Forum: Offtopic autonomes "Soundgerät" für USB-Midi-Keyboard


von Bjoern E. (bjoern_e)


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Hallo,
gibt es eine einfache Möglichkeit, ein USB-Midi-Keyboard ohne PC zum 
Klingen zu bringen?
Also so, dass man das USB-Kabel des Keyboards in ein kleines, autonom 
arbeitendes Gerät steckt und dann über Line out oder Kopfhörer die 
gespielten Noten mit vorgegebenem Sound hören kann.

Mir würde bereits ein Gerätchen mit einem halbwegs soliden Klaviersound 
ausreichen.
Vielleicht kennt ja sogar jemand ein Mikrocontroller-Projekt dafür, 
welches man einfach nachbauen kann (mit Betonung auf einfach).

von Hmmm (hmmm)


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Bjoern E. schrieb:
> gibt es eine einfache Möglichkeit, ein USB-Midi-Keyboard ohne PC zum
> Klingen zu bringen?

Bei MIDI ohne USB hättest Du viel Auswahl, aber für USB-MIDI gibt es 
wohl auch etwas:

https://www.thomann.de/de/miditech_pianobox_mini_ii.htm

von Rene K. (xdraconix)


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Du kannst auch ganz simpel dein Handy nutzen, da brauchst du keine extra 
Box für. MIDI Commander und Koala Sampler sind so zwei Apps die du dir 
da mal anschauen kannst.

von Nemopuk (nemopuk)


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Ich glaube du suchst einen Synthesizer. Eventuell noch einen USB/Midi 
Adapter dazu.

Schau dir den Roland S-1 an.

: Bearbeitet durch User
von Hmmm (hmmm)


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Nemopuk schrieb:
> Ich glaube du suchst einen Synthesizer.

Eher einen Expander.

Nemopuk schrieb:
> Eventuell noch einen USB/Midi Adpazer dazu.

Wenn Du einen USB-MIDI-Adapter bestellst, wirst Du eher nichts bekommen, 
was hier weiterhilft.

USB-MIDI-Host ist der passendere Begriff.

von Bjoern E. (bjoern_e)


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Hallo,
Danke für die Antworten.
Es ist gar nicht so einfach, hier die richtigen Begriffe zu finden, wie 
mir schon vorher beim Googeln aufgefallen ist.


Hmmm schrieb:
> Bei MIDI ohne USB hättest Du viel Auswahl, aber für USB-MIDI gibt es
> wohl auch etwas:
>
> https://www.thomann.de/de/miditech_pianobox_mini_ii.htm

Vielen Dank, ziemlich genau so etwas habe ich mir vorgestellt :)
Dieses Gerät kann dann wohl beides, Midi und USB Host.


Rene K. schrieb:
> Du kannst auch ganz simpel dein Handy nutzen, da brauchst du keine extra
> Box für. MIDI Commander und Koala Sampler sind so zwei Apps die du dir
> da mal anschauen kannst.

Sehr gut zu wissen. Längerfristig soll es ein autonomes Gerät sein, aber 
für die Zwischenzeit kann ruhig mal ein Handy ran.
Wie schließt man dabei das Keyboard an das Handy an?
USB(Midi-Keyboard) -> USB-Adapter-auf-USB-C -> Smartphone(an den 
USB-C-Ladeanschluss)?

von Bjoern E. (bjoern_e)


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Nemopuk schrieb:
> Schau dir den Roland S-1 an.

Sehr, sehr cooles Teil, für meine Anwendung aber etwas oversized.


Wie sieht es denn mit Selbstbauprojekten aus, gibt es da z.B. etwas aus 
der Arduino-Ecke?
Oder etwas mit anderen Mikrocontrollern/IDEs?

von Harald K. (kirnbichler)


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Bjoern E. schrieb:
> Wie sieht es denn mit Selbstbauprojekten aus, gibt es da z.B. etwas aus
> der Arduino-Ecke?

Da dafür ein USB-Host erforderlich ist, ist die Luft dafür in der 
Arduino-Ecke sehr dünn.

von H. H. (hhinz)


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Harald K. schrieb:
> Bjoern E. schrieb:
>> Wie sieht es denn mit Selbstbauprojekten aus, gibt es da z.B. etwas aus
>> der Arduino-Ecke?
>
> Da dafür ein USB-Host erforderlich ist, ist die Luft dafür in der
> Arduino-Ecke sehr dünn.

Raspberry Pi.

