Früher konnte man mit XCompose recht einfach unter Linux Tastenkombinationen für beliebige Zeichen definieren. Nun wurde etwas "viel besseres" gebaut und in Linux eingebaut: XKB. Leider ist diese eierlegende Wollmilchsau dermaßen kompliziert, dass es nix mehr ist, mit eben mal ein Zeichen auf eine Tastenkombination legen. Ein auch nur halbwegs brauchbares Kochrezept dafür habe ich nicht nicht gefunden. Hat jemand einen Tipp?
Moriz schrieb: > Ein auch nur halbwegs brauchbares Kochrezept dafür habe ich nicht nicht > gefunden.
1 | xkbcomp :0 state.xkb |
2 | vi state.xkb # Das ändern, was du ändern willst |
3 | xkbcomp state.xkb :0 |
… wäre zumindest ein möglicher Weg. xkb wurde aber nicht "in Linux eingebaut", sondern ist halt Bestandteil von X.org, und das nun auch schon viele Jahre. Als Autor wird in der man page "Erik Fortune, Silicon Graphics" genannt – SGI hat bis zum Jahr 2009 existiert.
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Jörg W. schrieb: > xkbcomp :0 state.xkb liefert hier schlappe 2032 Zeilen Text – das soll ein Fortschritt sein? Man muss schon ganz schön weltfremd sein, sowas auf die Benutzer los zu lassen.
Moriz schrieb: > Man muss schon ganz schön weltfremd sein, sowas auf die Benutzer los zu > lassen. Man kann auch einfach ewig nörgeln. Die Welt wird sich weiter drehen.
Btw., wenn du mal sagen würdest, was du genau ändern möchtest, könnte man dir vielleicht auch konkreter helfen.
Jörg W. schrieb: > Man kann auch einfach ewig nörgeln. Die Welt wird sich weiter drehen. Besseren Rat hast Du nicht? Für solchen Scheiß einen Tag Quellenstudium investieren? Warum nicht gleich LibreOffice oder dergleichen über ein Schalterfeld oktal in den Speicher klimpern, bevor man seinen Einkaufszettel tippen kann? Gibt es irgendwo ein Kochrezept, wie man ein UnicodeZeichen auf eine Taste mappt?
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Moriz schrieb: > Man muss schon ganz schön weltfremd sein, wenn man von einem Forum erwartet, das schneller und besser beantwortet zu bekommen. Extratipp: wenn dir die KI zu ausschweifend war, dann sag ihr, dass du eine knappe Antwort willst. Ich wäre jedenfalls mit Gemini schon fertig, obwohl ich vom Thema deutlich weniger Ahnung als du habe.
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Ich nutze xmodmap um z.B. ein ß auf eine schwedische Tastatur zu zaubern mit AltGR + Akzent-Taste. http://wiki.archlinux.org/title/Xmodmap
Moriz schrieb: > Gibt es irgendwo ein Kochrezept, wie man ein UnicodeZeichen auf eine > Taste mappt? Sag doch endlich, welches Zeichen auf welche Taste. Dann kann ich dir auch schreiben, welche der 2000 Zeilen du editieren musst. Die anderen 1999 lässt du einfach, wie sie sind.
Die klassische Compose-Taste kann ich bei Debian auf die Menu-Taste legen. Mein /etc/default/keyboard:
1 | # KEYBOARD CONFIGURATION FILE |
2 | # Consult the keyboard(5) manual page. |
3 | |
4 | XKBMODEL="pc105" |
5 | XKBLAYOUT="eagle" |
6 | XKBVARIANT="" |
7 | XKBOPTIONS="compose:menu,terminate:ctrl_alt_bksp" |
8 | BACKSPACE="guess" |
XKBMODEL und XKBLAYOUT sollte man erstmal nicht ändern, pc105 und eagle
sind meine spezielle Einstellung. Dank terminate... kann ich den xserver
auch wieder wie früher abschießen.
Vielleicht reicht dir das schon, immerhin gibt's damit « ø œ £ đ ¿¡ »
Noch spezieller ist mein XKBLAYOUT namens "eagle". Das ist genauso
kryptisch wie "xkbcomp :0 state.xkb", aber viel kürzer ;) Und man sieht
zum Beispiel ein paar Unicode-Zeichen und Zeichen wie infinity. Diese
Datei gehört nach /usr/share/X11/xkb/symbols/ und wird in
/etc/default/keyboard mit XKBLAYOUT aktiviert.
Das Layout ist für eine normale Tastatur mit US-Layout gedacht und macht
aus den beiden Windows-Tasten ALT-Tasten für Umlaute und ¼€°¹²³. Häufig
gebrauchte Zeichen wie [{/}] gibt's damit direkt und ä...ß gibt's mit
WIN-a ... WIN-s und WIN-SHIFT-a macht auch was sinnvolles. Weil es eine
linke und eine rechte Taste gibt, kann ich deutsche Texte fast wie auf
einer deutschen Tastatur schreiben.
Das Layout heißt eagle, weil Cadsoft Eagle einen eigenen Font mitbringt
und ich mal ein ∞ im Schaltplan haben wollte.
So ähnlich arbeite ich auch, nur mit 'ner deutschen Tastatur: äöü
liefert [ \ ] bzw. mit Shift { | }, zusammen mit AltGr dann wirklich die
Umlaute. Damit kann man prima programmieren, andererseits auch
problemlos deutsche Texte schreiben.
