Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik SO8 Marking 4950 (BAC)


von Harald A. (embedded)


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Kann mir jemand bei der Identifizierung eines (vermutlichen) 
Buck-Reglers helfen. Sitzt in einer Beckhoff Klemme EK1501:

von Sebastian W. (sebastian_w75)


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Sieht mir ganz nach einem Doppelmosfet SQ4940AEY von Vishay (Siliconix) 
aus.

Datenblatt: https://www.vishay.com/docs/62916/sq4940aey.pdf
Marking: https://www.vishay.com/docs/72762/partmarkinfoso8.pdf

von Harald A. (embedded)


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Danke für die Rückmeldung, das kann aber nicht sein, weil vorne 24V 
reingehen und hinten 3.6V herauskommen. Eben nur manchmal, wenn man 
häufig genug ein- und ausschaltet.

Edit: Könnte natürlich doch sein, wenn unten drunter noch weitere 
Bauteile sitzen und es sich um einen Buck mit externen MOSFETs handelt.

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Sebastian W. schrieb:
> Sieht mir ganz nach einem Doppelmosfet SQ4940AEY von Vishay (Siliconix)
> aus.

Ist aber ein Si4940DY.

von Harald A. (embedded)


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Ja, auf der Unterseite sitzt der Schaltregler - somit: Geheimnis 
gelüftet

von Harald A. (embedded)


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TPS40055:
Das Problem ist, mit 12V startet der Schaltregler sicher und gibt 5.2V 
aus (obige 3.6V waren schon fehlerhaft), bei 24V startet das Ding nur 
manchmal. Man sieht dann an der aufblitzenden LED, dass der Schaltregler 
kurz anläuft und dann final abschaltet.

von H. H. (hhinz)


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Harald A. schrieb:
> TPS40055:

• Programmable high-side sense short-circuit
protection
• Programmable closed-loop soft start


Das relevante Hühnerfutter prüfen.

von Harald A. (embedded)


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H. H. schrieb:
> Das relevante Hühnerfutter prüfen.

Yep, schon dabei. Was noch auffällig ist, dass die Spule trotz Leerlauf 
(Platine ausgebaut, keine CPU-Last) relativ warm wird. Das ist ja auch 
nicht normal.

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Harald A. schrieb:
> Was noch auffällig ist, dass die Spule trotz Leerlauf
> relativ warm wird. Das ist ja auch nicht normal.

Gar nicht normal!

von Harald A. (embedded)


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Ich muss heute Abend weitermachen, habe hier keine vernünftigen 
Messmittel und keine SMD-Ausstattung.

von Gerald B. (gerald_b)


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Ausgangs-C (irgendein KerKo oder der Tantale) mit Schluss, so das die 
Spule warm wird und der Schaltregler nicht starten mag?

von Harald A. (embedded)


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Gerald B. schrieb:
> Ausgangs-C (irgendein KerKo oder der Tantale) mit Schluss, so das die
> Spule warm wird und der Schaltregler nicht starten mag?

Der Tantal ist am Eingang, unter dem Plastikteil erkennt man die drei 
Ausgangs-MLCC mit nachfolgender Bead. Von dort aus geht es ins System.

Dein Einwand ist absolut richtig, daran hatte ich auch schon gedacht. 
Aber dann wäre ja die Frage, warum es mit 12V funktioniert. Was mir 
schon aufgefallen ist, dass die Boost-Spannung bei 24V ca. 33V betragen 
müsste. Bei den Messungen heute Vormittag habe ich eine Spannung >24V 
nicht gemessen. Insofern ist das vlt. schon die Erklärung, dass der MLCC 
am Boost-Pin eine Macke hat.

Ich habe die Sachen aber schon verstaut, heute Abend geht es weiter.

von Gerald B. (gerald_b)


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Wenn der Boost-C ne Macke hat, sollte das Wandler-IC, bzw dessen externe 
MOSFETs heiß werden, weil dann keine vernünftige Gatespannung da ist, um 
den MOSFET richtig zu öffnen.

von Harald A. (embedded)


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Kann auch sein, dass nicht die Spule heiß wird sondern das IC. Auf der 
doppelseitigen Bestückung liegt beides ziemlich übereinander, so dass 
eine Zuordnung per Finger schwierig ist. Heute Abend habe ich auch eine 
Wärmebildkamera, dann sieht man mehr.

von Gerald B. (gerald_b)


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https://www.ti.com/lit/ds/symlink/tps40055.pdf

