In einem VHS Videorekorder von Medion (MD 8985), hergestellt von Orion, sind viele Kontakte schwarz oxidiert und haben (Schalter für Lösch-schutz) keinen Durchgang mehr. Teslanol hat erstmal nichts gebracht, erst der Glasfaserpinsel. Das Gerät stammt von ca 1997. Sind das versilberte Kontakte ? Oder was verursacht die schwarze Schicht ? Danke
Thomas W. schrieb: > In einem VHS Videorekorder von Medion (MD 8985), hergestellt von > Orion, > sind viele Kontakte schwarz oxidiert und haben (Schalter für > Lösch-schutz) keinen Durchgang mehr. Teslanol hat erstmal nichts > gebracht, erst der Glasfaserpinsel. > Das Gerät stammt von ca 1997. > Sind das versilberte Kontakte ? Oder was verursacht die schwarze Schicht > ? > > Danke Oxidiertes Silber (meist Silbersulfid, ) behält im Gegensatz zu vielen anderen Metalloxiden eine gute elektrische Leitfähigkeit. Obwohl die Leitfähigkeit im Vergleich zu reinem Silber geringfügig sinkt, bleibt die Funktionalität für elektrische Kontakte oft erhalten. Das ist der Grund (Glasfaser Pinsel), dass Du die Kontakte unwiederbringlich zerstört hast!
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Leider hatten die Kontakte vorher keinen Durchgang. Den Schalter für den Schreibschutz hatte ich gemessen, und da ging nix. Bin eben nicht sicher ob in dem billigen VCR irgendwas mit Silber drin ist... Der VCR ist eh ziemlich kaputt, weil die Mechanik der Kassetten-Lade auch gebrochen ist. Ich versuche noch weiter, ob ich das hinbekomme, aber gut sieht es nicht aus. Ok, ich lese daß es ein häufiges Problem mit dem Mode-Switch bei Orion Laufwerken geben soll. Den hab ich auch zerlegt und ebenfalls von schwarzem Belag befreit. Mal sehen ob das was hilft.
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BirnKichler S. schrieb: > Oxidiertes Silber (meist Silbersulfid, ) behält im Gegensatz zu vielen > anderen Metalloxiden eine gute elektrische Leitfähigkeit. > > Obwohl die Leitfähigkeit im Vergleich zu reinem Silber geringfügig > sinkt, bleibt die Funktionalität für elektrische Kontakte oft erhalten. Gequirlter Unsinn! Silbersulfid ist ein Nichtleiter. Solange die Schichtdicke noch gering ist, ist allerdings auch die Durchbruchspannung noch klein. Nicht ohne Grund verwendet man für Signalrelais vergoldete Kontakte, sogar nicht nur hauchvergoldet.
Thomas W. schrieb: > Sind das versilberte Kontakte? Oder massiv silberne. Die Kontakte selber sind ja ziemlich klein. > Oder was verursacht die schwarze Schicht? Silbersulfid, dazu reicht schon eine sehr geringe Konzentration an Schwefelwasserstoff in der Luft.
Ok, irgendwelche Fäulnisprozesse oder menschliche Ausdünstungen über fast 30 Jahre.... Ist ein Medion 8985, ziemlich ähnlich Orion VH-2799, da bekomme ich wenigstens das mechanische Aligment der Zahnräder wieder hin, hoffe ich.
Hallo, H. H. schrieb: > Silbersulfid, dazu reicht schon eine sehr geringe Konzentration an > Schwefelwasserstoff in der Luft. Wie reinigt man so was jetzt richtig? rhf
Teslanol Kontaktreiniger hat nichts gebracht. Glasfasterstift mach es wieder schön glänzend, aber vermutlich auch rauh und damit für Oxidation noch schneller angreifbar. Vermutlich ein bischen Fett kann nicht schaden. Aber ich bin kein Experte.
Roland F. schrieb: > Hallo, > H. H. schrieb: >> Silbersulfid, dazu reicht schon eine sehr geringe Konzentration an >> Schwefelwasserstoff in der Luft. > > Wie reinigt man so was jetzt richtig? Wässrige Lösung von Kaliumcyanid auf flachen Reinigungsstäbchen.
Thomas W. schrieb: > Glasfasterstift mach es > wieder schön glänzend, aber vermutlich auch rauh und damit für Oxidation > noch schneller angreifbar. Ist so, aber hält meist dennoch lange. > Vermutlich ein bischen Fett kann nicht > schaden. Fängt Staub.
