Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik SN74LVC245AN falsch beschaltet oder gefälscht?


von Felix (pheluxe)


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Hallo zusammen,

Ich habe hier ein paar SN74LVC245AN von TI als zweifelhafter Quelle 
(Amazon) gekauft.

Mein Ziel ist es, einen 5V Bus an einen nicht 5V toleranten µC 
anzubinden.
Die ICs scheinen aber nicht wie gewünscht 5V tolerant zu sein. Meine 
Schaltung sieht wie folgt aus:

Am SN74LVC245AN (DIP):

     VCC (Pin20) => 3.3V
     /OE (Pin19) => GND
     DIR (Pin1) => 3.3V

An B1 (Pin18) habe ich eine LED mit Vorwiderstand angeschlossen.
Wenn ich nun an A1 (Pin2) wahlweise 3.3V oder GND anschließe, leuchtet 
die Led so wie erwartet bzw. erlischt.
Wenn ich allerdings an A1 5V anschließe, leuchtet die Led nicht und der 
IC wird warm. Wenn ich danach wieder GND anschließe, leuchtet sie 
manchmal auf. Das Verhalten normalisiert sich wenn ich die 
Versorgungsspannung aus und wieder einschalte, ist aber insgesamt 
wiederholbar.

Habe da einen Denk-/Schaltungsfehler drin? Ich hätte erwartet, dass ich 
so von 5V zu 3.3V wandeln könnte.

Wie prüfe ich, ob es sich tatsächlich um einen 74LVC handelt?

Viele Grüße

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Felix schrieb:
> Wie prüfe ich, ob es sich tatsächlich um einen 74LVC handelt?

Zeig mal, auch von der Unterseite her.

von Fritz G. (fritz65)


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Das sieht nach Latch-up aus. Steht denn das TI- Logo auf dem Bauteil. 
Eventuell hast Du ein Teil von einem Fremdhersteller erwischt.

von Rolf (rolf-m)


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Hallo,

was ist mit
Pin10 == GND

von Felix (pheluxe)


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Hier ein Foto, hoffentlich ausreichend erkennbar.

Pin 10 hängt an GND.

von H. H. (hhinz)


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Felix schrieb:
> Hier ein Foto, hoffentlich ausreichend erkennbar.

Lausige Fälschung. Wohl ein ausgelöteter Chip, irgendein 245er, und 
sicher nicht von TI.

von Felix (pheluxe)


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Vielen Dank für die Einschätzung!

Lektion gelernt, in Zukunft dann nur noch direkt beim Distributor kaufen 
:)

von P. S. (namnyef)


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Wenn ein Bauteil nicht unter allen Bedingungen seine Spezifikationen 
einhält, riecht das stark nach
A: Fälschung oder/und
B: ESD-Schaden.

Mit beidem muss man bei zweifelhaften Quellen verstärkt rechnen.

: Bearbeitet durch User
von Falk B. (falk)


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H. H. schrieb:
> Lausige Fälschung. Wohl ein ausgelöteter Chip, irgendein 245er, und
> sicher nicht von TI.

Hehe, gut erkannt! Die Oberfläche ist sehr rau, was bei einem 
Spritzgußteil wie dem IC-Gehäuse eher nicht der Fall ist. Der Rest ist 
ja glatt. Billig abgeschliffen und neu bedruckt. Nach Laser sieht es 
nicht aus.

: Bearbeitet durch User
von Mario M. (thelonging)


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Schon am Logo erkennt man die Fälschung. Mit Texas hat das nicht mehr 
viel zu tun. 🙆

von Gerald B. (gerald_b)


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bei TI ist das Logo der Umriss vom Bundesstaat Texas. Der Klecks auf 
deinem IC sieht eher wie ein Grundgatter aus :-)

von Fritz G. (fritz65)


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Wahrscheinlich hat jemand einen Restposten 74HC245 umgelabelt. Der 
verträgt Ui>Vcc nicht und geht dann in den Latch-up. Spaßeshalber kannst 
Du ja mal die Eingangsspannung langsam erhöhen und den Eingangsstrom 
messen. Wenn der ab ca. 4V stark ansteigt, ist es kein LVC.

