. schrieb: > In Deutschland werden ja Kernkraftwerke zurückgebaut. Rückbau von KKWs ist ein ziemlich sicherer Job für viele viele Jahre, erst recht international. Nur nicht unbedingt schöpferisch.
Sento C. schrieb: > Nein, das wäre die bekannte französische Firma in diesem Bereich, welche > gesamte Kraftwerke baut mit deutschem Sitz in Erlangen. Also Framatome. Sprichst du fließend Französisch?
Ja, Framatome. Aber nein, ich hab mich nicht für Französisch entschieden in der Schule leider. Ich habe mich halt in meinem Studium viel mit Sicherheit beschäftigt. Vorlesungen, meine Forschungsarbeit und auch ein Paper darüber verfasst. Deshalb würden mich solch sicherheitskritischen Systeme reizen.
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Mit Franzosen sollte man französisch reden können, das macht einen sehr grossen Unterschied.
Sento C. schrieb: > Ja, Framatome. > Aber nein, ich hab mich nicht für Französisch entschieden in der Schule > leider. Wenn du nicht gut Französisch kannst, oder das zügig lernen kannst/willst, dann solltest du dich dort nicht längerfristig orientieren.
Ja, die sind vermutlich lieber französisch unterwegs und vermutlich kommt das ihnen sympathischer rüber. Aber mir wurde im Bewerbungsgespräch ziemlich stark vermittelt, dass sie jüngere Mitarbeiter suchen, die dann auch mittelfristig Verantwortung übernehmen wenn ältere Kollegen in den Ruhestand gehen. Beispielsweise in Richtung Projektleitung. Und zur Not nehme ich an dass man dort in einer mehrjährigen Tätigkeit zumindest Kenntnisse sammeln könnte, welche in anderen Branchen Anwendung finden können, wie V-Modell, Anforderungen, Funktionsspezifikation I&C, Tests usw., falls es mittel oder langfristig nicht so gut passen würde ohne französisch Kenntnisse etc. Grundsätzlich wäre ich auch offen, französisch zu lernen. Wie schnell das von statten geht ist halt natürlich etwas die Frage
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(prx) A. K. schrieb: > Mit Franzosen sollte man französisch reden können, das macht einen sehr > grossen Unterschied. Ich glaube eher, Dein "sollte" durch "muss" ersetzen zu müssen.
(prx) A. K. schrieb: > Mit Franzosen sollte man französisch reden können, das macht einen > sehr > grossen Unterschied. Touts les cas !
Manfred P. schrieb: > (prx) A. K. schrieb: >> Mit Franzosen sollte man französisch reden können, das macht einen sehr >> grossen Unterschied. > > Ich glaube eher, Dein "sollte" durch "muss" ersetzen zu müssen. Du bist ein ganz großer Experte...
Du wirst doch im Vorstellungsgespräch sicher auch darüber gesprochen haben welche Firmensprache sie haben. Wenn sie international tätig sind, dürfte kurz bis mittelfristig auch Englisch eine Lösung sein.
Rob R. schrieb: > Du wirst doch im Vorstellungsgespräch sicher auch darüber > gesprochen > haben welche Firmensprache sie haben. Wenn sie international tätig sind, > dürfte kurz bis mittelfristig auch Englisch eine Lösung sein. Also ich wurde nur gefragt, wie es um mein Englisch steht, da das wichtig sei. Bezüglich Projekte wurden größtenteils Europäische Länder genannt, Asien und auch auf dem amerikanischen Kontinent.
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Sento C. schrieb: > Rob R. schrieb: >> Du wirst doch im Vorstellungsgespräch sicher auch darüber >> gesprochen >> haben welche Firmensprache sie haben. Wenn sie international tätig sind, >> dürfte kurz bis mittelfristig auch Englisch eine Lösung sein. > > Also ich wurde nur gefragt, wie es um mein Englisch steht, da das > wichtig sei. > Bezüglich Projekte wurden größtenteils Europäische Länder genannt, Asien > und auch auf dem amerikanischen Kontinent. Dann sollte es doch gehen; wichtig ist, den Fuss mal in eine Tür zu bekommen..nach 1,2,3 Jahren kannst du dann immer noch wechseln. Letztlich kann dir hier keiner die Entscheidung abnehmen
Sento C. schrieb: > Also ich wurde nur gefragt, wie es um mein Englisch steht, da das > wichtig sei. > Bezüglich Projekte wurden größtenteils Europäische Länder genannt, Asien > und auch auf dem amerikanischen Kontinent. Klar, aber wenn du bei einem französichen Staatskonzern Karriere machen willst, dann sind beste Sprachkenntnissen in Französisch unabdingbar. Als Trittbrett ist der Job bestimmt nicht schlecht, aber man muss sich klar sein, dass man niemals in La Defense auftreten wird.
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