Und was ist mit Salz, Alufolie und heißem Wasser ? Hat das schon jemand erfolgreich probiert ?
H. H. schrieb: > Nicht ohne Grund verwendet man für Signalrelais vergoldete Kontakte, > sogar nicht nur hauchvergoldet. Das ist OffTopic!, und stand hier nicht zur Debatte.
H. H. schrieb: > Kaliumcyanid auf flachen Reinigungsstäbchen Thomas W. schrieb: > Da bleib ich bei Glasfaserstift. Schlämmkreide und ein Stück Vileda Fenstertuch, tuts auch... Is auch a wengerl besser für die Rente.
H. H. schrieb: > BirnKichler S. schrieb: >> Oxidiertes Silber (meist Silbersulfid, ) behält im Gegensatz zu vielen >> anderen Metalloxiden eine gute elektrische Leitfähigkeit. >> >> Obwohl die Leitfähigkeit im Vergleich zu reinem Silber geringfügig >> sinkt, bleibt die Funktionalität für elektrische Kontakte oft erhalten. > > Gequirlter Unsinn! > > Silbersulfid ist ein Nichtleiter. Solange die Schichtdicke noch gering > ist, ist allerdings auch die Durchbruchspannung noch klein. Es gibt keine Nichtleiter, nur mehr oder weniger gut leitfähige Leiter. selbst im Vakuum können Ströme fließen...
H. H. schrieb: > BirnKichler S. schrieb: >> Oxidiertes Silber (meist Silbersulfid, ) behält im Gegensatz zu vielen >> anderen Metalloxiden eine gute elektrische Leitfähigkeit. >> >> Obwohl die Leitfähigkeit im Vergleich zu reinem Silber geringfügig >> sinkt, bleibt die Funktionalität für elektrische Kontakte oft erhalten. > > Gequirlter Unsinn! > > Silbersulfid ist ein Nichtleiter. Solange die Schichtdicke noch gering > ist, ist allerdings auch die Durchbruchspannung noch klein. Es gibt keine Nichtleiter, nur mehr oder weniger gut leitfähige Leiter. selbst im Vakuum können Ströme fließen... Teo D. schrieb: > H. H. schrieb: >> Kaliumcyanid auf flachen Reinigungsstäbchen > > Thomas W. schrieb: >> Da bleib ich bei Glasfaserstift. > > Schlämmkreide und ein Stück Vileda Fenstertuch, tuts auch... Is auch a > wengerl besser für die Rente. Sehr feines Ziegenleder...
H. H. schrieb: > Thomas W. schrieb: >> Glasfasterstift mach es >> wieder schön glänzend, aber vermutlich auch rauh und damit für Oxidation >> noch schneller angreifbar. > > Ist so, aber hält meist dennoch lange. > >> Vermutlich ein bischen Fett kann nicht >> schaden. > > Fängt Staub. Deshalb gibt es Reed-Relais.
Thomas W. schrieb: > Und was ist mit Salz, Alufolie und heißem Wasser ? Hat das schon > jemand > erfolgreich probiert ? Ist nicht besser als mechanisch.
H. H. schrieb: > Roland F. schrieb: >> Hallo, >> H. H. schrieb: >>> Silbersulfid, dazu reicht schon eine sehr geringe Konzentration an >>> Schwefelwasserstoff in der Luft. >> >> Wie reinigt man so was jetzt richtig? > > Wässrige Lösung von Kaliumcyanid auf flachen Reinigungsstäbchen. Thomas W. schrieb: > Und was ist mit Salz, Alufolie und heißem Wasser ? Hat das schon > jemand > erfolgreich probiert ? Ja, öfter...
Thomas W. schrieb: > Das sieht aber toll aus: > https://www.youtube.com/watch?v=57iwtmT4LNQ Und dann kam das Mikroskop...
Ah ok, dann ist die Oberfläche auch hin durch die elektrochemische Reaktion.
Thomas W. schrieb: > Ah ok, dann ist die Oberfläche auch hin durch die elektrochemische > Reaktion. Sie wird eben nicht rekonstruiert. Wenn es die Mechanik erlaubt, dann sind Polierstifte wie sie der Zahntechniker benutzt geeignet.