So schlimm unverständlich, wie Moriz hier tut, ist xkb nun wirklich
nicht, solange man nur existierende Vorlagen modifizieren muss. Eine
neue von Null auf möchte ich aber auch nicht schreiben müssen. :-)
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Moriz schrieb: > Früher konnte man mit XCompose Geht doch immer noch. Auch unter Wayland, KDE / Gnome… ~/.XCompose
1 | include "%L" |
2 | <Multi_key> <colon> <asciicircum> : "👍" |
Das File wird jetzt halt nicht mehr von X11 ausgewertet, sondern vom Compositor.
Beitrag #8019535 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8019541 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8019551 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8019553 wurde von einem Moderator gelöscht.
Moriz schrieb: > Früher konnte man mit XCompose recht einfach unter Linux > Tastenkombinationen für beliebige Zeichen definieren. > > Nun wurde etwas "viel besseres" gebaut und in Linux eingebaut: XKB. > > Leider ist diese eierlegende Wollmilchsau dermaßen kompliziert, dass es > nix mehr ist, mit eben mal ein Zeichen auf eine Tastenkombination legen. > > Ein auch nur halbwegs brauchbares Kochrezept dafür habe ich nicht nicht > gefunden. > > Hat jemand einen Tipp? Hab genau den Beitrag Gemini 3 (fast) gestellt. Leider geht die Formatierung verloren: Ich fühle deinen Schmerz. Der Wechsel von der intuitiven .XCompose zur "Architektur-Kathedrale" XKB fühlt sich oft so an, als würde man versuchen, ein Bild mit einem Presslufthammer aufzuhängen. XKB ist mächtig, ja, aber die Lernkurve ist eine senkrechte Wand. Die gute Nachricht: Du musst XKB nicht komplett meistern, um ein paar Zeichen zu binden. Es gibt drei Wege, je nachdem, wie tief du in die System-Eingeweide greifen willst. 1. Der "Schummel-Weg": XCompose behalten Bevor wir uns an XKB die Zähne ausbeißen: XCompose ist nicht tot. Auch unter modernen Desktop-Umgebungen (Gnome, KDE) und sogar teilweise unter Wayland funktioniert es noch, sofern die Applikationen GTK oder Qt nutzen. Stelle sicher, dass die Umgebungsvariable GTK_IM_MODULE=xim und QT_IM_MODULE=xim gesetzt ist. Deine .XCompose im Home-Verzeichnis wird dann meist weiterhin beachtet. 2. Der pragmatische Weg: xmodmap Wenn du unter X11 arbeitest, ist xmodmap der heilige Gral für Leute, die keine Lust auf die XKB-Hölle haben. Es ist ein Wrapper, der die Komplexität versteckt. Beispiel: Euro-Zeichen auf AltGr + E Finde heraus, welchen Keycode die Taste hat: xev -event keyboard drücken. Erstelle eine Datei ~/.Xmodmap: Bash keycode 26 = e E e E eurosign (Die Spalten stehen für: Taste, Shift+Taste, Mode_switch+Taste, Mode_switch+Shift+Taste) Lade es mit xmodmap ~/.Xmodmap. 3. Das "Kochrezept" für XKB (Minimal-Invasiv) Wenn du es wirklich über XKB machen willst (z.B. für Wayland-Kompatibilität über xkeyboard-config), ist dies der sauberste Weg ohne die Systemdateien zu zerschießen: Du erstellst ein User-Layout. Schritt 1: Ordner anlegen Bash mkdir -p ~/.config/xkb/symbols Schritt 2: Mapping-Datei erstellen Erstelle eine Datei namens mein_layout in diesem Ordner: Plaintext xkb_symbols "custom" { include "de(basic)" // Basis ist die deutsche Tastatur // Syntax: key <CODE> { [ Normal, Shift, AltGr, AltGr+Shift ] }; key <AD03> { [ e, E, eurosign, trademark ] }; }; Hinweis: <AD03> ist die physikalische Position der "E"-Taste (Reihe D, Taste 3). Schritt 3: Aktivieren Du kannst dieses Layout mit setxkbmap testen: Bash setxkbmap -layout "mein_layout(custom)" -print | xkbcomp -I$HOME/.config/xkb - $DISPLAY Welchen Weg soll ich nehmen? X11 & Bequemlichkeit: Bleib bei XCompose oder xmodmap. Es ist genau das "mal eben schnell", das du suchst. Wayland (Gnome/KDE): Hier wird es haarig. Oft ist es einfacher, ein Tool wie Input Remapper (GUI-basiert) zu nutzen, das die Komplexität von XKB/Libinput komplett wegkapselt. Soll ich dir für ein ganz bestimmtes Zeichen und eine bestimmte Taste den exakten Code für die ~/.Xmodmap heraussuchen?
Klaus schrieb: > Hab genau den Beitrag Gemini 3 (fast) gestellt. > > Leider geht die Formatierung verloren: > > Ich fühle deinen Schmerz. Der Wechsel von der intuitiven .XCompose zur > "Architektur-Kathedrale" XKB fühlt sich oft so an, als würde man > versuchen, ein Bild mit einem Presslufthammer aufzuhängen. XKB ist > mächtig, ja, aber die Lernkurve ist eine senkrechte Wand. Was für ein selten dämliches Geschwätz!
Norbert schrieb: > Was für ein selten dämliches Geschwätz! Tja, woher die LLM das wohl gelernt hat? Ich habe da einen Verdacht.
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Beitrag #8019697 wurde von einem Moderator gelöscht.
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Beitrag #8019723 wurde von einem Moderator gelöscht.
Führt eure Dialoge bitte per PM weiter. Für das Thema des Threads ist das völlig uninteressant.
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