Aber obs da schon was fertiges gibt?

von Rene K. (xdraconix)


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Bjoern E. schrieb:
> Wie schließt man dabei das Keyboard an das Handy an?
> USB(Midi-Keyboard) -> USB-Adapter-auf-USB-C -> Smartphone(an den
> USB-C-Ladeanschluss)?

Jep, genau so.

von Andreas M. (amesser)


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H. H. schrieb:
> Raspberry Pi.
>
> Aber obs da schon was fertiges gibt?

Wenn man noch etwas passende Hardware drumherum spendiert dann ja:

https://zynthian.org/

In dem folgenden Gerät versteckt sich auch ein Raspi, dort kann man auch 
ein USB Midi Keyboard (bzw eigentlich jegliche Art von Controller) 
anschließen. Man kann es sogar mit Batterie betreiben.

https://www.critterandguitari.com/organelle

von Harald K. (kirnbichler)


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H. H. schrieb:
> Raspberry Pi.
>
> Aber obs da schon was fertiges gibt?

Das ist dann natürlich 'ne ganz andere Kiste.

Sowohl ist das Ding leistungsfähig genug, um als Audio-Synthesizer (oder 
Wavetable-Abspieler) genutzt zu werden, als auch daß es sich als 
Midi-Host eignet.

https://jereme.me/posts/raspberry-pi-midi-sound-module/

Letztlich lässt sich alles verwenden, was in dieser Richtung unter Linux 
unterwegs und nicht nur als vorcompiliertes Binary für x86 verfügbar 
ist.

von Bjoern E. (bjoern_e)


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Danke für die Antworten und die Links!

Harald K. schrieb:
> Da dafür ein USB-Host erforderlich ist, ist die Luft dafür in der
> Arduino-Ecke sehr dünn.

Einen USB-Host könnte man zur Not noch bereitstellen.


H. H. schrieb:
> Raspberry Pi.

Gute Idee. Allerdings ist mir ein Raspi 3 oder 4 definitiv zu 
stromintensiv.

Habe aber etwas Cooles mit Raspberry PI Zero 2 entdeckt:
"A DIY MIDI file player with Fluidsynth, Pirate Audio and Raspberry PI 
Zero 2"
https://www.youtube.com/watch?v=ilmhX1j-ENU
https://github.com/mrfloydst
https://github.com/mrfloydst/midifileplayer

Es gibt auch noch allerlei andere Projekte mit Pi Zero 2 oder 4, an die 
man ein USB-Midi-Keyboard direkt anschließen kann und bei denen man dann 
sogar zwischen verschiedenen Synthis wählen kann, habe allerdings leider 
die Links nicht gespeichert und damit grade nicht zur Hand.

Allerdings benötigt man nach ein Pirate Audio Shield:
https://shop.pimoroni.com/products/pirate-audio-headphone-amp
Kostet zumindest ohne Versand nicht die Welt, kommt aber aus dem UK und 
da funktioniert aus meiner Erfahrung die Logistik nicht besonders gut 
(oder ist sehr teuer).

: Bearbeitet durch User
von Rbx (rcx)


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Es ist erstaunlich, heutzutage immer noch..
Mit einem einfachen USB->MIDI Konverter hätte man mehr Auswahl?

von Bjoern E. (bjoern_e)


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Hier noch die beiden anderen Links:

"sMart SYNTHBOX soundfont player (sf2), Minidexed & Samplerbox with 
Raspberry and Pirate Audio "
https://www.youtube.com/watch?v=5vyKeNL74CQ

"a tiny electric piano expander"
https://www.youtube.com/shorts/sgOjge-N2WU

von Harald K. (kirnbichler)


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Rbx schrieb:
> Mit einem einfachen USB->MIDI Konverter hätte man mehr Auswahl?

Falsche Richtung. Der hilft nicht.

von Harald K. (kirnbichler)


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Bjoern E. schrieb:
> Allerdings benötigt man nach ein Pirate Audio Shield:

Nö, es reicht ein I2S-DAC und ein bisschen Eigeninitiative.

von Rbx (rcx)


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Harald K. schrieb:
> Falsche Richtung. Der hilft nicht.

Nicht direkt - aber bei der Auswahl des "Instruments" schon.

Beim Raspi kann man auch Csound nutzen.

von Hmmm (hmmm)


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Rbx schrieb:
> Nicht direkt - aber bei der Auswahl des "Instruments" schon.

Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, ist das der falsche Begriff, 
wenn man ein USB-MIDI-Keyboard an einen MIDI-Klangerzeuger hängen will.

Ein "USB->MIDI Konverter" ist i.d.R. ein MIDI-Interface für einen 
USB-Host (PC o.dgl.), ein "USB-MIDI-Host" ist der übliche Begriff für 
das hier benötigte Gerät.

von Rbx (rcx)


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Hmmm schrieb:
> Ein "USB->MIDI Konverter" ist i.d.R. ein MIDI-Interface für einen
> USB-Host (PC o.dgl.), ein "USB-MIDI-Host" ist der übliche Begriff für
> das hier benötigte Gerät.

Ah OK, Danke, aber siehste, während die Apples und die Ataries längst 
MIDI-freundlich waren, sind die PC Schnittstellen immer noch irgendwo 
Problemkind während man auf der anderen Seite den Herstellern der 
Instrumente keinen Vorwurf machen muss.
Bei den aktuellen USB Keyboards muss man wohl auch noch annehmen, dass 
die Stromversorgung dranhängt.
Ein Begriff, der mir noch aufgefallen ist in diesem Zusammenhang wäre 
MIDI DIN;
https://de.wikipedia.org/wiki/DIN-Steckverbinder
Könnte auch noch eine Rolle spielen.

von Hmmm (hmmm)


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Rbx schrieb:
> während die Apples und die Ataries längst MIDI-freundlich waren

Apples mit integrierten MIDI-Anschlüssen gab es meines Wissens nie.

Rbx schrieb:
> sind die PC Schnittstellen immer noch irgendwo Problemkind

Zum einen ist das spätestens seit den SoundBlaster-Karten der 90er 
Quatsch, zum anderen geht es in diesem Thread um etwas völlig Anderes.

Rbx schrieb:
> Ein Begriff, der mir noch aufgefallen ist in diesem Zusammenhang wäre
> MIDI DIN;

Wenn Dir jetzt erst ein Zusammenhang zwischen MIDI und DIN-Verbindern 
bewusst wird, frage ich mich umso mehr, warum Du hier "Hinweise" gibst.

Rbx schrieb:
> Könnte auch noch eine Rolle spielen.

Übung für die Zukunft: Threads vor dem Kommentieren komplett lesen und 
begreifen.

von Harald K. (kirnbichler)


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Rbx schrieb:
> sind die PC Schnittstellen immer noch irgendwo
> Problemkind

Gequirlter Quark. MIDI über USB ist überhaupt kein Problem, und 
serielles MIDI ist auch kein Problem, denn entsprechende USB-Adapter 
gibt es schon lange. Könnte es sein, daß Du Dir Dein "Wissen" über MIDI 
in genau dem Moment gerade zusammenreimst, in dem Du Deine Beiträge hier 
schreibst?

Das ist sicher sehr hilfreich, wenn man den Signal-Rauschabstand im 
Thread auf ein Minimum reduzieren will.


Für den Threadstarter gäbe es übrigens noch das hier:

https://www.thomann.de/de/behringer_go_midi_host.htm

von J. S. (engineer) Benutzerseite


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Bjoern E. schrieb:
> gibt es eine einfache Möglichkeit, ein USB-Midi-Keyboard ohne PC zum
> Klingen zu bringen?

Mit einem USB-MIDI-host, wie dem con CME, der die Noten an einen -> 
"MIDI-Expanders" schickt. gfs über DIN-MIDI.

von Bjoern E. (bjoern_e)


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Harald K. schrieb:
> Bjoern E. schrieb:
>> Allerdings benötigt man nach ein Pirate Audio Shield:
>
> Nö, es reicht ein I2S-DAC und ein bisschen Eigeninitiative.

Kann das Harald oder jemand anderes mal weiter ausführen? So ein Pirate 
Audio Shield ohne Pirate Audio Shield reverse zu enginieren stelle ich 
mir schwierig vor.
Und einen Schaltplan finde ich für das Teil nicht
https://shop.pimoroni.com/products/pirate-audio-headphone-amp?variant=31189750480979
Bild der Rückseite:
https://shop.pimoroni.com/cdn/shop/products/Pirate_Audio_Stereo_Headphone_Amp_2_of_3_1500x1500_crop_center.jpg?v=1574166327

Ansonsten kann man ja auch was eigenes entwickeln, aber dann müsste man 
mindestens wissen, welcher Ausgang vom Raspberry PI Zero 2 hier wofür 
ist.
https://www.youtube.com/watch?v=5vyKeNL74CQ
https://www.youtube.com/shorts/sgOjge-N2WU

Oder kann man die Infos irgendwie aus dem Script gewinnen?
https://www.youtube.com/watch?v=ilmhX1j-ENU
https://github.com/mrfloydst/midifileplayer

von Nemopuk (nemopuk)


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Rbx schrieb:
> sind die PC Schnittstellen immer noch irgendwo Problemkind

Nein.

