Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Triac Defekt?


von Christoph K. (christoph_k314)


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Nur um sicher zu gehen:

ich messe zwischen T2 und G 6.3 Ohm in beide Richtungen. Liegt nicht an 
der Außenbeschaltung. Zwischen T2 und T1 hochohmig. 
(https://www.farnell.com/datasheets/1815181.pdf)

Anwendung: Billiger Schnur-Zwischendimmer einer bekannten: Lampe hat 
sich mit knall verabschiedet, Sicherung auf der Platine ist durch.


Ich würde sagen bei 6.3 Ohm ist das Ding Durch. Allerdings bin ich mir 
nicht 100% sicher. Ich habe mit Triacs bisher kaum gearbeitet. Hätte 
eher short zwischen T1 und T2 erwartet. Oder könnte das Gate durch das 
dI/dt im Moment des Fehlers gestorben sein?

Grüße + Danke

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Der Papagei is doud - also aeh - der Triac.

Gruss
WK

von Christoph K. (christoph_k314)


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DB1 sieht aus wie ne Glasdiode hat aber in keiner Richtung weder im 
Diodentest noch im Widerstandsmodus messbaren Durchgang.

von Michael B. (laberkopp)


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Christoph K. schrieb:
> DB1

ist naturlich ein DIAC, der leitet erst ab 32V.

Christoph K. schrieb:
> Ich würde sagen bei 6.3 Ohm ist das Ding Durch

Miss einen heilen TRIAC mit demselben Multimeter im selben Messbereich. 
6.3 Ohm kommt mir zwar zu wenig vor, aber es sind 2 antiparallele Dioden 
und wenn dein Multimeter bei einer Diode ca. 10 Ohm anzeigt, ist er in 
Ordnung.

: Bearbeitet durch User
von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Das wird dann wohl ein Diac sein, wenn du das Geraffel nicht rumliegen 
hast, bestell besser welche mit.

Gruss
WK

von Christoph K. (christoph_k314)


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Danke für die Infos, habe ich mir fast gedacht. Wofür den diac? 
Theoretisch kann der Triac das ja allein. Und kann mir jemand noch mit 
R3 und den beiden Dioden helfen @funktion?

Ps: habe keine Reparatur vor. Das Ding ist selbst in funktionierendem
Zustand Kernschrott

von Thomas R. (thomasr)


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Schau dir mal die Grundlagen zu einem Phasenanschnittsteller an. Da 
wirst du die Notwendigkeit eines Diac erklärt bekommen.

von Karl B. (gustav)


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Christoph K. schrieb:
> Und kann mir jemand noch mit
> R3 und den beiden Dioden helfen @funktion?

ciao
gustav

von Christoph K. (christoph_k314)


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Ich ging davon aus das die VT vom Gate eine ähnliche Funktion erfüllen 
könnte.

von Teo D. (teoderix)


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Christoph K. schrieb:
> Ich ging davon aus das die VT vom Gate eine ähnliche Funktion erfüllen
> könnte.

Vergiss nicht den min. Haltestrom des Triac!
Was müsste der Verbraucher für einen Widerstand haben, damit das sicher 
bei ca. 4V zündet?!

von Rainer W. (rawi)


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Christoph K. schrieb:
> Wofür den diac?

Damit die Ladung von C2 sicher ausreicht, um die TRIAC für den Rest der 
Halbwelle zu zünden. Die Zündung darf erst erfolgen, wenn die Spannung 
hoch genug ist, um den Haltestrom fließen zu lassen. Außerdem erzeugt 
die Schwellspannung der DIAC zusammen mit dem RC-Glied die Verzögerung 
für den Phasenanschnitt.

p.s.
Es heißt DIE Diode bzw DIE Triode

: Bearbeitet durch User
von Lu (oszi45)


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Christoph K. schrieb:
> mit knall verabschiedet, Sicherung auf der Platine ist durch

Silizium schmilzt meist schneller als Deine Schmelzsicherung. Man achte 
allgemein beim Austausch auf ausreichende? Spannung, Haltestrom und 
Kennbuchstaben.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Michael B. schrieb:
>> Ich würde sagen bei 6.3 Ohm ist das Ding Durch
>
> Miss einen heilen TRIAC mit demselben Multimeter im selben Messbereich.
> 6.3 Ohm kommt mir zwar zu wenig vor, aber es sind 2 antiparallele Dioden
> und wenn dein Multimeter bei einer Diode ca. 10 Ohm anzeigt, ist er in
> Ordnung.

