News Raspberry Pi-Antennenzertifikation, Deregulation im Automotivebereich und FETs als PH-Sensor


von Tam H. (Firma: Tamoggemon Holding k.s.) (tamhanna)


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Würth zeigt neue Varianten zur Installation elektromechanischer Komponenten per Pick and Place-Maschine. Ramadan und chinesisches Neujahrsfest halten die Branche im Griff, während das KiCad-Team AppImages für Linux ausliefert. Verschiedene Interviews liefern Hintergrundinformationen aus der Branche – was es sonst Neues gibt, verraten wir hier.

Trump: Deregulation im Automotivebereich

Man mag von Präsident Trumps „internationaler Kanonenbootpolitik“ halten, was immer man da will. Insbesondere für Kleinbetriebe im Elektronik- und Maschinenbaubereich hält der Präsident sein Versprechen. Unter der URL https://www.epa.gov/newsreleases/president-trump-and-administrator-zeldin-deliver-single-largest-deregulatory-action-us findet sich die Ankündigung einer massiven Debürokratisierung, die mit verschiedensten komplexitätsgenerierenden Systemen wie der Start-Stopp-Automatik aufräumt:

1
This action will result in an average cost savings of over $2,400 per vehicle. By lowering vehicle and regulatory compliance costs, EPA is improving affordability and expanding consumer choice and ultimately advancing the American Dream by making it easier to reach jobs, grow small businesses, and participate fully in the transportation and logistics systems that power the U.S. economy.

Auch wenn dies für das durchschnittliche europäische Unternehmen wenig direkte Konsequenz hat, zeigt es, dass - politischer Wille vorausgesetzt - eine Verbesserung der Arbeitsumstände für Ingenieure und Ingenieurbetriebe in westlichen Demokratien machbar ist.

Würth: Neue Spielarten für das Pick and Place-Ausliefern mechanischer Komponenten.

Die Kämpfe mit der Installation von Steckverbindern und Co. sind Legion. Im Hause Würth bietet man verschiedenste Spacer an, die bisher mit einer kleinen Stickerfolie Pick and Place-freundlich gemacht wurden. Nun lanciert man zwei neue Varianten, die sich wie in der Abbildung gezeigt präsentieren.

Bildquelle: Würth

Besonders interessant ist aus Sicht des News-Autors die Variante RX, die ohne Schutzfilm auskommt. Ursache für ihre Anbietung ist die Entwicklung neuartiger Pick and Place-Nozzles, die angeblich auch mit den löchrigen Elementen direkt zurecht kommen:

1
There are also innovations in SMT assembly aids. Where previously only a single assembly aid in the form of a polyimide film with tab (designation R) was available, two additional variants  RR and RX  have now been added. The circular version RR is designed to meet a specific requirement. In this case, the tab used to facilitate removal of the film is omitted in situations where optical inspection of small components in the surrounding area could be impaired.
2
3
The RX option represents a different approach for mass production at Würth Elektronik. The SMT spacers RX, designed for large quantities, are supplied without film: Special nozzles on pick-and-place machines can pick up this SMT spacer variant without difficulty and place it precisely on the printed circuit board. Waste and the time-consuming removal of film are eliminated.

Neutrino SX8 - ISR 50-1000 – neue Infrarotkamera mit kontinuierlicher Zoomlinse

Im Hause Teledyne FLIR steht eine neue Infrarotkamera zur Verfügung, die dank ihrer kontinuierlichen Zoom-Linse und den integrierten AI-Beschleunigern für die automatische Auswertung, beispielsweise in UAVs, geeignet ist.

Bildquelle: https://oem.flir.com/products/neutrino-ground-isr-series/?model=425-1601140-C805&

Zu den sonstigen Spezifikationen vermeldet man folgendes:

1
     HOT MWIR with factory integrated 501000 mm CZ lens 
2
     Industry-standard AgileCore imaging electronics 
3
     Prism AI ready, enabling advanced perception 
4
     Vehicle DRI ranges: 34 km / 23.5 km / 20 km 
5
     Long life FL100 cooler with >27,000 hour MTTF and a two year warranty 
6
     NDAA Compliant & ITAR free

Raspberry Pi: Antennen-Zertifikationsprogramm für Compute Module beginnt.

