Hallo ihr Lieben, ich habe hier eine alte Tischbohrmaschine mit einem Motor mit dem im Anhang befindlichen Typenschild. Weiß jemand, was das für ein Hersteller ist? Ich habe das Logo zwar schonmal irgendwo gesehen, weiß aber nicht mehr, wo. In welche Zeit kann man den Motor einordnen? Die Maschine macht per Riemenübersetzung nur ca. 800 U/min. Das wollte ich mittels FU gern auf ca. 250 U/min bringen. Geht das mit diesem Motor (Drehstrom ist es ja und auf Dreieck kann ich den auch klemmen) oder lässt man das lieber? Aktiv kühlen könnte ich den theoretisch auch. Nur von Isolationsklasse finde ich auf dem Typenschild nix. Ich sage schon mal vielen Dank für euren Input.
:
Verschoben durch Moderator
Der M. schrieb: > Weiß jemand, was das für ein Hersteller ist? Ich habe das Logo zwar > schonmal irgendwo gesehen, weiß aber nicht mehr, wo. Vermutlich Brown, Boveri & Cie, später dann ABB.
Warum sollte es nicht gehen? Die älteren Motoren sind meiner Erfahrung nach eher konserativ ausgelegt. Mehr Eisen, mehr Kupfer als heute. Thermische Probleme im FU-Betrieb bekommt man erst bei längerer Betriebszeit unter hoher Last. Hast du das vor? Falls ja, bau einen Temperatursensor ein, die meisten FU können dann reduzieren/abschalten.
Der M. schrieb: > Die Maschine macht per Riemenübersetzung nur ca. 800 U/min. > Das wollte ich mittels FU gern auf ca. 250 U/min bringen. Kann man, wählt man den passend sogar aus einphasig 230V, aber er hat dann nur noch 50W Antriebsleistung. Da ist ein Riemengetriebe doch besser. Du solltest den Motor besser gegen einen mit 450W ersetzen und den per FU auf 150W limitieren. Dann hat er die 150W auch noch bei 250upm.
Jörg R. schrieb: > Vermutlich Brown, Boveri & Cie, später dann ABB. Ich kenne von denen nur ein Logo mit großen Buchstaben "BBC" und "Brown Boveri" kleiner unten drunter. Das ist glaube ich schon vor dem Krieg so verwendet worden.
Bist du dir da ganz sicher mit Eichhoff? Ich habe bei Ebay einem Netzfilter von Eichhoff gefunden. Das Logo sieht aber anders aus. Ich habe das Logo vom Typenschild hier nochmal etwas vergrößert. Der erste Buchstabe könnte theoretisch auch ein A sein. Vorallem auch die die Angabe von "Per/s" statt "Hz".
:
Bearbeitet durch User
So, ich denke, den Hersteller habe ich jetzt gefunden: Alfred Oemig und Co, das ist der Vorläufer von Motorenwerk Hartha Auszug im Netz gefunden (https://www.rheinmetall.com): Vor hundert Jahren gründeten der Kaufmann Emil Oemig und der Ingenieur Gustav Richard Sander die Firma Sander & Oemig und stellten mit 25 Beschäftigten an der Dresdner Straße in Hartha Elektrokleinmotoren her. Nach einem Konkurs 1924 gründeten Emil Oemigs Verwandte Alfred und Rudolf Oemig gemeinsam mit dem Ingenieur Paul Groschopp die Firma als Alfred Oemig & Co. AG im gleichen Jahr neu. Der Betrieb wuchs auf 280 Mitarbeiter an und 1937 fand die Firma an der heutigen Sonnenstraße 29 in Hartha einen größeren Standort. Ende Oktober 1945 wurden die Aktionäre auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration enteignet, und das Werk wurde seit 1948 als „Volkseigener Betrieb“ VEB Elektromotorenwerk („Elmo“) weitergeführt. Bis zum Ende der 1980er Jahre wuchs der VEB zu einem der größten Elektromotorenhersteller in der DDR heran. Gefertigt wurde eine große Anzahl unterschiedlichster Elektromotoren in kleinen Serien für den gesamten Ostblock. Oder auch hier: https://www.radiomuseum.org/dsp_hersteller_detail.cfm?company_id=18531 Nun die Frage, ist der Motor zu alt für einen FU?
