Hi, es gibt von Peak System ein Gerät PCAN-LWL (Ankopplung für optische Übertragung von CAN- und CAN-FD-Daten). Mit dem kann man eine CAN-Verbindung über LWL betreiben: https://www.peak-system.com/PCAN-LWL.214.0.html . Man schaltet 2 dieser Teile in eine bestehende CAN-Verbindung mit LWL dazwischen. Wie funktioniert so eine Umsetzung technisch? Die Kommunikation geht ja in beide Richtungen, das ist dadurch nicht trivial. Ist das mit einem Mikrocontroller gelöst oder geht das auch ohne?
Beim analogen Telefon nennt man das Gabelschaltung. Für digitale Signale kann man das auch nachbauen ohne Prozessor. Ist halt etwas Logik dahinter, aber geht schon. Das ist ähnlich einem CAN-Repeater oder einem optischen Isolator mit Optokopplern. Genaue Beschreibungen finden sich bei diversen Herstellern und im Wikipedia.
Helmut -. schrieb: > Genaue Beschreibungen finden sich > bei diversen Herstellern und im Wikipedia. Könntest Du mir einen Tipp geben, mit welchen Begriffen ich genau suchen muss? Bisher bin ich selbst nicht weiter gekommen. Bzw. einen konkreten Link zu entsprechenden Infos nennen? Ein Schaltplan einer solchen Schaltung wäre super.
Helmut -. schrieb: > Beim analogen Telefon nennt man das Gabelschaltung. Für digitale Signale > kann man das auch nachbauen ohne Prozessor. Ist halt etwas Logik > dahinter, aber geht schon. Naja, ganz so einfach ist das nicht. Der schwierige Teil ist das enge Timing. Denn bei CAN musst Du die CRC prüfen und hast dann nur wenige Takte Zeit zu entscheiden ob Du ACK sendest oder nicht. Und ein gesendetes ACK muss dann im richtigen Moment auf dem Rest des gesamten Busses ankommen. Weil das bei höheren Datenraten auch schon mit normalem, direkt verbundenem, CAN-FD schwer wird, haben die dieses ACK-Konzept beim Nachfolger CAN-XL rausgeworfen.
CAN funktioniert mit einen dominanten ('0) und einen rezessiven('1')
Signal und der Erkennung der Kanalbelegung wenn bei der Arbitrierung ein
dominates Signal erkannt wird obwohl man selbst nur rezessiv "sendet".
Das geht auch mit Licht, 'Licht an' ist dominant, Licht aus rezessive.
Man darf aber nur mit solchen Baudraten senden, das die Erkennung noch
innerhalb des Taktes erfolgen kann.
Wenn man in das PCAN-LWL Benutzerhandbuch schaut bekommt man einige Hinweise zur Funktion, z.B. gibt es jeweils zwei CAN Transceiver (Low-/High-Speed, maximal 500 kBit/s bei High-Speed) von denen man einen auswählen muss und die Verbindung zwischen den beiden Modulen erfolgt durch zwei Lichtwellenleiter.
Martin schrieb: > Wie funktioniert so eine Umsetzung technisch? Die Kommunikation geht ja > in beide Richtungen, das ist dadurch nicht trivial. Man muss nur die Bedienungsanleitung lesen: https://www.peak-system.com/produktcd/Pdf/Deutsch/PCAN-LWL_UserMan_deu.pdf Auf Seite 7 steht dann:
1 | Ein PCAN-LWL-Modul hat zwei standardisierte ST-Steckverbinder für die |
2 | Lichtwellenleiter. Die Anschlüsse sind gesondert für das Senden und Empfangen von Lichtsignalen zuständig. |
3 | Die beiden Lichtwellenleiter der Duplexleitung sind an den Anschlüssen farblich gekennzeichnet (rot/schwarz). Verbinden Sie jeweils den LWL-Ausgang eines Moduls mit dem LWL-Eingang des anderen. |
Also zwei Leitungen, eine für jede Richtung.
Thomas F. schrieb: > Also zwei Leitungen, eine für jede Richtung. Schon klar, dass man 2 Leitungen benötigt. Aber wenn ich am Gerät 1 eine "0" sende, geht der CAN-Bus an Gerät 1 auf dominanten Pegel. Zeitverzögert auch auf CAN-Bus an Gerät 2. Das Ganze wird über den LWL Rückkanal zu CAN-Bus an Gerät 1 zeitverzögert zurückgegeben. Und dann hat man dauerhaft dominanten Pegel auf den CAN-Bussen (Selbsthaltung). Das Gerät 1 kann die "0" wegnehmen, aber der Pegel bleibt durch die "0" den Rückkanal erhalten. Zumindest so lange, bis der CAN-Transceiver seinen Timeout hat und den dominanten Pegel vom Bus trennt. Kann somit nicht funktionieren.
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Bearbeitet durch User
Für die Bus Arbitrierung findet man einige Beispiele, z.B. das hier ("TI
Designs: TIDA-01487 - Isolated CAN FD Repeater Reference Design" unter
"2.4.3 CAN Bus Arbitration Logic"):
https://www.ti.com/lit/pdf/tidudb5
Hier in diesem Artikel wurde das aufgebaut, leider ohne nähere Beschreibung der Hardware. https://www.spiedigitallibrary.org/conference-proceedings-of-spie/13699/136995G/CAN-bus-communication-over-optical-wireless/10.1117/12.3075349.full Dort wird auch beschrieben, dass das ACK durch die Kette eine Herausforderung bleibt. Und dann gibt es noch das Problem mit dem dominanten Pegel, so wie in anderen Repeater-Konzepten auch. Man könnte all diesen Probleme aus dem Weg gehen, in dem man auf beiden Seiten einen ganz normalen CAN-Knoten aufbaut und die Information via RX/TX (z.B. LAWICEL) seriell austauscht. Ja, ich weiß, ist in vielen Aspekten nicht das identische Verhalten (Remoteframes werden schwierig - wenn man es denn unbedingt braucht), wird aber für viele Anwendungen trotzdem reichen.
Martin schrieb: > Könntest Du mir einen Tipp geben, mit welchen Begriffen ich genau suchen > muss? Bisher bin ich selbst nicht weiter gekommen. Mit "CAN repeater" hatte ich schon ein Stichwort gegeben. Hier ist mal ein konkreter Link: https://www.ems-wuensche.com/can-technology/can-repeater-inhibit-time/ Diese Inhibit time ist wichtig, damit man keinen dominanten Loop bekommt. Soo schwierig ist das nicht. Ich habe selber in den 90er Jahren, als wir mit der CAN-Steuerung unserer Geräte anfingen, so ein Ding designed. War ein kleines EPLD mit zwei Optokopplern und zwei CAN-Transceivern. Für LWL-Anschluss braucht man halt die optischen Interfaces und die Logik dazwischen. Viele Specs über CAN findest du bei der CiA (https://www.can-cia.org/news). Wir waren damals Gründungsmitglied und hatten viel mit Holger Zeltwanger zu tun.
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