Die Compute Module-Varianten des Raspberry Pi bringen keine PCB-Antenne mit, um die Integration im Gehäuse zu vereinfachen. Problematisch ist, dass jedes Land in dieser Situation andere Anforderungen an die Zertifikation des Systems stellt - die aus einem (lesenswerten) Whitepaper der Raspberry Pi entnommenen Informationen bieten grundlegende Informationen zur Thematik.

Bildquelle, beide: https://www.raspberrypi.com/news/certifying-third-party-antennas-for-use-with-raspberry-pi-compute-modules/

Nun steht ein neues Zertifikationsprogramm ante Portas, das Integratoren des Raspberry Pi Compute Modules bei der Compliance helfen soll. Die offizielle Ankündigung liest sich folgendermaßen - zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Meldung gibt es noch keine Informationen darüber, mit welchen Kosten ein Integrator zu rechnen hat:

1
Should you need further assistance with integrating an alternative antenna —  either during the product design process or after launch  our in-house Global Market Access (GMA) team is fully equipped to handle any additional tests, documentation submissions, or approvals on your behalf. Contact gma@raspberrypi.com with your product requirements, including the proposed antenna options and a list of your target markets (including any not listed above).
2
The GMA team will review your antenna specifications and advise whether compliance with the relevant market regulations is possible. Once confirmed, the team will update the existing approvals or obtain new ones to include the new antenna, carrying out any additional testing as required.

Fraunhofer: PH-Messung mit ionensensitiven Feldeffekttransistoren

Im Hause Fraunhofer hat man einen Durchbruch im Bereich der PH-Messungen erreicht - spezifischerweise ist es nicht mehr erforderlich, die (für verschiedenste Probleme sorgenden) Elektroden einzusetzen. Als Alternative kommt eine Form des Feldeffekttransistors zum Einsatz, die das Fraunhofer Institut folgendermaßen beschreibt:

1
In der neuen Technologie zur pH-Messung des Fraunhofer IPMS wird anstelle der empfindlichen Referenzelektrode ein zweiter ISFET zusammen mit einem klassischen pH-ISFET eingesetzt. Dieser Referenz-ISFET zeigt eine signifikant kleinere pH-Steilheit, von beispielsweise 20 mV/pH, verglichen mit den üblichen 59 mV/pH bei 25°C, gemäß der Nernstschen Gleichung.
2
Die ISFETs sind mit dünnen Schichten aus Niobpentoxid (NbO) oder Tantalpentoxid (TaO) beschichtet. Diese Materialien verleihen den Sensoren hohe Stabilität, einfache Handhabung und gute Lagerfähigkeit. Die beiden ISFETs werden gemeinsam über eine Hilfselektrode betrieben, sodass aus den gemessenen elektrischen Signalen der pH-Wert zuverlässig berechnet werden kann.
3
»Leider stammt dieses Konzept des ISFET-REFET nicht von uns, sondern wurde bereits in den 1980er Jahren von Professor Piet Bergveld, dem Erfinder des ISFET, und seinen Kollegen entwickelt«, erklärt Hild. »Bisher fand das Konzept aber keinen Weg in die kommerzielle Nutzung.« Mit den neuen Bauelementen soll sich das ändern: Die pH-Messung ist zunächst im Bereich von etwa pH 4 bis pH 8 möglich, was für viele Anwendungen in Biologie, Medizin, Landwirtschaft und Umwelt den typischen Messanforderungen entspricht.

Bildquelle, beide: https://www.ipms.fraunhofer.de/de/press-media/press/2026/Mobile-pH-Messungen.html.

Zur Verfügbarkeit findet sich ebenda die folgende Aussage:

1
Aktuell benötigt die Lösung noch zwei 5 × 5 mm² große Chips, die eine gute Benetzung gewährleisten. Auf Kundenwunsch können diese jedoch verkleinert werden. Künftig ist geplant beide Chips auf einen einzigen Chip derselben Größe mit integrierter Temperaturmessung zu reduzieren.
2
. . .
3
»Obwohl noch viel Arbeit vor uns liegt, freuen wir uns, bereits Test-Kits anbieten zu können und diese dem Fachpublikum auf der Analytica 2026 (Halle 3, Stand 312) zu präsentieren«, sagt Hild abschließend. Individuelle Termine auf der Messe können vorab über die Webseite des Fraunhofer IPMS vereinbart werden.

Kicad: Linux-Version nun als AppImage-Datei verfügbar.