H. H. schrieb: > Silbersulfid ist ein Nichtleiter. Oder der am längsten bekannte Halbleiter? Deutsche und englische Wikipedia sind sich da nicht einig aber es gibt mehrere Artikel zur Verfombarkeit des Halbleitermaterials α-Ag2S, z.B.: https://www.cpfs.mpg.de/2891737/20180409
Stefan K. schrieb: > H. H. schrieb: >> Silbersulfid ist ein Nichtleiter. > Oder der am längsten bekannte Halbleiter? Auch Glas ist ein Halbleiter... Hat K.F. Braun nicht Bleiglanz verwendet?
"Schon Michael Faraday hatte im Jahr 1833 gefunden, dass der elektrische Widerstand von Silbersulfid mit steigender Temperatur abnimmt, während Metalle ein umgekehrtes Verhalten in Abhängigkeit von der Temperatur zeigen. Er beobachtete dann eine ähnliche Temperaturabhängigkeit wie bei Silbersulfid auch in einer Reihe von anderen Substanzen, wobei deren elektrische Leitfähigkeit stets deutlich geringer als bei den gewöhnlichen Metallen war. Etwa 40 Jahre später interessierte sich der Deutsche Ferdinand Braun für die Elektrizitätsleitung in Bleiglanzkristallen und anderen Metallsulfiden." https://www.researchgate.net/publication/300435282_Weniger_ist_mehr_Halbleiter
Bei den Schaltkontakten zeigt sich diese Eigenschaft nicht, zumindest ab einer gewissen Schichtdicke. Zum Bandabstand gibt es ja auch ziemlich verschiedene Angaben.
H. H. schrieb: > Thomas W. schrieb: >> Naa, zu viel Aufwand. > > So wie vergolden auch. Ich habe gute Erfahrungen mit elektrolytischer Hauchvergoldung gemacht, per Schwämmchen mit angelegter DC auf das Werkstück aufgetragen. Mühsam aber wirksam. So habe ich reihenweise die völlig ruinierten Kontakte in Batteriefächern von teuren Geräten gerettet. Die glänzen bis heute und sind (in Grenzen) gegen chemische Angriffe immun.
Bevor ich den Glasfaserstift nehme probiere ich es oft erst mal mit dem Radiergummi.
J. R. schrieb: > Bevor ich den Glasfaserstift nehme probiere ich es oft erst mal > mit dem > Radiergummi. Zeige mal bitte den "Kontakt" hochauflösend und schattenfrei beleuchtet und nicht verwackelt.
Der Videorekorder funktioniert wieder. War hauptsächlich der Mode Schalter auf der Unterseite. Ich denke eine Zeit hält das so. Danke für die interessanten Kommentare. Sehr gut wie immer.
BirnKichler S. schrieb: > Es gibt keine Nichtleiter, Doch, wenn Du am Dach oder Baum bist und die Leiter umgefallen ist...
Teslanol auf ein Streifen dünne Pappe sprühen (satt und reichlich). Dann den Streifen mehrmals durch die Kontakte ziehen. Hat bei mir auch solch übel korrodierte Kontakte wieder geheilt. Und ist nicht so brutal wie der Glasfaserstift.
BirnKichler S. schrieb: > Oxidiertes Silber (meist Silbersulfid, ) behält im Gegensatz zu vielen > anderen Metalloxiden eine gute elektrische Leitfähigkeit. so hatte ich es auch mal gelernt, aber aber unser alles wissende H.Hinz widersprach mir hier heftig obwohl ich sicher weiß das er nicht immer richtig liegt, nur mag ich nicht mehr drum streiten, kann sein das schwarze Silberkontakte leiten, kann auch nicht sein.
Joachim B. schrieb: > so hatte ich es auch mal gelernt, Ja, das wird einem gerne beigebracht. Wenn man dann aber mal zwei derartige Kontakte aneinanderhält, merkt man, daß zwischen Realität und Lehre doch einiges an Platz ist. Es gibt Gründe, warum man mittlerweile davon abgekommen ist, Kontakte zu versilbern.
Also die im Videorekorder, den ich repariert habe, waren alle richtig tief schwarz und hatten null Kontakt. Es waren mehrere verschiedene Schalterarten. Ich hab jetzt nur mit dem Durchgangstester geprüft. Mit dem Isolationsmesser wäre es warscheinlich dann irgendwann durchgebrochen. Jedenfalls hat es überhaupt nicht funktioniert.