: Bearbeitet durch User
von Falk B. (falk)


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Fritz G. schrieb:
> Wahrscheinlich hat jemand einen Restposten 74HC245 umgelabelt. Der
> verträgt Ui>Vcc nicht

Jain.

> und geht dann in den Latch-up.

Nö, nur in die Klemmung der ESD-Dioden. Latchup ist was anderes. Da geht 
meistens nämlich der IC kaputt. "Moderne" ICs, also jünger als 40 Jahre, 
sind meistens ziemlich resistent gegen Latchup. Steht manchmal auch im 
Datenblatt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Latch-up-Effekt

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Wenn das ein Amazon Händler ist, mach dem mal Ärger, damit er seinem 
Dreck nicht weiter anbietet.

Gerald B. schrieb:
> Der Klecks auf
> deinem IC sieht eher wie ein Grundgatter aus

Oder wie eine aufgespannte Kuhhaut :-P Das wäre dann wenigstens ein 
entfernter Bezug zu Texas.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Falk B. schrieb:
> Die Oberfläche ist sehr rau, was bei einem
> Spritzgußteil wie dem IC-Gehäuse eher nicht der Fall ist.

So einfach würde ich es nicht sehen. Hier liegt gerade eine Leiterplatte 
mit einem Texas 74LS14 von 1984 auf dem Tisch, dessen Oberfläche 
sichtbar rauh ist. Dazu ein 74LS20 von National, leicht rauh, aber 
feiner. Ein 74LS30 von Fairchild ist hochglänzend, ein 74LS00 von 
Signetics matt mit sehr feiner Struktur.

Die Teile sind echt, die Platine wurde Ende der 80er bestückt.

von (prx) A. K. (prx)


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Ich habe in Erinnerung, dass bei vielen Logik-ICs auch die Rückseite 
bedruckt ist oder früher war, irgendein Kürzel, evtl vom Packaging. 
Andere Schrift, evtl andere Farbe.

: Bearbeitet durch User
von Frank O. (frank_o)


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Manfred P. schrieb:
> So einfach würde ich es nicht sehen.

Natürlich würde ich immer auf Hinz vertrauen, aber ich habe auch etliche 
ICs, die ebenso rauh aussehen.
Das würde ich ebenfalls nicht als klares Indiz für eine Fälschung 
ansehen.
Wobei ich mir aber überhaupt nicht zutraue eine Fälschung zu erkennen.

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Ich habe die raue Oberfläche nicht als Indiz erwähnt, und auch nicht das 
schlampige Logo.

von Christoph Z. (rayelec)


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H. H. schrieb:
> Ich habe die raue Oberfläche nicht als Indiz erwähnt, und auch nicht das
> schlampige Logo.

Wobei für alte Hasen sowohl Oberflächen, Druck und Font als auch das 
Logo eine grosse Aussagekraft haben! Man denke nach: würden Mercedes 
oder VW ihre Autos freiwillig und wissentlich mit total verhunzten Logos 
verkaufen? Wohl eher nicht!!
Unterseiten können auch hilfreich sein. Manchmal sind im Kunststoff 
sogar die Produktionsorte zu lesen. Wenn aus der gleichen Charge ein IC 
aus Japan und der andere aus Malaysia oder Marokko stammt, dann ist 
etwas faul!

von Frank O. (frank_o)


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H. H. schrieb:
> Ich habe die raue Oberfläche nicht als Indiz erwähnt, und auch nicht das
> schlampige Logo.

Ne, du nicht.
Hast du schon jemals einen negativen Beitrag auf dich bezogen von mir 
gelesen? Nicht mal im Ansatz.
Im Gegenteil, ich schrieb doch, dass ich immer deinem Urteil vertrauen 
würde und ich mir das überhaupt nicht zutraue, eine Fälschung zu 
erkennen.