Das AppImage-Containerformat erlaubt Anbietern von Linuxapplikationen, die diversen Bibliotheken und sonstigen Unterstützungsdateien „direkt“ mit der Binärdatei zu verpacken. Das von Open Source-Projekten wie OpenSCAD seit langer Zeit unterstützte Format wird von Kicad nun - wie in der Abbildung gezeigt - ebenfalls angeboten.

Bildquelle: https://downloads.kicad.org/kicad/

Nexperia: Einstweilige Verfügung bestätigt Entscheidungen des niederländischen Handelsgerichts

Nachdem die chinesische Wingtech den Druck auf die niederländische Regierung reduziert hat, erweist sich diese - ein Schelm, wer es erwartet hätte - als undankbar. Unter der URL https://www.rechtspraak.nl/organisatie-en-contact/organisatie/gerechtshoven/gerechtshof-amsterdam/nieuws/uitspraak-nexperia-ondernemingskamer findet sich nun eine Information, die nach folgendem Schema auf die „Aufrechterhaltung“ der Maßnahmen gegen Wingtech hinweist:

1
Die Unternehmenskammer des Amsterdamer Berufungsgerichts ordnete heute eine Untersuchung der Geschäftspolitik und des Geschäftsbetriebs der Nexperia Holding BV und der Nexperia BV (Nexperia) an. Die Unternehmenskammer bestätigte die einstweiligen Verfügungen. Der Geschäftsführer bleibt weiterhin suspendiert. Die Bestellung eines Interimsdirektors bei Nexperia und die Übertragung der Anteile an Nexperia bleiben in Kraft.
2
Die Handelskammer gewährte Nexperia im Oktober 2025 sofortige Rechtshilfe. In ihrem heutigen Urteil stellt sie fest, dass triftige Gründe bestehen, an der soliden Geschäftspolitik und -führung von Nexperia zu zweifeln, und ordnet eine Untersuchung an.

Go 1.26 verfügbar.

Aufgrund des konservativen Wutanfalls gegen die Inklusion von Rust im Linux-Kernel gilt, dass andere C-Alternativen unberechtigterweise aus dem Fokus der Aufmerksamkeit gefallen sind. Im Hause Go stellt die Version 1.26 der Programmiersprache zur Verfügung, die nach folgendem Schema eine „Erhöhung der Kompaktheit“ von Go-Code ermöglicht:

1
A simple example of this change means that code such as this:
2
x := int64(300)
3
ptr := &x
4
Can be simplified to:
5
ptr := new(int64(300))

Im Hintergrund gibt es außerdem Performancesteigerungen:

1
Performance improvements
2
The previously experimental Green Tea garbage collector is now enabled by default.
3
The baseline cgo overhead has been reduced by approximately 30%.
4
The compiler can now allocate the backing store for slices on the stack in more situations, which improves performance.

Wer weitere Informationen zur Thematik begehrt, findet diese - wie immer - im unter der URL https://go.dev/blog/go1.26 bereitstehenden Changelog.

Lockheed Martin: Parasitäre Drohne mit Selbstenergieversorgung

Versuche, in denen eine Drohne - beispielsweise an einem Zug - andockt, um sich transportieren zu lassen, wurden in der Vergangenheit immer wieder durchgeführt. Mit dem LampreyMMAUV lanciert Lockheed Martin nun ein ähnliches System für den Unterwassereinsatz. Spezifischerweise gilt, dass sich die Drohne unten an einem „Schiff oder Boot“ andocken kann, und danach über eine Art RAT Energie erzeugt.

Bildquelle: https://www.lockheedmartin.com/en-us/products/mmauv.html

Zu beachten ist, dass es sich dabei um eine vergleichsweise große Drohne handelt - Lockheed Martin vermeldet in der Detailbeschreibung unter Anderem folgendes:

1
LampreyMMAUV has proven its autonomous maneuver and surveillance capabilities in at-sea exercises and tests. Its open design and 24 cubic foot payload bay can accommodate a wide range of customizable mission payloads for subsea seabed warfare. 

Brisbane Silicon: LUA-programmierbares Board auf FPGA-Basis.

Der Spitzenplatz von C im Bereich der Embedded-Systeme löst bei Entwicklern alternativer Programmierumgebungen seit jeher einen gewissen Beißreflex aus. Während Embedded-Rust-Systeme mittlerweile universell etabliert sind, hat sich LUA wenige durchgesetzt. Auf Crowd Supply startet nun ein neues Projekt, das - wie in der Abbildung gezeigt - ein LUA programmierbares FPGA-Evaluationsboard anzubieten sucht.