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Das Thema ist nicht uninteressant. Ich habe auf die Schnelle keine Werte für die Leitfähigkeit von Silbersulfid gefunden. Nur dass Silbersulfid ein Halbleiter ist, der allerdings erst oberhalb von ca 450K nennenswert leitet. Interessant ist es, weil es im Gegensatz zu anderen Halbleitern stark verformbar ist ohne zu brechen. Falls dazu jemand gute Quellen hat wäre es nett wenn er die kurz posten hönnte. Als Schaltermaterial ist es aber eher ein (schlechter) Isolator.
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H. H. schrieb: > BirnKichler S. schrieb: >> Oxidiertes Silber (meist Silbersulfid, ) behält im Gegensatz zu vielen >> anderen Metalloxiden eine gute elektrische Leitfähigkeit. > > Gequirlter Unsinn! > Ich widerspreche Dir ungerne, aber hier liegst Du völlig daneben! Silberoxid (Ag2O), in Verbindung mit Sauerstoff entstehend, ist gut leitfähig! Deswegen gibt es Silberkontakte. Auch wenn zuweilen nur eine Hartversilberung Anwendung findet. Siehe ua: https://holzapfel-group.com/fileadmin/redakteur/download/Verfahrensdatenbl%C3%A4tter/Silber_final.pdf Bei der Hartversilberung von Kontakten geht die Beschichtung durch Glasfaserpinsel sofort kaputt.
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Rainer D. schrieb: > Silberoxid (Ag2O), in Verbindung mit Sauerstoff entstehend, Würde an Luft zu Silbercarbonat reagieren. Aber es entsteht unter normalen Bedingungen so nicht.
Heinrich K. schrieb: > Oxidiertes Silber nicht gleich Silbersulfid. Silber hat in Silbersulfid die Oxidationsstufe +I.
Heinrich K. schrieb: > Oxidiertes Silber nicht gleich Silbersulfid. ist mir auch sofort augefallen, das wäre Silberoxid. H. H. schrieb: > Silber hat in Silbersulfid die Oxidationsstufe +I. Mathematikerantwort, mag ja richtig sein erklärt aber erstmal nichts also für diese Diskusion nutzlos oder mag hier noch jemand ein Chemiestudium abschliessen?
Joachim B. schrieb: > H. H. schrieb: >> Silber hat in Silbersulfid die Oxidationsstufe +I. > > Mathematikerantwort, mag ja richtig sein erklärt aber erstmal nichts > also für diese Diskusion nutzlos oder mag hier noch jemand ein > Chemiestudium abschliessen? Kannst gerne auch dumm sterben.
Joachim B. schrieb: > Heinrich K. schrieb: >> Oxidiertes Silber nicht gleich Silbersulfid. > > ist mir auch sofort augefallen, das wäre Silberoxid. Aber das ist keine Silberoxid, sondern ziemlich sicher Silbersulfid oder Silbercarbonat. Joachim B. schrieb: > Mathematikerantwort, mag ja richtig sein erklärt aber erstmal nichts > also für diese Diskusion nutzlos oder mag hier noch jemand ein > Chemiestudium abschliessen? Über den Tellerrand schauen hat noch nie geschadet. https://de.wikipedia.org/wiki/Silber(I)-oxid Zitat: "An der Luft reagiert Silber(I)-oxid mit Kohlenstoffdioxid zu Silbercarbonat."
Udo S. schrieb: > Über den Tellerrand schauen hat noch nie geschadet. ok, mache ich gerne H. H. schrieb: > Kannst gerne auch dumm sterben. 1. wir werden alle sterben 2. wir wissen das wir nichts wissen 3. unser Wissen hat nie was genutzt weil niemand draus lernt, siehe Geschichte
Joachim B. schrieb: > 2. wir wissen das wir nichts wissen > 3. unser Wissen hat nie was genutzt weil niemand draus lernt, siehe > Geschichte Mein Beileid.
Heinrich K. schrieb: > Oxidiertes Silber nicht gleich Silbersulfid. Noch mal zur Erklärung: Oxidation ist nicht nur eine Verbindung mit Sauerstoff. In der Chemie wurde der Begriff erweitert und bezeichnet eine Reaktion, bei der ein Stoff ein oder mehrere Elektron(en) abgibt. Der Gegenpart ist das Oxidationsmittel und wird selbst reduziert. Siehe https://www.chemie.de/lexikon/Oxidation.html
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