Aber der Hinweis von Manfred war gut und richtig, wie ich finde.

Manfred P. schrieb:
> Falk B. schrieb:
>> Die Oberfläche ist sehr rau, was bei einem
>> Spritzgußteil wie dem IC-Gehäuse eher nicht der Fall ist.

: Bearbeitet durch User
von Marci W. (Gast)


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Hallo H. H.,

H. H. schrieb:
> Lausige Fälschung. Wohl ein ausgelöteter Chip,

Was verstehst Du unter Fälschung? Klar, es ist keiner von TI. Aber es 
gibt ja gefühlt 100 Hersteller, die das 74er Logikzeug bauen. OK, ich 
habe jetzt nicht nach dem Logo gesucht...

Ausgelötet sieht der Chip auch nicht aus. Ich frage mich sowieso, wie es 
zu ausgelöteten Fälschungen kommen sollte?! Irgend wann wird's dann 
etwas grotesk.

ciao

Marci

von Marci W. (Gast)


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Falk B. schrieb:
> Nö, nur in die Klemmung der ESD-Dioden. Latchup ist was anderes. Da geht
> meistens nämlich der IC kaputt.

AFAIK kann ein Latch-Up dadurch entstehen, dass an einem Pin ein Strom 
eingespeist wird. Und das kann natürlich sein bei VCC = 3,3V und Uin = 
5V.

ciao

Marci

von Frank O. (frank_o)


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Marci W. schrieb:
> Ich frage mich sowieso, wie es
> zu ausgelöteten Fälschungen kommen sollte?

Das Chips gefälscht werden, ist wohl klar, aber selbst bei den Chinesen 
kann ich mir das bei günstigen Chips nicht vorstellen.
Für mich ist die Fälschung von unter einem halben Euro pro Chip 
Verbraucherendpreis nur schwer vorstellbar, dass man da noch wirklich 
viel mit verdient.

von Falk B. (falk)


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H. H. schrieb:
> Ich habe die raue Oberfläche nicht als Indiz erwähnt, und auch nicht das
> schlampige Logo.

Stimmt, du hast eine Aussage ohne jegliche Begründung getroffen, so wie 
meistens.

Auf dem Mond wächst Käse!

von Rainer W. (rawi)


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Falk B. schrieb:
> Stimmt, du hast eine Aussage ohne jegliche Begründung getroffen, so wie
> meistens.

Dann frag doch eine KI. Die sagt dir auch nicht, wie sie zu ihrer 
Einschätzung kommt. Und wenn du sie gezielt auf Fehler aufmerksam 
machst, erhältst du sogar die richtige Antwort.

von Gerald B. (gerald_b)


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Frank O. schrieb:
> Für mich ist die Fälschung von unter einem halben Euro pro Chip
> Verbraucherendpreis nur schwer vorstellbar, dass man da noch wirklich
> viel mit verdient.

Der Chinese ist genügsam und die Masse machts. Es gab in der 
Vergangenheit sogar schon gefälschte Elkos - und das waren keine 10.000 
Farad Töppe, sondern Kleinzeug. Der bekam aus Schrumpfschlauch einen 
neuen Überzieher. Das flog nur auf, weil der alte Schrumpfschlauch nicht 
entfernt wurde und bei einem Exemplar andersfarbig an der Schnittkante 
drunter vorschaute.

Beitrag #8013717 wurde vom Autor gelöscht.
von H. H. (hhinz)


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Falk B. schrieb:
> Stimmt, du hast eine Aussage ohne jegliche Begründung getroffen, so wie
> meistens.

Mehr ist bei dem kargen Honorar nicht drin.


> Auf dem Mond wächst Käse!

Käse gibts in der Fromagerie.

von Jörg (41089)


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Falk B. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Ich habe die raue Oberfläche nicht als Indiz erwähnt, und auch nicht das
>> schlampige Logo.
>
> Stimmt, du hast eine Aussage ohne jegliche Begründung getroffen, so wie
> meistens.
>
> Auf dem Mond wächst Käse!