Bildquelle: https://www.crowdsupply.com/brisbanesilicon/elm11-feather

Chineserneujahr und Ramadan - mit Verzögerungen ist zu rechnen.

Wer sich über langsame Reaktionen seiner chinesischen oder arabischen Geschäftspartner wundert, muss lokale Festivitäten bedenken. Das Chineserneujahr ist bereits im vollen Gang, während der Ramadan dieses Jahr für den Zeitpunkt von 17.2 bis 19.3 avisiert ist. Die Totzeiten sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich - die folgende Abbildung zeigt, was man im Hause Shenzhen Xunlong als Off-Time ankündigt.

Bildquelle: https://www.instagram.com/orangepixunlong/p/DUklNgCFNEF/

Lesestoff: EFI-Gutachten 2026 erschienen.

Insbesondere für Personen, die mit Cyberagentur oder Teilen der deutschen Regierung zusammenarbeiten wollen, ist das EFI-Gutachten von eminentester Bedeutung. Die „aktuellste“ Version ist soeben erschienen.

Bildquelle: https://www.e-fi.de/fileadmin/Assets/Gutachten/2026/EFI_Gutachten_2026_27126.pdf

Lesestoff, zur Zweiten - Interview mit dem Microchip-CEO

Im Hause Microchip hatte man mit dem letzten Halbleiter-Marktzyklus seine liebe Not. Unter der URL https://www.elektroniknet.de/international/how-microchip-turned-the-downturn-around.230220.html?utm_source=liana&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter findet sich ein lesenswertes Interview, in dem der CEO des Unternehmens sowohl über die Vergangenheit als auch über die Zukunft des bei der Maker-Community wahrscheinlich beliebtesten Mikrocontrollerherstellers spricht. Gleich im Voraus sei angemerkt, dass - nach wie vor - keine Elimination der Achtbit-MCU ante Portas steht.


: Bearbeitet durch NewsPoster
von Oskar K. (karoso)


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Schlaf ml ca. 14 minuten ..dannn schreib mal23e

von Harald K. (kirnbichler)


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Tam H. schrieb:
> Die Compute Module-Varianten des Raspberry Pi bringen keine PCB-Antenne
> mit, um die Integration im Gehäuse zu vereinfachen.

Doch, das tun sie, sowohl das Raspberry Pi Compute Module 4 als auch das 
Compute Module 5.

Auf beiden befindet sich eine PCB-Antenne.

Hier deutlich am linken Platinenrand zu sehen, teilweise vom CE-Logo 
bedeckt:
https://de.farnell.com/productimages/large/en_GB/3563473-40.jpg


Hier ebenso als dreieckige Struktur am linken Platinenrand erkennbar:
https://www.raspberrypi.com/documentation/computers/images/cm5.png

Auf der Platinenunterseite ist vermerkt "Uses Technology from Proant 
AB":
https://botland.de/img/art/inne/25749_3.jpg

Die haben diese Platinenantennen entwickelt.

von Ob S. (Firma: 1984now) (observer)


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Tam H. schrieb:

> Insbesondere für Kleinbetriebe im
> Elektronik- und Maschinenbaubereich hält der Präsident sein Versprechen.

Wie kommst du denn darauf?

> Unter der URL
> 
https://www.epa.gov/newsreleases/president-trump-and-administrator-zeldin-deliver-single-largest-deregulatory-action-us
> findet sich die Ankündigung einer massiven Debürokratisierung, die mit
> verschiedensten komplexitätsgenerierenden Systemen wie der
> Start-Stopp-Automatik aufräumt

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, den Original-Artikel zu lesen.

Das einzige dort geannte Beispiel ist eben die StartStop-Automatik, 
weitere Beispiele liefert der Artikel nicht.
Wie da $2400 pro Fahrzeug zusammenkommen sollen, erklärt der Artikel 
also in keinster Weise.

Das ist ein typischer Trump-Furz, mehr nicht.

> Auch wenn dies für das durchschnittliche europäische Unternehmen wenig
> direkte Konsequenz hat, zeigt es, dass - politischer Wille vorausgesetzt
> - eine Verbesserung der Arbeitsumstände für Ingenieure und
> Ingenieurbetriebe in westlichen Demokratien machbar ist.