Der M. schrieb: > Nun die Frage, ist der Motor zu alt für einen FU? Ist ein Kabel zu alt für einen stromfluss ?? probieren geht über studieren Gruß
Hi Soweit die Angabe Stern/Dreieck auf die Angabe 380/220V bezogen ist, sollte darauf geachtet werden, dies ist ein Drehstrommotor. Die Spulenspannung beträgt 220V, was in einem 380V Drehstromnetz (Früher, heute 400V) die Beschaltung "Stern" erfordert. Wählt man "Dreieck" brennen irgendwann einmal die Spulen durch. (Beschaltung wird im Klemmbrett durch legen der Brücken erreicht. Ein Betrieb in einem 220V Wechselstromkreis wäre mit einem Motorkondensator möglich. Dann ist Dreieckbeschaltung erforderlich. s. Skizze Gruß oldmax
Martin V. schrieb: > Spulenspannung beträgt 220V, was in einem 380V Drehstromnetz (Früher, > heute 400V) die Beschaltung "Stern" erfordert Eingangspost nicht gelesen?
Meine Erfahrung mit den alten Motoren ist, das die überhaupt kein Problem haben mit einem FU. Erstens betreibst du den ja nicht im Dauerbetrieb und zweitens wird ein 150W Motor auch nie knallheiss. Sei aber lieb zu ihm und puste ihn mal mit Druckluft durch.
Der M. schrieb: > Nun die Frage, ist der Motor zu alt für einen FU? Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann schalte einen Sinusfilter vor den Motor.
Harald K. schrieb: > Welcher µC mag in diesem Motor werkeln? Man möge mir mein Unvermögen verzeihen. Ich bin hier nicht so oft unterwegs.
Jörg R. schrieb: > Vermutlich Brown, Boveri & Cie Ich habe mein Industriepraktikum vor dem Studium bei BBC Mannheim 1975 gemacht. Das Logo bestand wohl nur aus dem Buchstaben "BBC". https://de.wikipedia.org/wiki/ABB_(Unternehmen) ABB gibt es erst seit 1988 Oha: "Wichtige ehemalige Verwaltungsratsmitglieder: Donald Rumsfeld (1990–2001)" der hieß noch "Verteidigungsminister", nicht "Kriegsminister" Rumms ins Feld und schieß ins Kraut.
Christoph db1uq K. schrieb: > Jörg R. schrieb: >> Vermutlich Brown, Boveri & Cie > > Ich habe mein Industriepraktikum vor dem Studium bei BBC Mannheim 1975 > gemacht. Das Logo bestand wohl nur aus dem Buchstaben "BBC". > https://de.wikipedia.org/wiki/ABB_(Unternehmen) > ABB gibt es erst seit 1988 Ich muss zugeben dass ich das Foto in eine KI gesteckt habe, das Ergebnis war dann BBC. Das Foto, und ausgerechnet der Teil um den es geht, ist so schlecht fotografiert dass ich mir nicht mehr Mühe gemacht habe, ganz entgegen meiner sonstigen Vorgehensweise. Da waren andere User fleißiger:-)
Jörg R. schrieb: > Das Foto, und ausgerechnet der Teil um den es > geht, ist so schlecht fotografiert dass ich mir nicht mehr Mühe gemacht > habe, ganz entgegen meiner sonstigen Vorgehensweise. Ich habe da zig Fotografier-Versuche gemacht. Aber durch die Krümmung des Typenschildes ging das irgendwie nicht besser. Dazu kommt noch, dass das Typenschild von Haus aus schlecht leserlich ist und... 2026 - 1940 = 86 Jahre. Aber trotzdem vielen Dank für die Recherche.
Sowas in dem Alter hatte ich auch vom Schrott, Tellerschleifmaschine draus gebaut. Ein Fuss war abgebrochen, Grauguss schweissen ist so ne Sache... Für das benötigte Drehmoment/Leistung war das als Dreibeiner aber völlig ausreichend. Elektrisch keinerlei Problem, selbst die Lager waren ok.
Christoph db1uq K. schrieb: > Ich habe mein Industriepraktikum vor dem Studium bei BBC Mannheim 1975 > gemacht. Auch wenn es nicht zur Frage von Der M. gehört: Interessant. Wo warst du da? Ich habe nämlich im April 1974 im Werk Süd in Käfertal beim ZEK (Zentrale Entwicklung und Konstruktion) angefangen. Vielleicht haben wir uns ja mal gesehen...
Hi H.Joachim S. schrieb: > Eingangspost nicht gelesen? Schon Der M. schrieb: > Drehstrom ist es ja und auf Dreieck kann ich > den auch klemmen Macht doch Sinn, zu wissen, wie die Wicklungen am Klemmbrett verschaltet sind. Mir schien da kleiner Mangel an Fachwissen vorzuliegen. Darum der kleine Exkurs. Aber probiert halt, so einen Motor mit Dreieck im Drehstromnetz zu betreiben. Gruß oldmax
Martin V. schrieb: > Aber probiert halt, so einen Motor mit Dreieck im Drehstromnetz zu > betreiben. Läuft im 230V Drehstromnetz bestens.
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.