Selbst mal ins Datenblatt geschaut? Eher nicht...

von Falk B. (falk)


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Jörg schrieb:
> Selbst mal ins Datenblatt geschaut? Eher nicht...

Was soll ich dem entnehmen, um eine Fälschung festzustellen?

von H. H. (hhinz)


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Falk B. schrieb:
> Jörg schrieb:
>> Selbst mal ins Datenblatt geschaut? Eher nicht...
>
> Was soll ich dem entnehmen, um eine Fälschung festzustellen?

Schau dir die Eckpins an.

von Jörg (41089)


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Falk B. schrieb:
> Jörg schrieb:
>> Selbst mal ins Datenblatt geschaut? Eher nicht...
>
> Was soll ich dem entnehmen, um eine Fälschung festzustellen?

Das

von Falk B. (falk)


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H. H. schrieb:
> Schau dir die Eckpins an.

Die sind im Datenblatt asymmetrisch dargestellt. Aber die Vergrößerung 
zeigt symmetrische Pins mit der kryptischen Anmerkung 14/18 pins only, 
20 pins vendor option. Was heißt das? Ich würde meinen, daß ein 20er 
Gehäuse dort auch symmetrische Pins haben kann, wie auf dem Bild. Damit 
wäre es kein Hinweis auf eine Fälschung.

von H. H. (hhinz)


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Falk B. schrieb:
> Ich würde meinen,

Keine Ahnung, aber eine feste Meinung...

von Frank O. (frank_o)


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Gerald B. schrieb:
> Der Chinese ist genügsam und die Masse machts.

Ja klar, aber wenn es nur Mist ist, wird es dann kein zweites Mal die 
Masse geben.
Das ganze Thema macht zumindest mich ziemlich irre.
Da bei Reichelt einige ICs bestellt und von denen hatten einige eine 
andere Beschriftung. Ich erstmal in voller Panik verschiedene Tests 
durchgeführt. Waren dann doch alle gleich im Verhalten.
Aber da macht das Basteln keinen Spaß mehr.

von Falk B. (falk)


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H. H. schrieb:
> Keine Ahnung, aber eine feste Meinung...

Du kommst dir wohl auch sehr schlau vor? Das Orakel der Provence? Mach 
mal.

von Falk B. (falk)


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Frank O. schrieb:
> Ja klar, aber wenn es nur Mist ist, wird es dann kein zweites Mal die
> Masse geben.

Das sehen die Chinesen anders. Die fälschen was das Zeug hält und 
bescheißen sich gegenseitig wo sie nur können. Nicht nur die Ausländer 
im fernen Europa oder Amerika. Aber keine Bange, IRGENDWANN ist Zahltag, 
dann zahlt auch China einen SEHR hohen Preis für diese Mentalität. Und 
die Auszahlung hat schon angefangen . . .

Google mal nach Tofu dreg contruction china

von Roland F. (rhf)


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Hallo,
Falk B. schrieb:
> Aber keine Bange, IRGENDWANN ist Zahltag,
> dann zahlt auch China einen SEHR hohen Preis für diese Mentalität.

Haben sie schon vor längerer Zeit:

https://www.stern.de/wirtschaft/milchpulver-fuer-china--wie-der-durst-nach-babymilch-gestillt-werden-soll-6648768.html

rhf

von J. R. (yoc)


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Falk B. schrieb:
> Auf dem Mond wächst Käse!

Und wird hier in Massen abgeladen.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Marci W. schrieb:
> Was verstehst Du unter Fälschung? Klar, es ist keiner von TI.

Warum aber sollte der Fälscher dann probieren, das TI Logo nachzuahmen?

von Falk B. (falk)


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Matthias S. schrieb:
> Warum aber sollte der Fälscher dann probieren, das TI Logo nachzuahmen?