Lies dir mal Seite 12 Punkt 7.3.6 durch. Das Schaltregler IC detektiert 
Überstrom, indem er den oberen MOSFET als Shunt zur Strommessung nutzt, 
wenn der durchgesteuert wird.
Das geht natürlich in die Hose, wenn der MOSFET nicht richtig 
aufgesteuert wird.
Das erklärt auch das komische verhalten, das er nicht anschwingt.
Das unterschiedliche Verhalten bei 12 und 24V können "Schmutzeffekte" 
des teilgeschädigten Boost-Cs sein, das da bei einem Durchschlag 
Metallionen in den Isolator migriert sind und sich das Ding jetzt wie 
ein Varistor verhält.

: Bearbeitet durch User
von Harald A. (embedded)


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Gerald, danke für deine ausführlichen Gedanken!

Die Spannung am ILM PIN ist glatt Betriebsspannung über den gesamten 
Verlauf, auch beim Start.

Ich habe jetzt einige Versuche unternommen, alle relevanten Bauteile 
geprüft und nichts so richtig gefunden. Den 100nF Boost-C habe ich 
prophylaktisch getauscht, ebenso den Softstart-C. Keine Änderung. Die 
MLCC am Ausgang ebenfalls geprüft, je 10uF.

Die Bilder im Anhang habe ich erstellt, indem ich bei 12V gestartet habe 
und die Spannung dann auf 24V hochgedreht habe.
4716: Spannung am Boost-Pin
4717: Gate-Ansteuerung für den High-Side MOSFET.

Ich habe gerade eine Bestellung bei Mouser offen, überlege ob ich den 
TPS40055 und den Dual MOSFET einfach mal mitbestelle.

Jemand noch Ideen?

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von Gerald B. (gerald_b)


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Puh... und was sagt die Wärmebildkamera, von der du sprachst?
Was sagen die Spannungen an BP5 und BP10? Das sollen ja 5 und 10V 
Referenzspannungen sein.
Wenn der TPS und der Dual-MOSFET erhältlich sind, kann es nicht verkehrt 
sein, die mitzubestellen.
Wie hoch ist in deinem Fall der Widertstand Ra, im DB 499k, am KFF Pin? 
Der ist ja relativ hochohmig. Hohe Widerstandswerte können beim Altern 
nach oben weglaufen. Damit sinkt die Wandlerfrequenz und der Softstart 
könnte scheitern. Lies mal am Anfang das mit dem KFF Pin.
Ansonsten gehen mir langsam auch die Ideen aus.

von Harald A. (embedded)


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Anbei die versprochenen Bilder. Auffällig ist, dass die Spule relativ 
warm wird. Ersatzhalber habe ich eine 4.7uH Würth Powerinduktivität 
angeschlossen, Ergebnis identisch. Messtechnisch (Widerstand + 
Induktivität) war die vorhandene Spule aber auch unauffällig.

BP5 und BP10 beide aalglatt und unauffällig.

KFF Pin werde ich noch prüfen, danke für den Hinweis.

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von Harald A. (embedded)


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Widerstand KFF passt auch haargenau zum Aufdruck 47k

von Harald A. (embedded)


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Eines verstehe ich noch nicht: Die Spannung an der SW Node ist im Mittel 
ungefähr so hoch wie Uout. Wenn dann das Gate mit ca. 35V angesteuert 
wird ist das doch viel zu hoch (UG max +/-20V).

Und noch etwas: Der Si4940DY ist nicht mehr lieferbar bei Mouser, hat 
jemand einen Vorschlag für einen Ersatz? FDS8949 vlt? Oder DMN4027SSD

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von Gerald B. (gerald_b)


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Harald A. schrieb:
> Auffällig ist, dass die Spule relativ
> warm wird. Ersatzhalber habe ich eine 4.7uH Würth Powerinduktivität
> angeschlossen, Ergebnis identisch.

Hast du was mit 10µH da? Versuche die mal. Wenn durch hochohmiger 
werdende Widerstände im Zeitglied die Arbeitsfrequenz sinkt, gerät die 
Spule in Sättigung und wird warm. Wenn es mit größerer Induktivität 
funktioniert, wäre das schon mal ein Ansatz, in welche Richtung man 
suchen könnte.

von H. H. (hhinz)


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Harald A. schrieb:
> Und noch etwas: Der Si4940DY ist nicht mehr lieferbar bei Mouser, hat
> jemand einen Vorschlag für einen Ersatz? FDS8949 vlt? Oder DMN4027SSD

Der Regler läuft mit 500kHz, da muss man sehr auf Qg und Ciss achten.