Na hallo. Da fallen mir aber sehr viel bessere Möglichkeiten ein als die 
Abschaffung der StartStop-Automatik. Denn: selbst wenn Trumps leeres 
Getöse tatsächlich mit ein wenig mehr Substanz hinterlegt wäre und 
tatsächlich $2400 pro Fahrzeug dadurch gespart werden könnten, käme das 
ja wohl den Ingenieuren und auch den Ingenieurbetrieben eher nicht 
zugute.

Profitieren würden allenfalls die Bosse in Detroit, die Shareholder und 
natürlich der fossile-Brennstoff-Klüngel. Für den Ingenieur kommt da 
eher nix bei rum.

Es ist eher wahrscheinlich, dass die Kostenersparnis (falls es sie 
überhaupt gibt) hauptsächlich dadurch zustande kommen würde, dass halt 
Ingenieurleistungen gespart werden könnten. Das ist sicher nicht gut für 
die Jobs der Ingenieure. Es ist aber sicher auch nicht gut für die 
Ingenierbetriebe.

von Peter H. (peterhi)


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Es wird ein wenig mehr sein als nur die Start/Stop Automatik.
Man möchte den Clean Air Act (CAA) für Autos abschaffen bzw stark 
einschränken. Evtl. fällt der die Abgasreinigung (aka Katalisator, 
AdBlue Einspritz und ...) hinten runter. Was genau passieren wird ist 
offen bzw. noch nicht öffentlich.
Die meisten Autos werden weltweit verkauft, man muss als internationaler 
Hersteller also weiterhin an der Abgasreinigung arbeiten. Die 
Ingeneurleistungen bleiben bzw. werden ein wenig höher. man braucht eine 
Variante für USA und eine für ROW (Rest Of World). Varianten erhöhen 
Aufwand und Kosten. Für den US Markt können dann ein paar Features 
wegfallen und das Fahrzeug wird billiger. Wieviel billiger hängt davon 
ob wieviel von den Einsparungen die Hersteller weitergeben. Beim 
Ingeneur wird eher nichts hängen bleiben.

Peter

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Im Hause Fraunhofer hat man einen Durchbruch im Bereich der PH-Messungen
> erreicht - spezifischerweise ist es nicht mehr erforderlich, die (für
> verschiedenste Probleme sorgenden) Elektroden einzusetzen. Als Alternative
> kommt eine Form des Feldeffekttransistors zum Einsatz, die das Fraunhofer
> Institut folgendermaßen beschreibt:

Naja, ich bin mir relativ sicher da schon vor 15-20Jahren von gelesen zu 
haben als ich noch in dem Bereich gearbeitet habe. Hat sich aber wohl 
nie so recht durchgesetzt weil die Dinger in der Praxis auch halten 
muessen wenn man was anderes wie Bidest misst. :-D

Soll ich euch auch noch was neues erzaehlen was ihr nicht wisst?

Der FAE von Analog hat mir erzaehlt das sie dieses Jahr noch ein 
LT-Spice fuer Linux und Apple rausbringen wollen. Ich bin mal gespannt 
ob sie das hinbekommen. Leider ist das bei Linux nicht so einfach weil 
es da halt sehr viele unterschiedliche Distributionen gibt die sich alle 
stark unterscheiden. Aber immerhin, der Versuch ist lobenswert und wenn 
man bedenkt das Amis nur an Kohle und nix anderes denken, zeigt das wohl 
deutlich den Stellenwert den Linux mittlerweile einnimmt.

Vanye

von Rainer M. (excogitator)


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Vanye R. schrieb:
>> Im Hause Fraunhofer hat man einen Durchbruch im Bereich der PH-Messungen
>> erreicht - spezifischerweise ist es nicht mehr erforderlich, die (für
>> verschiedenste Probleme sorgenden) Elektroden einzusetzen. Als Alternative
>> kommt eine Form des Feldeffekttransistors zum Einsatz, die das Fraunhofer
>> Institut folgendermaßen beschreibt:
>
> Naja, ich bin mir relativ sicher da schon vor 15-20Jahren von gelesen zu
> haben als ich noch in dem Bereich gearbeitet habe. Hat sich aber wohl
> nie so recht durchgesetzt weil die Dinger in der Praxis auch halten
> muessen wenn man was anderes wie Bidest misst. :-D

E+H hat FET-basierte ph-Sensoren nach eigener Aussage 
(https://www.de.endress.com/de/support-overview/lernplattform/isfet-technologie-ph-sensoren#toc00) 
seit 2002 auf dem Markt.

von Rbx (rcx)


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Tam H. schrieb:
> Aufgrund des konservativen Wutanfalls gegen die Inklusion von Rust im
> Linux-Kernel gilt, dass andere C-Alternativen unberechtigterweise aus
> dem Fokus der Aufmerksamkeit gefallen sind.