Weil es ein bekannter Name ist. So wie Mercedes und VW.

von Soul E. (soul_eye)


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Frank O. schrieb:
> Das ganze Thema macht zumindest mich ziemlich irre.
> Da bei Reichelt einige ICs bestellt und von denen hatten einige eine
> andere Beschriftung. Ich erstmal in voller Panik verschiedene Tests
> durchgeführt. Waren dann doch alle gleich im Verhalten.
> Aber da macht das Basteln keinen Spaß mehr.

Dann bestell bei namhaften Händlern und nicht bei dubiosen 
China-Ramschern.

Bei Mouser, TME, Digikey, Farnell oder RS kannst Du zumindest sicher 
sein, dass die die Teile direkt beim Hersteller einkaufen.

von Wolfgang R. (Firma: www.wolfgangrobel.de) (mikemcbike)


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Felix schrieb:
> ein paar SN74LVC245AN von TI als zweifelhafter Quelle
> (Amazon)

Die Teile sind offensichtlich nicht von TI. Siehe Phantasielogo.

Ich weiß nicht, was es hier noch zu diskutieren gibt.

Hinz ist vielleicht wortkarg aber zu 99% verlässlich. Im Gegensatz zu 
Amazon.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Falk B. schrieb:
> Weil es ein bekannter Name ist. So wie Mercedes und VW.

Das war nicht die Frage. Der Ausgangspunkt war dieses

Matthias S. schrieb:
> Was verstehst Du unter Fälschung? Klar, es ist keiner von TI.

Klar, es ist keiner von TI. Also:

> Warum aber sollte der Fälscher dann probieren, das TI Logo nachzuahmen?

Wenn es schon klar ist, das es keiner von TI ist. Und das Logo ist ja 
jämmerlich. Wer mal ein paar echte TI gesehen hat, weiss, des es über 
die Jahre etwas verschliffen ist, aber immer noch deutlich besser als 
auf den o.a. Fälschungen.

von Wolfgang R. (Firma: www.wolfgangrobel.de) (mikemcbike)


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TME hat übrigens ein Foto von einem echten TI-Baustein.

Logo stimmt und die äußeren Pins sind asymmetrisch.

von Marci W. (Gast)


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Hallo Leute,

sorry, ich hatte gar nicht dran gedacht, dass das Logo auf dem Chip des 
TO das TI-Logo sein soll. ;-)
Dann macht es natürlich Sinn, dass es sich um eine Fälschung handelt. 
Ich dachte zuerst das wäre irgend_ _ein Herstellerlogo...

ciao

Marci

von Jens G. (jensig)


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Falk B. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Schau dir die Eckpins an.
>
> Die sind im Datenblatt asymmetrisch dargestellt. Aber die Vergrößerung
> zeigt symmetrische Pins mit der kryptischen Anmerkung 14/18 pins only,
> 20 pins vendor option. Was heißt das? Ich würde meinen, daß ein 20er
> Gehäuse dort auch symmetrische Pins haben kann, wie auf dem Bild. Damit
> wäre es kein Hinweis auf eine Fälschung.

Steht doch in der Fußnote, das der Eckpin beim 20-Pinner ein- oder 
zweischultrig sein kann. Der zweischultrige Eckpin des TO's IC ist also 
kein Indiz für eine Fälschung, das Logo schon eher ...
(sofern der gezeigte Auszug auch wirklich von eben diesem IC-Typen ist - 
habe ich jetzt nicht nachgeprüft)

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Rainer W. schrieb:
> Dann frag doch eine KI. Die sagt dir auch nicht, wie sie zu ihrer
> Einschätzung kommt.

Manche schon.

: Bearbeitet durch User
von Frank O. (frank_o)


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Soul E. schrieb:
> Bei Mouser, TME, Digikey, Farnell oder RS kannst Du zumindest sicher
> sein, dass die die Teile direkt beim Hersteller einkaufen.

