Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Motorhersteller gesucht


von Der M. (steinadler)


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Hallo ihr Lieben,

ich habe hier eine alte Tischbohrmaschine mit einem Motor mit dem im 
Anhang befindlichen Typenschild.
Weiß jemand, was das für ein Hersteller ist? Ich habe das Logo zwar 
schonmal irgendwo gesehen, weiß aber nicht mehr, wo.
In welche Zeit kann man den Motor einordnen?

Die Maschine macht per Riemenübersetzung nur ca. 800 U/min.
Das wollte ich mittels FU gern auf ca. 250 U/min bringen.

Geht das mit diesem Motor (Drehstrom ist es ja und auf Dreieck kann ich 
den auch klemmen) oder lässt man das lieber?
Aktiv kühlen könnte ich den theoretisch auch. Nur von Isolationsklasse 
finde ich auf dem Typenschild nix.

Ich sage schon mal vielen Dank für euren Input.

: Verschoben durch Moderator
von Jörg R. (solar77)


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Der M. schrieb:
> Weiß jemand, was das für ein Hersteller ist? Ich habe das Logo zwar
> schonmal irgendwo gesehen, weiß aber nicht mehr, wo.

Vermutlich Brown, Boveri & Cie, später dann ABB.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Warum sollte es nicht gehen? Die älteren Motoren sind meiner Erfahrung 
nach eher konserativ ausgelegt. Mehr Eisen, mehr Kupfer als heute.
Thermische Probleme im FU-Betrieb bekommt man erst bei längerer 
Betriebszeit unter hoher Last. Hast du das vor? Falls ja, bau einen 
Temperatursensor ein, die meisten FU können dann reduzieren/abschalten.

von Michael B. (laberkopp)


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Der M. schrieb:
> Die Maschine macht per Riemenübersetzung nur ca. 800 U/min.
> Das wollte ich mittels FU gern auf ca. 250 U/min bringen.

Kann man, wählt man den passend sogar aus einphasig 230V, aber er hat 
dann nur noch 50W Antriebsleistung.

Da ist ein Riemengetriebe doch besser.

Du solltest den Motor besser gegen einen mit 450W ersetzen und den per 
FU auf 150W limitieren. Dann hat er die 150W auch noch bei 250upm.

von Gerd E. (robberknight)


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Jörg R. schrieb:
> Vermutlich Brown, Boveri & Cie, später dann ABB.

Ich kenne von denen nur ein Logo mit großen Buchstaben "BBC" und "Brown 
Boveri" kleiner unten drunter. Das ist glaube ich schon vor dem Krieg so 
verwendet worden.

von H. H. (hhinz)


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Eichhoff, aber der ist wirklich ein paar Jahre alt.

von Der M. (steinadler)


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Bist du dir da ganz sicher mit Eichhoff?
Ich habe bei Ebay einem Netzfilter von Eichhoff gefunden. Das Logo sieht 
aber anders aus.

Ich habe das Logo vom Typenschild hier nochmal etwas vergrößert.
Der erste Buchstabe könnte theoretisch auch ein A sein.

Vorallem auch die die Angabe von "Per/s" statt "Hz".

: Bearbeitet durch User
von Der M. (steinadler)


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So, ich denke, den Hersteller habe ich jetzt gefunden:
Alfred Oemig und Co, das ist der Vorläufer von Motorenwerk Hartha

Auszug im Netz gefunden (https://www.rheinmetall.com):
Vor hundert Jahren gründeten der Kaufmann Emil Oemig und der Ingenieur 
Gustav Richard Sander die Firma Sander & Oemig und stellten mit 25 
Beschäftigten an der Dresdner Straße in Hartha Elektrokleinmotoren her. 
Nach einem Konkurs 1924 gründeten Emil Oemigs Verwandte Alfred und 
Rudolf Oemig gemeinsam mit dem Ingenieur Paul Groschopp die Firma als 
Alfred Oemig & Co. AG im gleichen Jahr neu. Der Betrieb wuchs auf 280 
Mitarbeiter an und 1937 fand die Firma an der heutigen Sonnenstraße 29 
in Hartha einen größeren Standort.

Ende Oktober 1945 wurden die Aktionäre auf Befehl der Sowjetischen 
Militäradministration enteignet, und das Werk wurde seit 1948 als 
„Volkseigener Betrieb“ VEB Elektromotorenwerk („Elmo“) weitergeführt. 
Bis zum Ende der 1980er Jahre wuchs der VEB zu einem der größten 
Elektromotorenhersteller in der DDR heran. Gefertigt wurde eine große 
Anzahl unterschiedlichster Elektromotoren in kleinen Serien für den 
gesamten Ostblock.

Oder auch hier:
https://www.radiomuseum.org/dsp_hersteller_detail.cfm?company_id=18531

Nun die Frage, ist der Motor zu alt für einen FU?

von Papa P. (papa_p)


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Der M. schrieb:
> Nun die Frage, ist der Motor zu alt für einen FU?