Naja, Rust ist schon sehr eigentümlich und die Kommunikation schwierig. 
Jetzt gibt es ja zum Glück die KI, die hilft - aber vorher, diese 
Rust-Sekte bei Stackoverflow konnte man auch nicht wirklich ernst 
nehmen. Da steht auch ein wenig Stackoverflow in der Schuld.
Das Problem sind eigentlich nur gewisse Ableitungen und Zusätze, die 
erstmal nichts mit Rust zu tun haben.
Vilfredo Pareto hatte solcherlei Zusammenhänge ganz gut untersucht.

Bei Haskell wurde die Schnittstelle zur Realworld und dem Lowlewel 
verpasst, und jetzt haben wir den Salat mit Rust, welches diesbezüglich 
besser aufgestellt ist - dafür aber im Zusammenhang aber schon etwas 
schräg zu beschreiben oder als Code im Programm-Listing.
Die Parallelperformence ist auch wichtig - und gerade da ist C auch 
nicht so doll außer mit Cuda - und C++ - eigentlich ist da auch schon 
die Kommunikation schwierig geworden (weswegen ja D auch nicht so übel 
ist).

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Naja, Rust ist schon sehr eigentümlich und die Kommunikation schwierig.

Ja das sicher auch. Von aussen wirken die ein bisschen wie eine Sekte. 
Aber das Hauptproblem sehe ich woanders. Wie haben im Embedded Bereich 
das grosse Glueck eine einzige breit durchgesetzte Sprache zu haben die 
immer funktioniert. Das ist fuer sich ein ganz grosser Gewinn. Davon 
abzuweichen ist als wuerde man mit Anlauf in eine Schlucht springen weil 
es cool ist.

Vanye

von Gerald B. (gerald_b)


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Tam H. schrieb:
> Im Hause Fraunhofer hat man einen Durchbruch im Bereich der PH-Messungen
> erreicht

Hoffen wir, das in der Weiterentwicklung noch Luft nach oben ist. In der 
Abwasserbehandlung reicht dieser pH-Messbereich leider noch nicht aus. 
Desweiteren habe ich bei Niobpentoxid und Tantalpentoxid so meine 
Zweifel, mit der Standzeit bei fluoridhaltigen Abwässern.
Ansonsten sehr interessant, zumal der Preis von herkömmlichen 
pH-Elektroden aufgrund des enthaltenen Silbers nur eine Richtung kennt - 
nach oben!

von Frank K. (frank)


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Vanye R. schrieb:
> Leider ist das bei Linux nicht so einfach weil
> es da halt sehr viele unterschiedliche Distributionen gibt die sich alle
> stark unterscheiden.

im Hauptartikel ist zu lesen:

> Kicad: Linux-Version nun als AppImage-Datei verfügbar.

Das geht dann auch mit LT-Spice.

Gruß,
Frank

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Kicad: Linux-Version nun als AppImage-Datei verfügbar.

> Das geht dann auch mit LT-Spice.

Keineswegs. Hab gerade mal ausprobiert. Bei mit geht es nicht wegen zu 
alten Libaries.

Vanye

von H. H. (hhinz)


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Gerald B. schrieb:
> zumal der Preis von herkömmlichen
> pH-Elektroden aufgrund des enthaltenen Silbers nur eine Richtung kennt -
> nach oben!

Das bisschen Silber macht nicht den Preis.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Das bisschen Silber macht nicht den Preis.

Yep, das schwierige ist das zusammenbringen der einzelnen Glassorten und 
ueberhaubt die Glasverarbeitung.

Vanye

von Gerald B. (gerald_b)


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Vanye R. schrieb:
> Yep, das schwierige ist das zusammenbringen der einzelnen Glassorten und
> ueberhaubt die Glasverarbeitung.