Ob er ein Bauteil zum Vergleich hat?

Ich klemme Triac / Thyristor ans Labornetzgerät und dippe Anode-Gate. 
Wenn dann die Strombegrenzung greift, hat das Ding gezündet. Dann A1-A2 
bzw. A-K kurz brücken, geht er wieder aus.

von Gerald B. (gerald_b)


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So ähnlich hab ich einen 2,5 kA Hockeypuk Thyristor im Feld geprüft. Ich 
hatte nen frischen 9V Block genommen.

von Karl B. (gustav)


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Gerald B. schrieb:
> Ich
> hatte nen frischen 9V Block genommen.

Yep.

ciao
gustav

von Peter N. (alv)


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Lu schrieb:
> Silizium schmilzt meist schneller als Deine Schmelzsicherung

Warum stellt man dann Sicherungen nicht aus Silizium her?

von Udo S. (urschmitt)


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Peter N. schrieb:
> Warum stellt man dann Sicherungen nicht aus Silizium her?

Weil geschmolzenes Silizium manchmal eine Unterbrechung und manchmal ein 
Kurzschluss erzeugt.

von Wolfgang R. (Firma: www.wolfgangrobel.de) (mikemcbike)


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Udo S. schrieb:
> Weil geschmolzenes Silizium manchmal eine Unterbrechung und manchmal ein
> Kurzschluss erzeugt.

Nach Functional Safety Berechnungen zu überwiegendem Maße Kurzschluss 
wegen Durchlegierens.

Unterbrechung nur, wenn der Bonddraht zuerst wegberennt - das kommt auf 
den jeweiligen Havariefall an.

von Udo S. (urschmitt)


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Wolfgang R. schrieb:
> Unterbrechung nur, wenn der Bonddraht zuerst wegberennt

Oder die Energie groß genug ist, dass nur die Beinchen stehen bleiben.

von Wolfgang R. (Firma: www.wolfgangrobel.de) (mikemcbike)


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Udo S. schrieb:
> Oder die Energie groß genug ist, dass nur die Beinchen stehen bleiben.

So etwas hatte ich unlängst in einem LiFePO4 BMS... da wird die 
Plasmawolke zum Problem. Zum Schluss war ein Walnuss-großes Loch in der 
Aluplatte des Kühlkörpers. Beinchen waren keine mehr da. Die Sicherung 
kam erst danach und war heile...

Die Zellen waren unbeeindruckt - 4p80s, bei jeweils 4,2Ah - da geht 
was...

: Bearbeitet durch User
von Gerald B. (gerald_b)


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Peter N. schrieb:
> Lu schrieb:
>> Silizium schmilzt meist schneller als Deine Schmelzsicherung
>
> Warum stellt man dann Sicherungen nicht aus Silizium her?

Bei einem gesteuerten Drehstromgleichrichter aus 6 Thyristoren ist es 
vorteilhaft, wenn einer der Thyristoren "Kernschmelze" hat, dann mit 
einer Sicherung zu unterbrechen. Sonst sind nicht nur 2 oder 3 
Thyristoren hin, sondern alle 6
Der Witz war, das die 2 kA Sicherung teurer war, als der Thyristor :-)
Das waren spezielle Sicherungen, die einen Prömpel hatten, der beim 
Auslösen raus kam und einen Mikrotaster betätigte. Die hingen mit in der 
EMO Kette.
Das war keine Elektronik mehr, sondern eher "Grobschlosserei"

von H. H. (hhinz)


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Gerald B. schrieb:
> Peter N. schrieb:
>> Lu schrieb:
>>> Silizium schmilzt meist schneller als Deine Schmelzsicherung
>>
>> Warum stellt man dann Sicherungen nicht aus Silizium her?
>
> Bei einem gesteuerten Drehstromgleichrichter aus 6 Thyristoren ist es
> vorteilhaft, wenn einer der Thyristoren "Kernschmelze" hat, dann mit
> einer Sicherung zu unterbrechen. Sonst sind nicht nur 2 oder 3
> Thyristoren hin, sondern alle 6
> Der Witz war, das die 2 kA Sicherung teurer war, als der Thyristor :-)
> Das waren spezielle Sicherungen, die einen Prömpel hatten, der beim
> Auslösen raus kam und einen Mikrotaster betätigte. Die hingen mit in der
> EMO Kette.
> Das war keine Elektronik mehr, sondern eher "Grobschlosserei"

Männerelektronik!

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