Ich schau später nach einem denkbaren Ersatztyp.


Edit:
Gar nicht so einfach, aber PJL8950 wird passen.
ISA250250N04LMDS auch.

: Bearbeitet durch User
von Harald A. (embedded)


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Vielen Dank, Glück gehabt, den Infineon gibt es bei Mouser

von Harald A. (embedded)


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Mo/Di müsste der Kram da sein, ich bin gespannt, ob es an einem der 
beiden ICs liegt.

von Gerald B. (gerald_b)


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Versuche es bis dahin doch nochmal mit der Induktivität, mit den von mir 
vorgeschlagenen 10µH. Selbst wenn du die nicht da hast, aber du hast 
noch eine 2. mit 4,7µ, die du ja schon getauscht hattest.
Jetzt nochmal beide in Reihe, ergibt die gewünschten 10 (beide hochkant 
stellen).
Wenn es mit Neuteilen vielleicht durch günstigere Toleranzen geht, ist 
diese Chance vertan.

von Harald A. (embedded)


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Danke für den Vorschlag! Habe das Teil gerade nicht zur Hand, Mo geht es 
weiter

von Georg S. (randy)


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> Wenn dann das Gate mit ca. 35V angesteuert
> wird ist das doch viel zu hoch (UG max +/-20V).

Der MOSFET ist high side. Dadurch geht der Source nach dem Einschalten 
auf die Eingangsspannung hoch, der  Gate muss noch etwas mehr Spannung 
bekommen (5-10V mehr).
Also bei 24V am eingang ist es völlig normal dass der Gate auf 35V hoch 
geht. Der Source hat in dem Fall (eingeschaltet) ja auch 24V

(UG max +/-20V) -> die Spannung bezieht sich auf den Source. Das Oszi 
misst bezüglich GND. du kannst ja mal Source an den 2. Kanal hängen.

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von Harald A. (embedded)


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So, nach dem Wechsel des MOSFETs war alles genau wie vorher, nach dem 
Wechsel des TPS hat es dann anstandslos funktioniert. Gefreut, aber 
dann:

Tragisch: Im letzten Moment wollte ich noch ein paar Messwerte aufnehmen 
um die eigentliche Ursache einzugrenzen. Dummerweise abgerutscht und 
entweder MOSFET und/oder TPS gegrillt. Also nächste Bestellrunde bei 
Mouser abwarten und alles auf Reset. Bei den Preisen alles nur 1x 
bestellt. Zu doof aber leider wahr.

: Bearbeitet durch User
von Harald A. (embedded)


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Ich hatte den alten MOSFET noch zur Hand, war noch zu finden, fragt 
bitte nicht wo...
Diesen wieder eingebaut und alles funktioniert. Schlussendlich bleibt 
festzuhalten, dass es nur am TPS40055 lag

: Bearbeitet durch User
von Harald A. (embedded)


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Ach ja, das Detail hatte ich vergessen zu erwähnen, der Vollständigkeit 
halber dokumentiere ich es hier: Beim Auslöten des TPS ist mir 
aufgefallen, dass das mittige Thermal Pad keinerlei Lötverbindung hatte. 
Sah ein klein wenig so aus, als ob die Baugruppe im Reflow nicht genug 
Hitze bekommen hat. Nun kann das Thermal Pad laut Datenblatt isoliert 
bleiben, aber vlt. hat die mangelnde Wärmeabfuhr dem Baustein auf Dauer 
geschadet.

von Gerald B. (gerald_b)


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Es gibt ICs, die sind Mimosen und es gibt welche, die machen einen 
Thermal Shutdown jahrelang im Dauerbtrieb mit.
Das Gemeine ist, das fast alle ICs mit ausgefeilten Schutzmaßnahmen 
beworben werden und du hinterher erst weißt, welcher der beiden 
Kategorien er angehört.
Auch bei Kopien kann sich dererlei Verhalten ändern.
Ich hatte jetzt chinesische LM555, die äußerst empfindlich sind. Bei der 
Inbetriebnahme einer Lüftersteuerung wollte ich die Frequenz auf LED 
Blinken verringern und habe händisch einen bedrahteten Kondensator 
huckepack an die Pads vom SMD drangehalten. Prompt war das Ding hinüber. 
Einen LM/NE555 aus westlicher Produktion bekommt man faktisch nicht tot.

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