Ist ein Kabel zu alt für einen stromfluss ??

probieren geht über studieren

Gruß

von Martin V. (oldmax)


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Hi
Soweit die Angabe Stern/Dreieck auf die Angabe 380/220V bezogen ist, 
sollte darauf geachtet werden, dies ist ein Drehstrommotor. Die 
Spulenspannung beträgt 220V, was in einem 380V Drehstromnetz (Früher, 
heute 400V) die Beschaltung "Stern" erfordert. Wählt man "Dreieck" 
brennen irgendwann einmal die Spulen durch.  (Beschaltung wird im 
Klemmbrett durch legen der Brücken erreicht. Ein Betrieb in einem 220V 
Wechselstromkreis wäre mit einem Motorkondensator möglich. Dann ist 
Dreieckbeschaltung erforderlich.
s. Skizze

Gruß oldmax

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Martin V. schrieb:
> Spulenspannung beträgt 220V, was in einem 380V Drehstromnetz (Früher,
> heute 400V) die Beschaltung "Stern" erfordert

Eingangspost nicht gelesen?

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Meine Erfahrung mit den alten Motoren ist, das die überhaupt kein 
Problem haben mit einem FU. Erstens betreibst du den ja nicht im 
Dauerbetrieb und zweitens wird ein 150W Motor auch nie knallheiss.

Sei aber lieb zu ihm und puste ihn mal mit Druckluft durch.

von H. H. (hhinz)


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Der M. schrieb:
> Nun die Frage, ist der Motor zu alt für einen FU?

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann schalte einen Sinusfilter 
vor den Motor.

von Harald K. (kirnbichler)


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Welcher µC mag in diesem Motor werkeln?

von Der M. (steinadler)


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Harald K. schrieb:
> Welcher µC mag in diesem Motor werkeln?

Man möge mir mein Unvermögen verzeihen. Ich bin hier nicht so oft 
unterwegs.

von Stephan S. (uxdx)


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Harald K. schrieb:
> Welcher µC mag in diesem Motor werkeln?

Vielleicht ein Mikrokondensator?

SCNR

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Jörg R. schrieb:
> Vermutlich Brown, Boveri & Cie

Ich habe mein Industriepraktikum vor dem Studium bei BBC Mannheim 1975 
gemacht. Das Logo bestand wohl nur aus dem Buchstaben "BBC".
https://de.wikipedia.org/wiki/ABB_(Unternehmen)
ABB gibt es erst seit 1988

Oha:
"Wichtige ehemalige Verwaltungsratsmitglieder:
Donald Rumsfeld (1990–2001)"
der hieß noch "Verteidigungsminister", nicht "Kriegsminister"
Rumms ins Feld und schieß ins Kraut.

von Jörg R. (solar77)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Jörg R. schrieb:
>> Vermutlich Brown, Boveri & Cie
>
> Ich habe mein Industriepraktikum vor dem Studium bei BBC Mannheim 1975
> gemacht. Das Logo bestand wohl nur aus dem Buchstaben "BBC".
> https://de.wikipedia.org/wiki/ABB_(Unternehmen)
> ABB gibt es erst seit 1988

Ich muss zugeben dass ich das Foto in eine KI gesteckt habe, das 
Ergebnis war dann BBC. Das Foto, und ausgerechnet der Teil um den es 
geht, ist so schlecht fotografiert dass ich mir nicht mehr Mühe gemacht 
habe, ganz entgegen meiner sonstigen Vorgehensweise. Da waren andere 
User fleißiger:-)

von Der M. (steinadler)


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Jörg R. schrieb:
> Das Foto, und ausgerechnet der Teil um den es
> geht, ist so schlecht fotografiert dass ich mir nicht mehr Mühe gemacht
> habe, ganz entgegen meiner sonstigen Vorgehensweise.

Ich habe da zig Fotografier-Versuche gemacht. Aber durch die Krümmung 
des Typenschildes ging das irgendwie nicht besser.
Dazu kommt noch, dass das Typenschild von Haus aus schlecht leserlich 
ist und... 2026 - 1940 = 86 Jahre.

Aber trotzdem vielen Dank für die Recherche.

von H. H. (hhinz)


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Der M. schrieb:
> 86 Jahre.

Aus dem Museum geklaut.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Sowas in dem Alter hatte ich auch vom Schrott, Tellerschleifmaschine 
draus gebaut. Ein Fuss war abgebrochen, Grauguss schweissen ist so ne 
Sache...
Für das benötigte Drehmoment/Leistung war das als Dreibeiner aber völlig 
ausreichend. Elektrisch keinerlei Problem, selbst die Lager waren ok.

von Dietrich L. (dietrichl)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Ich habe mein Industriepraktikum vor dem Studium bei BBC Mannheim 1975
> gemacht.

Auch wenn es nicht zur Frage von Der M. gehört:

Interessant. Wo warst du da?
Ich habe nämlich im April 1974 im Werk Süd in Käfertal beim ZEK 
(Zentrale Entwicklung und Konstruktion) angefangen. Vielleicht haben wir 
uns ja mal gesehen...

von Martin V. (oldmax)


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Hi
H.Joachim S. schrieb:
> Eingangspost nicht gelesen?
Schon
Der M. schrieb:
> Drehstrom ist es ja und auf Dreieck kann ich
> den auch klemmen

Macht doch Sinn, zu wissen, wie die Wicklungen am Klemmbrett verschaltet 
sind. Mir schien da kleiner Mangel an Fachwissen vorzuliegen. Darum der 
kleine Exkurs.
Aber probiert halt, so einen Motor mit Dreieck im Drehstromnetz zu 
betreiben.
Gruß oldmax

von H. H. (hhinz)


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Martin V. schrieb:
> Aber probiert halt, so einen Motor mit Dreieck im Drehstromnetz zu
> betreiben.

Läuft im 230V Drehstromnetz bestens.

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