Momentan interessiert mich die Technik rund um E-Autos. Hätte dazu 2 Fragen zum Ladeprozess (Typ2 Standard!): 1. Laut Beschreibung der Kommunikationsschnittstelle zwischen Ladebox und E-Auto gibt es (gemäß Typ2-Standard nach IEC 62196) nur 2 "Steuerleitungen". Keine der beiden scheint aber den Ladezustand des Autos zu übertragen. Von Ladesäulen hört man aber oft, dass sie den Ladezustand des Autos anzeigen können. Wie machen die das, wenn doch das gar kein Bestandteil des Typ2 Standards ist? 2. Bricht das Auto den Ladevorgang selbständig ab, auch wenn die Spannung an L1/L2/L3 trotzdem noch anliegen sollte? (Es könnte ja eine Fehlfunktion der Steuerleitung/Steuermoduls auf Ladeboxseite vorliegen und die Leistungszufuhr nicht getrennt wird trotz voller Batterie. Schaltet dann die Ladeelektronik des Autos trotzdem die Leistungszufuhr im Auto ab oder erfolgt dann eine Überladung?)
"Hören" tut man viel, vor allem von technisch völlig unbeleckten Journalisten. Die Angaben zu Ladesäulem mit dieser Art Kommunikation sind immer COMBO Lader, also DC. Beim AC Laden hat das Auto die alleinige Kontrolle, der Ladepunkt selbst ist dumm. Mit nur wenigen Bauteilen kann man sich einen Lader für 16/32A CEE Anschlüsse selbst bauen; der Typ2 Stecker ist dabei das teuerste Teil. Im Bild mein Adapter für Arbeiten auf unserem großen E-Fahrzeugparkplatz. Wenn man mal Strom für eine Maschine, Laptop o.ä. braucht.
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Thomas R. schrieb: > "Hören" tut man viel, vor allem von technisch völlig unbeleckten > Journalisten. > > Die Angaben zu Ladesäulem mit dieser Art Kommunikation sind immer COMBO > Lader, also DC. Beim AC Laden hat das Auto die alleinige Kontrolle, der > Ladepunkt selbst ist dumm. Mit nur wenigen Bauteilen kann man sich einen > Lader für 16/32A CEE Anschlüsse selbst bauen; der Typ2 Stecker ist dabei > das teuerste Teil. > > Im Bild mein Adapter für Arbeiten auf unserem großen > E-Fahrzeugparkplatz. Wenn man mal Strom für eine Maschine, Laptop o.ä. > braucht. Was hat deine Antwort nun mit meinen beiden Fragen zu tun?
Rob R. schrieb: > 1. Laut Beschreibung der Kommunikationsschnittstelle zwischen Ladebox > und E-Auto gibt es (gemäß Typ2-Standard nach IEC 62196) nur 2 > "Steuerleitungen". Keine der beiden scheint aber den Ladezustand des > Autos zu übertragen. Von Ladesäulen hört man aber oft, dass sie den > Ladezustand des Autos anzeigen können. Wie machen die das, wenn doch das > gar kein Bestandteil des Typ2 Standards ist? Per Powerline über die DC-Kontakte. Das ist nicht Bestandteil des Typ2-Standards, sondern von CCS 2.0. Funktioniert also nicht beim Wechselstromladen. > 2. Bricht das Auto den Ladevorgang selbständig ab, auch wenn die > Spannung an L1/L2/L3 trotzdem noch anliegen sollte? (Es könnte ja eine > Fehlfunktion der Steuerleitung/Steuermoduls auf Ladeboxseite vorliegen > und die Leistungszufuhr nicht getrennt wird trotz voller Batterie. > Schaltet dann die Ladeelektronik des Autos trotzdem die Leistungszufuhr > im Auto ab oder erfolgt dann eine Überladung?) Das geht über den CP-Pin. Im KFz ist ein 2.7k Widerstand gegen PE, der ein Ladebereitschaft signalisiert. Durch Parallelschalten von 1.3k wird Ladung angefordert. Wenn die 1.3k wieder weggenommen werden, beendet die Ladesäule das Laden. fchk
Ganz genau, ab AC Wallboxen hat man keine Möglichkeit, den Ladestand abzufragen. Das geht per ISO 15118, aber eben nur bei CCS oder eventuell diesen neuen bidirektionalen Wallboxen. Das Auto kann ebenso wie die Wallbox das Laden pausieren oder Abbrechen, in den allermeisten neuen BEV kann man ja das Ladelimit eingestellen, oder per App starten/stoppen. Überladen wird in keinem Fall, das verhindert das BMS mit seinen drölfzig Schutzfunktionen. Wenn voll, dann beendet das Auto die Ladung. Auch bei DC Laden per CCS, da ist dann die ganze Ladestrom Regelung usw in der Ladesäule, das Auto sagt, wie viel Strom es gerade möchte.
Frank K. schrieb: > Das geht über den CP-Pin. Im KFz ist ein 2.7k Widerstand gegen PE, der > ein Ladebereitschaft signalisiert. Durch Parallelschalten von 1.3k wird > Ladung angefordert. Wenn die 1.3k wieder weggenommen werden, beendet die > Ladesäule das Laden. Wobei das Zuschalten des 1k3 Widerstandes auf der Fahrzeugseite passiert. Erstens wegen der Diode auf der Fahrzeugseite und zweitens damit das Fahrzeug auch selbstständig die Entscheidung treffen kann, ob es noch weiterladen möchte oder nicht.
Christian R. schrieb: > das Auto sagt, wie viel Strom es gerade möchte. Oder endet in einem Lichtblitz. ;) Bei einigen spektakulaeren Videos im Netz, lag es nicht am Fahrzeug. Da konnte der DC Lader nur deutlich hoehere Spannungen liefern. Die besseren Schutzmechanismen kosten Geld und auch daher sind DC Ladesaeulen teurer.
Rob R. schrieb: > Thomas R. schrieb: >> "Hören" tut man viel, vor allem von technisch völlig unbeleckten >> Journalisten. >> >> Die Angaben zu Ladesäulem mit dieser Art Kommunikation sind immer COMBO >> Lader, also DC. Beim AC Laden hat das Auto die alleinige Kontrolle, der >> Ladepunkt selbst ist dumm. Mit nur wenigen Bauteilen kann man sich einen >> Lader für 16/32A CEE Anschlüsse selbst bauen; der Typ2 Stecker ist dabei >> das teuerste Teil. >> >> Im Bild mein Adapter für Arbeiten auf unserem großen >> E-Fahrzeugparkplatz. Wenn man mal Strom für eine Maschine, Laptop o.ä. >> braucht. > > Was hat deine Antwort nun mit meinen beiden Fragen zu tun? Aus der Schilderung eines Adapters für AC Ladepunkte sollte man alles andere selbst durch einfaches Nachdenken ableiten können.....
Thomas R. schrieb: > Aus der Schilderung eines Adapters für AC Ladepunkte sollte man alles > andere selbst durch einfaches Nachdenken ableiten können..... Ich gehe davon aus, dass auf der Oberseite in dem Typ 2 Stecker ein kleiner 3-stufiger Drehschalter montiert ist, der einfach nur zum einen den 1k3 Widerstand parallel zum 2k7 Widerstand schaltet und zum anderen das ganze System trennen kann, damit die Verriegelung in der Ladesäule den Typ 2 Stecker wieder freigibt.
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