Mache ich tatsächlich auch, obwohl ich bisher bei Reichelt dachte, dass 
die frei von Fälschungen sind. Ich meine die ICs waren ja dann doch 
keine Fälschungen, aber komisch war es, dass die völlig anders aussahen.

von H. H. (hhinz)


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Frank O. schrieb:
> Soul E. schrieb:
>> Bei Mouser, TME, Digikey, Farnell oder RS kannst Du zumindest sicher
>> sein, dass die die Teile direkt beim Hersteller einkaufen.
>
> Mache ich tatsächlich auch, obwohl ich bisher bei Reichelt dachte, dass
> die frei von Fälschungen sind. Ich meine die ICs waren ja dann doch
> keine Fälschungen, aber komisch war es, dass die völlig anders aussahen.

Es hängt durchaus von der Assembly Site ab.

von Falk B. (falk)


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H. H. schrieb:
> Es hängt durchaus von der Assembly Site ab.

Fachleute nennen das Backend. ;-)

von H. H. (hhinz)


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Falk B. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Es hängt durchaus von der Assembly Site ab.
>
> Fachleute nennen das Backend. ;-)

Die Hersteller nennen das Assembly Site.

von Stephan S. (uxdx)


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Wolfgang R. schrieb:
> TME hat übrigens ein Foto von einem echten TI-Baustein.
>
> Logo stimmt und die äußeren Pins sind asymmetrisch.

Ich habe hier sowohl einen 74LVC244 als auch einen 74HC245, beide 
Origial TI von Mouser. Beidesmal ist der Eckpin asymmetrisch und das 
Logo sauber. Ausserdem wäre der Überstand des Gehäuses über den Eckpin 
bei einem symmetrischen Pin viel kleiner als beim IC des TE.

Der IC vom TE ist sicher ein Fälschung.

: Bearbeitet durch User
von Christoph Z. (rayelec)


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Eigentlich muss man sich für die allermeisten THT 74HC(T) und erst recht 
74(A)LS heute nur noch ein Herstellerlogo merken: Texas Instruments. 
Alle anderen produzieren nur noch SMD-Teile, wenn überhaupt. 1990 gab es 
bestimmt 20-30 Hersteller.
Es mag einige Chinesen wie HLF oder Sungine geben die das neu auch 
machen, aber bei bipolaren Bausteinen ist mir nur noch ein anderer 
Hersteller mit einem sehr breiten Portfolio bekannt: die Belarusische 
Integral. Bekannterweise dürften die aktuell gewisse Schwierigkeiten 
haben, die Teile auf den Weltmarkt zu bringen. Aber wer weiss schon, was 
in den chinesischen ICs für Dies stecken?

von Gerald B. (gerald_b)


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Stephan S. schrieb:
> Ich habe hier sowohl einen 74LVC244 als auch einen 74HC245, beide
> Origial TI von Mouser. Beidesmal ist der Eckpin asymmetrisch und das
> Logo sauber.

Auch die Form der Orientierungskerbe und die Spritznippel unnterscheiden 
sich. Beim Original ist es ein Kreis, auf der der Kerbe 
gegenüberliegenden Seite. Bei der Fälschung ist auf Seite der Kerbe auch 
noch einer.
Wenn man mehrere Referenzmuster hat, ist die Sache sonnenklar. Wenn man 
aber nict ständig damit zu tun hat und wechselnde Anbieter, dann fällt 
das nicht auf. Zumal man als "Otto Normalverbraucher" auch nicht weiß, 
aus wievielen unterschiedlichen Fabriken der Chip einer Marke kommen 
kann. Dazu kommen dann noch so Dinge, wie Auftragsfertiger, die wechseln 
können.

von Jörg (41089)


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Falk B. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Schau dir die Eckpins an.
>
> Die sind im Datenblatt asymmetrisch dargestellt. Aber die Vergrößerung
> zeigt symmetrische Pins mit der kryptischen Anmerkung 14/18 pins only,
> 20 pins vendor option. Was heißt das? Ich würde meinen, daß ein 20er
> Gehäuse dort auch symmetrische Pins haben kann, wie auf dem Bild. Damit
> wäre es kein Hinweis auf eine Fälschung.

Schau Dir mal die Form der Pins bei dem Foto vom TE an.
Und die Größe der Pin 1 Markierung.

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