Es geht hier um das Keyboard, dass keine MIDI Anschlüsse hat (sondern 
nur USB). Der PC hat damit nichts zu tun. Und für den bekommst du 
problemlos "an jeder Ecke" MIDI Schnittstellen.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Bjoern E. schrieb:
> So ein Pirate Audio Shield ohne Pirate Audio Shield reverse
> zu enginieren stelle ich mir schwierig vor.

Das muss man nicht. Der Rpi hat eine I2S-Schnittstelle, und an die kann 
man einen I2S-DAC anschließen, den man als kleine günstige Platine 
bekommen kann.

Hier ein (willkürlich ausgesuchtes) Beispiel:

https://www.amazon.de/dp/B0F7LL4S8Z

Das Pirate Audio Shield enthält halt noch ein Display und vier Taster.

Der verbaute Audio-DAC ist ein PCM5100A, auf dem willkürlich 
ausgesuchten Beispiel ist ein PCM5102 drauf, also ein enger Verwandter.

Ich hab' so ein (oder ein sehr ähnliches) Board an einen Raspberry Pi 
Zero 2 W angeschlossen, auf dem "moode audio" läuft, das ist eine 
fertige Linux-Distribution, die einen Mediaplayer auch mit 
Internetradiofunktion enthält. Bedient wird das Ding mit einem 
Webbrowser.

Hier findest Du eine Beschreibung für den Anschluss eines derartigen 
Boards an einen Raspberry Pi:

https://diyelectromusic.com/2021/11/21/raspberry-pi-i2s-audio-interface/

von Bjoern E. (bjoern_e)


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Danke Harald für die guten Erklärungen und die Links!

Harald K. schrieb:
> Ich hab' so ein (oder ein sehr ähnliches) Board an einen Raspberry Pi
> Zero 2 W angeschlossen, auf dem "moode audio" läuft, das ist eine
> fertige Linux-Distribution, die einen Mediaplayer auch mit
> Internetradiofunktion enthält. Bedient wird das Ding mit einem
> Webbrowser.

Coole Sache! Den steuerst du dann vom Handy aus?


> Das Pirate Audio Shield enthält halt noch ein Display und vier Taster.

I2S wäre damit klar.

Hier im Code
https://github.com/mrfloydst/midifileplayer/commit/729d39b424980e5e3bd1944e3d493fdd31634636
findet man ab Zeile 318 Angaben zu den Tastern:

def handle_button(bt):
if str(bt.pin) == "GPIO16":
if str(bt.pin) == "GPIO24":
if str(bt.pin) == "GPIO5":
(Auszug aus dem Code)

Einen vierten Taster sowie Displayanschlüsse finde ich dort leider nicht 
(obwohl der Begriff display mehrfach im Code auftaucht).

Gibt es vielleicht Standard-Anschlüsse für so ein OLED an einem 
Raspberry  PI Zero 2?

von Harald K. (kirnbichler)


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Bjoern E. schrieb:
> Den steuerst du dann vom Handy aus?

Ich schrieb "Webbrowser", damit geht alles, auf dem ein Webbrowser 
läuft.

Bjoern E. schrieb:
> Gibt es vielleicht Standard-Anschlüsse für so ein OLED an einem
> Raspberry  PI Zero 2?

Bjoern E. schrieb:
> Hier im Code
> 
https://github.com/mrfloydst/midifileplayer/commit/729d39b424980e5e3bd1944e3d493fdd31634636

Das ist ein diff, kein Code.

Der Code ist das hier:

https://github.com/mrfloydst/midifileplayer/blob/main/midiplayer.py

Und in Zeile 3 steht

"import (...) st7789 (...)"

st7789 ist ein weit verbreiter Displaycontroller.

Lies Dir ansonsten 
https://github.com/mrfloydst/midifileplayer/blob/main/README.md durch.

von Bjoern E. (bjoern_e)


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Danke Harald für die Infos!

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