Da steckt ganz ohne Frage Knowhow dahinter, aber bei den Stückzahlen 
macht das kein Glasbläser.

von Hans W. (Firma: Wilhelm.Consulting) (hans-)


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Tam H. schrieb:
> Pi: Antennen-Zertifikationsprogramm für Compute Module beginnt.
> Die Compute Module-Varianten des Raspberry Pi bringen keine PCB-Antenne
> mit, um die Integration im Gehäuse zu vereinfachen. Problematisch ist,
> dass jedes Land in dieser Situation andere Anforderungen an die
> Zertifikation des Systems stellt - die aus einem (lesenswerten)
> Whitepaper der Raspberry Pi entnommenen
> Informationen bieten grundlegende Informationen zur Thematik.
>

Ich hoffe Mal das war nur eine unglückliche Auswahl bei den zitien 
Stellen aus dem whitepaper.

Das liest sich so, als ob bei gleichem oder kleineren Gain nichts zu tun 
sei. Das wäre grundlegend falsch...selbst in Nordamerika.

Die notwendigen Integrations Tests sind eigentlich weltweit fast ident. 
Der Unterschied bei höherem gain sind ein paar mehr 
Messungen+Bürokratie.

Zumindest in USA und CA..bei uns ist das immer wesentlich entspannter.

73

von Joachim K. (joachim_k101)


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Hallo,

Fahrzeuge für den amerikanischen Markt würden also in der EU schlicht 
nicht mehr zugelassen, wenn nicht neue Abgasgutachten vorliegen.
Wenn also z.B. der Kat oder DPF weggelassen würden, wäre wohl 
vorprogrammiert, dass die nächste Administration das augenblicklich 
kippen würde.
Auf so eine Zukunft für ca. 3 Jahre kann kein Hersteller bauen. Also 
bleibt es beim derzeit aktuellen Zustand und Trump ist schon heute ein 
Lame Duck.
Grüße an alle,
Joachim


Ob S. schrieb:
> Tam H. schrieb:
>
>> Insbesondere für Kleinbetriebe im
>> Elektronik- und Maschinenbaubereich hält der Präsident sein Versprechen.
>
> Wie kommst du denn darauf?
>
>> Unter der URL
>>
> 
https://www.epa.gov/newsreleases/president-trump-and-administrator-zeldin-deliver-single-largest-deregulatory-action-us
>> findet sich die Ankündigung einer massiven Debürokratisierung, die mit
>> verschiedensten komplexitätsgenerierenden Systemen wie der
>> Start-Stopp-Automatik aufräumt
>
> Ich habe mir mal die Mühe gemacht, den Original-Artikel zu lesen.
>
> Das einzige dort geannte Beispiel ist eben die StartStop-Automatik,
> weitere Beispiele liefert der Artikel nicht.
> Wie da $2400 pro Fahrzeug zusammenkommen sollen, erklärt der Artikel
> also in keinster Weise.
>
> Das ist ein typischer Trump-Furz, mehr nicht.
>
>> Auch wenn dies für das durchschnittliche europäische Unternehmen wenig
>> direkte Konsequenz hat, zeigt es, dass - politischer Wille vorausgesetzt
>> - eine Verbesserung der Arbeitsumstände für Ingenieure und
>> Ingenieurbetriebe in westlichen Demokratien machbar ist.
>
> Na hallo. Da fallen mir aber sehr viel bessere Möglichkeiten ein als die
> Abschaffung der StartStop-Automatik. Denn: selbst wenn Trumps leeres
> Getöse tatsächlich mit ein wenig mehr Substanz hinterlegt wäre und
> tatsächlich $2400 pro Fahrzeug dadurch gespart werden könnten, käme das
> ja wohl den Ingenieuren und auch den Ingenieurbetrieben eher nicht
> zugute.
>
> Profitieren würden allenfalls die Bosse in Detroit, die Shareholder und
> natürlich der fossile-Brennstoff-Klüngel. Für den Ingenieur kommt da
> eher nix bei rum.
>
> Es ist eher wahrscheinlich, dass die Kostenersparnis (falls es sie
> überhaupt gibt) hauptsächlich dadurch zustande kommen würde, dass halt
> Ingenieurleistungen gespart werden könnten. Das ist sicher nicht gut für
> die Jobs der Ingenieure. Es ist aber sicher auch nicht gut für die
> Ingenierbetriebe.

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